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Forschung

Die Psychologie erforscht menschlichen Erlebens und Verhalten, die Entwicklung des Menschen von Geburt an bis zum Tod sowie die physischen Ursachen und äußeren Einflussfaktoren.

Mittagsschlaf und Gehirnentwicklung

    Wie viel Zeit Kinder für ihren Mittagsschlaf benötigen, also die Zeit, in der ihr Gehirn die Arbeit des Abspeicherns neuer Erinnerungen und Erfahrungen erledigen muss, hängt weniger vom Alter als von der Funktionsweise ihres Gehirns ab, das haben neue Forschungsergebnisse von Mason et al. (2021) gezeigt. Demnach sollten sich Eltern weniger Sorgen über altersabhängige Mittagsschlafzeiten machen, denn das Bedürfnis der Kinder nach einer solchen Auszeit hängt nicht allein vom Alter sindern eher davon ab, wie ihr Gehirn… Weiterlesen »Mittagsschlaf und Gehirnentwicklung

    Eine gezielte Gedächtnisreaktivierung durch Töne kann den Effekt einer Imagery Rehearsal Therapie verstärken

      Eine Alptraumstörung ist durch Träume mit starken negativen Emotionen gekennzeichnet, die während des REM-Schlafs auftreten, wobei diese Störung häufig mit der Imagery Rehearsal Therapie behandelt wird, bei der die Betroffenen aufgefordert werden, die negative Geschichte ihres Albtraums in eine positivere zu ändern. Schwartz et al. (2022) setzten nun eine gezielte Gedächtnisreaktivierung während des REM-Schlafs ein, um Imagery Rehearsal Therapy-bezogene Erinnerungen zu stärken und die Remission der Alptraumstörung zu beschleunigen. Sechsunddreißig Patienten mit dieser Störung mussten eine erste… Weiterlesen »Eine gezielte Gedächtnisreaktivierung durch Töne kann den Effekt einer Imagery Rehearsal Therapie verstärken

      Ideale Schlafdauer für Menschen über fünfzig Jahre sind sieben bis acht Stunden

      Es ist erwiesen, dass die Schlafdauer mit einzelnen chronischen Krankheiten zusammenhängt, aber der Zusammenhang mit der Multimorbidität, die bei älteren Erwachsenen häufig auftritt, ist noch wenig bekannt. Mehr als die Hälfte der älteren Erwachsenen hat heute mindestens zwei chronische Krankheiten, was eine große Herausforderung für die Gesundheitssysteme darstellt, weil Multimorbidität mit einer hohen Inanspruchnahme von Gesundheitsdiensten und häufigen Krankenhausaufenthalten verbunden ist. Sabia et al. (2022) untersuchten nun anhand von Daten aus 25 Jahren, ob die Schlafdauer mit… Weiterlesen »Ideale Schlafdauer für Menschen über fünfzig Jahre sind sieben bis acht Stunden

      Auch Föten reagieren schon auf die Nahrungsaufnahme ihrer Mutter

        Durch die Ernährung schwangerer Frauen werden Föten einer Vielzahl von Aromen ausgesetzt, die aus zusammengesetzten Geruchs-, Geschmacks- und Chemosensibilitäten bestehen. Die Auswirkungen einer solchen pränatalen Geschmacksexposition auf die chemosensorische Entwicklung wurden bisher nur postnatal bei menschlichen Säuglingen gemessen. Ustun et al. (2022) haben nun eine ersten direkten Nachweis der fötalen Reaktion auf Geschmacksstoffe, die durch den mütterlichen Verzehr übertragen werden, nachgewiesen, indem sie die fötalen Gesichtsbewegungen Bild für Bild bei schwangeren Frauen und ihren Föten aus dem… Weiterlesen »Auch Föten reagieren schon auf die Nahrungsaufnahme ihrer Mutter

        Der Wert des Tagträumens wird unterschätzt

          Tagträumen, also die Fähigkeit, sich ohne äußere Stimulation mit inneren Gedanken zu beschäftigen, ist eine einzigartige Eigenschaft des Menschen. Objektiv betrachtet spielt sich zwar immer etwas ab, und das auch ohne externe Reize, doch halten viele Menschen diesen Zustand für langweilig und nicht erstrebenswert, d. h., sie suchen deshalb dauernd nach etwas, mit dem sie sich ablenken und unterhalten können. Hatano et al. (2022) haben in sechs Experimenten die Hypothese überprüft, dass Menschen ihre Fähigkeit, diesen Prozess… Weiterlesen »Der Wert des Tagträumens wird unterschätzt

          Inner crowd effect

            Viele Entscheidungen beruhen auf der Fähigkeit der Menschen, unbekannte Größen zu schätzen, wobei bei solchen Entscheidungen die aggregierte Schätzung einer Gruppe von Menschen oft genauer ist als die meisten individuellen Schätzungen. Bemerkenswerterweise gelten ähnliche Prinzipien, wenn mehrere Schätzungen derselben Person aggregiert werden, und eine zentrale Herausforderung besteht darin, Strategien zu finden, die die Genauigkeit der aggregierten Schätzungen von Personen verbessern. Van de Calseyde & Efendic (2022) entwickelten dafür eine Strategie, bei der Menschen eine erste Schätzung mit… Weiterlesen »Inner crowd effect

            Das Impostor-Phänomen unter realen Leistungsbedingungen

              Das Impostor-Phänomen ist durch einen extern-instabilen spezifischen Attributionsstil gekennzeichnet, d. h., Impostoren nehmen erfolgreiche Leistungen als zufällig wahr. Bisher wurde dieses Phänomen in keiner Studie in realen Situationen getestet. Brauer & Proyer (2022) haben deshalb untersucht, wie sich das Hochstapler-Phänomen unter realen Prüfungssituationen zeigt und ob es einen Zusammenhang zur Intelligenz der Probanden und Probandinnen gibt. Dafür mussten diese eine Reihe von Intelligenzaufgaben lösen und erhielten im Anschluss an jede Aufgabe über einen Monitor ein positives Feedback,… Weiterlesen »Das Impostor-Phänomen unter realen Leistungsbedingungen

              Vorhersage der taktilen Reize durch das Gehirn

                Dass man sich selbst nicht kitzeln kann, ist auf das Phänomen der taktilen Unterdrückung zurückzuführen, weil das Gehirn die Wirkung der selbst erzeugten Berührung vorhersagt und dadurch die taktile Empfindung entsprechend abschwächt. Bei Menschen mit Schizophrenie ist dieser Mechanismus oft gestört, so dass sie Probleme haben, selbst erzeugte von fremd erzeugten Bewegungen zu unterscheiden, d. h., sie können sich auch selber kitzeln. Wissenschaftler der Universität Gießen haben nun gezeigt, dass die taktile Unterdrückung sehr spezifisch für den… Weiterlesen »Vorhersage der taktilen Reize durch das Gehirn

                Persönlichkeitsmerkmale und kognitive Funktionen im späteren Leben

                  Menschen mit einem hohen Maß an Gewissenhaftigkeit und einem niedrigen Maß an Neurotizismus entwickeln seltener leichte kognitive Beeinträchtigungen. Menschen, die gut organisiert sind und ein hohes Maß an Selbstdisziplin aufweisen, haben ein geringeres Risiko, im Alter eine leichte kognitive Beeinträchtigung zu entwickeln, während Menschen, die launisch oder emotional instabil sind, mit größerer Wahrscheinlichkeit einen kognitiven Rückgang im Alter erleiden. Dies geht aus einer von der American Psychological Association veröffentlichten Studie hervor. Die Studie, von Yoneda et al.… Weiterlesen »Persönlichkeitsmerkmale und kognitive Funktionen im späteren Leben

                  Evolutionären Gesichtserkennung in neuronalen Netzen nachgestellt

                    Das menschliche Gehirn enthält mehrere Regionen mit unterschiedlichen, oft hochspezialisierten Funktionen, vom Erkennen von Gesichtern über das Verstehen von Sprache bis hin zum Nachdenken darüber, was andere denken. Es ist jedoch weitgehend unklar, warum der Cortex überhaupt diesen hohen Grad an funktioneller Spezialisierung aufweist. Dobs et al. (2022) untersuchten nun unter Verwendung künstlicher neuronaler Netze die Hypothese, ob die funktionelle Trennung der Gesichtswahrnehmung im Gehirn eine rechnerische Optimierung für das umfassendere Problem der visuellen Erkennung von Gesichtern… Weiterlesen »Evolutionären Gesichtserkennung in neuronalen Netzen nachgestellt

                    Intelligenz ist im gesamten Gehirn verteilt

                      Intelligenz beschreibt das allgemeine kognitive Fähigkeitsniveau eines Menschen und sie ist eines der grundlegendsten Konzepte der psychologischen Wissenschaft und entscheidend für die wirksame Anpassung des Verhaltens an unterschiedliche Umweltanforderungen. Es hat sich gezeigt, dass wechselnde externe Aufgabenstellungen eine Rekonfiguration funktioneller Gehirnnetzwerke bewirken. Ob die neuronale Rekonfiguration zwischen verschiedenen Aufgaben mit Intelligenz zusammenhängt, wurde jedoch noch nicht untersucht. Faskowitz et al. (2022) haben daher Daten der funktionellen Magnetresonanztomographie von mehr als achthundert Probanden verwendet, um zu zeigen, dass… Weiterlesen »Intelligenz ist im gesamten Gehirn verteilt

                      Geruchslandkarten oder wie das Gehirn Gerüche mit Orten verknüpft

                        Gerüche sind ein grundlegender Bestandteil der sensorischen Umwelt, die vor allem von Tieren zur Steuerung von Verhaltensweisen wie Futtersuche und Navigation genutzt werden, wobei man annimmt, dass der primäre olfaktorische (piriforme) Cortex die wichtigste Region für die Codierung der Geruchsidentität darstellt. Es ist bereits bekannt, dass Neuronen im Hippocampus des Gehirns als Ortszellen fungieren, d. h., sie werden an spezifischen Orten in einer Umgebung aktiv, wobei sie damit ganze Bereiche kodieren, sodass eine Art räumlicher Landkarte im… Weiterlesen »Geruchslandkarten oder wie das Gehirn Gerüche mit Orten verknüpft