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Forschung

Die Psychologie erforscht menschlichen Erlebens und Verhalten, die Entwicklung des Menschen von Geburt an bis zum Tod sowie die physischen Ursachen und äußeren Einflussfaktoren.

Präregistrierung gegen den publication bias

    Bekanntlich sind zahlreiche meta-analytische Versuche, Ergebnisse empirischer Forschung zu reproduzieren, in den letzten Jahren gescheitert, was manche Wissenschaftler und Medien dazu veranlasste, eine Replikationskrise zu diagnostizieren und die Sorge zu äußern, dass die Wissenschaft dadurch an öffentlicher Glaubwürdigkeit verliert. Andere hofften, dass Replikationsversuche das öffentliche Vertrauen in die Wissenschaft stärken könnte, da man dadurch zeigen konnte, dass man sehr genau überprüft, was in den Wissenschaften Bestand hat und was nicht. Um dem publication bias zu entgehen, arbeitet… Weiterlesen »Präregistrierung gegen den publication bias

    Erinnern ist immer auch Ergänzen

      Da das menschliche Gedächtnis erfahrungsgemäß nicht in der Lage ist, sich an alle Details einer vergangenen Erfahrung zu erinnern, füllt es solche Lücken mit wahrscheinlichen Informationen auf. Um nun zu überprüfen, wie das Gehirn solche Gedächtnisinhalte beim Erinnern ergänzt, haben Staresina et al. (2019) Versuchspersonen in acht Versuchsdurchgängen jeweils zehn Landschaftsbilder gezeigt, wobei in jeder Aufnahme ein Detailfoto mit einem von zwei Objekten eingefügt war, etwa eine Himbeere oder ein Skorpion. Die Probanden – Epilepsiepatienten, denen Elektroden… Weiterlesen »Erinnern ist immer auch Ergänzen

      Positive Erinnerungen als Resilienzfaktor bei jugendlicher Depression

        Depressionen sind weltweit die Hauptursache für Krankheiten und Behinderungen, wobei ein bekannter Risikofaktor für Depressionen die Belastung durch frühen Lebensstress ist. Schon während der Pubertät gibt es oft erste Anzeichen einer Depression, wobei psychische Störungen, die bereits bei jungen Erwachsenen auftreten, zumeist schwerer verlaufen und mit einer größeren Wahrscheinlichkeit für einen späteren Rückfall einhergehen. Askelund et al. (2019) haben nun untersucht, ob aktivierende positive Erinnerungen akute Stressreaktionen dämpfen, und in der Folge bei einer geringeren Cortisolreaktion eine… Weiterlesen »Positive Erinnerungen als Resilienzfaktor bei jugendlicher Depression

        Experten und Laien

          Forschungen über die Psychologie des Extremismus zeigen, dass extreme Haltungen oft Menschen entwickeln, die glauben, dass sie komplexe Themen besser verstehen, als sie es tatsächlich tun. Untersuchungen zur gesellschaftlicher Relevanz von genetisch modifizierter Nahrung zeigen, dass über neunzig Prozent der Studienteilnehmer angeben, dass sie zumindest leichte Aversion gegen diese hegen, doch je stärker diese Aversion ist, umso mehr Wissen über das Thema schreiben sie sich selber zu und umso weniger Wissen haben sie tatsächlich. Kurz: Extreme Gegner… Weiterlesen »Experten und Laien

          Trauma, Schlafstörungen und gedächtnisbezogenen Symptomen der posttraumatischen Belastungsstörung

            Menschen, die extreme körperliche Gewalt, einen Terroranschlag, Unfall, Krieg oder sonst Erschütterndes erlebt haben, schaffen es mitunter nicht, das Erlebte zu verarbeiten. Bei der posttraumatischen Belastungsstörung wird für die Betroffenen die Erinnerung zum Problem, denn belanglose Kleinigkeiten wie ein Geruch lösen ohne Vorwarnung Flashbacks aus. Typisch ist auch, neben Symptomen wie zwanghaftes Grübeln oder Reizbarkeit, dass Betroffene sich an wesentliche Teile des Geschehens nicht vollständig erinnern können, offenbar ist bei Trauma-Folgestörungen also auch das Gedächtnis beeinträchtigt. Neuere… Weiterlesen »Trauma, Schlafstörungen und gedächtnisbezogenen Symptomen der posttraumatischen Belastungsstörung

            Wahrnehmung und Aufmerksamkeit verändern sich im Alter

              Oft leiden ältere Menschen unter Gedächtnis- oder Konzentrationsproblemen und befürchten, darin die Anzeichen einer beginnenden Demenz zu erkennen. Daher sind Untersuchungen wichtig, die herausfinden, wie sich die Wahrnehmung und Aufmerksamkeit im Alter verändern und worin sich diese Veränderungen beim gesunden Altern von einer beginnenden Demenz unterscheiden. So weiß man, dass die Geschwindigkeit aller geistigen Prozesse mit dem Lebensalter kontinuierlich abnimmt, und zwar linear bereits ab dem jüngeren Erwachsenenalter. Es zeigt sich, dass die Wahrnehmung stark von Erwartungen… Weiterlesen »Wahrnehmung und Aufmerksamkeit verändern sich im Alter

              Ethische Prinzipien psychologischen Forschung

                Qualität in der psychologischen Forschung kann nur dann gewährleistet sein, wenn sie ethischen Prinzipien folgt. Die Deutsche Gesellschaft für Psychologie hat daher Empfehlungen für „Ethisches Handeln in der psychologischen Forschung“ veröffentlicht, wobei sich diese Empfehlungen an Forschende, Studierende und Lehrende aus allen Bereichen der Psychologie, und damit auch an Antragstellende und Begutachtende in Ethikkommissionen richten.Psychologische Forschung ist in den allermeisten Fällen auf die Teilnahme von Menschen als ‚Untersuchungsobjekt‘ angewiesen, wofür die Forschenden die Verantwortung tragen, dass unsere… Weiterlesen »Ethische Prinzipien psychologischen Forschung

                Berufswahl und Persönlichkeit

                  Die Berufswahl, also auch die Entscheidung für eine Ausbildung oder ein Studium, hat Auswirkungen auf die Persönlichkeit von Menschen, denn so waren in Deutschland etwa Jugendliche, die nach der zehnten Klasse in das Arbeitsleben einsteigen, gewissenhafter als jene, die weiter zur Schule gingen. Man erklärt dies damit, dass Auszubildende eine Umwelt erleben, in denen es klar definierte Anforderungen und strengere Verhaltensregeln als in der Schule gibt und die Zuverlässigkeit Einzelner für das gesamte Team wichtig sind. Die… Weiterlesen »Berufswahl und Persönlichkeit

                  Mentale Räume als grundlegendes Muster der Informationsspeicherung

                    Es ist schon länger bekannt, dass das menschliche Gehirn Informationen über die Umgebung in sogenannten kognitiven Räumen speichert, jedoch geht es nach Untersuchungen von Bellmund, Gärdenfors, Moser & Doeller (2018) nicht nur um geografische Daten, sondern auch um Beziehungen zwischen Objekten und Erfahrung. Menschen denken offenbar über ihre Familie und Freunde in ähnlicher Weise, etwa indem sie Menschen etwa in den Kategorien ihres Humors oder Einkommens, als groß oder klein, humorvoll oder humorlos oder mehr oder weniger… Weiterlesen »Mentale Räume als grundlegendes Muster der Informationsspeicherung

                    Zwölf Produkte sind die ideale Auswahlgröße

                      Bei Entscheidungen sind zu viele Auswahlmöglichkeiten oft hinderlich, auch wenn diese von Menschen als attraktiv angesehen werden. Man vermutet daher, dass mit einem größer werdenden Angebot an Optionen die Vorteile der größeren Auswahl immer geringer werden, d.h., die Wahrscheinlichkeit, dass eine noch bessere Option dabei ist, wird immer geringer. Umgekehrt nehmen die Kosten, eine Entscheidung zu treffen, immer stärker zu, denn man braucht mehr Zeit, kann sich nicht alle Optionen merken, denn der Vergleich wird schwieriger. Ab… Weiterlesen »Zwölf Produkte sind die ideale Auswahlgröße

                      Schleifen im episodischen Gedächtnis

                        Bekanntlich ist das menschliche Gedächtnis einerseits sehr präzise, d. h., es kann ähnliche Ereignisse trennen, andererseits ist es integrativ, d. h., es kann sich an Gemeinsamkeiten zwischen ähnlichen Ereignissen erinnern. Jüngste Befunde (Koster et al., 2018) stellen nun die damit verbundene Hypothese in Frage, dass der Hippocampus auf das episodische Gedächtnis spezialisiert ist, indem man zeigen konnte, dass er auch die Integration von Informationen über ältere Erfahrungen hinweg unterstützt, sodass das das menschliche Gedächtnis gleichzeitig detailgetreu und… Weiterlesen »Schleifen im episodischen Gedächtnis

                        Hirnfunktionen hängen vom Kulturkreis ab

                          Nach den Ergebnissen der traditionellen Wahrnehmungspsychologie ist Wahrnehmung einerseits angeboren und andererseits durch Lernprozesse veränderbar Man weiß von Kindern, dass sie bildhaft denken und dass dieses bildhafte Denken nach Schuleintritt zunehmend „zeichenorientiert“ (ABC, Buchstaben) wird. Asiaten „schreiben“ in einer Schrift, die aus „Bildern“ der entsprechenden Objekte entstanden ist. Auch nach Schuleintritt wird durch die „Bilder-Schriftzeichen“ weiterhin intensiv geübt, sodass deren Bildwahrnehmung auch nach Schuleintritt bestehen bleibt. Die kindliche „Bildvorstellung“ wird dort also nicht zugunsten einer abstrakten „Zeichensprache“… Weiterlesen »Hirnfunktionen hängen vom Kulturkreis ab