Zum Inhalt springen

Forschung

Die Psychologie erforscht menschlichen Erlebens und Verhalten, die Entwicklung des Menschen von Geburt an bis zum Tod sowie die physischen Ursachen und äußeren Einflussfaktoren.

Negative Erwartungen medizinischer Behandlungen beeinflussen die Wirkung stärker als positive

    Die Wirkung von Erwartungen auf medizinische Behandlungen ist ein seit Langem erforschtes, jedoch noch immer vielfach unterschätztes Phänomen. Während der Placeboeffekt – also die Verbesserung von Symptomen allein durch den Glauben an eine Behandlung – weitläufig bekannt ist, erfährt der sogenannte Noceboeffekt zunehmend Aufmerksamkeit. Dieser beschreibt die gegenteilige Wirkung: die Verschlechterung eines Zustandes allein durch negative Erwartungen oder Ängste. Aktuelle Forschung zeigt deutlich, dass negative Annahmen einen stärkeren und länger anhaltenden Einfluss auf das subjektive Erleben von… Weiterlesen »Negative Erwartungen medizinischer Behandlungen beeinflussen die Wirkung stärker als positive

    Vornamen, Namen und deren Bedeutung für die Einschätzung von Intelligenz, Persönlichkeit und Bedeutung

    Unterschiedliche Vornamen lösen unterschiedliche Erwartungen bezüglich der Intelligenz, des Alters und der Attraktivität aus. Dies kann dazu führen, dass Lehrer ihnen unbekannte Schüler und Schülerinnen besser oder schlechter beurteilen, je nachdem wie attraktiv oder unattraktiv der Vorname des Schülers oder der Schülerin ist. Diese Erwartungshaltung verschwindet aber bei persönlicher Bekanntschaft mit dem Namensträger.

    Römisches Erbe: Einfluss auf Persönlichkeit und Lebenszufriedenheit

      Wahl (2017) und Obschonka et al. (2015) zeigten, dass es langfristigen Auswirkungen der römischen Herrschaft auf die wirtschaftliche Entwicklung in Europa gab. In der Antike war das Gebiet des heutigen Deutschlands in einen römischen und einen nicht-römischen Teil geteilt. Wahls Studie nutzt diese Teilung, um zu prüfen, ob der ehemals römische Teil Deutschlands weiter entwickelt ist als der nicht-römische Teil. Dazu wird der Limes Germanicus als geographische Diskontinuität in einem methodischen Design verwendet. Die Ergebnisse zeigen, dass… Weiterlesen »Römisches Erbe: Einfluss auf Persönlichkeit und Lebenszufriedenheit

      Ein internationales Wörterbuch der Gerüche

        Forschende der Friedrich-Schiller-Universität Jena haben im Rahmen zweier bedeutender Studien Datensätze zur Ein internationales Wörterbuch der Gerüche erstellt, die wertvolle Einblicke in die menschliche Geruchswahrnehmung und die Schwierigkeiten bei der Beschreibung von Gerüchen bieten. Eine der Studien fokussiert sich auf monomolekulare Gerüche und untersucht, wie eine große Anzahl von Versuchspersonen diese Gerüche beschreibt und bewertet. Über 1.200 Probanden nahmen an der Studie teil, in der sie 74 chemisch einfach strukturierte Geruchsproben beschrieben und auf verschiedenen Skalen, wie… Weiterlesen »Ein internationales Wörterbuch der Gerüche

        Verbessert Puzzeln das Gedächtnis von Menschen?

          In einer Studie wurde untersuchte, ob Puzzeln die kognitive Leistungsfähigkeit steigern kann. Die Studie (Fissler et al., 2018),zeigte jedoch, dass Puzzeln – weder kurzfristig noch langfristig – zu einer Verbesserung der geistigen Fähigkeiten führ. Einziger positiver Befund war, dass Menschen, die in ihrem Leben viel gepuzzelt haben, tendenziell auch eine bessere Kognition aufwiesen. Diese Korrelation könnte darauf hindeuten, dass Personen mit guten kognitiven Fähigkeiten eher zum Puzzeln neigen. Die Studie ergab auch, dass Puzzeln als entspannende Freizeitaktivität… Weiterlesen »Verbessert Puzzeln das Gedächtnis von Menschen?

          Replikversuch von Loftus & Pickrell (1995)

            Die jüngste Studie von Andrews & Brewin (2024) knüpft an das berühmte „Lost in the Mall“-Experiment von Loftus und Pickrell (1995) an, bei dem falsche Erinnerungen implantiert werden. In der irischen Nachfolgeuntersuchung zeigte sich, dass die Untersucher deutlich mehr falsche Erinnerungen bei den Teilnehmern identifizierten als diese selbst berichteten. Dies deckt sich mit Erkenntnissen ähnlicher Studien. Die Forschenden analysierten erneut die Transkripte der untersuchten falschen Erinnerungen, wobei der Fokus auf sechs Kerndetails lag. Im Durchschnitt erinnerten sich… Weiterlesen »Replikversuch von Loftus & Pickrell (1995)

            Zusammenhang zwischen Sexualität und Selbstwertgefühl

              Weber et al. (2024) führten eine umfassende Studie durch, um den Zusammenhang zwischen Sexualität und Selbstwertgefühl genauer zu untersuchen. Ausgehend von psychologischen Theorien wie der Soziometertheorie und dem Modell der relationship risk regulation untersuchten sie, wie die Akzeptanz und Zuneigung anderer sowie das Risiko der Ablehnung das Selbstwertgefühl beeinflussen können. In ihrer Analyse der Daten aus der Pairfam-Studie (siehe unten) mit rund 11.000 Teilnehmern über einen Zeitraum von zwölf Jahren konnten die Forscherteam eine deutliche wechselseitige Beziehung… Weiterlesen »Zusammenhang zwischen Sexualität und Selbstwertgefühl

              Warum greifen sich Menschen ins Gesicht?

                Erwachsene fassen sich häufig ins Gesicht, bis zu 800 Mal am Tag, oft unbewusst und ohne ersichtlichen Grund. Laut Psychologen erfüllen diese Berührungen eine wichtige Funktion, indem sie Stress reduzieren und den emotionalen Zustand regulieren helfen. Forschungsergebnisse zeigen, dass Berührungen im Allgemeinen die Gesundheit fördern, indem sie Ängste und Schmerzen mindern sowie den Blutdruck senken. Auch Selbstberührungen, insbesondere im Gesicht, können das Stresslevel durch Senkung des Cortisolspiegels beeinflussen. Der Gesichtskontakt wird als besonders effektiv betrachtet, weil dort… Weiterlesen »Warum greifen sich Menschen ins Gesicht?

                Ausdrücke für Schmerz, Ekel und Freude

                  Eine Studie von Ponsonnet, Coupé, Pellegrino, Garcia Arasco & Pisanski (2024) untersuchte, ob die akustische Form von Interjektionen, die grundlegende menschliche Emotionen wie Schmerz, Ekel und Freude ausdrücken, weltweit ähnliche Muster aufweist. Insbesondere wurde analysiert, ob sich die phonetischen Merkmale dieser Empfindungswörter mit den Lautäußerungen aus der vorsprachlichen Kommunikation, wie sie bei Tieren und Menschen zu beobachten sind, decken. In der Untersuchung wurden insgesamt 600 Ausdrücke aus 131 verschiedenen Sprachen verglichen, die jeweils Schmerz, Ekel oder Freude… Weiterlesen »Ausdrücke für Schmerz, Ekel und Freude

                  Taxi- und Krankenwagenfahrer erkranken seltener an Alzheimer

                    Eine Studie von Patel et al. (2024) untersuchte den Zusammenhang zwischen bestimmten Berufen und der Sterblichkeit durch Alzheimer-Demenz. Die Analyse von fast neun Millionen Sterbeurkunden in den USA zwischen 2020 und 2022 ergab, dass Taxi- und Krankenwagenfahrer seltener an Alzheimer sterben als Menschen in anderen Berufen. Die Forscher vermuten, dass das häufige Navigieren und die damit verbundene Aktivierung des Hippocampus, der für das räumliche Gedächtnis zuständig ist, einen schützenden Effekt haben könnte. Interessanterweise wurde dieser Effekt nicht… Weiterlesen »Taxi- und Krankenwagenfahrer erkranken seltener an Alzheimer

                    Die innere Uhr

                      Innere Uhren steuern in nahezu allen Lebewesen physiologische Prozesse sowie das Verhalten. Diesbezüglich weisen alle Tiere, einschließlich des Menschen, tägliche Rhythmen hinsichtlich ihrer Aktivität, ihres Schlafes, ihres Hungers, ihres Stoffwechsels sowie ihrer Fortpflanzung auf. Das System, welches die biologischen Rhythmen reguliert, wird als circadiane Uhr bezeichnet und steuert sämtliche Vorgänge im Körper innerhalb eines 24-Stunden-Zeitraums. Die zentrale Steuereinheit, die „Hauptuhr“, ist bei Wirbeltieren im Gehirn in einem Bereich lokalisiert, der als suprachiasmatischer Nukleus (SCN) bezeichnet wird. Die… Weiterlesen »Die innere Uhr

                      Studie zu Gefühlen, Mitgefühl und Befinden

                        Mitgefühl ist nie verschwendet, es sei denn, man hat Mitleid mit sich selbst. Henri Dunant Am Institut für Angewandte Psychologie der Universität Wien wurde  2012 von Judith Reiss und Dorothea König eine Studie zum Thema „Gefühle, Mitgefühl und Befinden“ durchgeführt. In dieser Studie wurde untersucht, wie Menschen mit schwierigen Situationen und Gefühlen umgehen und wie es ihnen dabei geht, wenn sie andere Menschen beobachten, die solche Situationen erleben. Die Studie zu Gefühlen, Mitgefühl und Befinden wurde im Rahmen… Weiterlesen »Studie zu Gefühlen, Mitgefühl und Befinden