Zum Inhalt springen

Forschung

Die Psychologie erforscht menschlichen Erlebens und Verhalten, die Entwicklung des Menschen von Geburt an bis zum Tod sowie die physischen Ursachen und äußeren Einflussfaktoren.

Psychologie der Entscheidung

    Abends muss man die Idee haben, morgens die kritische Haltung und mittags den Entschluss treffen. André Kostolany Ich überlege. Mein Bauch entscheidet. Max Grundig Es ist gut, etwas Langsames zu tun, bevor man im Leben eine wichtige Entscheidung trifft. Paulo Coelho Wer darauf besteht, alle Faktoren zu überblicken, bevor er sich entscheidet, wird sich nie entscheiden. Henri-Frédéric Amiel Bei Entscheidungsprozessen stehen dem Menschen oft viele Handlungsoptionen offen, wobei das Gehirn auch auf Situationen reagieren muss, mit denen… Weiterlesen »Psychologie der Entscheidung

    Theory of Mind gibt es in zwei Formen

      Die Theory of Mind befähigt Menschen, über die Gedanken und Überzeugungen anderer Menschen nachzudenken, kennzeichnet die komplexe soziale Interaktion zwischen Menschen. Bisher nahm man an, dass diese Fähigkeit sich im Alter von vier Jahren herum entwickelt, wenn Kinder beginnen, explizit über andere zu denken. Grosse Wiesmannet al. (2020) haben angesichts der Tatsache, dass bei einer nonverbalen Testung auch Säuglinge bereits vor dem Alter von zwei Jahren Handlungserwartungen zeigen, die mit den Überzeugungen anderer kongruent sind, sich die… Weiterlesen »Theory of Mind gibt es in zwei Formen

      Wie man das Zeitempfinden steuern könnte

        Das menschliche Gehirn misst Zeit nicht auf die gleiche Weise wie eine mechanische Uhr, die Sekunden und Minuten exakt zählt. Stattdessen funktioniert es eher wie ein Zähler von Ereignissen und Aktivitäten im Laufe der Zeit. Diese faszinierende Erkenntnis basiert auf einer aktuellen Studie von Wirt et al. (2024), in der die Gehirnaktivität von Ratten während einer speziellen Aufgabe untersucht wurde. Die Forscher entdeckten dabei, dass der Anteriore Cinguläre Cortex, eine bestimmte Region im Gehirn, eine Schlüsselrolle bei… Weiterlesen »Wie man das Zeitempfinden steuern könnte

        Das mentale Lexikon des Menschen

          Ein Projekt des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung widmet sich der Untersuchung der Speicherung von Wörtern im Gedächtnis von Menschen. Dabei sollen mithilfe eines onlinebasierten Assoziationsspiels Erkenntnisse darüber gewonnen werden, wie Wörter bei Personen unterschiedlichen Alters organisiert sind. Die Idee dabei ist, dass wenn wir ein Wort hören oder lesen, damit verbundene Begriffe oder Konzepte im Gedächtnis leicht verfügbar sind. Dies wird durch freie Assoziationen, also das unmittelbare Einfallen von Wörtern zu einem gegebenen Begriff, untersucht. Das mentale Lexikon,… Weiterlesen »Das mentale Lexikon des Menschen

          Kann Vergesslichkeit ein Zeichen besonderer Intelligenz sein?

            Es gibt einige Hinweise darauf, dass Vergesslichkeit mit besonderer Intelligenz in Verbindung stehen könnte: Konzentration auf relevante Informationen: Einige Studien legen nahe, dass vergessliche Personen sich besser auf relevante Informationen konzentrieren und Unwichtiges loslassen können, wobei diese Fähigkeit, selektiv zu vergessen, dazu beitragen könnte, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und effizienter zu denken. Kreativität und Flexibilität: Vergessliche Menschen könnten kreativer und flexibler sein, da sie dazu neigen, verschiedene Informationen und Ideen miteinander zu verknüpfen, was zu… Weiterlesen »Kann Vergesslichkeit ein Zeichen besonderer Intelligenz sein?

            Blinzeln unterstützt die Wahrnehmung

              Über den Tag verteilt blinzelt der Mensch sehr häufig, wobei die Häufigkeit variieren kann, aber im Durchschnitt blinzelt der Mensch etwa 15 Mal pro Minute, so dass die Zeit, in der die Augen beim Blinzeln geschlossen sind, insgesamt etwa zehn Prozent der Wachzeit ausmacht. Das Blinzeln dient in erster Linie der Aufrechterhaltung des Tränenfilms für die dauerhafte Benetzung der Hornhaut mit Tränenflüssigkeit, um das Auge vor dem Austrocknen zu schützen. Dabei wird nicht nur die Hornhaut befeuchtet,… Weiterlesen »Blinzeln unterstützt die Wahrnehmung

              Stand-by für das Gehirn: Tagträume

                Bei Untersuchungen an Menschen, die im Versuch einfach dazuliegen und nichts zu tun hatten, zeigte sich, dass das Gehirn in solchen Ruhephasen keineswegs abschaltet, vielmehr wird ein weitverzweigtes Basisnetzwerk (default network) aktiv, in welchem das Gehirn die freie Zeit benutzt, um über Vergangenes und Zukünftiges nachzudenken, um zu planen oder Bilanz zu ziehen. Offensichtlich hat das selbstreferenzielle Basisnetzwerk des Gehirns, das sich in Ruhepausen immer wieder einschaltet und Menschen zum Grübeln veranlasst, eine wichtige Funktion. Da beim… Weiterlesen »Stand-by für das Gehirn: Tagträume

                Prägen Geschwister die Entwicklung der Persönlichkeit?

                  Dudek et al. (2022) haben untersucht, ob das Aufwachsen mit einer Schwester statt mit einem Bruder die Persönlichkeit beeinflusst, und haben eine umfassende Analyse der Auswirkungen des Geschlechts der Geschwister auf die Persönlichkeit Erwachsener vorgenommen, wobei Daten von 85 887 Menschen aus zwölf großen repräsentativen Erhebungen in neun Ländern (Vereinigte Staaten, Vereinigtes Königreich, Niederlande, Deutschland, Schweiz, Australien, Mexiko, China und Indonesien) analysiert wurden. Sie untersuchten dabei die Persönlichkeitseigenschaften Risikotoleranz, Vertrauen, Geduld, Kontrollüberzeugung und die Big Five, und… Weiterlesen »Prägen Geschwister die Entwicklung der Persönlichkeit?

                  Modelllernen funktioniert teilweise auch bei Insekten

                    Die kumulative Kultur des Menschen umfasst Verhaltensweisen, die so komplex sind, dass sie von einem einzelnen Individuum im Laufe seines Lebens nicht selbständig entdeckt werden können und daher in irgendeiner Form weitergegeben werden müssen. Es gibt immer mehr Hinweise darauf, dass die Kultur von Tieren ebenso wie die menschliche Kultur kumulativ sein kann, d.h. durch aufeinander aufbauende Innovationen gekennzeichnet ist. Mit Zuckerwasser als Belohnung können Hummeln dazu gebracht werden, artfremde Dinge zu tun, wie winzige Kügelchen zu… Weiterlesen »Modelllernen funktioniert teilweise auch bei Insekten

                    Das Gehirn und die Zahl Null

                      Das Verarbeiten der Zahl Null ist für das menschliche Gehirn bekanntlich eine alles andere als triviale Leistung, denn eine leere Menge, ein Nichts, muss dabei als Teil der mentalen Zahlenreihe erkannt und korrekt eingeordnet werden. Schon die Vorfahren beherrschten das Zählen und schufen sich Zahlensysteme, um Mengen anzugeben, wobei sich im Gehirn sogar eigene Areale für die Verarbeitung von Zahlengrößen entwickelt haben. In der Menschheitsgeschichte hat es lange gedauert, bis die Null als Zahl erkannt und genutzt… Weiterlesen »Das Gehirn und die Zahl Null

                      Haustiere und Wohlbefinden

                        Luhmann & Kalitzki (2016) haben untersucht, welchen Einfluss Haustiere auf das alltägliche Wohlbefinden von Menschen ausüben, wobei es wichtig war, unter welchen Bedingungen bestimmte Tiere gut für das Wohlbefinden wirken. In einer Online-Studie wurden Menschen, die Hunde, Katzen oder Pferde hielten, zu Faktoren des subjektiven Wohlbefindens wie positive Stimmung und Lebenszufriedenheit und zu den erlebten Nutzen- und Kostenfaktoren des Haustierhaltens befragt. Das Wohlbefinden von HaustierhalterInnen war dann besonders hoch, wenn sie die Tierhaltung als eine wichtige Aufgabe… Weiterlesen »Haustiere und Wohlbefinden

                        Kokainkonsum und Belohnungserwartungen

                          Einige Erklärungen des Suchtverhaltens gehen davon aus, dass Veränderungen des adaptiven Verhaltens auf dopaminerge Vorhersagefehler zurückzuführen sind, die eine Diskrepanz zwischen tatsächlicher und erwarteter Belohnung signalisieren. So ist beispielsweise bekannt, dass Kokainkonsum durch eine kurzzeitige Erregung des mesolimbischen Systems im Gehirn zwar aufheiternd und euphorisierend wirkt, dass aber bei häufigerem Konsum die Überstimulation im Alltag das Gegenteil bewirkt, indem angenehme Erlebnisse und soziale Interaktionen immer weniger Glücksgefühle auslösen. Möglicherweise ist dies auf eine Diskrepanz zwischen den aus… Weiterlesen »Kokainkonsum und Belohnungserwartungen