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Allgemein

Auch Föten reagieren schon auf die Nahrungsaufnahme ihrer Mutter

    Durch die Ernährung schwangerer Frauen werden Föten einer Vielzahl von Aromen ausgesetzt, die aus zusammengesetzten Geruchs-, Geschmacks- und Chemosensibilitäten bestehen. Die Auswirkungen einer solchen pränatalen Geschmacksexposition auf die chemosensorische Entwicklung wurden bisher nur postnatal bei menschlichen Säuglingen gemessen. Ustun et al. (2022) haben nun eine ersten direkten Nachweis der fötalen Reaktion auf Geschmacksstoffe, die durch den mütterlichen Verzehr übertragen werden, nachgewiesen, indem sie die fötalen Gesichtsbewegungen Bild für Bild bei schwangeren Frauen und ihren Föten aus dem… Weiterlesen »Auch Föten reagieren schon auf die Nahrungsaufnahme ihrer Mutter

    Die Epistemiologie in der Psychologie

      Der Fokus auf die Methode (Methodolatrie) und die positivistische Ausrichtung der Psychologie war zu Beginn einer wissenschaftlichen Ausrichtung mit dem Wunsch verbunden, eher als harte Naturwissenschaft denn als Sozialwissenschaft oder gar Teil der Geisteswissenschaften zu gelten, was den psychologischen Disziplinen zusätzlich Legitimität verleihen sollte. Dies sollte eine szientistische Haltung beim Studium von Verhalten und mentalen Prozessen fördern, indem man seit damals versuchte, die Rolle der Subjektivität in der Forschung zu minimieren, wobei eine solche Fokussierung auf den… Weiterlesen »Die Epistemiologie in der Psychologie

      Gehirnnetzwerke zur Impulskontrolle

        Zielgerichtetes Verhalten hängt entscheidend von der Fähigkeit ab, Impulse und vorherrschende Verhaltensreaktionen zu unterdrücken, wobei sich die Fähigkeit zur Selbstkontrolle bzw. Impulskontrolle in der frühen Kindheit entwickelt und sich deutlich zwischen 3 und 4 Jahren verbessert. Die Faktoren, die hinter dieser Entwicklung stehen, werden seit vielen Jahren in der Psychologie intensiv diskutiert. Berger et al. (2022) haben nun untersucht, welche Gehirnstrukturen mit der Entwicklung dieser wichtigen Fähigkeit zusammenhängen, indem sie mithilfe eines multimodalen Ansatzes ausgeprägte Verhaltensverbesserungen (Marshmallow-Test)… Weiterlesen »Gehirnnetzwerke zur Impulskontrolle

        Folgen von Schlafstörungen, Schlafdefizit und Rhythmusstörungen

          Folgende geistigen Fähigkeiten bauen nach einer schlaflosen Nacht am meisten ab: am deutlichsten merkt man den Schlafmangel bei der Konzentrationsfähigkeit, doch auch Geschicklichkeit, Genauigkeit und das menschliche Gedächtnis werden in Mitleidenschaft gezogen. Ähnliches gilt für alle anderen Funktionen, die mit klarem Denken zu tun haben. Schon nach sechzehn Stunden Wachsein und Informationsaufnahme benötigt man den Schlaf, damit das Gehirn diese Informationen sortieren, ordnen oder aussortieren kann. Aber der Schlaf ist auch wichtig, um das Gehirn und den… Weiterlesen »Folgen von Schlafstörungen, Schlafdefizit und Rhythmusstörungen

          Die Unterschiede zwischen dem Wachbewusstsein und dem Traumbewusstsein

            Man weiß zwar wie, aber nicht warum das menschliche Gehirn im Schlaf aktiviert wird. Hobson (2009) vermutet, dass die Hirnaktivierung im Schlaf die Entwicklung und Aufrechterhaltung von Schaltkreisen ermöglicht, die für höhere Hirnfunktionen, einschließlich des Bewusstseins, notwendig sind. Im Wachzustand können Menschen in den Spiegel schauen und erkennen, dass sie sich selbst und nicht nur eine andere Person betrachten. Sie verstehen dabei den Unterschied zwischen Wünschen und Bedürfnissen, können ihre motorischen Fähigkeiten koordinieren und nutzen aktiv ihr… Weiterlesen »Die Unterschiede zwischen dem Wachbewusstsein und dem Traumbewusstsein

            Warum Menschen hören, was sie erwarten zu hören

              Die subkortikalen sensorischen Bahnen sind die grundlegenden Kanäle für die Abbildung der Außenwelt im menschlichen Gehirn, wobei die sensorischen Bahnen Informationen effizient übertragen, indem sie die neuronalen Reaktionen an die lokale Statistik des sensorischen Inputs anpassen. Die seit langem bekannte mechanistische Erklärung für dieses adaptive Verhalten ist, dass die neuronale Aktivität mit zunehmender Regelmäßigkeit in der lokalen Statistik der Reize abnimmt. Eine alternative Erklärung aber ist, dass die neuronale Kodierung direkt von den Erwartungen an den sensorischen… Weiterlesen »Warum Menschen hören, was sie erwarten zu hören

              Was ist Mediation?

                Im modernen Konfliktmanagement ist Mediation häufig die Methode der Wahl, wenn es einmal „brennt“ und ohne fremde Hilfe nichts mehr geht. Mediation beruht auf der Vorraussetzung der Freiwilligkeit der Teilnahme aller Konfliktparteien. Mediation ist ein sehr vielseitiges, anpassungsfähiges und kostengünstiges Instrument der Konfliktlösung. Vorteile sind die rasche Durchführung eines Mediationsverfahrens und der mögliche Einbezug aller Betroffenen bei der Bewältigung des Konfliktes. Dadurch ist nicht zuletzt auch die Haltbarkeit der gefundenen Lösungen garantiert. Bei all dem ist Mediation… Weiterlesen »Was ist Mediation?

                Wie das Sehsystem sich auf Veränderungen vorbereitet

                  Bei der sensorische Verarbeitung von Umweltreizen sieht die prädiktive Kodierung vor, dass eingehende Signale iterativ mit Top-down-Vorhersagen entlang eines hierarchischen Verarbeitungsschemas verglichen werden. Bei jedem Schritt werden also Fehlersignale, die sich aus den Unterschieden zwischen den tatsächlichen Eingaben und den Vorhersagen ergeben, weitergeleitet und durch die Aktualisierung interner Modelle immer wieder minimiert, um schließlich wegerklärt zu werden. So machen etwa die Augen bei der Fixation von Objekten pro Tag weit mehr als hunderttausend schnelle Blicksprünge, wobei das… Weiterlesen »Wie das Sehsystem sich auf Veränderungen vorbereitet

                  Unbewusste Erinnerungen im episodischen Gedächtnis resistenter gegen das Vergessen

                    Bisher ging man davon aus, dass nur bewusst Erlebtes im episodischen Gedächtnis und über den Hippocampus gespeichert wird und auch das Verhalten beeinflusst. Schneider et al. (2021) konnten nachweisen, dass nicht nur bewusste, sondern auch unbewusste alltägliche Erlebnisse von unserem Gedächtnis abgespeichert werden, wobei die unbewussten Erlebnisse im Unterschied zu den bewussten vom Gehirn nicht wieder gelöscht werden. Zudem entdeckte man, dass nur das bewusst gelernte, aber nicht unbewusst gelernte Episodenwissen einem Vergessensprozess unterliegt. In den Experimenten… Weiterlesen »Unbewusste Erinnerungen im episodischen Gedächtnis resistenter gegen das Vergessen

                    Warum finden unreplizierbare Forschungsergebnisse so viel Aufmerksamkeit?

                      Serra-Garcia & Gneezy (2021) benutzten öffentlich zugängliche Daten, um zu zeigen, dass veröffentlichte Arbeiten in Top-Journalen der Psychologie, Wirtschaftswissenschaften und des allgemeinen Interesses, die man nicht wiederholen kann, häufiger zitiert werden als solche, die sich replizieren lassen. Das bedeutet letztlich also, dass Studien, deren Ergebnisse als gesichert gelten, offenbar viel weniger Aufmerksamkeit bekommen als Studien mit wenig gesicherten Resultaten. Diese wenig gesicherten Forschungsergebnisse wurden bis zu dreihundertmal öfter von anderen WissenschaftlerInnen zitiert. Dieser Unterschied in der Zitierung… Weiterlesen »Warum finden unreplizierbare Forschungsergebnisse so viel Aufmerksamkeit?