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Gehirnforschung

Die moderne Gehirnforschung begann mit der Phrenologie, als Franz Joseph Gall Zusammenhänge zwischen Arealen des Gehirns und kognitiven Funktionen herstellte.

Das menschliche Gehirn strukturiert Wahrgenommenes auch unbewusst

    Tacikowski et al. (2024) haben untersucht, wie das menschliche Gehirn unbewusst aus Erfahrungen lernt. Es wurde nachgewiesen, dass das Gehirn zeitliche und räumliche Muster in unseren Erlebnissen erkennt und speichert, um zukünftige Ereignisse vorherzusagen, wobei diese Prozesse oft ohne bewusstes Wissen stattfinden und eine zentrale Rolle für das Lernen und Gedächtnis spielen. Die Studie fokussiert sich auf den Hippocampus und den entorhinalen Cortex, zwei Gehirnregionen, die für das episodische Gedächtnis verantwortlich sind. Die Forschenden nutzten eine innovative… Weiterlesen »Das menschliche Gehirn strukturiert Wahrgenommenes auch unbewusst

    Männliche und weibliche Gehirn unterscheiden sich schon bei der Geburt

      Eine aktuelle Studie des Autism Research Centres der Universität Cambridge zeigt, dass es bereits bei der Geburt signifikante geschlechtsspezifische Unterschiede in der Gehirnstruktur von Neugeborenen gibt. Diese Ergebnisse basieren auf der Analyse von MRT-Gehirnscans von über 500 Säuglingen und stellen die bisher größte Untersuchung dieser Art dar. Die Entdeckung wirft neue Fragen zu den biologischen Grundlagen der Gehirnentwicklung und deren Einfluss auf die Neurodiversität au, denn man fand heraus, dass männliche Neugeborene tendenziell ein größeres Gesamtvolumen im… Weiterlesen »Männliche und weibliche Gehirn unterscheiden sich schon bei der Geburt

      Legasthenie und Gehirnstruktur

        Eine Studie von Soheili-Nezhad et al. (2024) untersucht den Zusammenhang zwischen genetischer Veranlagung zur Legasthenie und der Hirnstruktur bei Erwachsenen. Ziel war es, die strukturellen Gehirnkorrelate der genetischen Prädisposition zur Legasthenie zu erfassen und zu verstehen, wie genetische Varianten, die mit dieser Störung assoziiert sind, mit Veränderungen in der Hirnstruktur zusammenhängen. Die Forscher analysierten dabei genetische Daten von 51.800 Menschen mit und mehr als einer Million Menschen ohne diagnostizierte Legasthenie, wobei diese genetischen Varianten mit Gehirnscans von… Weiterlesen »Legasthenie und Gehirnstruktur

        Warum greifen sich Menschen ins Gesicht?

          Erwachsene fassen sich häufig ins Gesicht, bis zu 800 Mal am Tag, oft unbewusst und ohne ersichtlichen Grund. Laut Psychologen erfüllen diese Berührungen eine wichtige Funktion, indem sie Stress reduzieren und den emotionalen Zustand regulieren helfen. Forschungsergebnisse zeigen, dass Berührungen im Allgemeinen die Gesundheit fördern, indem sie Ängste und Schmerzen mindern sowie den Blutdruck senken. Auch Selbstberührungen, insbesondere im Gesicht, können das Stresslevel durch Senkung des Cortisolspiegels beeinflussen. Der Gesichtskontakt wird als besonders effektiv betrachtet, weil dort… Weiterlesen »Warum greifen sich Menschen ins Gesicht?

          Die Rolle langsamer Erregungswellen im Schlaf bei der Gedächtniskonsolidierung

            Die Frage, wie Erinnerungen im menschlichen Gehirn langfristig gespeichert werden, ist seit langem ein zentrales Thema der Neurowissenschaften. Eine neue Studie liefert nun entscheidende Erkenntnisse darüber, wie langsame Erregungswellen im Schlaf – sogenannte „Slow Waves“ – die synaptische Konsolidierung von Gedächtnisinhalten fördern. Slow Waves, auch als Slow Oscillations bezeichnet, sind im EEG messbare, langsame Erregungswellen, die typischerweise im Tiefschlaf auftreten. Sie werden mit der Gedächtniskonsolidierung und der Erhöhung der neuronalen Plastizität in Verbindung gebracht. Der Begriff „Deltawellen“… Weiterlesen »Die Rolle langsamer Erregungswellen im Schlaf bei der Gedächtniskonsolidierung

            Wie schnell können Menschen denken?

              Erst in jüngster Zeit gelang die Entdeckung der begrenzten Geschwindigkeit des menschlichen Denkens, wobei neue Studien zeigen, dass der menschliche Informationsdurchsatz bei etwa 10 Bits pro Sekunde liegt, was im Vergleich zu den enormen 1 Milliarde Bits pro Sekunde, die die sensorischen Systeme aufnehmen, extrem langsam erscheint. Es gibt daher das Paradoxon, dass der menschliche Verstand so langsam denkt, obwohl wir mit Milliarden von Neuronen ausgestattet sind, die weit mehr als 10 Bits pro Sekunde verarbeiten könnten.… Weiterlesen »Wie schnell können Menschen denken?

              Mögliche Erklärung für das Paradox der langsamen menschlichen Verarbeitungsgeschwindigkeit

                Zheng & Meister (2024) haben sich mit dem Paradox der langsamen menschlichen Verarbeitungsgeschwindigkeit im Vergleich zur hohen Datenrate unserer Sinnesorgane beschäftigt. Der menschliche Informationsdurchsatz wird auf etwa 10 Bits pro Sekunde geschätzt, während unsere Sinneswahrnehmung Daten mit einer Geschwindigkeit von etwa einer Milliarde Bits pro Sekunde erfasst. Diese enorme Diskrepanz wirft grundlegende Fragen zur Funktionsweise des menschlichen Gehirns auf, insbesondere bezüglich der Rolle der Neuronen und der Frage, warum das Gehirn trotz seiner enormen neuronalen Ressourcen nur… Weiterlesen »Mögliche Erklärung für das Paradox der langsamen menschlichen Verarbeitungsgeschwindigkeit

                Die Rolle der Deltawellen bei der Gedächtnisbildung

                  In einer Studie von Mittermaier et al. (2024) konnten neue Erkenntnisse über die Rolle langsamer Gehirnwellen (Slow Waves) bei der Gedächtnisbildung während des Tiefschlafs gewonnen werden. Als „Slow Waves“ oder auch „Slow Oscillations“ werden langsame Erregungswellen im Tiefschlaf bezeichnet. Der Begriff „Deltawellen“ bezeichnet ein bestimmtes Frequenzband im EEG und beschreibt damit langsame Erregungswellen, die auch außerhalb des Schlafs im Rahmen von Erkrankungen auftreten können. Insofern stellt er einen Überbegriff dar, der jedoch teilweise synonym mit „Slow Waves“… Weiterlesen »Die Rolle der Deltawellen bei der Gedächtnisbildung

                  Neue Erkenntnisse zur inneren Uhr

                    Innere Uhren steuern in nahezu allen Lebewesen physiologische Prozesse sowie das Verhalten. Diesbezüglich weisen alle Tiere, einschließlich des Menschen, tägliche Rhythmen hinsichtlich ihrer Aktivität, ihres Schlafes, ihres Hungers, ihres Stoffwechsels sowie ihrer Fortpflanzung auf. Das System, welches die biologischen Rhythmen reguliert, wird als circadiane Uhr bezeichnet und steuert sämtliche Vorgänge im Körper innerhalb eines 24-Stunden-Zeitraums. Die zentrale Steuereinheit, die „Hauptuhr“, ist bei Wirbeltieren im Gehirn in einem Bereich lokalisiert, der als suprachiasmatischer Nukleus (SCN) bezeichnet wird. Die… Weiterlesen »Neue Erkenntnisse zur inneren Uhr

                    Die Struktur von Axonen

                      Griswold et al. (2024) haben eine überraschende Entdeckung zur Struktur von Nervenzellen gemacht. Entgegen der bisherigen Annahme, dass Axone glatte, röhrenförmige Strukturen sind, zeigt die Studie, dass sie in Mäusegehirnen eher einer Perlenkette ähneln. Diese neue Erkenntnis wurde durch eine spezielle Kryokonservierungsmethode ermöglicht, bei der die Proben in flüssigem Stickstoff eingefroren wurden. Dies erlaubte eine detailliertere Beobachtung der natürlichen Struktur im Vergleich zu herkömmlichen Präparationsmethoden. Nicht-myelinisierte Axone des Zentralnervensystems der Maus wiesen nicht-synaptische, nanoskopische Varicositäten mit einem… Weiterlesen »Die Struktur von Axonen

                      Wie Hunde menschliche Sprache verarbeiten

                        Das menschliche Gehirn verarbeitet bei einem Zuruf die lexikalische Bedeutung getrennt von der emotionalen Prosodie der Sprache auf höheren Ebenen der Verarbeitungshierarchie. Prosodie ist dabei die Gesamtheit der lautlichen Merkmale beim Sprechen, die nicht an den Laut bzw. ans Phonem sondern an umfassendere lautliche Einheiten gebunden sind (Intonation, Tempo, Rhythmus, Akzent etc). Gábor et al. (2020) haben nuzn gezeigt, dass auch Hundegehirne lexikalische und emotionale prosodische Informationen in menschlichen gesprochenen Worten auseinanderhalten können. Bekanntlich beherrschen manche Hunde… Weiterlesen »Wie Hunde menschliche Sprache verarbeiten

                        Wie affektive Reize die Wahrnehmung von Gesichtern beeinflussen

                          In wiederholten Experimenten konnte nachgewiesen werden, dass visuell präsentierte Reize durch ihre Assoziation mit affektiven Reizen eine zusätzliche Bedeutung erlangen können. Für Menschen stellen etwa Stimmen und Gesichter bedeutsame Quellen sozialer und emotionaler Informationen dar. Des Weiteren wird die Wahrnehmung durch situative Faktoren und mit ihnen verknüpfte Inhalte beeinflusst. In ihrer Studie untersuchten Ziereis & Schacht (2023), wie erlernte emotionale Kontextreize die Wahrnehmung von Gesichtern auf verschiedenen Verarbeitungsstufen beeinflussen. Im ersten Schritt wurden die Versuchsteilnehmenden instruiert, zu… Weiterlesen »Wie affektive Reize die Wahrnehmung von Gesichtern beeinflussen