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Mehrdimensionale Objektverarbeitung im Gehirn

    Menschen nehmen Objekte nicht nur in Bezug auf Kategorien wahr, sondern erfassen eine Vielzahl an verhaltensrelevanten Dimensionen. Man geht allgemein davon aus, dass das Sehen von Objekten eine Hierarchie von Hirnregionen umfasst, die zunehmend komplexere Bildmerkmale verarbeiten, wobei der visuelle Cortex auf hoher Ebene die Objekterkennung und -kategorisierung unterstützt. Das Sehen von Objekten unterstützt jedoch verschiedene Verhaltensziele, was auf grundlegende Einschränkungen dieses kategoriezentrierten Rahmens hindeutet. Um diese Grenzen zu überwinden, haben Contier et al. (2024) eine Reihe… Weiterlesen »Mehrdimensionale Objektverarbeitung im Gehirn

    Über das Vergessen und das Erinnern

    Vorbemerkung: Um sich effektiv in der Welt zurechtzufinden, bedarf es nicht nur eines guten Gedächtnisses, sondern auch des klugen Vergessens, Filterns und Aussortierens von Fakten und Ereignissen, vor allem in einer Zeit, in der digitale und andere Medien den Alltag mit Informationen überladen und fragmentieren. Aus Informationen sinnvolles Wissen zu machen, bedeutet aber immer, eine Auswahl zu treffen, statt möglichst viele Informationen zu speichern, denn was man erlebt, muss man in vertretbarer Zeit analysieren können, und dies… Weiterlesen »Über das Vergessen und das Erinnern

    Kann man sich mit Musik von Kopfhörern von der Umgebung isolieren?

      Eine neuere Untersuchung befasste sich mit dem Einfluss von Geräuschen und Musik auf die Konzentration und Arbeitsproduktivität, wobei sich zeigte, dass die Wahrnehmung von Geräuschen als störend nicht zwangsläufig mit einer hohen Lautstärke zusammenhängt. Allerdings variiert die Wahrnehmung von Störgeräuschen sehr stark interindividuell. Als besonders problematisch erweisen sich verständliche Hintergrundgespräche, da das Gehirn diese nicht vollständig ignorieren kann. Ein nicht unerheblicher Anteil der Bevölkerung nutzt Kopfhörer mit Musik, um sich von Umgebungsgeräuschen abzuschirmen. Der Eindruck, sich mit… Weiterlesen »Kann man sich mit Musik von Kopfhörern von der Umgebung isolieren?

      Psychologie der Entscheidung

        Abends muss man die Idee haben, morgens die kritische Haltung und mittags den Entschluss treffen. André Kostolany Ich überlege. Mein Bauch entscheidet. Max Grundig Es ist gut, etwas Langsames zu tun, bevor man im Leben eine wichtige Entscheidung trifft. Paulo Coelho Wer darauf besteht, alle Faktoren zu überblicken, bevor er sich entscheidet, wird sich nie entscheiden. Henri-Frédéric Amiel Bei Entscheidungsprozessen stehen dem Menschen oft viele Handlungsoptionen offen, wobei das Gehirn auch auf Situationen reagieren muss, mit denen… Weiterlesen »Psychologie der Entscheidung

        Theory of Mind gibt es in zwei Formen

          Die Theory of Mind befähigt Menschen, über die Gedanken und Überzeugungen anderer Menschen nachzudenken, kennzeichnet die komplexe soziale Interaktion zwischen Menschen. Bisher nahm man an, dass diese Fähigkeit sich im Alter von vier Jahren herum entwickelt, wenn Kinder beginnen, explizit über andere zu denken. Grosse Wiesmannet al. (2020) haben angesichts der Tatsache, dass bei einer nonverbalen Testung auch Säuglinge bereits vor dem Alter von zwei Jahren Handlungserwartungen zeigen, die mit den Überzeugungen anderer kongruent sind, sich die… Weiterlesen »Theory of Mind gibt es in zwei Formen

          Fünf Sekunden können reichen, um bei einem Streit zu deeskalieren

            Eine kurze Denkpause von lediglich fünf Sekunden kann den Verlauf eines Streits deutlich beeinflussen, wie eine neue Studie von McCurry et al. (2024) zeigt. Egal ob in Beziehungen, am Arbeitsplatz oder unter Freunden, Konflikte sind alltäglich, um ein Eskalieren zu vermeiden, reicht es schon, für kurze Zeit innezuhalten, bevor man reagiert. Laut der Untersuchung führten selbst erzwungene Pausen von fünf bis 15 Sekunden dazu, dass die Beteiligten ihre negativen Gefühle abschwächten und der Konflikt weniger intensiv verlief,… Weiterlesen »Fünf Sekunden können reichen, um bei einem Streit zu deeskalieren

            Wo die Liebe im Gehirn hinfällt

              Liebesgefühle gehören zu den wichtigsten menschlichen Phänomenen, denn Liebe prägt die Bildung und Aufrechterhaltung von Paarbeziehungen, die Bindung zwischen Eltern und Kindern und beeinflusst die Beziehungen zu anderen Menschen und sogar zur Natur. Über die neuronalen Mechanismen der Liebe, die über die romantische und mütterliche Liebe hinausgehen, ist jedoch nur wenig bekannt. In einer Studie haben Rinne et al. (2024) die Gehirnareale untersucht, die an der Liebe zu sechs verschiedenen Objekten beteiligt sind: zum Liebespartner, zu den… Weiterlesen »Wo die Liebe im Gehirn hinfällt

              Neuronendichte ist wichtiger als Anzahl der Neuronen

                Die Forschung im Bereich der Neurobiologie und Kognitionspsychologie hat in den letzten Jahren zu einem tieferen Verständnis der Beziehung zwischen Gehirnstruktur und Intelligenz geführt, wobei sich die frühere Annahme, dass ein größeres Gehirn automatisch mit höherer Intelligenz einhergeht, als zu vereinfachend erwiese hatn. Stattdessen betonen neuere Studien die Bedeutung der neuronalen Organisation und Dichte für die kognitiven Fähigkeiten eines Individuums. Die Komplexität und Effizienz der Vernetzung zwischen verschiedenen Hirnregionen sowie die Dichte der Nervenzellen und Synapsen scheinen… Weiterlesen »Neuronendichte ist wichtiger als Anzahl der Neuronen

                Gut einschlafen können

                  Wenn es für jemanden ein großes Anliegen ist, nicht genug Schlaf zu erhalten, dann sollte man diese Gedanken nicht einmal aufkommen lassen. Deshalb sollte man alle Uhren aus dem Zimmer verbannen und das Mobiltelefon mit dem Bildschirm auf das Nchtkästchen legen. All dies reduziert den Stress, da man nicht permanent durch sie erinnert wird, wie wenig Zeit doch bis zum Morgen bleibt. Nebenbei bemerkt: Wenn man nicht einschlafen kann, dann hat man im Schlafzimmer nichts zu suchen.… Weiterlesen »Gut einschlafen können

                  Redundante Speicherung von Erinnerungen

                    Erinnerungen sind dynamische Konstrukte, deren Eigenschaften sich mit der Zeit und der Erfahrung verändern. Die biologischen Mechanismen, die dieser Dynamik zugrunde liegen, sind nach wie vor rätselhaft, insbesondere die Frage, wie Verschiebungen in der Zusammensetzung der gedächtniskodierenden neuronalen Ensembles die Entwicklung eines Gedächtnisses im Laufe der Zeit beeinflussen. Nun konnte gezeigt werden, dass Erinnerungen im Gehirn in dreifacher Ausführung gespeichert werden. Nach einer Untersuchung Kveim et al. (2024) werden nämlich von einem Ereignis jeweils drei Kopien erstellt.… Weiterlesen »Redundante Speicherung von Erinnerungen

                    Primäre und sekundäre Emotionen

                      Während eine primäre Emotion darauf beruht, wie man sich in einer Situation fühlt, etwa man ist verletzt oder traurig, ist eine sekundäre Emotion eine Reaktion auf die primäre Emotion, weil man sich mit dieser Emotion unwohl fühlt. Das Problem ist bei sekundären Emotionen, dass man sich dem primären Gefühl oft gar nicht zuwendet und ihm keinen Raum gibt. Vor allem zwei Gefühle sind sehr häufig sekundäre Emotionen: Ein typisches Beispiel für eine sekundäre Emotion ist Wut. Wenn… Weiterlesen »Primäre und sekundäre Emotionen

                      Baby Brain – gibt es das wirklich?

                        Schwangere berichten manchmal davon, an einem „Baby Brain“, „Mommy Brain“ oder „Pregnancy Brain“ zu leiden, d. h., sie sie geben an, deutlich vergesslicher und zerstreuter als vor der Schwangerschaft zu sein. Als Ursache dieses Phänomens vermutet man eine hormonell gesteuerte Entwicklung des Gehirns während der Schwangerschaft, denn Studien haben gezeigt, dass das Gehirn einer werdenden Mutter während der Schwangerschaft vorübergehend schrumpft und nach der Geburt erst wieder seine normale Größe erreicht. Allerdings zeigen andere Untersuchungen, dass die… Weiterlesen »Baby Brain – gibt es das wirklich?