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Was versteht man unter Neophobie?

    Neophobie bezeichnet in der Psychologie die ausgeprägte und anhaltende Furcht oder Abneigung gegenüber Neuem, Unbekanntem oder Veränderung. Der Begriff wird sowohl in der Entwicklungspsychologie als auch in der Persönlichkeits- und Klinischen Psychologie verwendet und beschreibt ein Verhalten, bei dem Individuen neue Reize, Situationen, Objekte oder soziale Kontexte vermeiden, weil sie diese als potenziell bedrohlich oder überfordernd einschätzen. Neophobie tritt häufig in Bereichen auf, in denen Unsicherheit strukturell gegeben ist, etwa bei neuen Lebensmitteln, unbekannten sozialen Gruppen oder… Weiterlesen »Was versteht man unter Neophobie?

    Küssen in der Evolution: Verhaltensspuren von Menschenaffen bis zum modernen Menschen

      Aktuelle evolutionsbiologische Forschung legt nahe, dass das Küssen als Form des nicht-aggressiven Mundkontakts eine weit ältere Geschichte besitzt, als bislang angenommen. Ein Team der Universität Oxford entwickelte ein statistisches Modell, das verschiedene Datenstränge vereint: mikrobielle Analysen fossiler Funde, genetische Befunde sowie Verhaltensbeobachtungen lebender Primaten. Auf dieser Grundlage zeigt sich, dass bereits die frühen Vorfahren heutiger Menschenaffen – und damit auch die Vorfahren des Menschen – vor rund 20 Millionen Jahren Formen des Küssens praktizierten (Brindle, Talbot &… Weiterlesen »Küssen in der Evolution: Verhaltensspuren von Menschenaffen bis zum modernen Menschen

      Der plötzliche Übergang beim Einschlafen

        Schlaf gehört zu den elementarsten biologischen Prozessen und ist dennoch von einer Aura des Geheimnisvollen umgeben. Wie genau das Gehirn den Übergang vom Wachzustand in den Schlaf organisiert, galt lange als ein gleitender, gradueller Vorgang. Neue Forschungsergebnisse zeichnen jedoch ein anderes, deutlich präziseres Bild. Li et al. /2025) konnten zeigen, dass das Einschlafen kein sanftes Hinübergleiten ist, sondern ein abruptes Umschalten – ein zweistufiger Prozess, der sich in den elektroenzephalographischen Signaturen des Gehirns klar abbildet. Das Bild… Weiterlesen »Der plötzliche Übergang beim Einschlafen

        Wenn Scham zur Last wird – und wie man innere Sicherheit zurückgewinnt

          Scham gehört zu den grundlegenden Emotionen, die anzeigen, dass Menschen soziale Wesen sind. Sie entsteht, wenn wir glauben, gegen Erwartungen oder Normen zu verstoßen, und macht unsere Verletzlichkeit sichtbar. Psychologisch erfüllt sie eine wichtige Schutzfunktion: Sie hält uns davon ab, Grenzen anderer zu überschreiten, stärkt das Gemeinschaftsgefühl und signalisiert, dass uns unser eigenes Verhalten nicht gleichgültig ist. Doch dieselbe Emotion, die Orientierung gibt, kann übersteigert zur Belastung werden. Alltägliche Peinlichkeiten – ein verrutschter Reißverschluss, ein unbedachter Kommentar,… Weiterlesen »Wenn Scham zur Last wird – und wie man innere Sicherheit zurückgewinnt

          Wie neuronale Schleifen Gewohnheiten formen

            Gewohnheiten erscheinen oft wie kleine Automatismen, die sich unmerklich in den Alltag schleichen – man bindet Schuhe, öffnet Türen oder checkt das Handy, ohne darüber nachzudenken. Doch hinter dieser Mühelosigkeit steckt ein raffiniertes Prinzip des Gehirns: Es nimmt Abkürzungen. Eine internationale Forschergruppe beschreibt, wie das menschliche Verhalten nicht durch zwei strikt getrennte Systeme – ein bewusstes, langsames und ein unbewusstes, schnelles – gesteuert wird, sondern durch ein flexibles Zusammenspiel verschachtelter neuronaler Schleifen (Hamker et al., 2025). Diese… Weiterlesen »Wie neuronale Schleifen Gewohnheiten formen

            Synchronizität

              Der Begriff Synchronizität bezeichnet in der Psychologie das Auftreten zweier oder mehrerer Ereignisse, die zwar nicht in einem kausalen Zusammenhang stehen, jedoch aufgrund ihres sinnhaften Zusammentreffens als bedeutsam erlebt werden. Das Konzept wurde maßgeblich von dem Schweizer Psychiater Carl Gustav Jung (1875–1961) geprägt, der den Begriff in den 1930er Jahren entwickelte und 1952 gemeinsam mit dem Physiker Wolfgang Pauli theoretisch ausarbeitete. Nach Jung beschreibt Synchronizität „die zeitliche Koinzidenz zweier oder mehrerer kausal nicht miteinander verknüpfter Ereignisse, die… Weiterlesen »Synchronizität

              Bewältigung von Prüfungsangst

                Der Artikel befasst sich mit einer Studie über den Stellenwert der Vertrauenstrias Selbstvertrauen, Vertrauen in andere und Zukunftsvertrauen bei der Bewältigung von Prüfungsängstlichkeit. Die Ergebnisse zeigen, dass Selbst- und Zukunftsvertrauen die wichtigsten Ressourcen im Umgang mit Prüfungsängstlichkeit sind.

                Pausen erleichtern das Üben, beschleunigen es aber nicht

                  Lange Zeit galt in der Lernforschung die Annahme, dass kurze Pausen während des Übens motorischer Fertigkeiten dem Gehirn ermöglichen, Bewegungsabfolgen im Hintergrund weiter zu verarbeiten und so das Lernen zu fördern. Das et al. (2025) ließen in fünf kontrollierten Experimenten Probanden bestimmte Sequenzen von Fingerbewegungen einüben, teils mit und teils ohne kurze Pausen. Zunächst zeigte sich, dass die Gruppe mit Pausen während des Trainings etwas besser abschnitt, d. h., sie führte die Bewegungen nach jeder Unterbrechung präziser… Weiterlesen »Pausen erleichtern das Üben, beschleunigen es aber nicht

                  Wie Schlafmangel die Konzentration beeinflusst

                    Schlafmangel beeinträchtigt nicht nur die Aufmerksamkeit, sondern führt auch zu tiefgreifenden physiologischen Veränderungen im Gehirn, wie Yang et al. (2025) jüngst in einer Studie gezeigt haben. Mithilfe einer Kombination aus schneller funktioneller Magnetresonanztomographie (fMRT) und Elektroenzephalografie (EEG) beobachteten sie 26 Probandinnen und Probanden, die einfache visuelle und akustische Aufgaben lösen sollten. Dabei zeigte sich, dass Schlafmangel zu deutlich schlechteren Leistungen führte, denn Teilnehmende reagierten langsamer oder verpassten einzelne Aufgaben vollständig. Die Bildgebungsdaten offenbarten dabei einen bemerkenswerten Zusammenhang… Weiterlesen »Wie Schlafmangel die Konzentration beeinflusst

                    Dopamin beeinflusst die Bewertung zukünftiger Belohnungen

                      Eine Studie von Smith et al. (2025) lieferte jüngst  neue Erkenntnisse darüber, wie das dopaminerge System menschliche Entscheidungsprozesse beeinflusst, insbesondere die Fähigkeit, auf spätere Belohnungen zu warten. Im Zentrum der Untersuchung stand der Einfluss von L-DOPA, einer Vorstufe des Neurotransmitters Dopamin, auf die sogenannte zeitliche Diskontierung (temporal discounting), also die Tendenz, kleinere sofortige Belohnungen größeren, aber verzögerten vorzuziehen. Frühere Studien hatten widersprüchliche Ergebnisse geliefert, denn während einige auf eine gesteigerte Impulsivität durch dopaminerge Stimulation hindeuteten, berichteten andere… Weiterlesen »Dopamin beeinflusst die Bewertung zukünftiger Belohnungen

                      Verschaltete Hirnkreise formen menschliches Verhalten

                        Warum greifen Menschen morgens automatisch zur Kaffeetasse, ohne über jeden einzelnen Handgriff nachzudenken? Diese  Beobachtung führt zu einer grundlegenden Frage der Neurowissenschaften: Wie steuert das Gehirn das menschliche Verhalten durch bewusste Entscheidungen oder durch eingeübte Routinen? Traditionell wird angenommen, dass zwei voneinander getrennte Systeme diese Prozesse lenken: ein schnelles, intuitives System für automatische Handlungen und ein langsames, reflektiertes System für bewusstes Handeln. Dieses Modell, das unter anderem durch Daniel Kahnemans Konzept des „schnellen“ und „langsamen“ Denkens bekannt… Weiterlesen »Verschaltete Hirnkreise formen menschliches Verhalten

                        Unbedingt Normalzeit als Standardzeit einführen, d. h., die aktuelle Winterzeit

                        Mitten im tiefsten Winter wurde mir endlich bewusst, dass in mir ein unbesiegbarer Sommer wohnt. Albert Camus Die Mehrheit der Europäer befürwortet zwar die Abschaffung der Zeitumstellung und bevorzugt dabei die Sommerzeit, doch die Winterzeit entspricht eher der inneren Uhr des Menschen. Die Sommerzeit ist kein natürliches Ereignis, sondern ein politischer Beschluss, der die innere Uhr immer wieder aus dem Takt bringt. Dabei entspricht die Winterzeit, also die natürliche Zeit, dem menschlichen Biorhythmus, der den Schlaf, den… Weiterlesen »Unbedingt Normalzeit als Standardzeit einführen, d. h., die aktuelle Winterzeit