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Die evolutionäre Entwicklung des prosozialen Verhaltens im Kindesalter

    Die Frage, ob der Mensch von Natur aus altruistisch und hilfsbereit geboren wird oder ob soziale Verhaltensweisen erst mühsam erlernt werden müssen, beschäftigt die Entwicklungspsychologie seit Generationen. Die vorliegenden Forschungsarbeiten zeigen einhellig, dass die Wurzeln des sozialen Miteinanders überraschend tief verankert sind und bereits in den ersten Lebensmonaten aktiv zutage treten. So konnte in experimentellen Untersuchungen nachgewiesen werden, dass bereits 14 Monate alte Kleinkinder eine deutliche Tendenz zeigen, anderen Menschen uneigennützig zu helfen, indem sie beispielsweise nach… Weiterlesen »Die evolutionäre Entwicklung des prosozialen Verhaltens im Kindesalter

    Die neuronale Dynamik des Leerlaufs des Gehirns

      Das Default Mode Network und seine Funktion für Selbstreflexion und Kreativität Das Phänomen des bewussten „Nichtstuns“ oder des gedanklichen Abschweifens wird im Alltag häufig mit Entspannung oder dem Freimachen des Kopfes assoziiert. Wissenschaftlich betrachtet existiert ein Zustand, in dem das menschliche Gehirn völlig frei von Gedanken ist, im wachen Zustand jedoch praktisch nicht. Durch den Einsatz moderner bildgebender Verfahren wie der Positronen-Emissions-Tomographie (PET) und der funktionellen Magnetresonanztomographie (fMRT) lässt sich die elektrische Aktivität, der Blutfluss und der… Weiterlesen »Die neuronale Dynamik des Leerlaufs des Gehirns

      Neue Perspektiven auf die menschliche Schädelevolution

        Die evolutionäre Entwicklung der Gattung Homo ist traditionell durch zwei prägnante Trends gekennzeichnet: eine kontinuierliche Vergrößerung des Gehirns bzw. Gehirnschädels sowie eine gleichzeitige Verkleinerung und Reduktion der Robustheit von Gesicht und Kiefer. Bislang ging man weitgehend davon aus, dass diese morphologischen Veränderungen das direkte Resultat einer anhaltenden, gerichteten natürlichen Selektion waren, bei der größere Gehirne aufgrund gesteigerter kognitiver Fähigkeiten und kleinere Gesichter aufgrund energetischer Vorteile – begünstigt durch den Einsatz von Werkzeugen und die damit einhergehende Entlastung… Weiterlesen »Neue Perspektiven auf die menschliche Schädelevolution

        Rechte vs linke Gehirnhälfte

        Sehen Sie die Tänzerin in einer Drehung im Uhrzeigersinn oder gegen den Uhrzeigersinn? Im Uhrzeigersinn -> Sie nutzen vor allem die rechte Gehirnhälfte Gegen den Uhrzeigersinn -> Sie nutzen vor allem die linke Gehirnhälfte Die linke Gehirnhälfte ist verantwortlich für Sprache-Lesen-Rechnen Ratio-Logik Regeln-Gesetze Konzentration auf einen Punkt Analyse-Detail Wissenschaft Schritt für Schritt Einzelheiten Zeitempfinden Linearität Die linke Gehirnhälfte ist also für alles zuständig, was im allgemeinen Verständnis als Denken bezeichnet wird. Sie denkt in Sprache, in Begriffen,… Weiterlesen »Rechte vs linke Gehirnhälfte

        Wenn Alltagsgeräusche zur Belastung werden

          Die Misophonie, also die tiefgreifende Überempfindlichkeit gegenüber bestimmten, meist von Menschen erzeugten Alltagsgeräuschen wie Kauen, Schmatzen, Schlürfen oder Atmen, wird als eigenständige psychische Störung angesehen. Betroffene Menschen reagieren auf diese akustischen Reize nicht bloß mit milder Irritation, sondern mit extremen emotionalen Reaktionen wie unkontrollierbarer Wut, Angst oder intensivem Ekel. Schätzungen zufolge sind etwa fünf Prozent der Bevölkerung von diesem Phänomen betroffen, das im Alltag zu einem enormen Leidensdruck führen kann, da die Betroffenen versuchen, die auslösenden Geräusche… Weiterlesen »Wenn Alltagsgeräusche zur Belastung werden

          Wie das Gehirn durch Krisen lernt

            Die Frage, warum einige Menschen traumatische oder stark belastende Lebensereignisse psychisch unbeschadet überstehen oder sogar gestärkt aus ihnen hervorgehen, während andere daran zerbrechen, steht seit langem im Zentrum der psychologischen und biomedizinischen Forschung. Eine Studie von Backhaus et al. (2026) die sowohl menschliche Probanden als auch Tiermodelle untersuchte, liefert nun neue Erkenntnisse über die zugrunde liegenden neuronalen Netzwerkmechanismen. Resilienz, so zeigen die Ergebnisse, ist keineswegs eine bloße, angeborene Charaktereigenschaft, sondern basiert auf aktiven, dynamischen Anpassungs- und Umbauprozessen… Weiterlesen »Wie das Gehirn durch Krisen lernt

            Automatische Trennung komplexer Klanginformationen im Neugeborenengehirn als Basis für den Spracherwerb

              Die bemerkenswerte Fähigkeit des menschlichen Gehirns, aus einer akustisch überladenen Umwelt und einem Gewirr simultaner Geräusche spezifische, zusammengehörige Klänge herauszufiltern und von störendem Hintergrundrauschen zu isolieren, ist eine fundamentale Säule der menschlichen Kommunikation und Orientierung. Eine Untersuchung von Polver et al. (2026) konnte nun erstmals direkte Belege dafür erbringen, dass diese komplexe auditorische Leistung kein Produkt langjähriger Erfahrung, sprachlicher Sozialisation oder gar bewusster Aufmerksamkeit ist, sondern als ein von Geburt an aktiver, automatischer Gehirnmechanismus vorliegt. Im Rahmen… Weiterlesen »Automatische Trennung komplexer Klanginformationen im Neugeborenengehirn als Basis für den Spracherwerb

              Psychedelisch unterstützte Psychotherapie in der Behandlung therapieresistenter Depressionen

                Eine klinische Studie, die von Mertens et al. (2026) durchgeführt wurde, lieferte neue Erkenntnisse über die langfristige Behandlung von Menschen mit therapieresistenter Depression. Im Rahmen dieser Untersuchung, die als die bislang umfassendste und vollständigste Langzeitnachbeobachtung einer Studie mit Psychedelika gilt, wurde die Wirksamkeit von ein oder zwei Dosen Psilocybin (je 25 mg) in Kombination mit einer strukturierten psychotherapeutischen Begleitung analysiert. Die Behandlung umfasste dabei nicht nur die eigentlichen Substanzsitzungen, sondern auch ein engmaschiges Setting aus Vorbereitungs- und… Weiterlesen »Psychedelisch unterstützte Psychotherapie in der Behandlung therapieresistenter Depressionen

                Das Gehirn filtert negative auditive Reize aus dem Bewusstsein

                  Obwohl im Alltag, in den Medien und in der Popkultur meist davon ausgegangen wird, dass emotional negativ geladene Reize wie Bilder oder Wörter die menschliche Aufmerksamkeit automatisch auf sich ziehen und kognitive Kapazitäten rauben, deuten neuere wissenschaftliche Erkenntnisse auf einen gegenteiligen Mechanismus bei der unbewussten auditiven Verarbeitung hin. Während die bisherige Forschung zur Priorisierung von Informationen im Bewusstsein stark auf den visuellen Sinn fokussiert war, untersuchten Chen et al. (2026) diese Prozesse im auditiven Bereich, da sich… Weiterlesen »Das Gehirn filtert negative auditive Reize aus dem Bewusstsein

                  Wege aus der Falle der Selbstzweifel

                    Das Phänomen, trotz offensichtlicher Erfolge permanent an den eigenen Fähigkeiten zu zweifeln und die Angst zu verspüren, als vermeintlicher Blender entlarvt zu werden, ist weit verbreitet. In der Psychologie bezeichnet man das als Impostor-Syndrom. Auch wenn sich diese tief sitzenden Unsicherheiten selten komplett abstellen lassen, gibt es wirksame Ansätze, um einen gesünderen Umgang mit ihnen zu finden. Der erste und oft entlastendste Schritt liegt im bloßen Erkennen und Benennen dieses psychologischen Musters, also zu wissen, dass es… Weiterlesen »Wege aus der Falle der Selbstzweifel

                    Das Phänomen der Gefühlsblindheit

                      Die sogenannte Gefühlsblindheit oder Alexithymie beschreibt ein weit verbreitetes, aber in der Öffentlichkeit noch wenig bekanntes Phänomen, bei dem betroffene Menschen erhebliche Schwierigkeiten haben, eigene und fremde Emotionen wahrzunehmen, einzuordnen oder in Worte zu fassen, wobei Schätzungen davon ausgehen, dass etwa zehn Prozent der Bevölkerung und dabei Männer tendenziell geringfügig häufiger als Frauen von diesem Spektrum der Persönlichkeit betroffen sind. Grundsätzlich handelt es sich hierbei um keine psychische Erkrankung, sondern um ein stabiles Persönlichkeitsmerkmal vergleichbar mit Introvertiertheit,… Weiterlesen »Das Phänomen der Gefühlsblindheit

                      Wie der menschliche Körper die Ich-Perspektive erschafft

                        Die menschliche Wahrnehmung zeichnet sich durch eine fundamentale Eigenschaft aus: Das Erleben der Welt erfolgt stets aus einer zentralen Ich-Perspektive, bei der alle Sinneseindrücke an einem festen Ort im eigenen Körper zusammenlaufen. Was im Alltag vollkommen selbstverständlich erscheint, stellt aus neurowissenschaftlicher Sicht eine bemerkenswerte Koordinationsleistung dar. Das Gehirn verarbeitet visuelle, akustische und haptische Reize der Außenwelt in völlig unterschiedlichen, voneinander getrennten Arealen. Die Frage, wie diese verstreuten Datenströme im Bewusstsein zu einem einzigen, stabilen und kohärenten Gesamterlebnis… Weiterlesen »Wie der menschliche Körper die Ich-Perspektive erschafft