Einige Tipps, um sich an seine nächtlichen Träume zu erinnern

10. November 2017 – 16:52

Menschen vergessen ihre Träume deshalb so schnell, da diese von den Sinneswahrnehmungen beim Aufwachen verdrängt werden, die viel Verarbeitungskapazität des Gehirns benötigen, um sich wieder im Leben zurechtzufinden, sodass keine nachhaltige Konsolidierung der Trauminhalte stattfinden kann. Man kann allerdings beim Aufwachen versuchen, die Augen geschlossen zu halten und an nichts anderes zu denken, als den gerade noch erinnerten Traum. Dann schreibt man am besten diesen Traum auf oder diktiert ihn in sein Smartphone. Traumforscher empfehlen das Anlegen eines persönlichen Traumtagebuches, in das man Trauminhalte am Morgen sofort einträgt, was auch eine Steigerung des Traumerinnerungsvermögens herbeiführen kann.

Allerdings ist das Erinnern generell auch Übungssache, denn die meisten Menschen achten bekanntlich schon tagsüber sehr wenig auf Details ihrer Umgebung, sodass es ihnen bei Träumen ebenfalls besonders schwer fällt. Um diese Fähigkeit der Erinnerung zu üben, kann man einige Minuten aus dem Fenster schauen und sich alle Kleinigkeiten merken, etwa die Farbe der Kleindung der vorbeigehenden Menschen oder die Marke der Autos. Vor allem ist es wichtig, auf Abläufe zu achten, also vorbeifliegende Vögel, die Straße querende Menschen, stehenbleibende Autos. Bewegen sich diese schnell oder langsam? Nachdem man diese Eindrücke aufgenommen hat, schreibt man sie in ein Notizheft. Auch kann man sich einzelne Ereignisse des vergangenen Tages ins Gedächtnis rufen und versuchen, sich an möglichst viele Details zu erinnern. Wichtig ist aber auch schon mit der Einstellung schlafen zu gehen, dass man sich an seine Träume erinnern wird.

Träume durch Übung wahrnehmen und lenken zu können, bezeichnet man als luzides Träumen (Klarträumen).

Übrigens: Männer vergessen ihre Träume wesentlich häufiger als Frauen, während Kinder intensivere Traumerlebnisse haben als Erwachsene. Siehe dazu Geschlecht und Schlaf.



Religion, Schuldgefühle und Angst

30. Oktober 2017 – 08:02

Der Wert einer Religion wird durch die Qualität der Moral bestimmt, die sie zu begründen vermag.
Michel Houellebecq

Gloria Polo OrtizReligion kann sowohl positive als auch negative Gefühle auslösen. Der innere Dialog, in dem man über das rechte Leben, die Religion, die letzten Dinge oder die begangenen „Sünde“ nachdenkt, kann für viele Menschen einfach zu viel sein und auch Angst, in manchen Fällen sogar Panikattacken oder andere Symptome einer Angststörung auslösen. Religion bedient sich bekanntlich häufig der Angst bzw. diese wird als Mittel verwendet, um bei Menschen Schuldgefühle zu erzeugen und dadurch deren Verhalten zu manipulieren. Hier ist gewöhnlich Gott derjenige, den diese Menschen enttäuscht haben. In manchen Fällen lautet die einfache Botschaft, dass Menschen nicht in den Himmel kommen, weil sie sich gegen bestimmte Gebote versündigt haben.

Siehe dazu auchNegatives Gottesbild erzeugt Angst und Depressionen

Menschen können daher auch negativ durch die Religion beeinflusst werden, wobei manche „gesunde“ Menschen sehr wohl ruhig dabei bleiben, für ängstliche und zur Angst neigende Menschen ist es aber oft untragbar. Manche Menschen wurden durch besondere Erlebnisse wie besessen von ihrer Religion, und zwar auf eine Art und Weise, die weit über das hinaus geht, was die Religion eigentlich aussagen möchte. In religiösen Gruppen befinden sich sehr viele sensitive Menschen, die an Angststörungen oder Panikattacken leiden.

Recht gut läßt sich dieses Phänomen am Beispiel der Schriften der Zahnärztin Dr. Gloria Polo Ortiz aus Kolumbien zeigen, die, nachdem sie am 5. Mai 1995 ein Blitz getroffen hatte und nach eigenen Aussagen praktisch klinisch tot war, nur durch ein Wunder Gottes wiederhergestellt wurde. Ohne jetzt auf die aus medizinischer Sicht teilweise haarsträubenden „Beweise“ für dieses Wunder einzugehen, soll nur auf die aus psychologischer Sicht gefährlichen Drohungen in der seither von ihr verbreiteten „Botschaft“ eingegangen werden. Dazu zitiere ich einige aus psychologischer Sicht gefährlichen Stellen aus den im Internet verfügbaren Glaubens-Zeugnis „Der BLITZ hat eingeschlagen“, die dazu geeignet sind, bei unkritischen Laien Angstgefühle zu erzeugen und vorhandene zu verstärken. Die Notation der Absätze durch Ziffern – was soll wohl damit angedeutet werden? – entstammt dem Original.

191 Nun hören Sie, was passierte: Als ich mich in dieser fürchterlichen Situation befand, was für ein entsetzlicher Schreck! Denn auf einmal sah ich, dass es wirklich Dämonen gab. Und sie kamen jetzt, um mich zu holen.
192 Ich sah diese Teufel mit all ihrer Schrecklichkeit vor mir. Und keine der Darstellungen, die ich auf Erden bisher gesehen habe, können auch nur im Kleinsten darlegen, wie schrecklich diese Teufel in Wirklichkeit aussehen.

Jeder heizt seine Hölle selber ein.
I Ging

Natürlich darf in diesem Pandämonium auch die Sexualität nicht fehlen, die bekanntlich besonders gut geeignet ist, Schuldgefühle bei Menschen zu erzeugen:

219 Ich sah einem Dämon gleich, einer schrecklichen Bestie, verunstaltet von all meinen eigenen Gräueltaten. So wie meine Mutter mit lichten Kleidern des HERRN bekleidet war, so war ich wie ein schwarzer Müllsack bekleidet von der Bestie, dem Teufel, selbst.
220 Und in diesem Zustand kam ich unten in einer Art Sumpflandschaft an, wo viele Personen bis zum Hals im Sumpf steckten und stöhnten. Und ich sah, dass dieser Sumpf sich aus dem Samenerguss von all den sündigen Beziehungen und sexuellen Perversionen zusammensetzte, die wir Menschen auf dieser Erde zu verantworten haben. Millionen von Spermen ergießen sich bei jedem Samenerguss.
221 Und nur der Geschlechtsakt, der in der sakramentalen Ehe vollzogen wird, ist von GOT T gesegnet. Denn GOTT selbst ist bei diesem Akt anwesend und eben der DRITTE in diesem Bund fürs LEBEN, ER ist die LIEBE, mit der jeder eheliche Geschlechtsverkehr geheiligt und geadelt wird.
222 Sexualität ohne sakramentale Grundlage ist nur Lust, Befriedigung, Egoismus pur. Eben deshalb leiden diese Menschen in diesem Sumpf, den sie selbst auf dieser Welt durch ihre ungezügelten Leidenschaf ten geschaffen haben. Jede Person, die an solchen unheiligen, sündhaften und außerehelichen Geschlechtsakten beteiligt war, steckt dort in diesem unermesslichen und stinkenden Sumpf und leidet unsäglich darunter. Sie schämt sich ihrer Untaten.
223 Und auf einmal entdeckte ich in diesem Sumpf auch meinen Papa. Ich sah ihn bis zum Hals in dieser stinkenden Brühe stecken, und ein Schmerz durchdrang mich und ich schrie ganz laut: „Papi, was machst denn du hier?“ Und mein Vater antwortete mit weinerlicher Stimme: „Meine Tochter, ach meine Tochter, der Ehebruch, die Untreue!“

Ganz abgesehen davon, dass von Frau Polo der eigene Vater bzw. die Ehe der Eltern desavouiert werden, muss sie auch durch dieses „Zeugnis“ anderen Menschen Angst vor der Übertretung von religiösen Regeln machen, wobei diese „Sünden“ durch eine haarsträubende medizinische Argumentation „untermauert“ werden; nicht zuletzt soll wohl der medizinische Beruf der Frau die Seriosität unterstreichen:

253 Sie müssen wissen, wenn jemand außerhalb der Ehe geschlechtliche Beziehungen hat, so hängen diese schmutzigen Geister sich sofort an ihn, sie kleben sich überall an, sie beginnen mit den Geschlechtsteilen, bemächtigen sich des Fleisches, der Hormone, sie setzen sich im Hirn fest, nehmen die Hypophyse ein, die Schleimdrüsen (Glandula) und an allen neurologischen Stellen des Organismus des Menschen und beginnen eine Menge Hormone zu produzieren, welche die niederen Instinkte wecken.
279 Wie viele Schäden und Leiden kommen über eine Ehe, nur wegen der Untreue! Wenn z. B. ein Mann ins Bordell geht oder ein Verhältnis mit seiner Sekretärin beginnt, so zieht er sich trotz Präservativ einen Virus zu. Da nützt auch ein Bad nichts. Dieser Virus stirbt nicht und später, wenn er zu seiner Frau kommt, überträgt er den Virus auf die Frau und dieser nistet sich in der Vagina oder im Uterus ein und irgendwann später entwickelt sich daraus ein Krebs. Ja, Krebs!

Zu den scheinbar als Beleg hinzugefügten Kopien: Der Bericht des Krankenhauses ist keiner, sondern der Bericht einer Ärztin der Lebens-/Krankenversicherung („Grancolombiana de Vida“), die Frau Polo mehrfach, vom Tag der Aufnahme bis zwei Wochen nachher im Krankenhaus (San Pedro Claver) besucht hat. Im „Beleg“ der Rehabilitations-Klinik steht lediglich, dass eine Rehabilitation notwendig ist wegen der Verletzung des Ischiasnerves, nichts steht von einer großen Verbrennung oder gar Amputation.

Zu allem Überdruss wird die Verbreitung solcher Aussagen von ANE (Apostolat der Neu-Evangelisierung), einer Laiengemeinschaft der Katholischen Kirche, unterstützt.

Siehe dazu auch ähnlich Gelagertes aus dem WWWW „Das “Wunder” Gloria Polo Ortiz im Lichte medizinischer Fakten

Quellen:
http://www.gloriapolo.net/
http://gloriapolo.neuevangelisierung.org/zeugnisdtORGweb.doc
http://www.angst-panikattacken.com/angst-panikattacken-religion
http://www.a-n-e.info/
http://www.gloria.tv/image/design_sister.png



PubPsych – ein Open Access Psychologie-Suchportal

20. September 2017 – 08:05

Unter der Federführung des Leibniz-Zentrums für Psychologische Information und Dokumentation (ZPID) an der Universität Trier bzw. von zahlreichen europäischen und amerikanischen Informationsanbietern wird PubPsych zur Verfügung gestellt, ein Open Access Psychologie-Suchportal mit europäischem Schwerpunkt. Das Suchportal PubPsych bietet einen breiten und fundierten Überblick über psychologisches Wissen und wird  bereitgestellt.

PubPsych unterstützt den offenen Zugang zu Bildungsressourcen und enthält Referenzen mit umfassender Indexierung und Kurzdarstellungen zu Zeitschriftenartikeln, Büchern, Buchkapiteln, Dissertationen, Interventionsprogrammen und Forschungsdaten aus allen Bereichen der Psychologie sowie psychologischen und pädagogischen Testverfahren. PubPsych wird kontinuierlich aktualisiert und ausgebaut, um es als entgeltfreie Recherchemöglichkeit für die Psychologie und ihre Nachbardisziplinen weiter zu optimieren.

2017 enthält das Psychologie-Suchportal PubPsych schon mehr als eine Million Datensätze. Großen Zuwachs hat es im März gegeben, weil mit dem jährlichen Reload der Datenbank MEDLINE der National Library of Medicine (USA) und einem neuen Abzug der Datenbank NARCIS vom Data Archiving and Networked Services aus den Niederlanden mehr als 40.000 neue Datensätze integriert werden konnten. Auch das jährliche Update der Datenbank Eric vom Education Resources Information Center in den USA brachte weitere Datensätze.

Link: http://pubpsych.de/



Diese Seiten sind Bestandteil der Domain www.stangl.eu

© Werner Stangl Linz 2017