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Angewandte Psychologie

Angewandte Psychologie ist eine Zusammenfassung aller Teildisziplinen der Psychologie, welche die Anwendung psychologischer Erkenntnisse für die Praxis zum Gegenstand haben und geht auf William Stern zurück.

Der Wert des Tagträumens wird unterschätzt

    Tagträumen, also die Fähigkeit, sich ohne äußere Stimulation mit inneren Gedanken zu beschäftigen, ist eine einzigartige Eigenschaft des Menschen. Objektiv betrachtet spielt sich zwar immer etwas ab, und das auch ohne externe Reize, doch halten viele Menschen diesen Zustand für langweilig und nicht erstrebenswert, d. h., sie suchen deshalb dauernd nach etwas, mit dem sie sich ablenken und unterhalten können. Hatano et al. (2022) haben in sechs Experimenten die Hypothese überprüft, dass Menschen ihre Fähigkeit, diesen Prozess… Weiterlesen »Der Wert des Tagträumens wird unterschätzt

    Kurzfristiges Erwachen kann ein natürlicher Teil der Schlafphasen sein

      Der Schlaf weist eine komplexe Mikroarchitektur auf, die Mikro-Arousals, Schlafspindeln und Übergänge zwischen Schlafstadien umfasst. Fragmentierter Schlaf beeinträchtigt die Gedächtniskonsolidierung, während spindelstarker und deltareicher Non-REM-Schlaf und REM-Schlaf diese fördern. Die Beziehung zwischen Mikroarousals und gedächtnisfördernden Aspekten des Schlafs ist jedoch noch unklar. In einer Studie untersuchten nun Kjaerby et al. (2022) mit Hilfe der Faserphotometrie bei Mäusen, wie die Freisetzung des Erregungsmediators Noradrenalin die Mikroarchitektur des Schlafs beeinflusst. Sie konnten zeigen, dass Mikroerregungen während des Non-REM-Schlafs in… Weiterlesen »Kurzfristiges Erwachen kann ein natürlicher Teil der Schlafphasen sein

      Inner crowd effect

        Viele Entscheidungen beruhen auf der Fähigkeit der Menschen, unbekannte Größen zu schätzen, wobei bei solchen Entscheidungen die aggregierte Schätzung einer Gruppe von Menschen oft genauer ist als die meisten individuellen Schätzungen. Bemerkenswerterweise gelten ähnliche Prinzipien, wenn mehrere Schätzungen derselben Person aggregiert werden, und eine zentrale Herausforderung besteht darin, Strategien zu finden, die die Genauigkeit der aggregierten Schätzungen von Personen verbessern. Van de Calseyde & Efendic (2022) entwickelten dafür eine Strategie, bei der Menschen eine erste Schätzung mit… Weiterlesen »Inner crowd effect

        Frühe Behandlung bei Anorexie nervosa entscheidend

          Das Muster der strukturellen Hirnanomalien bei Anorexia nervosa ist noch immer nicht gut verstanden. Mehrere Studien berichten über erhebliche Defizite des Volumens der grauen Substanz und der kortikalen Dicke bei akut untergewichtigen Patienten, während andere Studien keine Unterschiede oder sogar eine Zunahme bei Patienten im Vergleich zu gesunden Kontrollpersonen feststellen. Eine kürzliche Gewichtszunahme vor der Untersuchung könnte einen Teil dieser Heterogenität erklären. Um das Ausmaß, die Größenordnung und die Abhängigkeiten der Veränderungen der grauen Substanz bei Anorexia… Weiterlesen »Frühe Behandlung bei Anorexie nervosa entscheidend

          Zentrum für die Kategorisierung der Vertrautheit von Wörtern im Gehirn entdeckt

            Die visuelle Worterkennung ist ein entscheidender Prozess beim Lesen und stützt sich auf die linken ventralen okzipito-temporalen Regionen des menschlichen Gehirns, wobei die spezifische Funktion dieser Regionen bei der visuellen Worterkennung bisher noch nicht völlig klar war. Gagl et al. (2022) haben nun herausgefunden, dass diese okzipito-temporalen Gehirnsysteme für die lexikalische Kategorisierung entscheidend sind, d. h., für den Prozess der Bestimmung, ob eine orthografische Wahrnehmung ein bekanntes Wort betrifft oder nicht, so dass die weitere lexikalische und… Weiterlesen »Zentrum für die Kategorisierung der Vertrautheit von Wörtern im Gehirn entdeckt

            Das Impostor-Phänomen unter realen Leistungsbedingungen

              Das Impostor-Phänomen ist durch einen extern-instabilen spezifischen Attributionsstil gekennzeichnet, d. h., Impostoren nehmen erfolgreiche Leistungen als zufällig wahr. Bisher wurde dieses Phänomen in keiner Studie in realen Situationen getestet. Brauer & Proyer (2022) haben deshalb untersucht, wie sich das Hochstapler-Phänomen unter realen Prüfungssituationen zeigt und ob es einen Zusammenhang zur Intelligenz der Probanden und Probandinnen gibt. Dafür mussten diese eine Reihe von Intelligenzaufgaben lösen und erhielten im Anschluss an jede Aufgabe über einen Monitor ein positives Feedback,… Weiterlesen »Das Impostor-Phänomen unter realen Leistungsbedingungen

              Veränderung der dysfunktionale Informationsverarbeitung bei Traumata durch Computertrainings

                Kognitive Modelle der Posttraumatischen Belastungsstörung gehen davon aus, dass eine dysfunktionale Informationsverarbeitung in den Bereichen Aufmerksamkeit, Interpretation, Bewertung und Gedächtnis einen wichtigen Faktor für das Auftreten und die Aufrechterhaltung der Störung darstellt. Parallel zeigen verschiedenste Entwicklungen in der klinisch-experimentellen Forschung, dass es möglich sein könnte, solche kognitiven Verzerrungen mithilfe von Cognitive Bias Modification-Trainings zu modifizieren. Woud et al. (2022) geben einen Überblick über die Forschung im Kontext von Trauma und Posttraumatischer Belastungsstörung, und zwar sowohl im experimentellen… Weiterlesen »Veränderung der dysfunktionale Informationsverarbeitung bei Traumata durch Computertrainings

                Das Zeitempfinden während Corona

                  Die Covid-19-Pandemie und die damit verbundenen Abriegelungen lösten weltweit Veränderungen in den täglichen Routinen der menschlichen Erfahrung aus. Untersuchungen haben gezeigt, dass die Covid-Pandemie vor allem die Zeitwahrnehmung vieler Menschen auf den Kopf gestellt hat. Im Frühjahr 2020, als man sich im ersten Lockdown befand und die meisten Menschen ihren Alltag plötzlich völlig neu organisieren mussten, hat einfach jeder gemerkt, dass irgendwas komisch und anders mit der Zeit ist. Es damals vielen Menschen schwergefallen, ohne die üblichen… Weiterlesen »Das Zeitempfinden während Corona

                  Wie die Psychologie die Schmerzbehandlung unterstützen kann

                    Es gibt akute und chronische Schmerzen, die sich vor allem in der Dauer und Funktion unterscheiden, wobei akute Schmerzen den Menschen und seinen Körper vor schädlichen Einwirkungen warnen. Sie sind in der Regel nach kurzer Zeit mit entsprechender Akutschmerzbehandlung zu lindern oder gehen von selbst zurück. Chronische Schmerzen – wenn sie länger als sechs Monate andauern oder wiederkehrend auftreten – hingegen haben sich von der eigentlichen Ursache oft abgelöst und überdauern diese, d. h., sie haben die… Weiterlesen »Wie die Psychologie die Schmerzbehandlung unterstützen kann

                    Schlafstörungen durch unerledigte Aufgaben

                      Es ist fast eine Binsenweisheit, dass Arbeitsstress zu Schlafstörungen führt, aber die Frage, wie arbeitsbedingte Stressoren den Schlaf von Arbeitnehmern beeinträchtigen, bleibt offen. Eine Studie von Syrek et al. (2017) konzentriert sich auf die Rolle des Grübelns als zugrunde liegender Mechanismus für Schlafstörungen. Dabei wurde das affektive Grübeln von problemlösendem Grübeln unterschieden und die Auswirkungen beider Formen des Grübelns auf die Beziehung zwischen Stressoren und Schlaf untersucht. Beim gefühlsbetontes Grübeln kreisen die Gedanken der Menschen am Wochenende… Weiterlesen »Schlafstörungen durch unerledigte Aufgaben