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Orientierungsstörungen bei subjektivem kognitiven Abbau

    Segen et al. (2025) haben jüngst gezeigt, dass ältere Menschen mit subjektiven kognitiven Beeinträchtigungen (Subjective Cognitive Decline, SCD) subtile Störungen in ihrer räumlichen Orientierung aufweisen können – selbst dann, wenn klassische neuropsychologische Tests noch unauffällig bleiben. Da subjektive kognitive Beeinträchtigungen als Risikofaktor für eine spätere Alzheimer-Demenz gilt, deuten die Ergebnisse auf ein mögliches präklinisches Stadium der Erkrankung hin. Die Untersuchung basierte auf einem Virtual-Reality-Experiment mit 102 Teilnehmenden im Alter von 55 bis 89 Jahren, darunter 30 mit… Weiterlesen »Orientierungsstörungen bei subjektivem kognitiven Abbau

    Was ist assoziatives Lernen?

      Assoziatives Lernen beschreibt einen grundlegenden Prozess, bei dem das menschliche Gehirn Reize, Ereignisse oder Informationen miteinander verknüpft und dadurch wieder abrufbare Verbindungen schafft. Diese Form des Lernens basiert darauf, dass bestimmte Erfahrungen durch Wiederholung so stark verinnerlicht werden, dass sie automatisch und oft unbewusst Verhalten steuern. Ein klassisches Beispiel ist das Experiment von Iwan Pawlow, bei dem Hunde lernten, den Klang einer Glocke mit Futter zu verbinden, sodass allein der Ton Speichelfluss auslöste. Diese klassische Konditionierung gilt… Weiterlesen »Was ist assoziatives Lernen?

      Kriminelles Verhalten bei neurodegenerativen Erkrankungen

        Neurodegenerative Erkrankungen beeinflussen unterschiedliche Bereiche des Gehirns – vom Gedächtnisverlust bei Alzheimer über Verhaltens- und Persönlichkeitsveränderungen bei frontotemporaler Demenz bis hin zu motorischen Einschränkungen bei Parkinson. Mit diesen Veränderungen kann auch das Risiko einhergehen, dass Betroffene soziale und rechtliche Normen verletzen. Besonders in frühen Krankheitsstadien zeigen sich bei manchen Patientinnen und Patienten erstmals im Leben Handlungen wie Verkehrsdelikte, Diebstahl, Belästigung oder aggressives Verhalten. Solche Verhaltensweisen stellen Familien, das soziale Umfeld und nicht zuletzt das Rechtssystem vor große… Weiterlesen »Kriminelles Verhalten bei neurodegenerativen Erkrankungen

        Aufmerksamkeit und die Wahrnehmung von Gesichtern in Objekten

          Die menschliche Neigung, Gesichter in unbelebten Objekten zu erkennen, bekannt als Pareidolie, wurde in einer aktuellen wissenschaftlichen Untersuchung analysiert. Die Studie von Chen et al. (2025)  untersuchte die Mechanismen, durch die sowohl Objekte mit gesichtsähnlichen Strukturen als auch menschliche Gesichter die Aufmerksamkeit des Betrachters steuern. Mithilfe einer Blick-Indizierungsaufgabe (gaze cueing task) mit 54 Teilnehmenden wurde verglichen, wie diese beiden Stimulusarten die visuelle Aufmerksamkeit lenken. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Aufmerksamkeit von Probanden stärker von gesichtsähnlichen… Weiterlesen »Aufmerksamkeit und die Wahrnehmung von Gesichtern in Objekten

          Die Menopause als Chance für Erneuerung des Gehirns

            Viele Frauen erleben die Wechseljahre als eine schwierige Zeit, die von Hitzewallungen, Schlafproblemen, depressiven Verstimmungen und körperlichen Beschwerden wie Gelenksschmerzen begleitet wird. Hinzu kommen nicht selten kognitive Einschränkungen wie Konzentrationsschwächen, Gedächtnislücken oder das Phänomen des „Brain Fog“. Die Neurowissenschaftlerin und Nuklearmedizinerin Lisa Mosconi, eine Expertin für Frauengesundheit, betrachtet diese Lebensphase jedoch nicht ausschließlich als Verlust, sondern als einen biologischen und geistigen Wendepunkt. In ihrem Werk Das Gehirn in der Menopause fordert sie dazu auf, die Menopause nicht… Weiterlesen »Die Menopause als Chance für Erneuerung des Gehirns

            Neue Erkenntnisse zur Plastizität des Gehirns nach einer Amputation

              Lange galt es als gesichert, dass sich das Gehirn nach dem Verlust einer Gliedmaße erheblich umorganisiert und die betroffenen Bereiche im somatosensorischen Cortex von benachbarten Regionen übernommen werden. Diese Annahme, die als Paradebeispiel für die Plastizität des menschlichen Gehirns in Lehrbüchern galt, wurde jüngst in Frage gestellt. Schone et al. (2025) untersuchten in einer über mehrere Jahre angelegten Studie drei Patientinnen und Patienten, die sich einer Armamputation unterziehen mussten. Vor dem Eingriff wurden mittels funktioneller Magnetresonanztomografie präzise… Weiterlesen »Neue Erkenntnisse zur Plastizität des Gehirns nach einer Amputation

              Wie Aha-Momente das menschliche Denken und Erinnern prägen

                Plötzliche Geistesblitze, die sogenannten Aha-Momente, gehören zu den faszinierendsten Phänomenen des menschlichen Denkens. Sie entstehen scheinbar unvermittelt und lassen eine Lösung oder Erkenntnis in einem Augenblick glasklar erscheinen. Die Forschung zeigt jedoch, dass diese Erlebnisse keineswegs zufällig sind, sondern mit spezifischen neuronalen Prozessen im Gehirn verknüpft sind. Neurowissenschaftliche Studien konnten mithilfe von EEG und fMRT belegen, dass kurz vor dem Moment der Einsicht der rechte obere Temporallappen aktiviert wird, eine Region, die mit Sprache, Gedächtnis und Lernen… Weiterlesen »Wie Aha-Momente das menschliche Denken und Erinnern prägen

                Persönlichkeitsmerkmalen von BDSM-Praktizierenden

                  Sexuelle Vorlieben im Bereich BDSM (Bondage, Disziplinierung, Dominanz, Submission, Sadismus, Masochismus) wurden lange Zeit als Ausdruck psychischer Störungen betrachtet. Obwohl sie in modernen Klassifikationen nur noch dann als pathologisch gelten, wenn dadurch persönliches Leid oder Leid anderer entsteht, ist das gesellschaftliche Bild weiterhin von Vorurteilen geprägt. Häufig wird angenommen, dass Menschen mit solchen Neigungen unsicher gebunden, emotional instabil oder psychisch auffällig seien. Lecuona et al. (2025) haben in einer groß angelegten Studie mit 1.907 Teilnehmenden aus Spanien,… Weiterlesen »Persönlichkeitsmerkmalen von BDSM-Praktizierenden

                  Wenn der Geistesblitz naht

                    Plötzliche Erkenntnismomente, oft als unerwartete Heureka-Erlebnisse beschrieben, erscheinen auf den ersten Blick wie spontane Geistesblitze. Doch aktuelle Forschung legt nahe, dass sie keineswegs völlig aus dem Nichts entstehen, vielmehr lassen sich in den Minuten vor einem Durchbruch subtile Verhaltensveränderungen beobachten, die Rückschlüsse auf die nahende Einsicht zulassen. Tabatabaeian et al. (2025) filmtenin einer StudieMathematikerinnen und Mathematiker bei der Bearbeitung komplexer Aufgaben, wobei die Probanden, allesamt promoviert, dabei Aufgaben aus dem traditionsreichen Putnam-Wettbewerb in ihren gewohnten Arbeitsumgebungen lösten.… Weiterlesen »Wenn der Geistesblitz naht

                    Der Einfluss von Einstellung, Schlafmustern und Alter auf das Erinnern von Träumen

                      Träume gehören zum nächtlichen Schlaf nahezu aller Menschen, doch die Fähigkeit, sich am Morgen an sie zu erinnern, unterscheidet sich deutlich zwischen Individuen. Eine Studie von Elce et al. (2025) untersuchte, welche Faktoren diese Unterschiede erklären können. Dazu wurden bei 217 gesunden Erwachsenen (18–70 Jahre) über einen längeren Zeitraum Traumberichte zusammen mit demografischen Daten sowie psychometrischen, kognitiven, aktigraphischen und EEG-Messungen erfasst. Die Ergebnisse zeigten, dass eine positive Einstellung zum Träumen, eine erhöhte Neigung zum „mind wandering“ (abschweifendes… Weiterlesen »Der Einfluss von Einstellung, Schlafmustern und Alter auf das Erinnern von Träumen

                      Wie das Geschlecht das menschliche Denken und Fühlen prägt

                        Die Unterschiede zwischen den Geschlechtern haben vielfältige Ursachen und zeigen sich in Alltag, Psyche und Körper gleichermaßen. Ein Teil davon ist evolutionsgeschichtlich bedingt: Während Männer früher für Jagd und Schutz verantwortlich waren, mussten Frauen das Überleben in Gemeinschaften sichern, Kinder versorgen und mehrere Aufgaben gleichzeitig im Blick behalten. Diese Aufgabenteilung spiegelt sich bis heute wider – Männer konzentrieren sich oft auf eine Sache, während Frauen stärker auf Multitasking und Kommunikation ausgelegt sind. Verstärkt werden diese Unterschiede durch… Weiterlesen »Wie das Geschlecht das menschliche Denken und Fühlen prägt

                        Gibt es genetischen Ursachen von Geräuschempfindlichkeit?

                          Misophonie ist eine psychische Störung, bei der bestimmte Geräusche wie Kauen, Schmatzen oder Kratzen auf dem Teller starke negative Gefühle wie Wut, Angst oder Ekel auslösen. Schätzungsweise fünf Prozent der Bevölkerung sind davon betroffen. Eine Studie hat nun die genetischen Faktoren dieser Geräuschempfindlichkeit untersucht und dabei gezeigt, dass es genetische Überschneidungen mit psychischen Erkrankungen wie Angststörungen, Depressionen und posttraumatischen Belastungsstörungen gibt. Das bedeutet, dass Menschen mit einer genetischen Veranlagung für Misophonie möglicherweise auch ein erhöhtes Risiko für… Weiterlesen »Gibt es genetischen Ursachen von Geräuschempfindlichkeit?