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Die neuronale Architektur des menschlichen Gehirns wandelt sich viermal im Leben grundlegend

    Eine groß angelegte Analyse von über 3.800 Gehirnscans von Mousley et al. (2025) zeigte, dass das menschliche Gehirn im Verlauf des Lebens vier markante strukturelle Wendepunkte durchläuft, die jeweils den Übergang in eine neue funktionelle Epoche markieren. Diese Umbrüche treten etwa mit neun, 32, 66 und 83 Jahren auf und prägen die kognitiven Fähigkeiten ebenso wie die Anfälligkeit für psychische oder neurologische Störungen. Die erste Epoche umfasst die Jahre von der Geburt bis etwa zum neunten Lebensjahr.… Weiterlesen »Die neuronale Architektur des menschlichen Gehirns wandelt sich viermal im Leben grundlegend

    Das menschliche Denken steht unter Energiegrenzen

      Aktuelle Untersuchungen stellen die energetische Grundlage des Denkens in den Mittelpunkt der Kognitionsforschung, denn Haueis & Colaço (2025) konnten zeigen, dass gängige Modelle geistiger Prozesse – von Wahrnehmung über Gedächtnis bis hin zu Aufmerksamkeit – die energetischen Rahmenbedingungen des Gehirns bislang kaum berücksichtigen. Obwohl das Gehirn lediglich einen kleinen Teil der Körpermasse ausmacht, beansprucht es einen erheblichen Anteil des gesamten Energieverbrauchs und arbeitet dabei immer noch effizienter als moderne Computersysteme. Diese Tatsache wird in vielen theoretischen Modellen… Weiterlesen »Das menschliche Denken steht unter Energiegrenzen

      Was versteht man unter Neophobie?

        Neophobie bezeichnet in der Psychologie die ausgeprägte und anhaltende Furcht oder Abneigung gegenüber Neuem, Unbekanntem oder Veränderung. Der Begriff wird sowohl in der Entwicklungspsychologie als auch in der Persönlichkeits- und Klinischen Psychologie verwendet und beschreibt ein Verhalten, bei dem Individuen neue Reize, Situationen, Objekte oder soziale Kontexte vermeiden, weil sie diese als potenziell bedrohlich oder überfordernd einschätzen. Neophobie tritt häufig in Bereichen auf, in denen Unsicherheit strukturell gegeben ist, etwa bei neuen Lebensmitteln, unbekannten sozialen Gruppen oder… Weiterlesen »Was versteht man unter Neophobie?

        Küssen in der Evolution: Verhaltensspuren von Menschenaffen bis zum modernen Menschen

          Aktuelle evolutionsbiologische Forschung legt nahe, dass das Küssen als Form des nicht-aggressiven Mundkontakts eine weit ältere Geschichte besitzt, als bislang angenommen. Ein Team der Universität Oxford entwickelte ein statistisches Modell, das verschiedene Datenstränge vereint: mikrobielle Analysen fossiler Funde, genetische Befunde sowie Verhaltensbeobachtungen lebender Primaten. Auf dieser Grundlage zeigt sich, dass bereits die frühen Vorfahren heutiger Menschenaffen – und damit auch die Vorfahren des Menschen – vor rund 20 Millionen Jahren Formen des Küssens praktizierten (Brindle, Talbot &… Weiterlesen »Küssen in der Evolution: Verhaltensspuren von Menschenaffen bis zum modernen Menschen

          Der plötzliche Übergang beim Einschlafen

            Schlaf gehört zu den elementarsten biologischen Prozessen und ist dennoch von einer Aura des Geheimnisvollen umgeben. Wie genau das Gehirn den Übergang vom Wachzustand in den Schlaf organisiert, galt lange als ein gleitender, gradueller Vorgang. Neue Forschungsergebnisse zeichnen jedoch ein anderes, deutlich präziseres Bild. Li et al. /2025) konnten zeigen, dass das Einschlafen kein sanftes Hinübergleiten ist, sondern ein abruptes Umschalten – ein zweistufiger Prozess, der sich in den elektroenzephalographischen Signaturen des Gehirns klar abbildet. Das Bild… Weiterlesen »Der plötzliche Übergang beim Einschlafen

            Wenn Scham zur Last wird – und wie man innere Sicherheit zurückgewinnt

              Scham gehört zu den grundlegenden Emotionen, die anzeigen, dass Menschen soziale Wesen sind. Sie entsteht, wenn wir glauben, gegen Erwartungen oder Normen zu verstoßen, und macht unsere Verletzlichkeit sichtbar. Psychologisch erfüllt sie eine wichtige Schutzfunktion: Sie hält uns davon ab, Grenzen anderer zu überschreiten, stärkt das Gemeinschaftsgefühl und signalisiert, dass uns unser eigenes Verhalten nicht gleichgültig ist. Doch dieselbe Emotion, die Orientierung gibt, kann übersteigert zur Belastung werden. Alltägliche Peinlichkeiten – ein verrutschter Reißverschluss, ein unbedachter Kommentar,… Weiterlesen »Wenn Scham zur Last wird – und wie man innere Sicherheit zurückgewinnt

              Wie neuronale Schleifen Gewohnheiten formen

                Gewohnheiten erscheinen oft wie kleine Automatismen, die sich unmerklich in den Alltag schleichen – man bindet Schuhe, öffnet Türen oder checkt das Handy, ohne darüber nachzudenken. Doch hinter dieser Mühelosigkeit steckt ein raffiniertes Prinzip des Gehirns: Es nimmt Abkürzungen. Eine internationale Forschergruppe beschreibt, wie das menschliche Verhalten nicht durch zwei strikt getrennte Systeme – ein bewusstes, langsames und ein unbewusstes, schnelles – gesteuert wird, sondern durch ein flexibles Zusammenspiel verschachtelter neuronaler Schleifen (Hamker et al., 2025). Diese… Weiterlesen »Wie neuronale Schleifen Gewohnheiten formen

                Synchronizität

                  Der Begriff Synchronizität bezeichnet in der Psychologie das Auftreten zweier oder mehrerer Ereignisse, die zwar nicht in einem kausalen Zusammenhang stehen, jedoch aufgrund ihres sinnhaften Zusammentreffens als bedeutsam erlebt werden. Das Konzept wurde maßgeblich von dem Schweizer Psychiater Carl Gustav Jung (1875–1961) geprägt, der den Begriff in den 1930er Jahren entwickelte und 1952 gemeinsam mit dem Physiker Wolfgang Pauli theoretisch ausarbeitete. Nach Jung beschreibt Synchronizität „die zeitliche Koinzidenz zweier oder mehrerer kausal nicht miteinander verknüpfter Ereignisse, die… Weiterlesen »Synchronizität

                  Bewältigung von Prüfungsangst

                    Der Artikel befasst sich mit einer Studie über den Stellenwert der Vertrauenstrias Selbstvertrauen, Vertrauen in andere und Zukunftsvertrauen bei der Bewältigung von Prüfungsängstlichkeit. Die Ergebnisse zeigen, dass Selbst- und Zukunftsvertrauen die wichtigsten Ressourcen im Umgang mit Prüfungsängstlichkeit sind.

                    Pausen erleichtern das Üben, beschleunigen es aber nicht

                      Lange Zeit galt in der Lernforschung die Annahme, dass kurze Pausen während des Übens motorischer Fertigkeiten dem Gehirn ermöglichen, Bewegungsabfolgen im Hintergrund weiter zu verarbeiten und so das Lernen zu fördern. Das et al. (2025) ließen in fünf kontrollierten Experimenten Probanden bestimmte Sequenzen von Fingerbewegungen einüben, teils mit und teils ohne kurze Pausen. Zunächst zeigte sich, dass die Gruppe mit Pausen während des Trainings etwas besser abschnitt, d. h., sie führte die Bewegungen nach jeder Unterbrechung präziser… Weiterlesen »Pausen erleichtern das Üben, beschleunigen es aber nicht

                      Wie Schlafmangel die Konzentration beeinflusst

                        Schlafmangel beeinträchtigt nicht nur die Aufmerksamkeit, sondern führt auch zu tiefgreifenden physiologischen Veränderungen im Gehirn, wie Yang et al. (2025) jüngst in einer Studie gezeigt haben. Mithilfe einer Kombination aus schneller funktioneller Magnetresonanztomographie (fMRT) und Elektroenzephalografie (EEG) beobachteten sie 26 Probandinnen und Probanden, die einfache visuelle und akustische Aufgaben lösen sollten. Dabei zeigte sich, dass Schlafmangel zu deutlich schlechteren Leistungen führte, denn Teilnehmende reagierten langsamer oder verpassten einzelne Aufgaben vollständig. Die Bildgebungsdaten offenbarten dabei einen bemerkenswerten Zusammenhang… Weiterlesen »Wie Schlafmangel die Konzentration beeinflusst

                        Dopamin beeinflusst die Bewertung zukünftiger Belohnungen

                          Eine Studie von Smith et al. (2025) lieferte jüngst  neue Erkenntnisse darüber, wie das dopaminerge System menschliche Entscheidungsprozesse beeinflusst, insbesondere die Fähigkeit, auf spätere Belohnungen zu warten. Im Zentrum der Untersuchung stand der Einfluss von L-DOPA, einer Vorstufe des Neurotransmitters Dopamin, auf die sogenannte zeitliche Diskontierung (temporal discounting), also die Tendenz, kleinere sofortige Belohnungen größeren, aber verzögerten vorzuziehen. Frühere Studien hatten widersprüchliche Ergebnisse geliefert, denn während einige auf eine gesteigerte Impulsivität durch dopaminerge Stimulation hindeuteten, berichteten andere… Weiterlesen »Dopamin beeinflusst die Bewertung zukünftiger Belohnungen