Menschliche Motive haben sich aus tierischen Emotionen entwickelt

Nach Reiner Seidel (2018) entstammen alle menschlichen Motive den Emotionen der Tiere, wobei diese Emotionen der Tiere beim Menschen eine spezifische Ausprägung erfahren als Ausformung zu Motiven. Das schließt allerdings nicht aus, dass durch eine besondere Kombination von Emotionen besondere Motive entstehen können, zu denen es in der Tierwelt keine Analoga gibt. Motive, die sich relativ direkt aus tierischen Emotionen ergeben, sind dabei Grundmotive im Unterschied zu den gemischten Motiven wie etwa die Liebe, die sich aus zwei animalische Emotionen entwickelt hat, der Mutterliebe bzw. Behütung und der körperlichen Zuneigung bzw. Lust. Die Neuerwerbungen des Menschengehirns gegenüber dem der Affen liegen hauptsächlich innerhalb des präfrontalen Cortex, in dem Planung, Koordination und Integration der höheren geistigen Prozesse erfolgen. Damit erst kann der Mensch Doppelaufgaben bewältigen, etwa sich selbst von der Welt unterschieden zu sehen, d.h. er kann Objekte einerseits in ihrer Relevanz für ihn bewerten und sie anderseits objektiv in ihren Eigenschaften als solche wahrnehmen. Der Mensch entwickelt daher erstmals ein doppeltes Bewusstsein, denn er hat nicht nur Gefühle, sondern er kann sich auch im Unterschied zum Tier seiner Gefühle bewusst werden und diese beeinflussen.

Literatur

Reiner Seidel, R. (2018). Die Evolution der Psyche: Wieviel Tier ist der Mensch? Pabst.



Psychotherapie als eigenständige akademische Disziplin?

Das Gesundheitsministerium der BRD plant eine Novellierung der Ausbildung der bisherigen PsychotherapeutInnen in Form einer Direktausbildung umzusetzen, und zwar als eigenständige akademische Disziplin. Die Psychotherapie soll daher nicht mehr als Appendix, Paradisziplin oder Subfach von ausschließlich Psychologie oder Medizin in den akademischen und professionellen Fächerkanon eingeordnet werden. Methodisch und inhaltlich soll eine sichtbare Kontur der Psychotherapie als Wissenschaft und Profession im Zusammenhang all ihrer Bezugswissenschaften (Medizin, Psychologie, Gesundheitsökonomie, gender studies, Pädagogik, Soziologie, Ethik, spezifische Methodologie für die Psychotherapieforschung, Problemgeschichte und Theorieentwicklung der wissenschaftlich anerkannten psychotherapeutischen Schulen, Praxeologie im Rahmen von “Famulaturen” usw. usf.) im Rahmen einer Psychotherapiewissenschaft entstehen. Es wird auch empfohlen, ein konsekutives Psychotherapiestudium ausschließlich an solchen Universitäten anzusiedeln, um ein entsprechendes interdisziplinäres Forschungsumfeld gewährleisten zu können, um so die eigenständige Entwicklung im Dienste des Faches Psychotherapie unter Einbeziehung ihrer Vielfalt und dem Methodenpluralismus auf hohem universitären Niveau gerecht werden zu können. Durch die Institutionalisierung auf universitärer Ebene soll ein gesamteuropäisches Professionsverständnis der PsychotherapeutInnen erreicht werden kann.

Siehe dazu Studium der Psychotherapie im Rahmen der Psychologie.

Literatur

Stangl, W. (2019). Studium der Psychotherapie im Rahmen der Psychologie. Werner Stangls Psychologie News.
WWW: https://psychologie-news.stangl.eu/3090/studium-der-psychotherapie-im-rahmen-der-psychologie (2019-05-16).
https://www.openpr.de/news/1048798/Psychotherapie-eine-neue-eigenstaendige-Wissenschaft-Profession.html (19-05-16)



31. Mai Weltnichtrauchertag und Tabaksymposium

Jedes Jahr am 31. Mai begehen die WHO und ihre globalen Partnerorganisationen den Weltnichtrauchertag, denn Rauchen ist weltweit für über zwei Drittel aller durch Lungenkrebs bedingten Todesfälle verantwortlich, und Passivrauchen erhöht auch bei Nichtrauchern das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken. Die Folge sind chronische Atemwegserkrankungen wie die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) und Asthma. Vor allem tragen Kinder, die Passivrauch ausgesetzt sind, ein höheres Risiko in Bezug auf häufige Infektionen der unteren Atemwege sowie auf Ausbruch und Verschlimmerung von Asthmabeschwerden, Lungenentzündung und Bronchitis. Der Weltnichtrauchertag soll für die besonderen Gefahren des Rauchens für die Lungengesundheit sowie für die grundlegend wichtige Rolle der Lunge für Gesundheit und Wohlbefinden aller Menschen sensibilisieren, und ein Bewusstsein für kostenwirksame und realistische Maßnahmen schaffen, mit denen die zentralen Zielgruppen, insbesondere Regierungen und die Öffentlichkeit, die durch Tabak bedingten Risiken für die Lungengesundheit senken können.

Da die Psychologie nachweislich bei der Tabakentwöhnung hilft, hat der Berufsverband Österreichischer PsychologInnen, die Niederösterreichische Gebietskrankenkasse und ein wissenschaftliches Tabaksymposium in St. Pölten organisiert, um auf die Möglichkeiten, die die Psychologie bei der Prävention und Tabakentwöhnung bietet, aufmerksam zu machen. Die Tagung soll aufzeigen, wie die psychologische Wissenschaft im Rahmen der Tabakkontrollmaßnahmen zur Motivation und Unterstützung zu einer möglichst rauchfreien Gesellschaft beitragen kann.

Aus dem Programm:

  • Keynote: How psychological science can be used to motivate and support smoking cessation (Robert West)
  • NichtraucherInnenschutz in Österreich – Status Quo und AusblickMinisterialrat (Franz Pietsch)
  • Gesundheitseffekte von Rauchinhaltsstoffen aus der umweltmedizinischen Perspektive (Hans-Peter Hutter)
  • Möglichkeiten zur Raucherberatung – Erfahrungen des Rauchfrei Telefons (Sophie Meingassner)
  • Die Kosten durch das Rauchen: sozioökonomische Aspekte (Thomas Czypionka)
  • Nichtraucherschutz im Betrieb: Rechtliche Grundlagen und praktische Handlungsempfehlungen für die Prävention (Edith Pickl)
  • Rauchfreie Schule: Erfahrungen und Vorgangsweise (Michel Fleck)
  • Rauchertherapie bei PatientInnen mit tabakassoziierten Erkrankungen (Irmgard Homeier)
  • Die Rolle der Gesundheitspsychologie bei der Tabakkontrolle (Rudolf Schoberberger)

Programm-Download: https://www.boep.or.at/download/5cb447633c15c83602000005/Programm-4.pdf (19-05-01)



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