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Gehirnforschung

Die moderne Gehirnforschung begann mit der Phrenologie, als Franz Joseph Gall Zusammenhänge zwischen Arealen des Gehirns und kognitiven Funktionen herstellte.

Was sind die Ursachen menschlicher Doppelmoral?

    Die Kluft zwischen Wissen und Handeln: Neuronale Mechanismen moralischer Inkonsistenz Eine Untersuchung von Liu et al. (2026) widmet esich dem weit verbreiteten Phänomen der moralischen Inkonsistenz, bei dem Individuen ihr eigenes Handeln nicht mit denselben moralischen Maßstäben in Einklang bringen, die sie zur Beurteilung anderer heranziehen. Diese Diskrepanz, oft als moralische Doppelmoral wahrgenommen, kann soziale Beziehungen belasten und die persönliche Reputation untergraben. Man untersuchte dabei die neuronalen Grundlagen dieses Verhaltens in einer Versuchsreihe, in der Probanden in… Weiterlesen »Was sind die Ursachen menschlicher Doppelmoral?

    Eine neue Taxonomie der Immunabwehr im Gehirn

      Die Erforschung der Immunabwehr des menschlichen Gehirns hat durch eine internationale Studie von Chhatbar et al. )2026)  einen bedeutenden Durchbruch erzielt, indem sie aufzeigte, dass grundverschiedene neurologische Erkrankungen wie Morbus Alzheimer, Multiple Sklerose oder Hirntumoren auf ähnlichen immunologischen Mustern basieren. Im Zentrum dieser Untersuchungen standen die Mikroglia, die als ansässige Immunzellen des Zentralnervensystems eine essenzielle Rolle bei der Überwachung des Gewebes, der Beseitigung von Zellresten und der Reaktion auf Verletzungen oder Entzündungen spielen. Durch die Analyse von… Weiterlesen »Eine neue Taxonomie der Immunabwehr im Gehirn

      Schlafähnliche Gehirnaktivität als Schlüssel zur Aufmerksamkeitsproblematik bei ADHS

        Aktuelle neurowissenschaftliche Forschung liefert neue Hinweise darauf, dass die Aufmerksamkeitsprobleme bei Erwachsenen mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) tief in der physiologischen Dynamik des Gehirns verwurzelt sind. Eine Studie von Elaine Pinggal und Kolleginnen und Kollegen an der Monash University in Melbourne (Pinggal et al., 2026) legt nahe, dass das Gehirn von Menschen mit ADHS während wacher Zustände wiederkehrend in einen schlafähnlichen Zustand übergeht. Diese unbemerkten Mini-Episoden der Erschlaffung neuronaler Aktivität könnten erklären, warum Betroffene häufiger Schwierigkeiten haben, ihre Aufmerksamkeit… Weiterlesen »Schlafähnliche Gehirnaktivität als Schlüssel zur Aufmerksamkeitsproblematik bei ADHS

        Wie das Gehirn mit widersprüchlichen Informationen umgeht

          Eine aktuelle Studie von Slangewal und Bahl (2026) räumt mit der Vorstellung auf, dass das Gehirn bei widersprüchlichen Informationen einfach nur einen „Gewinner“ auswählt und den Rest ignoriert. Statt dieses harten „Winner-takes-all“-Prinzips, bei dem ein System zwischen zwei Optionen hin- und hergerissen wäre, nutzen Zebrafischlarven eine viel elegantere additive Strategie. Man kann sich das Gehirn der Larve wie ein Mischpult in einem Tonstudio vorstellen: Anstatt nur ein Instrument auf volle Lautstärke zu drehen und alle anderen stummzuschalten,… Weiterlesen »Wie das Gehirn mit widersprüchlichen Informationen umgeht

          Rhythmische Aufmerksamkeit: Wie neuronale Schwankungen unsere Anfälligkeit für Ablenkung bestimmen

            Die menschliche Aufmerksamkeit ist kein kontinuierlicher Strom – sie folgt rhythmischen Schwankungen, die bestimmen, wann wir besonders empfänglich für Reize sind. Eine Studie von Zach Redding, Yuxiang Ding & Ian Fiebelkorn (2026) an der University of Rochester bestätigt diese Annahme der sogenannten Rhythmic Theory of Attention. Sie besagt, dass die visuelle Aufmerksamkeit des Menschen in einem ständigen Wechsel zwischen zwei Zuständen schwingt: In einem Zustand wird die Verarbeitung aktuell fokussierter Reize maximiert, im anderen öffnet sich das… Weiterlesen »Rhythmische Aufmerksamkeit: Wie neuronale Schwankungen unsere Anfälligkeit für Ablenkung bestimmen

            Das Gehirn von Säuglingen kann bereits Kategorien erkennen

              Die wissenschaftliche Untersuchung der frühkindlichen Gehirnentwicklung hat durch eine aktuelle Studie von O’Doherty et al. (2026) einen bedeutenden Erkenntnisgewinn erfahren. Entgegen der bisherigen wissenschaftlichen Annahme, dass Säuglinge in den ersten Lebensmonaten lediglich rudimentäre visuelle Reize wie Farben und Formen verarbeiten, zeigt die Forschung, dass das menschliche Gehirn bereits im Alter von nur zwei Monaten zu komplexen Kategorisierungsleistungen fähig ist. In diesem frühen Stadium, lange bevor die Kinder in der Lage sind zu sprechen oder gezielt nach Objekten… Weiterlesen »Das Gehirn von Säuglingen kann bereits Kategorien erkennen

              Die fünf Gehirn-Typen nach Daniel Amen

                Das menschliche Glücksempfinden ist maßgeblich von der individuellen neurobiologischen Beschaffenheit des Gehirns geprägt, wie der US-Neurowissenschaftler Daniel Amen durch die Analyse von über 200.000 Gehirn-Scans aus 155 Ländern darlegt. Er postuliert, dass das Wohlbefinden zu etwa 40 Prozent auf genetischer Veranlagung, zu 10 Prozent auf äußeren Lebensereignissen und zu signifikanten 50 Prozent auf dem eigenen Mindset sowie den täglichen Gewohnheiten basiert. Im Zentrum seiner Forschung stehen fünf primäre Gehirn-Typen, die jeweils unterschiedliche Aktivitätsmuster in spezifischen Hirnarealen aufweisen… Weiterlesen »Die fünf Gehirn-Typen nach Daniel Amen

                Die zeitliche Antizipation des menschlichen Gehirns

                  Das menschliche Gehirn besitzt die bemerkenswerte Fähigkeit, sich kontinuierlich an eine Umwelt anzupassen, die sich in unterschiedlichen Geschwindigkeiten verändert. Ob beim Sport, im Straßenverkehr oder in der Kommunikation – Menschen müssen ständig antizipieren, wann ein Ereignis eintreten wird, um schnelle und präzise Reaktionen vorzubereiten. Eine aktuelle Studie von Grabenhorst et al. (2026) belegt, dass das Gehirn hierfür kontinuierlich einschätzt, wie wahrscheinlich ein Ereignis innerhalb der nächsten drei Sekunden ist. Diese zeitliche Antizipation folgt einem fundamentalen Prinzip: Das… Weiterlesen »Die zeitliche Antizipation des menschlichen Gehirns

                  Wie das menschliche Gehirn Inhalt und Kontext im episodischen Gedächtnis verknüpft

                    Das menschliche episodische Gedächtnis zeichnet sich durch die bemerkenswerte Fähigkeit aus, spezifische Inhalte wie Personen oder Objekte präzise mit den jeweiligen Begleitumständen zu verknüpfen, in denen sie auftreten. Eine aktuelle Studie von Bausch et al. (2026) hat nun entschlüsselt, wie dieser Prozess auf der Ebene einzelner Nervenzellen im medialen Temporallappen, insbesondere im Hippocampus, gesteuert wird. Im Gegensatz zu Erkenntnissen aus früheren Studien, bei denen einzelne Neuronen oft sowohl Inhalts- als auch Kontextinformationen vermischen, verfolgt das menschliche Gehirn… Weiterlesen »Wie das menschliche Gehirn Inhalt und Kontext im episodischen Gedächtnis verknüpft

                    Der Takt der Relevanz: Neuronale Synchronisation als Filter des Bewusstseins

                      Um in einer komplexen Umwelt handlungsfähig zu bleiben, muss das menschliche Gehirn die riesige Menge einströmender Sinnesdaten fortwährend sortieren und nur die Informationen ins Bewusstsein lassen, die für die aktuelle Situation von Bedeutung sind. Forschende der Universität Bremen, insbesondere am Zentrum für Kognitionswissenschaften unter der Leitung von Prof. Dr. Andreas Kreiter, haben entschlüsselt, dass dieser Filterprozess auf einer hochpräzisen zeitlichen Abstimmung der neuronalen Kommunikation basiert. Entgegen der früheren Annahme, dass wichtige Reize lediglich durch eine höhere Signalstärke… Weiterlesen »Der Takt der Relevanz: Neuronale Synchronisation als Filter des Bewusstseins

                      Geteilte Realität: Liebe kann Erinnerungen synchronisieren

                        In der Psychologie ist bekannt, dass das menschliche Gedächtnis kein starres Archiv, sondern ein hochdynamisches, rekonstruktives System ist. Eine Studie von Zhang et al. (2024)hat dieses Verständnis nun um eine faszinierende soziale Komponente erweitert, denn es zeigt sich, dass romantische Partner ihre Gedächtnisprozesse auf neuronaler Ebene synchronisieren. Dieses Phänomen führt zu einer Art gemeinsamen Vergessens, das eine kohärente gemeinsame Sicht auf die Welt fördert, jedoch auf Kosten individueller Detailgenauigkeit geht. Im Zentrum der Untersuchung stand das „socially… Weiterlesen »Geteilte Realität: Liebe kann Erinnerungen synchronisieren

                        Hängt der Blutfluss im Gehirn tatsächlich mit neuronaler Aktivität zusammen?

                          Die funktionelle Magnetresonanztomographie (fMRT) galt über fast drei Jahrzehnte als Goldstandard der Hirnforschung, basierend auf der zentralen Annahme, dass ein erhöhter Blutfluss in bestimmten Gehirnarealen direkt mit einer gesteigerten neuronalen Aktivität gleichzusetzen ist. Eine aktuelle Studie von Epp et al. (2025) stellt dieses fundamentale Dogma der Neurowissenschaften nun grundlegend infrage, indem sie nachweist, dass das herkömmliche BOLD-Signal (blood-oxygenation-level-dependent) den tatsächlichen Energie- und Sauerstoffverbrauch des Gehirns oft unzureichend oder sogar widersprüchlich widerspiegelt. Durch den Einsatz neuartiger, quantitativer MRT-Verfahren… Weiterlesen »Hängt der Blutfluss im Gehirn tatsächlich mit neuronaler Aktivität zusammen?