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Allgemein

Wie Schaftverengungen die neuronale Informationsverarbeitung prägen

    Nervenzellen bilden die Grundlage jeglicher kognitiven und physiologischen Prozesse im Gehirn, wobei ihre Kommunikation und Informationsverarbeitung maßgeblich über baumartige Fortsätze, die Dendriten, gesteuert werden. Bislang ging die klassische Neuroanatomie davon aus, dass es sich bei diesen Dendriten um relativ glatte, rohrförmige Kabel handelt, deren Hauptaufgabe darin besteht, elektrische Signale von den auf ihnen sitzenden Dornen (Spines) effizient zum Zellkörper weiterzuleiten und dabei als Empfangsstruktur für synaptische Reize zu dienen. Dieses seit rund 150 Jahren etablierte und Lehrbuch-geprägte… Weiterlesen »Wie Schaftverengungen die neuronale Informationsverarbeitung prägen

    Wie das menschliche Gehirn grammatikalische Irrwege korrigiert

      Beim Lesen bewegt sich das menschliche Auge keineswegs in einer durchgehenden, gleichmäßigen Vorwärtsbewegung über eine Textzeile. Stattdessen setzt sich der Lesevorgang aus schnellen Sprüngen (Sakkaden) und kurzen Ruhephasen (Fixationen) zusammen. Ein wesentlicher Teil dieser Bewegungen verläuft zudem rückwärts: Etwa jede fünfte Blickbewegung dient dazu, bereits gelesene Textpassagen erneut zu erfassen. In der Sprachwissenschaft existiert seit langem die Annahme, dass der kognitive Aufwand beim Verstehen von Sprache maßgeblich von der Erwartbarkeit einzelner Wörter abhängt. Das Gehirn antizipiert laufend… Weiterlesen »Wie das menschliche Gehirn grammatikalische Irrwege korrigiert

      Artificial Intelligence vs. Künstliche Intelligenz

        Die Begründung für dieses Missverständnis lässt sich wissenschaftlich und sprachlich präzise aufschlüsseln. Das Kernproblem liegt in einer semantischen Asymmetrie zwischen der deutschen und der englischen Sprache sowie in der Übertragung eines alltagspsychologischen bzw. anthropomorphen Intelligenzbegriffs auf ein technologisches System. Etymologische Vertauschung: Intelligence vs. Intelligenz Der Schlüssel zur Aufklärung dieses Missverständnisses liegt in der Übersetzung des Begriffs Artificial Intelligence (AI). Englisch (Intelligence): Das englische Wort intelligence leitet sich vom lateinischen intellegere („erkennen“, „einsehen“, „Informationen sammeln“) ab. Es hat… Weiterlesen »Artificial Intelligence vs. Künstliche Intelligenz

        Die sprachliche Konstruktion des Affekts: Wie Konzepte die Emotionen formen

          Die Annahme, dass Emotionen universelle, biologisch festverdrahtete Reaktionsmuster sind, die unabhängig von Sprache und Kultur existieren, wird durch moderne neurowissenschaftliche Erkenntnisse zunehmend infrage gestellt. Ein zentraler theoretischer Rahmen hierfür ist die Theorie des konstruierten Emotionserlebens, die postuliert, dass das Gehirn Emotionen aktiv konstruiert, indem es sensorische Daten aus dem Körper (Interozeption) mit gelerntem konzeptionellem Wissen abgleicht. In diesem Prozess fungiert Sprache nicht bloß als Werkzeug zur Beschreibung bereits existierender Gefühle, sondern als konstitutives Element des emotionalen Erlebens… Weiterlesen »Die sprachliche Konstruktion des Affekts: Wie Konzepte die Emotionen formen

          Die Bedeutung methodischer Entscheidungen für die Belastbarkeit sozialwissenschaftlicher Forschung

            Die Replizierbarkeitskrise, die vor etwa einem Jahrzehnt durch das „Reproducibility Project: Psychology“ ausgelöst wurde, hat die Sozial- und Verhaltenswissenschaften grundlegend transformiert und zu Reformen wie der Vorab-Registrierung von Studien geführt. Dennoch blieb eine zentrale Quelle wissenschaftlicher Unsicherheit lange Zeit unterbelichtet: die analytische Variabilität. Eine aktuelle, großangelegte Crowd-Initiative, an der über 450 Forschende weltweit beteiligt waren, untersuchte diese Problematik nun systematisch durch die Re-Analyse von 100 Studien aus den Jahren 2009 bis 2018. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass wissenschaftliche… Weiterlesen »Die Bedeutung methodischer Entscheidungen für die Belastbarkeit sozialwissenschaftlicher Forschung

            Essstörungen verstehen: Definitionen, Ursachen und Merkmale

              FAQ zu Essstörungen: Wissenswertes im Überblick Was sind Essstörungen aus medizinischer Sicht? Essstörungen sind schwerwiegende psychosomatische Erkrankungen, bei denen das Essverhalten als Bewältigungsstrategie für tieferliegende seelische Konflikte dient. Zu den bekanntesten Formen zählen die Anorexia nervosa (Magersucht) und die Bulimia nervosa (Ess-Brechsucht), während die Adipositas oft als psychogene Heißhungerstörung klassifiziert wird. Kennzeichnend ist eine übertriebene gedankliche Beschäftigung mit Nahrung, Gewicht und dem eigenen Körperbild. Was versteht man unter einer Körperschemastörung bei Magersucht? Die Körperschemastörung ist ein Kernsymptom… Weiterlesen »Essstörungen verstehen: Definitionen, Ursachen und Merkmale

              Die Psychologie des Hörens

                Über Aufmerksamkeit, Beziehung und Erfahrung eines grundlegenden menschlichen Sinns. Das Hören gehört zu den grundlegendsten Formen menschlicher Weltbegegnung. Während der Sehsinn häufig als paradigmatischer Erkenntnissinn gilt, eröffnet der Hörsinn eine andere, weniger gegenständliche und stärker relationale Weise des Weltbezugs. Geräusche, Stimmen und Klänge erscheinen nicht als isolierte Objekte, sondern als Ereignisse in der Zeit, die sich nur im Vollzug des Wahrnehmens erschließen. Aus psychologischer Perspektive lässt sich Hören daher nicht allein als sensorischer Prozess beschreiben, sondern als… Weiterlesen »Die Psychologie des Hörens

                ExpertInnenlectures „Gender und eLearning“ im WS 06/07

                  Erste Lecture: „Gendern heißt ändern!“ Referentinnen: Birgit Buchinger, Ulrike Gschwandtner und Bente Knoll Zeit: Donnerstag, 14. Dezember 2006: 14:00 – 18:00 (s.t.) Ort: Semperdepot, Mehrzwecksaal, 2. Stock (rechts), Lehárgasse 8, 1060 Wien Zweite Lecture: „Viewing the elearning Landscape Through the Lens of Gender” in Kooperation mit dem „Projektzentrum Lehrentwicklung“ (FRIDAY LECTURE) und dem „Referat Genderforschung“ der Universität Wien Referentin: Gill Kirkup Zeit: Freitag, 12. Jänner 2007: 13:30 – 15:00 (s.t.) Ort: Projektzentrum Lehrentwicklung der Universität Wien, Porzellangasse… Weiterlesen »ExpertInnenlectures „Gender und eLearning“ im WS 06/07

                  Die aktive Informationswahl verstärkt die Wahrnehmung von Wahrheit

                    Seit etwa fünf Jahrzehnten ist in der psychologischen Forschung das Phänomen bekannt, dass Menschen dazu neigen, Informationen allein aufgrund ihrer wiederholten Darbietung für wahr zu halten. Dieser „Truth-Effekt“ beschreibt die kognitive Verzerrung, bei der Vertrautheit fälschlicherweise als Evidenz für den Wahrheitsgehalt einer Aussage interpretiert wird. Eine aktuelle Untersuchung von Ingendahl et al. (2026) erweitert dieses Verständnis nun um eine entscheidende Komponente der digitalen Ära: die aktive Informationssuche. In einer Serie von acht Experimenten mit insgesamt fast 1.000… Weiterlesen »Die aktive Informationswahl verstärkt die Wahrnehmung von Wahrheit

                    Warum die Psychodiagnostik neu gedacht werden sollte

                      Psychische Störungen werden bisher immer nach dem Vorbild körperlicher Erkrankungen eingeteilt:, d. h., Symptome werden gebündelt, erhalten einen Krankheitsnamen und bestimmen die Behandlung. Experten und Expertinnen kritisieren jedoch, dass dieses System psychische Probleme nur scheinbar klar voneinander abgrenzt, denn während körperliche Diagnosen meist auf nachweisbaren biologischen Ursachen beruhen, beschreiben psychische Diagnosen lediglich beobachtetes Erleben und Verhalten, ohne dass diese Kategorien eindeutig mit biologischen Merkmalen verknüpft wären. Hinzu kommt, dass viele Symptome wie Erschöpfung, Antriebslosigkeit oder Angst alltägliche… Weiterlesen »Warum die Psychodiagnostik neu gedacht werden sollte

                      Das menschliche Denken steht unter Energiegrenzen

                        Aktuelle Untersuchungen stellen die energetische Grundlage des Denkens in den Mittelpunkt der Kognitionsforschung, denn Haueis & Colaço (2025) konnten zeigen, dass gängige Modelle geistiger Prozesse – von Wahrnehmung über Gedächtnis bis hin zu Aufmerksamkeit – die energetischen Rahmenbedingungen des Gehirns bislang kaum berücksichtigen. Obwohl das Gehirn lediglich einen kleinen Teil der Körpermasse ausmacht, beansprucht es einen erheblichen Anteil des gesamten Energieverbrauchs und arbeitet dabei immer noch effizienter als moderne Computersysteme. Diese Tatsache wird in vielen theoretischen Modellen… Weiterlesen »Das menschliche Denken steht unter Energiegrenzen

                        Der Einfluss von Gewohnheiten auf alltägliches Verhalten und ihre Bedeutung für Verhaltensänderungen

                          Der Einfluss von Gewohnheiten auf alltägliches Verhalten und ihre Bedeutung für Verhaltensänderungen Die meisten menschlichen Handlungen im Alltag beruhen weniger auf bewusster Entscheidung als vielmehr auf routinemäßigen Gewohnheiten. Eine aktuelle Studie von Rebar et al- (2025) verdeutlicht, dass rund zwei Drittel des täglichen Handelns automatisch ablaufen. Man befragte dazu 105 Personen über eine Woche hinweg, wobei die Teilnehmenden sechs Mal pro Tag per Smartphone Auskunft darüber gaben, was sie gerade taten und weshalb. Die Auswertung ergab, dass… Weiterlesen »Der Einfluss von Gewohnheiten auf alltägliches Verhalten und ihre Bedeutung für Verhaltensänderungen