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Gehirnforschung

Die moderne Gehirnforschung begann mit der Phrenologie, als Franz Joseph Gall Zusammenhänge zwischen Arealen des Gehirns und kognitiven Funktionen herstellte.

Tiefschlaf fördert die Gedächtniskonsolidierung

    Im Tiefschlaf erfolgt eine entscheidende Verarbeitung und Konsolidierung von Erinnerungen, wobei das Erlebte vom Kurzzeit- ins Langzeitgedächtnis überführt wird. Diese Gedächtnisbildung, so die Forschung, ist maßgeblich durch den sogenannten Slow-Wave-Schlaf (SWS) beeinflusst. Mittermaier et al. (2024) untersuchten nun die zugrunde liegenden Mechanismen dieser Gedächtnisprozesse und identifizierten langsame Spannungswellen, die während des Tiefschlafs die Hirnrinde durchlaufen, als einen Schlüsselmechanismus. In ihren Untersuchungen konnten sie zeigen, dass diese Slow Waves, die in einem regelmäßigen Takt die Hirnaktivität beeinflussen, eine… Weiterlesen »Tiefschlaf fördert die Gedächtniskonsolidierung

    Geschlechtsunterschiede bei der Gehirngröße schon vor der Geburt

      Eine Studie der University of Cambridge unter der Leitung von Yumnah Khan hat mithilfe von MRT-Scans die Gehirne von über 500 Neugeborenen untersucht und signifikante Geschlechtsunterschiede in der Gehirnstruktur bereits in den ersten Lebenstagen festgestellt. Dabei wurde herausgefunden, dass männliche Säuglinge im Durchschnitt ein größeres Gehirnvolumen als weibliche besitzen. Nach Berücksichtigung der Gesamthirngröße zeigen weibliche Gehirne jedoch eine höhere Konzentration an grauer Substanz, die aus Nervenzellkörpern und Dendriten besteht und entscheidend für Wahrnehmung, Lernen, Sprache und Gedächtnis… Weiterlesen »Geschlechtsunterschiede bei der Gehirngröße schon vor der Geburt

      Unterschiede in der Gehirnstruktur zwischen Vögeln und Säugetieren

        Eine Untersuchung von Zaremba et al. (2025) befasste sich mit den evolutionären und entwicklungsbiologischen Aspekten des Vogelgehirns, insbesondere der Struktur und Funktion des Palliums, das für kognitive Fähigkeiten wie Gedächtnis und Lernen verantwortlich ist. Vögel haben sich im Vergleich zu Säugetieren und Reptilien in ihrer Gehirnstruktur deutlich anders entwickelt, besitzen aber dennoch ähnliche kognitive Funktionen, die bei einigen Arten komplexe Lern- und Gedächtnisprozesse ermöglichen. In diese Untersuchung konzentrierte man sich daher auf das Pallium von Vögeln und… Weiterlesen »Unterschiede in der Gehirnstruktur zwischen Vögeln und Säugetieren

        Ein Bildstabilisator im menschlichen Gehirn

          Das menschliche Gehirn besitzt eine bemerkenswerte Fähigkeit, Bewegungen und visuelle Eindrücke zu koordinieren, um ein stabiles und unverzerrtes Bild der Umgebung zu erhalten. Jösch et al. (2025) haben kürzlich eine entscheidende Struktur im Gehirn identifiziert, die eine wesentliche Rolle bei dieser Fähigkeit spielt – den sogenannten Seitlichen Kniehöcker (Corpus geniculatum laterale, CGL). Diese Region, die sich im Thalamus des Gehirns befindet, fungiert als eine Art „Bildstabilisator“, der es ermöglicht, visuelle Eindrücke bei Bewegung korrekt zu verarbeiten. Diese… Weiterlesen »Ein Bildstabilisator im menschlichen Gehirn

          Immunreaktion des Körpers beim Anblick kranker Menschen

            Keller & Diekhof (2025) untersuchten, ob der bloße Anblick von kranken Menschen, die niesen oder andere sichtbare Symptome einer Erkältung zeigen, eine Immunreaktion im Körper auslösen kann, auch wenn keine tatsächliche Infektion vorliegt. Zu diesem Zweck wurden kurze Videos von kranken und gesunden Menschen erstellt, die den Testpersonen gezeigt wurden. Die Forscher maßen dabei sowohl die Gehirnaktivität als auch die Freisetzung von sekretorischem Immunglobulin A (slgA), einem Antikörper, der besonders bei der Abwehr von Atemwegserregern eine Rolle… Weiterlesen »Immunreaktion des Körpers beim Anblick kranker Menschen

            Das menschliche Gehirn strukturiert Wahrgenommenes auch unbewusst

              Tacikowski et al. (2024) haben untersucht, wie das menschliche Gehirn unbewusst aus Erfahrungen lernt. Es wurde nachgewiesen, dass das Gehirn zeitliche und räumliche Muster in unseren Erlebnissen erkennt und speichert, um zukünftige Ereignisse vorherzusagen, wobei diese Prozesse oft ohne bewusstes Wissen stattfinden und eine zentrale Rolle für das Lernen und Gedächtnis spielen. Die Studie fokussiert sich auf den Hippocampus und den entorhinalen Cortex, zwei Gehirnregionen, die für das episodische Gedächtnis verantwortlich sind. Die Forschenden nutzten eine innovative… Weiterlesen »Das menschliche Gehirn strukturiert Wahrgenommenes auch unbewusst

              Männliche und weibliche Gehirn unterscheiden sich schon bei der Geburt

                Eine aktuelle Studie des Autism Research Centres der Universität Cambridge zeigt, dass es bereits bei der Geburt signifikante geschlechtsspezifische Unterschiede in der Gehirnstruktur von Neugeborenen gibt. Diese Ergebnisse basieren auf der Analyse von MRT-Gehirnscans von über 500 Säuglingen und stellen die bisher größte Untersuchung dieser Art dar. Die Entdeckung wirft neue Fragen zu den biologischen Grundlagen der Gehirnentwicklung und deren Einfluss auf die Neurodiversität au, denn man fand heraus, dass männliche Neugeborene tendenziell ein größeres Gesamtvolumen im… Weiterlesen »Männliche und weibliche Gehirn unterscheiden sich schon bei der Geburt

                Legasthenie und Gehirnstruktur

                  Eine Studie von Soheili-Nezhad et al. (2024) untersucht den Zusammenhang zwischen genetischer Veranlagung zur Legasthenie und der Hirnstruktur bei Erwachsenen. Ziel war es, die strukturellen Gehirnkorrelate der genetischen Prädisposition zur Legasthenie zu erfassen und zu verstehen, wie genetische Varianten, die mit dieser Störung assoziiert sind, mit Veränderungen in der Hirnstruktur zusammenhängen. Die Forscher analysierten dabei genetische Daten von 51.800 Menschen mit und mehr als einer Million Menschen ohne diagnostizierte Legasthenie, wobei diese genetischen Varianten mit Gehirnscans von… Weiterlesen »Legasthenie und Gehirnstruktur

                  Warum greifen sich Menschen ins Gesicht?

                    Erwachsene fassen sich häufig ins Gesicht, bis zu 800 Mal am Tag, oft unbewusst und ohne ersichtlichen Grund. Laut Psychologen erfüllen diese Berührungen eine wichtige Funktion, indem sie Stress reduzieren und den emotionalen Zustand regulieren helfen. Forschungsergebnisse zeigen, dass Berührungen im Allgemeinen die Gesundheit fördern, indem sie Ängste und Schmerzen mindern sowie den Blutdruck senken. Auch Selbstberührungen, insbesondere im Gesicht, können das Stresslevel durch Senkung des Cortisolspiegels beeinflussen. Der Gesichtskontakt wird als besonders effektiv betrachtet, weil dort… Weiterlesen »Warum greifen sich Menschen ins Gesicht?

                    Die Rolle langsamer Erregungswellen im Schlaf bei der Gedächtniskonsolidierung

                      Die Frage, wie Erinnerungen im menschlichen Gehirn langfristig gespeichert werden, ist seit langem ein zentrales Thema der Neurowissenschaften. Eine neue Studie liefert nun entscheidende Erkenntnisse darüber, wie langsame Erregungswellen im Schlaf – sogenannte „Slow Waves“ – die synaptische Konsolidierung von Gedächtnisinhalten fördern. Slow Waves, auch als Slow Oscillations bezeichnet, sind im EEG messbare, langsame Erregungswellen, die typischerweise im Tiefschlaf auftreten. Sie werden mit der Gedächtniskonsolidierung und der Erhöhung der neuronalen Plastizität in Verbindung gebracht. Der Begriff „Deltawellen“… Weiterlesen »Die Rolle langsamer Erregungswellen im Schlaf bei der Gedächtniskonsolidierung

                      Wie schnell können Menschen denken?

                        Erst in jüngster Zeit gelang die Entdeckung der begrenzten Geschwindigkeit des menschlichen Denkens, wobei neue Studien zeigen, dass der menschliche Informationsdurchsatz bei etwa 10 Bits pro Sekunde liegt, was im Vergleich zu den enormen 1 Milliarde Bits pro Sekunde, die die sensorischen Systeme aufnehmen, extrem langsam erscheint. Es gibt daher das Paradoxon, dass der menschliche Verstand so langsam denkt, obwohl wir mit Milliarden von Neuronen ausgestattet sind, die weit mehr als 10 Bits pro Sekunde verarbeiten könnten.… Weiterlesen »Wie schnell können Menschen denken?

                        Mögliche Erklärung für das Paradox der langsamen menschlichen Verarbeitungsgeschwindigkeit

                          Zheng & Meister (2024) haben sich mit dem Paradox der langsamen menschlichen Verarbeitungsgeschwindigkeit im Vergleich zur hohen Datenrate unserer Sinnesorgane beschäftigt. Der menschliche Informationsdurchsatz wird auf etwa 10 Bits pro Sekunde geschätzt, während unsere Sinneswahrnehmung Daten mit einer Geschwindigkeit von etwa einer Milliarde Bits pro Sekunde erfasst. Diese enorme Diskrepanz wirft grundlegende Fragen zur Funktionsweise des menschlichen Gehirns auf, insbesondere bezüglich der Rolle der Neuronen und der Frage, warum das Gehirn trotz seiner enormen neuronalen Ressourcen nur… Weiterlesen »Mögliche Erklärung für das Paradox der langsamen menschlichen Verarbeitungsgeschwindigkeit