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Die Epistemiologie in der Psychologie

    Der Fokus auf die Methode (Methodolatrie) und die positivistische Ausrichtung der Psychologie war zu Beginn einer wissenschaftlichen Ausrichtung mit dem Wunsch verbunden, eher als harte Naturwissenschaft denn als Sozialwissenschaft oder gar Teil der Geisteswissenschaften zu gelten, was den psychologischen Disziplinen zusätzlich Legitimität verleihen sollte. Dies sollte eine szientistische Haltung beim Studium von Verhalten und mentalen Prozessen fördern, indem man seit damals versuchte, die Rolle der Subjektivität in der Forschung zu minimieren, wobei eine solche Fokussierung auf den… Weiterlesen »Die Epistemiologie in der Psychologie

    Vergiftet Denken das Gehirn? ;-)

      Verhaltenstätigkeiten, die die Kontrolle über automatische Routinen erfordern, werden in der Regel als anstrengend empfunden und führen zu kognitiver Ermüdung. Abgesehen von subjektiven Berichten bringt eine kognitive Ermüdung überhöhte Kosten der kognitiven Kontrolle mit sich. Die Ursachen einer solchen Inflation der Kontrollkosten bei kognitiver Arbeit sind jedoch nach wie vor stark umstritten. Wiehler et al. (2022) versuchten jüngst eine neuro-metabolische Erklärung, wobei die Kosten mit der Notwendigkeit zusammenhängen, potenziell toxische Substanzen zu recyceln, die während der kognitiven… Weiterlesen »Vergiftet Denken das Gehirn? 😉

      Neurogliaformzellen regulieren die Informationsübertragung im Gehirn

        Um adaptives Verhalten zu erzeugen, kombiniert das Gehirn ständig Informationen aus verschiedenen Quellen, was eine wirksame Kommunikation zwischen verschiedenen Gehirnarealen erfordert, wobei verteilte neuronale Netzwerke ihre laufende Aktivität entweder dynamisch synchronisieren oder entkoppeln. Man weiß auch, dass GABAerge Interneuronen Ensembles an Netzwerk-Oszillationen binden, aber es bleibt die Frage, wie diese Synchronität wieder aktiv aufgehoben wird, um neue Kommunikationspartner zu ermöglichen. Dabei ist die entscheidende Frage, wie es unterschiedlichen Neuronen-Schaltkreise im Gehirn gelingen kann, die aktuell eingehenden Informationen… Weiterlesen »Neurogliaformzellen regulieren die Informationsübertragung im Gehirn

        Der Wert des Tagträumens wird unterschätzt

          Tagträumen, also die Fähigkeit, sich ohne äußere Stimulation mit inneren Gedanken zu beschäftigen, ist eine einzigartige Eigenschaft des Menschen. Objektiv betrachtet spielt sich zwar immer etwas ab, und das auch ohne externe Reize, doch halten viele Menschen diesen Zustand für langweilig und nicht erstrebenswert, d. h., sie suchen deshalb dauernd nach etwas, mit dem sie sich ablenken und unterhalten können. Hatano et al. (2022) haben in sechs Experimenten die Hypothese überprüft, dass Menschen ihre Fähigkeit, diesen Prozess… Weiterlesen »Der Wert des Tagträumens wird unterschätzt

          Die Demotivation von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern

            Untersuchungen von Wirtschaftspsychologen zeigen, dass Demotivation häufiger und wirksamer als Motivation ist, was dazu führen kann, dass Beschäftigte innerlich kündigen. Auch als Führungskraft hat man wenig Einfluss darauf, was für die Beschäftigten an sich wertvoll oder befriedigend ist, denn man kann niemanden dazu zwingen, mit Spaß, Überzeugung und Euphorie etwa die Vollständigkeit von Daten zu überprüfen. Wenn der oder die betreffende Beschäftigte kein ausgeprägtes Ordnungsmotiv hat und nicht von sich aus großen Wert auf Korrektheit legt, kann… Weiterlesen »Die Demotivation von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern

            Gehirnnetzwerke zur Impulskontrolle

              Zielgerichtetes Verhalten hängt entscheidend von der Fähigkeit ab, Impulse und vorherrschende Verhaltensreaktionen zu unterdrücken, wobei sich die Fähigkeit zur Selbstkontrolle bzw. Impulskontrolle in der frühen Kindheit entwickelt und sich deutlich zwischen 3 und 4 Jahren verbessert. Die Faktoren, die hinter dieser Entwicklung stehen, werden seit vielen Jahren in der Psychologie intensiv diskutiert. Berger et al. (2022) haben nun untersucht, welche Gehirnstrukturen mit der Entwicklung dieser wichtigen Fähigkeit zusammenhängen, indem sie mithilfe eines multimodalen Ansatzes ausgeprägte Verhaltensverbesserungen (Marshmallow-Test)… Weiterlesen »Gehirnnetzwerke zur Impulskontrolle

              Kurzfristiges Erwachen kann ein natürlicher Teil der Schlafphasen sein

                Der Schlaf weist eine komplexe Mikroarchitektur auf, die Mikro-Arousals, Schlafspindeln und Übergänge zwischen Schlafstadien umfasst. Fragmentierter Schlaf beeinträchtigt die Gedächtniskonsolidierung, während spindelstarker und deltareicher Non-REM-Schlaf und REM-Schlaf diese fördern. Die Beziehung zwischen Mikroarousals und gedächtnisfördernden Aspekten des Schlafs ist jedoch noch unklar. In einer Studie untersuchten nun Kjaerby et al. (2022) mit Hilfe der Faserphotometrie bei Mäusen, wie die Freisetzung des Erregungsmediators Noradrenalin die Mikroarchitektur des Schlafs beeinflusst. Sie konnten zeigen, dass Mikroerregungen während des Non-REM-Schlafs in… Weiterlesen »Kurzfristiges Erwachen kann ein natürlicher Teil der Schlafphasen sein

                Inner crowd effect

                  Viele Entscheidungen beruhen auf der Fähigkeit der Menschen, unbekannte Größen zu schätzen, wobei bei solchen Entscheidungen die aggregierte Schätzung einer Gruppe von Menschen oft genauer ist als die meisten individuellen Schätzungen. Bemerkenswerterweise gelten ähnliche Prinzipien, wenn mehrere Schätzungen derselben Person aggregiert werden, und eine zentrale Herausforderung besteht darin, Strategien zu finden, die die Genauigkeit der aggregierten Schätzungen von Personen verbessern. Van de Calseyde & Efendic (2022) entwickelten dafür eine Strategie, bei der Menschen eine erste Schätzung mit… Weiterlesen »Inner crowd effect

                  Der Unterschied zwischen Schlaf und Wachsein wird durch Rückkopplungssignale im Gehirn bestimmt

                    Während des Schlafs lösen sensorische Reize nur selten eine Verhaltensreaktion oder eine bewusste Wahrnehmung aus. Es ist jedoch noch unklar, ob der Schlaf bestimmte Aspekte der sensorischen Verarbeitung hemmt, wie z. B. die Feedforward- oder Feedback-Signalgebung. Hayat et al- (2022) haben Patienten mit Epilepsie im Wachzustand und im Schlaf auditive Reize (z. B. Klickgeräusche, Worte, Musik) dargeboten und dabei neuronale Spikes, lokale Mikrokabel-Feldpotentiale, intrakranielle Elektroenzephalogramme und Polysomnographie aufgezeichnet. Auditive Stimuli induzierten robuste und selektive Spiking- und Hoch-Gamma-Reaktionen… Weiterlesen »Der Unterschied zwischen Schlaf und Wachsein wird durch Rückkopplungssignale im Gehirn bestimmt

                    Die Entwicklung der Selbstkontrolle im Gehirn

                      Zielgerichtetes Verhalten hängt entscheidend von der Fähigkeit ab, Impulse und vorherrschende Verhaltensreaktionen zu unterdrücken, wobei sich diese Fähigkeit der hemmenden Kontrolle in der frühen Kindheit entwickelt und sich deutlich zwischen 3 und 4 Jahren verstärkt. Erwachsene besitzen meist die Fähigkeit, die eigenen Gedanken, Emotionen und ihr Verhalten zu kontrollieren, was sie in Entscheidungssituationen innehalten lässt und ihnen ermöglicht, auch langfristige Ziele zu erreichen. Berger et al. (2022) untersuchten nun, welche Gehirnstrukturen mit der Entwicklung dieser entscheidenden Fähigkeit… Weiterlesen »Die Entwicklung der Selbstkontrolle im Gehirn

                      Rasse und Geschlecht eines Arztes hat Einfluss auf die Wirksamkeit eines Medikaments

                        Um zu untersuchen, ob die ethnische Herkunft von Gesundheitspersonal einen Einfluss auf die Wirksamkeit von Medikamenten hat, variierten Howe et al. (2022) die Rasse und das Geschlecht des Arztes, von dem weiße Patienten eine identische Behandlung für allergische Reaktionen erhielten, und maßen die Verbesserung der Patienten als Reaktion auf diese Behandlung, um so herauszufinden, wie die demografischen Merkmale eines Arztes die körperlichen Reaktionen auf die Gesundheitsversorgung beeinflussen. Weiße Patienten, die unter einer laborinduzierten allergischen Reaktion litten, hatten… Weiterlesen »Rasse und Geschlecht eines Arztes hat Einfluss auf die Wirksamkeit eines Medikaments

                        Gutachten in der Forensik: Prognose vs. Risikoeinschätzung

                          Die Anforderungen an psychiatrische oder psychologische Risikoeinschätzungen in der Forensik sind wesentlich gestiegen, denn es genügt nicht mehr, Chancen und Risiken für ein künftiges Legalverhalten bestmöglich zu erfassen, denn Risikoeinschätzung ist Voraussetzung für das Risikomanagement, Risikomanagement notwendige Folge einer Risikoeinschätzung. Prognosen sagen voraus, was geschehen wird, ihre Richtigkeit erweist sich, wenn das eintrifft, was vorausgesagt wurde, Risikoeinschätzungen hingegen dienen dazu aufzuzeigen, was sich ändern muss, damit eine Gefahr nicht zur Realität wird, sondern abgewendet werden kann. Sie… Weiterlesen »Gutachten in der Forensik: Prognose vs. Risikoeinschätzung