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Der plötzliche Übergang beim Einschlafen

    Schlaf gehört zu den elementarsten biologischen Prozessen und ist dennoch von einer Aura des Geheimnisvollen umgeben. Wie genau das Gehirn den Übergang vom Wachzustand in den Schlaf organisiert, galt lange als ein gleitender, gradueller Vorgang. Neue Forschungsergebnisse zeichnen jedoch ein anderes, deutlich präziseres Bild. Li et al. /2025) konnten zeigen, dass das Einschlafen kein sanftes Hinübergleiten ist, sondern ein abruptes Umschalten – ein zweistufiger Prozess, der sich in den elektroenzephalographischen Signaturen des Gehirns klar abbildet. Das Bild… Weiterlesen »Der plötzliche Übergang beim Einschlafen

    Wenn Scham zur Last wird – und wie man innere Sicherheit zurückgewinnt

      Scham gehört zu den grundlegenden Emotionen, die anzeigen, dass Menschen soziale Wesen sind. Sie entsteht, wenn wir glauben, gegen Erwartungen oder Normen zu verstoßen, und macht unsere Verletzlichkeit sichtbar. Psychologisch erfüllt sie eine wichtige Schutzfunktion: Sie hält uns davon ab, Grenzen anderer zu überschreiten, stärkt das Gemeinschaftsgefühl und signalisiert, dass uns unser eigenes Verhalten nicht gleichgültig ist. Doch dieselbe Emotion, die Orientierung gibt, kann übersteigert zur Belastung werden. Alltägliche Peinlichkeiten – ein verrutschter Reißverschluss, ein unbedachter Kommentar,… Weiterlesen »Wenn Scham zur Last wird – und wie man innere Sicherheit zurückgewinnt

      Wie neuronale Schleifen Gewohnheiten formen

        Gewohnheiten erscheinen oft wie kleine Automatismen, die sich unmerklich in den Alltag schleichen – man bindet Schuhe, öffnet Türen oder checkt das Handy, ohne darüber nachzudenken. Doch hinter dieser Mühelosigkeit steckt ein raffiniertes Prinzip des Gehirns: Es nimmt Abkürzungen. Eine internationale Forschergruppe beschreibt, wie das menschliche Verhalten nicht durch zwei strikt getrennte Systeme – ein bewusstes, langsames und ein unbewusstes, schnelles – gesteuert wird, sondern durch ein flexibles Zusammenspiel verschachtelter neuronaler Schleifen (Hamker et al., 2025). Diese… Weiterlesen »Wie neuronale Schleifen Gewohnheiten formen

        Synchronizität

          Der Begriff Synchronizität bezeichnet in der Psychologie das Auftreten zweier oder mehrerer Ereignisse, die zwar nicht in einem kausalen Zusammenhang stehen, jedoch aufgrund ihres sinnhaften Zusammentreffens als bedeutsam erlebt werden. Das Konzept wurde maßgeblich von dem Schweizer Psychiater Carl Gustav Jung (1875–1961) geprägt, der den Begriff in den 1930er Jahren entwickelte und 1952 gemeinsam mit dem Physiker Wolfgang Pauli theoretisch ausarbeitete. Nach Jung beschreibt Synchronizität „die zeitliche Koinzidenz zweier oder mehrerer kausal nicht miteinander verknüpfter Ereignisse, die… Weiterlesen »Synchronizität

          Bewältigung von Prüfungsangst

            Der Artikel befasst sich mit einer Studie über den Stellenwert der Vertrauenstrias Selbstvertrauen, Vertrauen in andere und Zukunftsvertrauen bei der Bewältigung von Prüfungsängstlichkeit. Die Ergebnisse zeigen, dass Selbst- und Zukunftsvertrauen die wichtigsten Ressourcen im Umgang mit Prüfungsängstlichkeit sind.

            Pausen erleichtern das Üben, beschleunigen es aber nicht

              Lange Zeit galt in der Lernforschung die Annahme, dass kurze Pausen während des Übens motorischer Fertigkeiten dem Gehirn ermöglichen, Bewegungsabfolgen im Hintergrund weiter zu verarbeiten und so das Lernen zu fördern. Das et al. (2025) ließen in fünf kontrollierten Experimenten Probanden bestimmte Sequenzen von Fingerbewegungen einüben, teils mit und teils ohne kurze Pausen. Zunächst zeigte sich, dass die Gruppe mit Pausen während des Trainings etwas besser abschnitt, d. h., sie führte die Bewegungen nach jeder Unterbrechung präziser… Weiterlesen »Pausen erleichtern das Üben, beschleunigen es aber nicht

              Wie Schlafmangel die Konzentration beeinflusst

                Schlafmangel beeinträchtigt nicht nur die Aufmerksamkeit, sondern führt auch zu tiefgreifenden physiologischen Veränderungen im Gehirn, wie Yang et al. (2025) jüngst in einer Studie gezeigt haben. Mithilfe einer Kombination aus schneller funktioneller Magnetresonanztomographie (fMRT) und Elektroenzephalografie (EEG) beobachteten sie 26 Probandinnen und Probanden, die einfache visuelle und akustische Aufgaben lösen sollten. Dabei zeigte sich, dass Schlafmangel zu deutlich schlechteren Leistungen führte, denn Teilnehmende reagierten langsamer oder verpassten einzelne Aufgaben vollständig. Die Bildgebungsdaten offenbarten dabei einen bemerkenswerten Zusammenhang… Weiterlesen »Wie Schlafmangel die Konzentration beeinflusst

                Dopamin beeinflusst die Bewertung zukünftiger Belohnungen

                  Eine Studie von Smith et al. (2025) lieferte jüngst  neue Erkenntnisse darüber, wie das dopaminerge System menschliche Entscheidungsprozesse beeinflusst, insbesondere die Fähigkeit, auf spätere Belohnungen zu warten. Im Zentrum der Untersuchung stand der Einfluss von L-DOPA, einer Vorstufe des Neurotransmitters Dopamin, auf die sogenannte zeitliche Diskontierung (temporal discounting), also die Tendenz, kleinere sofortige Belohnungen größeren, aber verzögerten vorzuziehen. Frühere Studien hatten widersprüchliche Ergebnisse geliefert, denn während einige auf eine gesteigerte Impulsivität durch dopaminerge Stimulation hindeuteten, berichteten andere… Weiterlesen »Dopamin beeinflusst die Bewertung zukünftiger Belohnungen

                  Verschaltete Hirnkreise formen menschliches Verhalten

                    Warum greifen Menschen morgens automatisch zur Kaffeetasse, ohne über jeden einzelnen Handgriff nachzudenken? Diese  Beobachtung führt zu einer grundlegenden Frage der Neurowissenschaften: Wie steuert das Gehirn das menschliche Verhalten durch bewusste Entscheidungen oder durch eingeübte Routinen? Traditionell wird angenommen, dass zwei voneinander getrennte Systeme diese Prozesse lenken: ein schnelles, intuitives System für automatische Handlungen und ein langsames, reflektiertes System für bewusstes Handeln. Dieses Modell, das unter anderem durch Daniel Kahnemans Konzept des „schnellen“ und „langsamen“ Denkens bekannt… Weiterlesen »Verschaltete Hirnkreise formen menschliches Verhalten

                    Stottern zwischen Ursache, Therapie und Selbstwert: Fortschritte, Herausforderungen und gesellschaftliche Akzeptanz

                      Trotz jahrzehntelanger Forschung bleibt Stottern eine komplexe und in vielen Aspekten ungeklärte Sprachstörung, die etwa ein Prozent der Weltbevölkerung betrifft. Die Störung des Redeflusses, die unabhängig von Herkunft oder Sprache auftritt, zeigt sich typischerweise in wiederholten Lauten, Blockierungen und Unterbrechungen der Stimmlippenschwingung beim Sprechen. Laut dem Logopäden Hartmut Zückner sind vor allem Übergänge zwischen Konsonanten und Vokalen problematisch, da hier häufig die Stimmlippenschwingung abreißt. Obwohl in den letzten Jahren genetische Faktoren zunehmend in den Fokus gerückt sind… Weiterlesen »Stottern zwischen Ursache, Therapie und Selbstwert: Fortschritte, Herausforderungen und gesellschaftliche Akzeptanz

                      Das verkörperte Selbst: Wie die Wahrnehmung des eigenen Kindergesichts vergessene Erinnerungen weckt

                        Die Fähigkeit, sich an Erlebnisse aus der frühen Kindheit zu erinnern, ist bis heute ein faszinierendes Rätsel der Kognitionswissenschaft. Während manche Szenen aus den ersten Lebensjahren lebendig vor dem inneren Auge erscheinen, scheinen andere unwiederbringlich verloren. Eine aktuelle Studie von Gupta et al. (2025) zeigte nun, dass nicht allein die Gedächtnisstruktur bestimmt, was abrufbar ist, sondern auch die Art und Weise, wie wir unseren Körper – und damit uns selbst – wahrnehmen. Das sogenannte Körperselbst kann als… Weiterlesen »Das verkörperte Selbst: Wie die Wahrnehmung des eigenen Kindergesichts vergessene Erinnerungen weckt

                        Hirnstimulation als Behandlung schweren Stotterns

                          Stottern zählt zu den komplexesten Redeflussstörungen und betrifft etwa ein Prozent der erwachsenen Bevölkerung. Die Betroffenen kämpfen häufig mit erheblichen Einschränkungen im Alltag und ihrer sozialen Teilhabe. Obwohl genetische, anatomische und neurophysiologische Faktoren bekannt sind, bleibt die genaue Ursache weitgehend ungeklärt. Neurowissenschaftliche Befunde zeigen, dass bei stotternden Personen die linke Hörrinde weniger mit der motorischen Rinde interagiert, die für die Steuerung der Sprachmuskulatur zuständig ist. Möglicherweise übernimmt deshalb die rechte Hemisphäre kompensatorisch Aufgaben, die sie aufgrund der… Weiterlesen »Hirnstimulation als Behandlung schweren Stotterns