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Risiken und Begleiterscheinungen in der Psychotherapie

    Eine psychotherapeutische Behandlung gilt heutzutage als zentraler Baustein, um seelische Leiden wie Ängste oder Depressionen erfolgreich zu bewältigen. Was jedoch im Vergleich zu klassischen Medikamenten im Gespräch oft zu kurz kommt, ist die Tatsache, dass auch vertiefende psychologische Gespräche spürbare Nebenwirkungen mit sich bringen können. Wer sich auf eine Therapie einlässt, greift aktiv in seine eigenen Denk- und Verhaltensmuster ein – und dieser Veränderungsprozess verläuft selten schmerzfrei. Grundsätzlich muss man dabei zwischen unvermeidbaren Begleiterscheinungen und echten unerwünschten… Weiterlesen »Risiken und Begleiterscheinungen in der Psychotherapie

    Der Placebo-Effekt auf dem Prüfstand

      Neuronale Pfade der Schmerzerwartung: Zur mechanistischen Divergenz konditionierter und verbal induzierter Placeboanalgesie Als Placeboanalgesie bezeichnet man die messbare Schmerzlinderung durch eine Behandlung ohne echten Arzneiwirkstoff wie eine Zuckerpille oder eine Kochsalzlösung. Die Linderung entsteht allein durch die Erwartung des Patienten, dass die Maßnahme hilft. Die Annahme, dass die Linderung von Schmerzen durch wirkstofffreie Scheinbehandlungen auf einem einheitlichen neurobiologischen Korrelat beruht, wird durch neuere bildgebende Großanalysen grundlegend infrage gestellt. Das Phänomen der Placeboanalgesie stellt keine monolithische neurophysiologische Größe… Weiterlesen »Der Placebo-Effekt auf dem Prüfstand

      Wie psychologische Vergebung den Weg aus der Selbstverurteilung ebnet

        Es gibt Gedanken, die wie leise Gespenster durch den Alltag schleichen und in Momenten der Ruhe mit voller Wucht zuschlagen: „Wie konnte ich nur?“, „Ich werde mir das nie verzeihen“ oder „Ich bin ein schlechter Mensch.“ Die Tendenz zur unerbittlichen Selbstverurteilung ist ein tief verankertes phänomenologisches Erleben im menschlichen Geist. Häufig wurzelt sie in vergangenen Handlungen oder Versäumnissen – etwa dem plötzlichen Beenden einer Freundschaft, dem Verrat eines geliebten Menschen oder der Reue, in einer entscheidenden Situation… Weiterlesen »Wie psychologische Vergebung den Weg aus der Selbstverurteilung ebnet

        Das Nervensystem: Funktionsstörungen, Krankheitsbilder und medizinische Versorgung

          Das menschliche Nervensystem bildet die zentrale Steuerungseinheit des Körpers, weshalb Funktionsstörungen in diesem Bereich meist weitreichende Konsequenzen für die physische und kognitive Gesundheit nach sich ziehen. Erkrankungen der Nervenbahnen, des Gehirns oder des Rückenmarks manifestieren sich in einem breiten Spektrum an Symptomen, das von leichten Schmerzzuständen bis hin zu gravierenden Lähmungserscheinungen und Wahrnehmungsstörungen reicht. Die Ursachen solcher Beschwerden sind facettenreich: Neben genetischen Veranlagungen und altersbedingten Abbauprozessen spielen auch äußere Einflüsse wie Verletzungen oder Infektionen eine entscheidende Rolle.… Weiterlesen »Das Nervensystem: Funktionsstörungen, Krankheitsbilder und medizinische Versorgung

          Warum Nicht-Reagieren oft die bessere Strategie ist

            Der Impuls, auf kritische, abwertende oder provokante Äußerungen im Alltag und Beruf sofort mit einer treffenden, schlagfertigen Antwort zu kontern, ist weit verbreitet. Dahinter steht meist das Bedürfnis, die eigene Kompetenz zu schützen, Machtlosigkeit zu vermeiden und vor anderen nicht bloßgestellt dazustehen. Schlagfertigkeit gilt vielen daher als das höchste Ideal kommunikativer Stärke. Sie birgt jedoch eine entscheidende Falle: Wer reflexhaft kontert oder versucht, sich zu rechtfertigen, lässt sich auf die Spielregeln des Gegenübers ein. Sowohl das Verteidigen… Weiterlesen »Warum Nicht-Reagieren oft die bessere Strategie ist

            Neuronale Grundlagen der kognitiven Flexibilität

              Die menschliche und tierische Intelligenz offenbart sich in besonderem Maße durch die Fähigkeit, das eigene Verhalten rasch und zielgerichtet an eine sich stetig verändernde Umwelt anzupassen. Trotz der zentralen Bedeutung dieser kognitiven Flexibilität blieben die zugrundeliegenden biologischen Feinmechanismen auf der zellulären und neuronalen Ebene lange Zeit weitgehend unerforscht. Eine wegweisende Untersuchung von Maristany de las Casas et al. (2026) wirft nun ein neues Licht auf die aktiven Rechenprozesse im Gehirn. Man konnte nachweisen, dass die weitverzweigten Fortsätze… Weiterlesen »Neuronale Grundlagen der kognitiven Flexibilität

              Was ist eine kognitive Reserve?

                Unter der kognitiven Reserve versteht man in der Psychologie und den Neurowissenschaften die Fähigkeit des Gehirns, neuropathologische Schäden oder altersbedingte Abbauprozesse zu kompensieren, sodass die kognitive Leistungsfähigkeit trotz vorliegender Hirnveränderungen über einen längeren Zeitraum erhalten bleibt. Das Konzept geht maßgeblich auf den Neuropsychologen Yaakov Stern zurück und erklärt die häufig beobachtete Diskrepanz zwischen dem Ausmaß einer Hirnschädigung – etwa durch eine Alzheimer-Erkrankung oder einen Schlaganfall – und den tatsächlich gezeigten klinischen Symptomen. Während die „Brain Reserve“ (Hirnreserve)… Weiterlesen »Was ist eine kognitive Reserve?

                Individuelle Sehgewohnheiten und neuronale Spezialisierung im menschlichen Gehirn

                  Das menschliche Blickverhalten beim Betrachten komplexer visueller Szenen folgt keineswegs dem Zufall, sondern spiegelt die spezifische funktionelle Architektur des individuellen Gehirns wider. Wie eine Studie von Kollenda et al. (2026) zeigt, fokussieren Menschen beim Betrachten von Bildern mit natürlichem Inhalt systematisch unterschiedliche Bildelemente: Während einige Menschen bevorzugt Gesichter fixieren, richten andere ihren Blick primär auf geschriebenen Text. Mithilfe der funktionellen Magnetresonanztomographie und präzisem Eye-Tracking an 61 Erwachsenen konnte nachgewiesen werden, dass diese individuellen Blickpräferenzen eng mit der… Weiterlesen »Individuelle Sehgewohnheiten und neuronale Spezialisierung im menschlichen Gehirn

                  Die geteilte Aufmerksamkeit des Gehirns: Wie wir im Stimmengewirr gleichzeitig hören und wechseln

                    In alltäglichen Situationen, wie etwa auf einer gut besuchten Feier oder in einer lebhaften Menschenmenge, stehen wir fortwährend vor der Herausforderung, unsere Aufmerksamkeit gezielt auf eine einzelne Person zu richten und Nebengeräusche auszublenden. Lange Zeit ging die Wissenschaft davon aus, dass das menschliche Gehirn bei einem Wechsel des Fokus strikt und abrupt von einem Sprecher zum nächsten springt. Eine aktuelle neurobiologische Untersuchung widerspricht jedoch dieser Annahme eines abrupten Wechsels und zeigt stattdessen, dass unsere Schaltzentrale fähig ist,… Weiterlesen »Die geteilte Aufmerksamkeit des Gehirns: Wie wir im Stimmengewirr gleichzeitig hören und wechseln

                    Die Macht des ersten Eindrucks – der Halo-Effekt

                      Menschliche Urteile sind selten so objektiv, wie wir es gerne glauben. Unser Gehirn neigt stark dazu, von einer einzigen, besonders markanten Eigenschaft auf den gesamten Charakter oder die Fähigkeiten eines Gegenübers zu schließen. Fällt uns jemand beispielsweise durch ein attraktives Äußeres, ein charmantes Lächeln oder ein besonders gepflegtes Auftreten auf, projizieren wir unbewusst eine Vielzahl anderer positiver Eigenschaften in diese Person hinein. Ohne jegliche Beweise halten wir optisch ansprechende Menschen oft automatisch für kompetenter, intelligenter, sozialer oder… Weiterlesen »Die Macht des ersten Eindrucks – der Halo-Effekt

                      Der dysfunktionale Perfektionismus

                        In der modernen Leistungsgesellschaft gewinnt das Streben nach Perfektion zunehmend an Relevanz, insbesondere unter jüngeren Generationen, die sich einem wachsenden gesellschaftlichen und individuellen Erwartungsdruck ausgesetzt sehen. Psychologisch betrachtet muss dabei grundlegend zwischen einem gesunden, realistischen Leistungsstreben und einem dysfunktionalen, unrealistischen Perfektionismus differenziert werden (Stöber, 1995; Altstötter-Gleich & Geisler, 2020). Letzterer ist durch extrem starre, unerreichbare Zielsetzungen charakterisiert, wobei der betroffene Mensch seinen gesamten Selbstwert ausschließlich an die lückenlose Erreichung dieser Standards knüpft. Bleibt der erhoffte Erfolg aus,… Weiterlesen »Der dysfunktionale Perfektionismus

                        Die evolutionäre Entwicklung des prosozialen Verhaltens im Kindesalter

                          Die Frage, ob der Mensch von Natur aus altruistisch und hilfsbereit geboren wird oder ob soziale Verhaltensweisen erst mühsam erlernt werden müssen, beschäftigt die Entwicklungspsychologie seit Generationen. Die vorliegenden Forschungsarbeiten zeigen einhellig, dass die Wurzeln des sozialen Miteinanders überraschend tief verankert sind und bereits in den ersten Lebensmonaten aktiv zutage treten. So konnte in experimentellen Untersuchungen nachgewiesen werden, dass bereits 14 Monate alte Kleinkinder eine deutliche Tendenz zeigen, anderen Menschen uneigennützig zu helfen, indem sie beispielsweise nach… Weiterlesen »Die evolutionäre Entwicklung des prosozialen Verhaltens im Kindesalter