Zum Inhalt springen

Psychologie des Wohlbefindens – Pursuit of Happiness

    Die Menschen kommen durch nichts den Göttern näher, als wenn sie Menschen glücklich machen. Cicero Man will nicht nur glücklich sein, sondern glücklicher als die anderen. Und das ist deshalb so schwer, weil wir die anderen für glücklicher halten, als sie sind. Charles-Louis de Montesquieu Das Glück hat die Vorstellungswelten der Menschen tiefgreifend beeinflusst und ist heute im Alltag präsent bis über die Grenze des Erträglichen hinaus. Glück ist zu einem grundlegenden Bestandteil dessen geworden, wie Menschen… Weiterlesen »Psychologie des Wohlbefindens – Pursuit of Happiness

    Der Takt der Relevanz: Neuronale Synchronisation als Filter des Bewusstseins

      Um in einer komplexen Umwelt handlungsfähig zu bleiben, muss das menschliche Gehirn die riesige Menge einströmender Sinnesdaten fortwährend sortieren und nur die Informationen ins Bewusstsein lassen, die für die aktuelle Situation von Bedeutung sind. Forschende der Universität Bremen, insbesondere am Zentrum für Kognitionswissenschaften unter der Leitung von Prof. Dr. Andreas Kreiter, haben entschlüsselt, dass dieser Filterprozess auf einer hochpräzisen zeitlichen Abstimmung der neuronalen Kommunikation basiert. Entgegen der früheren Annahme, dass wichtige Reize lediglich durch eine höhere Signalstärke… Weiterlesen »Der Takt der Relevanz: Neuronale Synchronisation als Filter des Bewusstseins

      Wenn Maschinen menschlich werden

        Es beginnt harmlos, fast zärtlich. Mit einem aufmunternden Satz an das alte Auto, das sich ächzend die Rampe der Tiefgarage hinaufquält. Mit einem kurzen Dank an das Navigationssystem oder einem unbewussten Ärger über den Laptop, der heute „nicht will“. Was wir dabei tun, ist so alt wie der Mensch selbst: Wir verleihen Dingen ein Innenleben. Wir sprechen ihnen Absichten, Gefühle und eine Art Charakter zu, betreiben also Anthropomorphismus. Mit der künstlichen Intelligenz erreicht diese Neigung jedoch eine… Weiterlesen »Wenn Maschinen menschlich werden

        Was versteht man unter infantiler Amnesie?

          Unsere früheren Lebensjahre erscheinen wie aus dem Gedächtnis gelöscht. Aber woher kommt diese Erinnerungslücke – und wie entstehen bleibende Kindheitserinnerungen? Dass wir uns kaum an unsere ersten Lebensjahre erinnern können, ist ein faszinierendes psychologisches Phänomen, das in der Wissenschaft als infantile Amnesie bezeichnet wird. Diese Gedächtnislücke rührt nicht etwa daher, dass Kleinkinder unfähig sind zu lernen oder Informationen zu speichern – im Gegenteil, das Gehirn ist in dieser Phase extrem aufnahmefähig –, sondern liegt vielmehr in der… Weiterlesen »Was versteht man unter infantiler Amnesie?

          Geteilte Realität: Liebe kann Erinnerungen synchronisieren

            In der Psychologie ist bekannt, dass das menschliche Gedächtnis kein starres Archiv, sondern ein hochdynamisches, rekonstruktives System ist. Eine Studie von Zhang et al. (2024)hat dieses Verständnis nun um eine faszinierende soziale Komponente erweitert, denn es zeigt sich, dass romantische Partner ihre Gedächtnisprozesse auf neuronaler Ebene synchronisieren. Dieses Phänomen führt zu einer Art gemeinsamen Vergessens, das eine kohärente gemeinsame Sicht auf die Welt fördert, jedoch auf Kosten individueller Detailgenauigkeit geht. Im Zentrum der Untersuchung stand das „socially… Weiterlesen »Geteilte Realität: Liebe kann Erinnerungen synchronisieren

            Hängt der Blutfluss im Gehirn tatsächlich mit neuronaler Aktivität zusammen?

              Die funktionelle Magnetresonanztomographie (fMRT) galt über fast drei Jahrzehnte als Goldstandard der Hirnforschung, basierend auf der zentralen Annahme, dass ein erhöhter Blutfluss in bestimmten Gehirnarealen direkt mit einer gesteigerten neuronalen Aktivität gleichzusetzen ist. Eine aktuelle Studie von Epp et al. (2025) stellt dieses fundamentale Dogma der Neurowissenschaften nun grundlegend infrage, indem sie nachweist, dass das herkömmliche BOLD-Signal (blood-oxygenation-level-dependent) den tatsächlichen Energie- und Sauerstoffverbrauch des Gehirns oft unzureichend oder sogar widersprüchlich widerspiegelt. Durch den Einsatz neuartiger, quantitativer MRT-Verfahren… Weiterlesen »Hängt der Blutfluss im Gehirn tatsächlich mit neuronaler Aktivität zusammen?

              Die Rolle der Mitochondrien für Organisation und Leistungsfähigkeit des Gehirns

                Das Gehirn ist eines der energieintensivsten Organe des Körpers und seine Funktionsfähigkeit beruht nicht nur auf der Verschaltung von Nervenzellen, sondern ebenso auf den inneren Strukturen dieser Zellen. Eine zentrale Rolle spielen dabei die Mitochondrien, die als Energieproduzenten bekannt sind, jedoch weit darüber hinausgehende Aufgaben übernehmen. Sie beeinflussen die Signalübertragung zwischen Nervenzellen, regulieren zelluläre Stoffwechselprozesse und sind an grundlegenden Entscheidungen über Anpassung, Aktivität und Überleben von Zellen beteiligt. Ihre Organisation innerhalb der Nervenzellen ist daher eng mit… Weiterlesen »Die Rolle der Mitochondrien für Organisation und Leistungsfähigkeit des Gehirns

                Flexible Umverteilung in kognitiven Netzwerken: Wie das Gehirn auf Störungen reagiert

                  Hartwigsen (2018) betrachtet kognitive Funktionen des menschlichen Gehirns als das Ergebnis großräumiger neuronaler Netzwerke und lenkt den Fokus auf deren Fähigkeit, auf fokale Störungen flexibel zu reagieren. Während frühere Arbeiten vor allem die Netzwerkorganisation betonten, blieb bislang unklar, wie diese Netzwerke Ausfälle einzelner Regionen kompensieren können. Hartwigsen schlägt hierfür eine neue Perspektive vor, nach der kognitive Netzwerke ihre interne Aufgabenverteilung dynamisch anpassen. Er argumentiert, dass die relative funktionale Gewichtung einzelner Hirnareale innerhalb eines Netzwerks rasch verändert werden… Weiterlesen »Flexible Umverteilung in kognitiven Netzwerken: Wie das Gehirn auf Störungen reagiert

                  Das Attributfrequenz-Modell bei der Wahrnehmung sozialer Unterschiede

                    Ein Projekt von Hans Alves (Fakultät für Psychologie der Ruhr-Universität ) widmet sich einer grundlegenden Frage der Sozialpsychologie: Warum weichen unsere Vorstellungen über soziale Gruppen – wie Männer und Frauen, Zugewanderte und Einheimische oder ethnische Minderheiten – oft deutlich von den statistischen Realitäten ab? Und weshalb erscheinen soziale Ungleichheiten in der öffentlichen Diskussion manchmal dramatischer, als es die Daten nahelegen, während sie in anderen Fällen verharmlost werden? Im Zentrum steht ein neues Modell der sozialen Wahrnehmung, das… Weiterlesen »Das Attributfrequenz-Modell bei der Wahrnehmung sozialer Unterschiede

                    Der neuronale Kipp-Punkt des Einschlafens

                      Eine Untersuchung von Li et al. (2025) zeigte, dass das Einschlafen kein schleichender, sondern ein abrupt einsetzender Prozess ist, der von einem klar identifizierbaren Kipp-Punkt im Gehirn markiert wird. Während Schlaf traditionell als langsames Abdriften vom Wachzustand verstanden wurde, konnte man in einer umfangreichen Analyse von über 1000 nächtlichen EEG-Aufzeichnungen nachweisen, dass der Übergang einem bifurkationsähnlichen Muster folgt: Kurz vor dem Einschlafen verlangsamt sich die neuronale Dynamik zunehmend, bis sie plötzlich in einen stabilen Schlafzustand umschlägt. Dieser… Weiterlesen »Der neuronale Kipp-Punkt des Einschlafens

                      Die Anfälligkeit viszeraler Schmerzen für Nocebo-Effekte und die Bedeutung kommunikativer Sensibilität

                        Viszerale Schmerzen – also Schmerzen, die aus dem Bauchraum stammen – gelten seit Langem als schwer fassbar, emotional aufgeladen und klinisch herausfordernd. Ihre diffuse, schlecht lokalisierbare Natur macht sie besonders empfänglich für ungünstige Erwartungseinflüsse. Eine aktuelle, experimentell angelegte Forschungsarbeit zeigte nun, dass Schmerzen aus dem Körperinneren eine besondere biologische und psychologische Empfindlichkeit für Nocebo-Effekte besitzen. Damit sind negative Erwartungen gemeint, die das Schmerzempfinden verstärken, ohne dass sich der physiologische Reiz selbst verändert. Die Studie von Aulenkamp et… Weiterlesen »Die Anfälligkeit viszeraler Schmerzen für Nocebo-Effekte und die Bedeutung kommunikativer Sensibilität

                        Sprachen funktionieren weltweit ähnlicher als gedacht

                          Obwohl die Menschheit rund 7000 Sprachen spricht, die sich in Klang, Rhythmus und Wortschatz stark unterscheiden, zeigt sich auf der grammatischen Ebene eine überraschende Nähe. Eine neue groß angelegte Analyse, die auf der Grambank-Datenbank mit Informationen zu mehr als 2.400 Sprachen basiert, weist darauf hin, dass viele dieser Sprachen grundlegenden strukturellen Prinzipien folgen. Verkerk et al. (2025) verglichen 191 mögliche grammatikalische Universalien, also Merkmale, die theoretisch in allen Sprachen vorkommen sollten, mit hochkomplexen statistischen Methoden. Dabei stand… Weiterlesen »Sprachen funktionieren weltweit ähnlicher als gedacht