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Psychedelisch unterstützte Psychotherapie in der Behandlung therapieresistenter Depressionen

    Eine klinische Studie, die von Mertens et al. (2026) durchgeführt wurde, lieferte neue Erkenntnisse über die langfristige Behandlung von Menschen mit therapieresistenter Depression. Im Rahmen dieser Untersuchung, die als die bislang umfassendste und vollständigste Langzeitnachbeobachtung einer Studie mit Psychedelika gilt, wurde die Wirksamkeit von ein oder zwei Dosen Psilocybin (je 25 mg) in Kombination mit einer strukturierten psychotherapeutischen Begleitung analysiert. Die Behandlung umfasste dabei nicht nur die eigentlichen Substanzsitzungen, sondern auch ein engmaschiges Setting aus Vorbereitungs- und… Weiterlesen »Psychedelisch unterstützte Psychotherapie in der Behandlung therapieresistenter Depressionen

    Das Gehirn filtert negative auditive Reize aus dem Bewusstsein

      Obwohl im Alltag, in den Medien und in der Popkultur meist davon ausgegangen wird, dass emotional negativ geladene Reize wie Bilder oder Wörter die menschliche Aufmerksamkeit automatisch auf sich ziehen und kognitive Kapazitäten rauben, deuten neuere wissenschaftliche Erkenntnisse auf einen gegenteiligen Mechanismus bei der unbewussten auditiven Verarbeitung hin. Während die bisherige Forschung zur Priorisierung von Informationen im Bewusstsein stark auf den visuellen Sinn fokussiert war, untersuchten Chen et al. (2026) diese Prozesse im auditiven Bereich, da sich… Weiterlesen »Das Gehirn filtert negative auditive Reize aus dem Bewusstsein

      Wege aus der Falle der Selbstzweifel

        Das Phänomen, trotz offensichtlicher Erfolge permanent an den eigenen Fähigkeiten zu zweifeln und die Angst zu verspüren, als vermeintlicher Blender entlarvt zu werden, ist weit verbreitet. In der Psychologie bezeichnet man das als Impostor-Syndrom. Auch wenn sich diese tief sitzenden Unsicherheiten selten komplett abstellen lassen, gibt es wirksame Ansätze, um einen gesünderen Umgang mit ihnen zu finden. Der erste und oft entlastendste Schritt liegt im bloßen Erkennen und Benennen dieses psychologischen Musters, also zu wissen, dass es… Weiterlesen »Wege aus der Falle der Selbstzweifel

        Das Phänomen der Gefühlsblindheit

          Die sogenannte Gefühlsblindheit oder Alexithymie beschreibt ein weit verbreitetes, aber in der Öffentlichkeit noch wenig bekanntes Phänomen, bei dem betroffene Menschen erhebliche Schwierigkeiten haben, eigene und fremde Emotionen wahrzunehmen, einzuordnen oder in Worte zu fassen, wobei Schätzungen davon ausgehen, dass etwa zehn Prozent der Bevölkerung und dabei Männer tendenziell geringfügig häufiger als Frauen von diesem Spektrum der Persönlichkeit betroffen sind. Grundsätzlich handelt es sich hierbei um keine psychische Erkrankung, sondern um ein stabiles Persönlichkeitsmerkmal vergleichbar mit Introvertiertheit,… Weiterlesen »Das Phänomen der Gefühlsblindheit

          Wie der menschliche Körper die Ich-Perspektive erschafft

            Die menschliche Wahrnehmung zeichnet sich durch eine fundamentale Eigenschaft aus: Das Erleben der Welt erfolgt stets aus einer zentralen Ich-Perspektive, bei der alle Sinneseindrücke an einem festen Ort im eigenen Körper zusammenlaufen. Was im Alltag vollkommen selbstverständlich erscheint, stellt aus neurowissenschaftlicher Sicht eine bemerkenswerte Koordinationsleistung dar. Das Gehirn verarbeitet visuelle, akustische und haptische Reize der Außenwelt in völlig unterschiedlichen, voneinander getrennten Arealen. Die Frage, wie diese verstreuten Datenströme im Bewusstsein zu einem einzigen, stabilen und kohärenten Gesamterlebnis… Weiterlesen »Wie der menschliche Körper die Ich-Perspektive erschafft

            Das moralische Konto: Wie gute Taten zukünftige Entscheidungen beeinflussen

              Das menschliche Selbstbild wird maßgeblich durch das eigene Verhalten geprägt. Ein interessantes Phänomen der Sozialpsychologie beschreibt in diesem Zusammenhang eine psychologische Dynamik, bei der positiv bewertete Handlungen die Wahrscheinlichkeit für nachfolgendes, weniger ethisches oder eigennütziges Verhalten erhöhen. Diese Tendenz wird in der Wissenschaft als moralische Lizenzierung – Moral Licensing – bezeichnet. Demnach neigen Personen dazu, eine Art inneres moralisches Guthaben aufzubauen. Wer zuvor eine sozial, ökologisch oder gesundheitlich vorteilhafte Entscheidung getroffen hat, empfindet unbewusst das Recht, bei… Weiterlesen »Das moralische Konto: Wie gute Taten zukünftige Entscheidungen beeinflussen

              Die blockierte Kraft: Warum Frauen verlernt haben, wütend zu sein – und wie sie ihre Wut zurückerobern

                Es ist eines der am schlechtesten gehüteten Geheimnisse unserer Kultur: Frauen sind wütend. Sie sind wütend über die ungleiche Verteilung von Care-Arbeit (Mental Load), über gläserne Decken, über Alltagssexismus oder schlicht über die tägliche Überforderung. Doch wenn man in Gesichter blickt, sieht man diese Wut selten. Was man stattdessen sieht, ist Erschöpfung. Oder Tränen. Oder ein angestrengtes Lächeln. Aus der Perspektive der Emotionspsychologie wirft das eine fundamentale Frage auf: Wie konnte eine der kraftvollsten menschlichen Basisemotionen so… Weiterlesen »Die blockierte Kraft: Warum Frauen verlernt haben, wütend zu sein – und wie sie ihre Wut zurückerobern

                Gehirn und künstliche Intelligenz strukturieren Sprache ähnlich durch Vorhersagen

                  Die Frage, ob die menschliche Sprachfähigkeit auf biologisch verankerten, angeborenen Mechanismen beruht oder sich dynamisch durch Erfahrung und Nutzung formt, spaltet die linguistische und neurowissenschaftliche Forschung seit Jahrzehnten in zwei große Denkschulen. Während die von Noam Chomsky geprägte Theorie der Universalgrammatik postuliert, dass Menschen mit einem genetisch fest verdrahteten grammatikalischen Grundgerüst zur Welt kommen, argumentiert die kognitive Linguistik, dass syntaktische Strukturen und sprachliche Kategorien das Resultat von Musterextraktion aus dem tatsächlichen Sprachgebrauch sind. Jüngste interdisziplinäre Forschungsarbeiten an… Weiterlesen »Gehirn und künstliche Intelligenz strukturieren Sprache ähnlich durch Vorhersagen

                  Wie das Gedächtnis die Augenbewegungen lenkt

                    Täglich führt das menschliche visuelle System etwa 200.000 Augenbewegungen aus, bei denen der Blick von einem Punkt zum nächsten springt. Die biologischen und kognitiven Mechanismen, die bestimmen, wie lange das Auge an einem bestimmten Punkt verweilt, waren in der Wissenschaft lange Zeit Gegenstand von Diskussionen. Bisher ging die dominierende Lehrmeinung davon aus, dass die sogenannte Fixationsdauer primär durch die visuelle Komplexität und den damit verbundenen Verarbeitungsaufwand bestimmt wird. Demnach sollten schwerer zu erkennende oder komplexere Bildausschnitte längere… Weiterlesen »Wie das Gedächtnis die Augenbewegungen lenkt

                    Wie akuter Stress die Gedächtnisintegration beeinträchtigt

                      Die Fähigkeit des menschlichen Gehirns, isolierte Eindrücke und Erinnerungen miteinander zu verknüpfen, bildet das Fundament für das alltägliche Wissen und ermöglicht es, flexible Schlussfolgerungen zu ziehen, die über die reine Wahrnehmung hinausgehen. Dieser essenzielle Prozess, der auch als Gedächtnisintegration bezeichnet wird, wird jedoch durch akuten Stress massiv gestört. Eine aktuelle wissenschaftliche Untersuchung von Schüren et al. (2026) zeigte, dass Menschen unter Stresseinfluss verstärkt isolierte Einzelerinnerungen abspeichern, anstatt neue Informationen in bereits bestehende Wissensstrukturen einzubetten. Um diesen Mechanismus… Weiterlesen »Wie akuter Stress die Gedächtnisintegration beeinträchtigt

                      Gut einschlafen können

                        Wenn es für jemanden ein großes Anliegen ist, nicht genug Schlaf zu erhalten, dann sollte man diese Gedanken nicht einmal aufkommen lassen. Deshalb sollte man alle Uhren aus dem Zimmer verbannen und das Mobiltelefon mit dem Bildschirm auf das Nchtkästchen legen. All dies reduziert den Stress, da man nicht permanent durch sie erinnert wird, wie wenig Zeit doch bis zum Morgen bleibt. Nebenbei bemerkt: Wenn man nicht einschlafen kann, dann hat man im Schlafzimmer nichts zu suchen.… Weiterlesen »Gut einschlafen können

                        Gedächtnispaläste sind nichts für das alltägliche Lernen

                          Ein Gedächtnispalast – auch bekannt als Loci-Methode – ist eine der ältesten und effektivsten Mnemotechniken der Welt, die bereits von den alten Griechen genutzt wurde, um sich komplexe Informationen fehlerfrei einzuprägen. Das Prinzip basiert auf der Erkenntnis, dass unser Gehirn abstrakte Fakten wie Zahlen oder Namen schnell vergisst, sich aber räumliche Strukturen und visuelle Bilder hervorragend merken kann. Bei dieser Methode verknüpft man das zu lernende Wissen mit realen oder fiktiven Orten, die man in- und auswendig… Weiterlesen »Gedächtnispaläste sind nichts für das alltägliche Lernen