Zum Inhalt springen

Verzeihen fördert die Gesundheit

    Lieben uns die Frauen, so verzeihen sie uns alles, selbst unsere Vergehen; lieben sie uns nicht, so verzeihen sie uns nichts, selbst unsere Tugenden nicht. Honoré de Balzac Wir vergeben zu wenig und vergessen zuviel. Sophie-Jeanne Soymonof Swetchine Das Leben wird leichter, wenn wir nicht jeden Stein, der uns in den Weg gelegt wird, in den Rucksack packen. Stefan Werner Huber Frederic Luskin hat 259 Menschen, die zuvor in ihrem Umfeld gekränkt und beleidigt worden waren, darin… Weiterlesen »Verzeihen fördert die Gesundheit

    Zwischen Nähe und Distanz – Wie tägliche Schwankungen die Beziehungszufriedenheit formen

      Romantische Beziehungen gelten als zentrale Quelle emotionaler Stabilität und Lebenszufriedenheit, dennoch zeigen aktuelle Zahlen aus westlichen Gesellschaften eine hohe Trennungsrate, was das Interesse an Faktoren, die Beziehungszufriedenheit beeinflussen, zunehmend in den Fokus der psychologischen Forschung rückt. Während frühere Studien vor allem langfristige Entwicklungen über Monate oder Jahre hinweg untersuchten, widmet sich eine neue Untersuchung von Scheling et al. (2025) dem kurzfristigen Erleben von Zufriedenheit in Paarbeziehungen, wobei sich zeigte, dass Beziehungszufriedenheit nicht konstant ist, sondern innerhalb weniger… Weiterlesen »Zwischen Nähe und Distanz – Wie tägliche Schwankungen die Beziehungszufriedenheit formen

      Wie das Gehirn Relevanz lernt

        Die Fähigkeit des menschlichen Gehirns, aus der Vielzahl sensorischer Eindrücke jene auszuwählen, die für das Überleben, Lernen und Handeln entscheidend sind, stellt eine grundlegende Voraussetzung für die Bildung von Erinnerungen dar. Eine Studie von Liao et al. (2024) am Mausmodell lieferte neue Einsichten in die neuronalen Mechanismen, die es dem Gehirn ermöglichen, während der Gedächtniskonsolidierung irrelevante Informationen zu filtern und bedeutungsvolle Muster zu bewahren. Im Zentrum dieser Forschung stand die hemmende Plastizität – eine lernabhängige Veränderung hemmender… Weiterlesen »Wie das Gehirn Relevanz lernt

        Ein zweites dopaminerg gesteuertes Lernsystem im Gehirn

          In einer Studie haben Neto et al. (2023) am Mausmodell ein dopaminabhängiges Lernsystem (Action Prediction Error) im Gehirn identifiziert, das tiefgreifende Auswirkungen auf unser Verständnis von Gewohnheitsbildung, Zwangsverhalten und Sucht haben könnte. In Verhaltensexperimenten mit Mäusen kombinierten die Wissenschaftler neuronale Bildgebung mit gezielter Inaktivierung bestimmter Hirnregionen. Die Mäuse lernten dabei, auf bestimmte Töne durch Bewegungen zu reagieren. Wurde das hintere Striatum deaktiviert, waren die Tiere nicht mehr in der Lage, die gelernte Handlung in der späten Lernphase… Weiterlesen »Ein zweites dopaminerg gesteuertes Lernsystem im Gehirn

          Neue Einsichten in neuronale Zeitstrukturen und deren Bedeutung für Entscheidungsprozesse

            Im menschlichen Gehirn nimmt die ventrale tegmentale Area (VTA) eine Schlüsselrolle bei der Verarbeitung von Belohnungen und der Steuerung von Motivation ein. Diese kleine, aber bedeutsame Hirnregion ist bekannt dafür, bei Erwartung angenehmer Ereignisse Dopamin auszuschütten, was das Belohnungserleben moduliert. Traditionell wurde angenommen, dass die VTA hauptsächlich dafür zuständig ist, das Eintreffen von Belohnungen zu signalisieren. Neuere Forschungsergebnisse aus internationalen Kooperationen zwischen Genf, Harvard und McGill erweitern jedoch dieses Verständnis erheblich. Sie belegen, dass die VTA nicht… Weiterlesen »Neue Einsichten in neuronale Zeitstrukturen und deren Bedeutung für Entscheidungsprozesse

            Wie sich das Gehirn an die richtige Reihenfolge erinnert

              Was passiert in unserem Gehirn, wenn wir uns an etwas erinnern – zum Beispiel daran, in welcher Reihenfolge uns Bilder gezeigt wurden? Lange Zeit ging man in der Hirnforschung davon aus, dass die Nervenzellen diese Reihenfolge einfach „nachspielen“: Wenn man vier Bilder nacheinander sieht, sollten die Neuronen auch nacheinander feuern – quasi wie eine kleine Parade der Erinnerung. Doch genau das hat ein Team von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus Bonn und Tübingen jetzt infrage gestellt. Man nutzte… Weiterlesen »Wie sich das Gehirn an die richtige Reihenfolge erinnert

              Wie Bewegungsmangel und genetische Faktoren das Demenzrisiko beeinflussen

                Zwei wissenschaftliche Arbeiten beleuchten das Risiko von Alzheimer-Demenz aus unterschiedlichen Blickwinkeln: einerseits über die alltägliche Lebensweise, andererseits durch genetische Prädispositionen. Bewegungsmangel als Risikofaktor für Demenz Demenz ist eine komplexe neurodegenerative Erkrankung, deren Entwicklung durch zahlreiche Faktoren beeinflusst wird. Neben bereits bekannten Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Adipositas, ungesunder Ernährung und sozialer Isolation zeigt eine aktuelle US-amerikanische Studie, dass auch langes Sitzen im Alltag eine bedeutsame Rolle spielen kann – selbst regelmäßiger Sport scheint diesen Effekt nicht vollständig ausgleichen zu… Weiterlesen »Wie Bewegungsmangel und genetische Faktoren das Demenzrisiko beeinflussen

                Geschlechtsunterschiede bei Mäusen in ihrem Verhalten

                  Eine neue Studie von Muir et al. (2024) zeigte, dass männliche und weibliche Mäuse unterschiedliche neuronale Pfade zur Unterscheidung zwischen Bedrohung und Sicherheit nutzen – auch wenn ihr beobachtbares Verhalten ähnlich erscheint. Diese Erkenntnis wirft grundlegende Fragen über bestehende Paradigmen in der neurowissenschaftlichen Forschung auf, insbesondere über die gängige Praxis, überwiegend männliche Tiere als Standardmodelle zu verwenden. In der Untersuchung trainierte man 17 Mäuse darauf, zwischen einem Hinweisreiz, der einen leichten Fußschock ankündigte (CS+), und einem neutralen… Weiterlesen »Geschlechtsunterschiede bei Mäusen in ihrem Verhalten

                  Tipps zur Kommunikation mit an Demenz Erkrankten

                    Demenzkrankheiten wie Alzheimer beeinträchtigen nicht nur das Gedächtnis, sondern auch die Kommunikationsfähigkeit. Im Verlauf der Erkrankung verlieren Betroffene zunehmend die Fähigkeit, sich sprachlich mitzuteilen. Dies erschwert Gespräche und kann zu Isolation führen, sowohl für Erkrankte als auch für Angehörige. Die Alzheimer Forschung Initiative betont, dass Veränderungen im Gehirn – insbesondere in sprachrelevanten Arealen – Wortfindungsstörungen, Verständnisprobleme, Satzabbrüche und einen Rückzug in eine eigene Realität verursachen. Ein Perspektivwechsel ist nötig, um in Kontakt zu bleiben. Die sogenannte Validation… Weiterlesen »Tipps zur Kommunikation mit an Demenz Erkrankten

                    Amok und Selbstmordattentäter

                    Menschen sind nicht prinzipiell ausgerichtet auf eine direkte gewalttätige Konfrontation sondern sie neigen dazu, sich zu arrangieren, was vermutlich fester Bestandteil unserer emotionalen Intelligenz ist. Darum ist es so schwer, in einer gewaltsamen Konfliktsituation zu handeln, wenn die andere Person einem direkt gegenüber steht. Damit Gewalt ausgeübt werden kann, müssen vom Einzelnen Barrieren überwunden werden. Es gibt im Wesentlichen drei Möglichkeiten. Die erste besteht darin, Gewalt aus der Ferne auszuüben (Bomben, Artillerie), um die direkte Gegenüberstellung mit… Weiterlesen »Amok und Selbstmordattentäter

                    Wie das Gehirn neuronale Verluste kompensiert

                      Das menschliche Gehirn ist trotz seiner eingeschränkten Fähigkeit zur Regeneration in der Lage, Funktionsverluste, wie sie durch altersbedingtes Absterben von Nervenzellen oder neurodegenerative Erkrankungen verursacht werden, überraschend gut zu kompensieren. Besonders im Cortex, dem für höhere Denkfunktionen und Wahrnehmung zuständigen Teil der Großhirnrinde, ist die Bildung neuer Nervenzellen stark eingeschränkt. Dennoch bleibt die Funktion dieser Hirnregionen oft lange erhalten, selbst wenn bereits eine Vielzahl von Neuronen verloren gegangen ist. Eine aktuelle Studie von Noda et al. (2025)… Weiterlesen »Wie das Gehirn neuronale Verluste kompensiert