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Allgemein

Die aktive Informationswahl verstärkt die Wahrnehmung von Wahrheit

    Seit etwa fünf Jahrzehnten ist in der psychologischen Forschung das Phänomen bekannt, dass Menschen dazu neigen, Informationen allein aufgrund ihrer wiederholten Darbietung für wahr zu halten. Dieser „Truth-Effekt“ beschreibt die kognitive Verzerrung, bei der Vertrautheit fälschlicherweise als Evidenz für den Wahrheitsgehalt einer Aussage interpretiert wird. Eine aktuelle Untersuchung von Ingendahl et al. (2026) erweitert dieses Verständnis nun um eine entscheidende Komponente der digitalen Ära: die aktive Informationssuche. In einer Serie von acht Experimenten mit insgesamt fast 1.000… Weiterlesen »Die aktive Informationswahl verstärkt die Wahrnehmung von Wahrheit

    Warum die Psychodiagnostik neu gedacht werden sollte

      Psychische Störungen werden bisher immer nach dem Vorbild körperlicher Erkrankungen eingeteilt:, d. h., Symptome werden gebündelt, erhalten einen Krankheitsnamen und bestimmen die Behandlung. Experten und Expertinnen kritisieren jedoch, dass dieses System psychische Probleme nur scheinbar klar voneinander abgrenzt, denn während körperliche Diagnosen meist auf nachweisbaren biologischen Ursachen beruhen, beschreiben psychische Diagnosen lediglich beobachtetes Erleben und Verhalten, ohne dass diese Kategorien eindeutig mit biologischen Merkmalen verknüpft wären. Hinzu kommt, dass viele Symptome wie Erschöpfung, Antriebslosigkeit oder Angst alltägliche… Weiterlesen »Warum die Psychodiagnostik neu gedacht werden sollte

      Das menschliche Denken steht unter Energiegrenzen

        Aktuelle Untersuchungen stellen die energetische Grundlage des Denkens in den Mittelpunkt der Kognitionsforschung, denn Haueis & Colaço (2025) konnten zeigen, dass gängige Modelle geistiger Prozesse – von Wahrnehmung über Gedächtnis bis hin zu Aufmerksamkeit – die energetischen Rahmenbedingungen des Gehirns bislang kaum berücksichtigen. Obwohl das Gehirn lediglich einen kleinen Teil der Körpermasse ausmacht, beansprucht es einen erheblichen Anteil des gesamten Energieverbrauchs und arbeitet dabei immer noch effizienter als moderne Computersysteme. Diese Tatsache wird in vielen theoretischen Modellen… Weiterlesen »Das menschliche Denken steht unter Energiegrenzen

        Der Einfluss von Gewohnheiten auf alltägliches Verhalten und ihre Bedeutung für Verhaltensänderungen

          Der Einfluss von Gewohnheiten auf alltägliches Verhalten und ihre Bedeutung für Verhaltensänderungen Die meisten menschlichen Handlungen im Alltag beruhen weniger auf bewusster Entscheidung als vielmehr auf routinemäßigen Gewohnheiten. Eine aktuelle Studie von Rebar et al- (2025) verdeutlicht, dass rund zwei Drittel des täglichen Handelns automatisch ablaufen. Man befragte dazu 105 Personen über eine Woche hinweg, wobei die Teilnehmenden sechs Mal pro Tag per Smartphone Auskunft darüber gaben, was sie gerade taten und weshalb. Die Auswertung ergab, dass… Weiterlesen »Der Einfluss von Gewohnheiten auf alltägliches Verhalten und ihre Bedeutung für Verhaltensänderungen

          Witz, Humor, Lachen, Psychologie, Psychotherapie

          Drei Dinge helfen, die Mühseligkeiten des Lebens zu tragen: die Hoffnung, der Schlaf und das Lachen. Immanuel Kant Humor ist keine Gabe des Geistes, er ist eine Gabe des Herzens. Ludwig Börne *** Hier KLICKEN: Das BUCH dazu! *** Wenn man junge Schimpansen, Orang-Utans, Bonobos, Gorillas immer wieder kräftig kitzelt, dann kichern und grunzen icht nur Schimpansen und Bonobos, die dem Menschen evolutionär nahe stehen, sondern auch Gorillas und Orang-Utans antworteten auf das Kitzeln mit stakkatoartigen Lauten.… Weiterlesen »Witz, Humor, Lachen, Psychologie, Psychotherapie

          Die Bedeutung haptischer Kommunikation in der Werbung

            Der Tastsinn ist unser primärer Sinn und eng mit der Bildung von Emotionen, Vertrauen und Bindung verknüpft. Im Gegensatz zu kurzlebigen digitalen Eindrücken können haptische Reize eine nachhaltige Wirkung erzielen, da sie Markenbotschaften direkt im impliziten Gedächtnis verankern. Ein physisches Produkt, das man anfassen kann, schafft nicht nur Aufmerksamkeit, sondern auch ein ganzheitliches Erlebnis, das Sehen, Hören und Fühlen miteinander verbindet. Es vermittelt Authentizität und Substanz, die in der berührungslosen digitalen Welt oft fehlen. Durch die strategische… Weiterlesen »Die Bedeutung haptischer Kommunikation in der Werbung

            Gelassenheit lernen: Psychologische Impulse aus der stoischen Philosophie

              Es kommt nicht darauf an, was euch passiert, sondern wie ihr darauf reagiert. Epiktet Die Suche nach Gelassenheit ist eine der zentralen Bestrebungen des modernen Menschen. In einer Zeit permanenter Reizüberflutung, emotionaler Überforderung und zunehmender Unsicherheit erscheint der stoische Weg zur inneren Ruhe aktueller denn je. Die stoische Philosophie, deren Hauptvertreter Seneca, Epiktet und Mark Aurel sind, bietet einen erprobten, psychologisch anschlussfähigen Weg zu mehr Resilienz, emotionaler Selbststeuerung und Akzeptanz. Dabei geht es nicht um Gleichgültigkeit, sondern… Weiterlesen »Gelassenheit lernen: Psychologische Impulse aus der stoischen Philosophie

              Verzeihen fördert die Gesundheit

                Lieben uns die Frauen, so verzeihen sie uns alles, selbst unsere Vergehen; lieben sie uns nicht, so verzeihen sie uns nichts, selbst unsere Tugenden nicht. Honoré de Balzac Wir vergeben zu wenig und vergessen zuviel. Sophie-Jeanne Soymonof Swetchine Das Leben wird leichter, wenn wir nicht jeden Stein, der uns in den Weg gelegt wird, in den Rucksack packen. Stefan Werner Huber Frederic Luskin hat 259 Menschen, die zuvor in ihrem Umfeld gekränkt und beleidigt worden waren, darin… Weiterlesen »Verzeihen fördert die Gesundheit

                Das Blickverhalten von Menschen entwickelt sich im Laufe der Entwicklung

                  Die Art und Weise, wie Menschen ihre Umwelt visuell erkunden, ist keineswegs zufällig, denn der Blick bewegt sich mehrmals pro Sekunde und richtet sich gezielt auf für den jeweiligen bedeutsame Elemente, wie Gesichter oder Texte. Lange Zeit nahm man an, dass das typische Blickverhalten bereits im Grundschulalter ausgereift sei, doch neue Erkenntnisse widerlegen diese Annahme und zeigen, dass sich das Blickverhalten bis ins junge Erwachsenenalter kontinuierlich weiterentwickelt. Eine Studie von Linka et al. (2025) untersuchte die Blickbewegungen… Weiterlesen »Das Blickverhalten von Menschen entwickelt sich im Laufe der Entwicklung

                  Die Replikationskrise der Psychologie

                    In der psychologischen Forschung zeigt sich ein grundlegendes Problem: Es mangelt an Replikationsstudien, also an Arbeiten, die bestehende Forschungsergebnisse überprüfen und bestätigen. Diese Lücke hat weitreichende Folgen für die Verlässlichkeit und Glaubwürdigkeit der psychologischen Wissenschaft. Anstatt das Fundament der Disziplin durch wiederholte Überprüfung zu festigen, richtet sich das Interesse vieler Forschender fast ausschließlich auf neue, kreative Fragestellungen. Originelle Ideen, ungewöhnliche Hypothesen und innovative Methoden versprechen Aufmerksamkeit, Veröffentlichungen in renommierten Fachzeitschriften und akademisches Prestige. Die akribische Wiederholung bereits… Weiterlesen »Die Replikationskrise der Psychologie

                    Missbräuchliche Verwendung psychologische Begriffe im Alltag – die Pop-Psychologie

                      Psychologische Begriffe wie „Trigger“, „toxisch“ oder „narzisstisch“ werden zunehmend im Alltag verwendet, oft jedoch ohne fundiertes Wissen und in vereinfachter oder falscher Weise. Zwar ist es erfreulich, dass das Bewusstsein für psychische Gesundheit wächst und Menschen offener über ihre Gefühle und Beziehungen sprechen, andererseits birgt diese Pop-Psychologie Risiken, da sie komplexe Zusammenhänge auf einfache Schlagworte reduziert und problematische Muster auf andere abschiebt, anstatt eine tiefere Auseinandersetzung zu fördern. Einerseits kann Pop-Psychologie also helfen, Menschen für psychologische Themen… Weiterlesen »Missbräuchliche Verwendung psychologische Begriffe im Alltag – die Pop-Psychologie

                      Negatives Gottesbild erzeugt Angst und Depressionen

                      Häufig hört man das Argument, dass Menschen mit starkem Glauben seltener unter Angst und Depressionen leiden. Wissenschaftler der Universität Zürich und der Ruhr-Universität Bochum haben nun einige hundert Kirchgänger befragt, die in den letzten vier Jahren ein belastendes Erlebnis wie eine schwere Krankheit, ein Trauma oder einen Trauerfall zu verarbeiten hatten. Es zeigte sich aber, dass ein negatives Gottesbild zu psychischen Problemen führen kann. Entscheidend dafür, ob der Glaube Heil oder Unheil bringt, ist das Gottesbild der… Weiterlesen »Negatives Gottesbild erzeugt Angst und Depressionen