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Diagnostik

Psychologische Diagnostik ist ein Teilgebiet und Prüfungsfach der Psychologie und ein wichtiger Teil der Berufstätigkeit von Psychologen bzw. der gemeinsame Nenner der meisten beruflichen psychologischen Tätigkeiten.

Die vier Dimensionen der Introversion

    In der differenziellen Psychologie und der Persönlichkeitsforschung gehört das Konzept der Introversion-Extraversion zu den einflussreichsten und am intensivsten erforschten Dimensionen. Seit Carl Gustav Jung den Begriff in die psychologische Fachliteratur einführte, hat sich die wissenschaftliche Perspektive jedoch grundlegend gewandelt. Während frühe Modelle Introversion häufig als ein unidimensionales, bipolares Kontinuum verstanden haben, zeigt die moderne Forschung, dass es sich hierbei um ein hochgradig komplexes und heterogenes Konstrukt handelt. Bereits J. P. Guilford wies in den 1930er-Jahren darauf hin,… Weiterlesen »Die vier Dimensionen der Introversion

    Der dysfunktionale Perfektionismus

      In der modernen Leistungsgesellschaft gewinnt das Streben nach Perfektion zunehmend an Relevanz, insbesondere unter jüngeren Generationen, die sich einem wachsenden gesellschaftlichen und individuellen Erwartungsdruck ausgesetzt sehen. Psychologisch betrachtet muss dabei grundlegend zwischen einem gesunden, realistischen Leistungsstreben und einem dysfunktionalen, unrealistischen Perfektionismus differenziert werden (Stöber, 1995; Altstötter-Gleich & Geisler, 2020). Letzterer ist durch extrem starre, unerreichbare Zielsetzungen charakterisiert, wobei der betroffene Mensch seinen gesamten Selbstwert ausschließlich an die lückenlose Erreichung dieser Standards knüpft. Bleibt der erhoffte Erfolg aus,… Weiterlesen »Der dysfunktionale Perfektionismus

      Die Vermessung der Persönlichkeit: Der psychologische Fragebogen

        In der psychologischen Forschung dienen Fragebögen als unverzichtbare Brücke, um subjektives Erleben und Verhalten in messbare Daten zu übersetzen. Ob es um Persönlichkeitsmerkmale, Einstellungen oder die allgemeine Zufriedenheit geht – das Prinzip basiert zumeist auf sogenannten Items. Dabei bewerten Probanden verschiedene Aussagen auf einer abgestuften Skala, was es Forschenden ermöglicht, durch die Kombination mehrerer Antworten komplexe Eigenschaften wie Introversion oder Stressresistenz quantitativ zu erfassen. Damit diese Erhebungsmethode jedoch wissenschaftlichen Wert besitzt, muss sie über bloße „Online-Tests“ hinausgehen… Weiterlesen »Die Vermessung der Persönlichkeit: Der psychologische Fragebogen

        Altersabhängige Verzerrungen in der Gesichtserkennung

          Das Phänomen des Own-Age Bias beschreibt die altersabhängigen Verzerrung in der Gesichtserkennung, also die Tendenz von Menschen, Gesichter von Personen aus der eigenen Altersgruppe besser wiederzuerkennen als Gesichter deutlich jüngerer oder älterer Personen. Zwar ist dieser Effekt in der psychologischen Forschung seit Langem bekannt, doch eine Studie von Civile & Wang (2025) zeigte, dass er nicht für alle Altersgruppen gleichermaßen gilt und stark von Lebenserfahrung und wahrnehmungsbezogener Expertise abhängt. In einem Experiment untersuchte manzwei klar getrennte Altersgruppen:… Weiterlesen »Altersabhängige Verzerrungen in der Gesichtserkennung

          Die Rolle von Augenbewegungen in der Erfassung impliziter Erinnerungen

          Eine Untersuchung von Schmidig et al. (2023) weist darauf hin, dass Augenbewegungen als Indikator für Gedächtnisinhalte dienen können, die sich einer bewussten verbalen Reproduktion entziehen. Damit erweitert die Studie das Verständnis von Gedächtnisprozessen über die bislang dominierende Methode der Selbstauskunft hinaus. Traditionelle Ansätze zur Gedächtnismessung basieren primär auf der Fähigkeit von Probandinnen, erinnertes Material sprachlich zu berichten. Diese Vorgehensweise ist jedoch problematisch, wenn es um Populationen wie Säuglinge, nicht-sprechende Personen oder Menschen mit neurologischen Schädigungen geht, da… Weiterlesen »Die Rolle von Augenbewegungen in der Erfassung impliziter Erinnerungen

          Studie zu Gefühlen, Mitgefühl und Befinden

            Mitgefühl ist nie verschwendet, es sei denn, man hat Mitleid mit sich selbst. Henri Dunant Am Institut für Angewandte Psychologie der Universität Wien wurde  2012 von Judith Reiss und Dorothea König eine Studie zum Thema „Gefühle, Mitgefühl und Befinden“ durchgeführt. In dieser Studie wurde untersucht, wie Menschen mit schwierigen Situationen und Gefühlen umgehen und wie es ihnen dabei geht, wenn sie andere Menschen beobachten, die solche Situationen erleben. Die Studie zu Gefühlen, Mitgefühl und Befinden wurde im Rahmen… Weiterlesen »Studie zu Gefühlen, Mitgefühl und Befinden

            ADHS und Komorbidität mit Glücksspiel

              Jahrelang wurde angenommen, dass ADHS ausschließlich eine Störung im Kindes- und Jugendalter ist, die vorübergehend behandelt werden muss und sich im Erwachsenenalter wieder auflöst. Die Realität sieht ganz anders aus, denn etwa sechzig Prozent der Menschen, bei denen diese Störung in der Kindheit diagnostiziert wurde, zeigen die Symptomatik auch im Erwachsenenalter, allerdings mit anderen Erscheinungsformen und Folgen, d. h., dass sich die Symptomatik von der in der Kindheit beobachteten deutlich unterscheidet (Mencacci & Migliarese, 2021): Unaufmerksamkeit: bezieht… Weiterlesen »ADHS und Komorbidität mit Glücksspiel

              Meditation zur Behandlung der posttraumatischen Belastungsstörung

                Mehr als jeder zweite Mensch erlebt im Laufe seines Lebens ein traumatisches Ereignis wie einen schweren Verkehrsunfall, körperliche oder sexuelle Gewalt wie einen Überfall, eine Vergewaltigung oder sexuellen Missbrauch. Als Folge können sich unterschiedliche psychische Störungen wie eine posttraumatische Belastungsstörung, Depressionen oder Angststörungen entwickeln, wobei die Betroffenen auch unter Schuld- und Schamgefühlen leiden, denn sie machen sich etwa Vorwürfe dafür, wie sie sich während des traumatischen Ereignisses verhalten haben. Hierzu gehören Gedanken wie: ‚Ich hätte mich wehren… Weiterlesen »Meditation zur Behandlung der posttraumatischen Belastungsstörung

                Persönlichkeitsmerkmale und kognitive Funktionen im späteren Leben

                  Menschen mit einem hohen Maß an Gewissenhaftigkeit und einem niedrigen Maß an Neurotizismus entwickeln seltener leichte kognitive Beeinträchtigungen. Menschen, die gut organisiert sind und ein hohes Maß an Selbstdisziplin aufweisen, haben ein geringeres Risiko, im Alter eine leichte kognitive Beeinträchtigung zu entwickeln, während Menschen, die launisch oder emotional instabil sind, mit größerer Wahrscheinlichkeit einen kognitiven Rückgang im Alter erleiden. Dies geht aus einer von der American Psychological Association veröffentlichten Studie hervor. Die Studie, von Yoneda et al.… Weiterlesen »Persönlichkeitsmerkmale und kognitive Funktionen im späteren Leben

                  Haben intelligente Menschen größere Pupillen?

                    Es ist bekannt, dass Pupillenerweiterungen des Auges mit zentralen kognitiven Prozessen korrespondieren, wobei die Beziehung zwischen Pupillengröße und individuellen Unterschieden in den kognitiven Fähigkeiten jedoch noch nicht eingehend untersucht worden ist. Tsukahara et al. (2016) haben in einigen Studien systematisch erforscht, ob die Ausgangspupillengröße während einer Aufgabenbewältigung mit individuellen Unterschieden in der Arbeitsgedächtniskapazität und der fluiden Intelligenz zusammenhängt. Dazu vermaß man die Pupillen mittels eines Augentrackers, also einer hochempfindlichen Kamera und eines Computers, der die Lichtreflektion von… Weiterlesen »Haben intelligente Menschen größere Pupillen?

                    Wie kann man Tinnitus objektiv fesststellen?

                      Bisher gab es kein objektives Maß für Tinnitus, das klinisch verwendet werden kann, d. h., die klinische Beurteilung der Erkrankung stützte sich weitgehend auf subjektives Feedback von Einzelpersonen, das nicht aber immer zuverlässig ist. Shoushtarian et al. (2020) untersuchten die Sensitivität der funktionellen Nah-Infrarot-Spektroskopie zur Unterscheidung von Menschen mit und ohne Tinnitus und nutzten dabei zur Identifizierung fNIRS-Merkmale, die mit der subjektiven Bewertung des Tinnitus-Schweregrads assoziiert sind. Die funktionelle Nah-Infrarot-Spektroskopie misst ähnlich wie das fMRT Veränderungen im… Weiterlesen »Wie kann man Tinnitus objektiv fesststellen?

                      Demenz

                        Kurz gesagt: Medizinisch bedeutet Demenz eine fortschreitende Erkrankung des Gehirns, bei der Gedächtnis, räumliches Orientierungsvermögen und das Sprachvermögen zunehmend beeinflusst werden, wobei die wörtliche Übersetzung aus dem Lateinischen „ohne Verstand sein“ lautet, d. h., der oder die Betroffene verliert die Kontrolle über das Denken und damit über sich selbst. Übrigens nimmt die Häufigkeit von Demenzerkrankungen mit dem Lebensalter zu, denn sind in der Altersgruppe von 70 bis 74 Jahren noch unter vier Prozent betroffen, so sind es… Weiterlesen »Demenz