Zum Thema ‘Angewandte Psychologie’

Angewandte Psychologie ist eine Zusammenfassung aller Teildisziplinen der Psychologie, welche die Anwendung psychologischer Erkenntnisse für die Praxis zum Gegenstand haben und geht auf William Stern zurück.

Vergleiche in sozialen Netzwerken können depressiv machen



Ozimek & Bierhoff (2019) haben eine experimentelle und zwei Fragebogenstudien durchgeführt, um zu untersuchen, ob die Nutzung sozialer Netzwerke depressive Tendenzen hervorrufen kann. In der ersten Studie ließen sie zwei Gruppen von Versuchspersonen fünf Minuten lang entweder auf ihrer Facebook-Pinnwand oder auf der Mitarbeiterwebseite der Katholisch-Theologischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum Informationen über die ersten fünf Personen herausschreiben, die sie sahen, die dritte Gruppe übersprang diese Aufgabe. Alle drei Gruppen füllten danach einen Fragebogen aus, der über ihr Selbstwertgefühl Auskunft gab. Es hat sich dabei gezeigt, dass die Konfrontation mit sozialen Informationen im Internet, die sowohl auf Facebook als auch auf Mitarbeiterseiten selektiv und nur positiv und vorteilhaft sind, zu einem geringeren Selbstwertgefühl führen. Da ein niedriges Selbstwertgefühl eng mit depressiven Symptomen zusammenhängt, kann man schon in dieser kurzfristigen Auswirkung eine mögliche Gefahrenquelle sehen. Die langfristige Perspektive untersuchten man in einer Befragung von achthundert Probanden zu ihrer Facebook-Nutzung, zu ihrer Tendenz, sich mit anderen vergleichen zu wollen, zu ihrem Selbstwertgefühl und zum Auftreten depressiver Symptome. Dabei zeigte sich, dass es dann einen positiven Zusammenhang zwischen vor allem passiver Facebook-Nutzung und depressiven Symptomen gibt, wenn Probanden ein verstärktes Bedürfnis nach sozialen Vergleichen ihrer Fähigkeiten haben. Wenn man also ein starkes Bedürfnis nach Vergleichen hat und im Internet immer wieder auf der Startseite sieht, dass andere tolle Urlaube haben, tolle Abschlüsse machen, sich teure und tolle Dinge kaufen, während man selber aus seinem Büro das trübe Wetter draußen sieht, senkt das den Selbstwert. Hinzu kommt, dass wenn man dies Tag für Tag und immer wieder erlebt, kann das langfristig höhere depressive Tendenzen begünstigen. Ein Überprüfung dieser Effekte auf Xing, einem professionellen Netzwerk ergab ein sehr ähnliches Ergebnis wie die Facebookstudie. Insgesamt konnte gezeigt werden, dass nicht die Nutzung sozialer Netzwerke generell und unmittelbar zu Depressionen führt oder mit ihnen im Zusammenhang steht, sondern dass gewisse Voraussetzungen und eine bestimmte Art der Nutzung das Risiko für depressive Tendenzen erhöhen. Private wie professionelle soziale Netze können höhere Depressionswerte begünstigen, wenn Nutzer hauptsächlich passiv unterwegs sind, sich mit anderen sozial vergleichen und diese Vergleiche den Selbstwert negativ beeinflussen. Man muss allerdings berücksichtigen, dass nur die wenigsten Menschen auch negative Erlebnisse und Erfahrungen in sozialen Medien posten, wodurch der Eindruck entsteht, dass man mit diesen positiven Erlebnissen im Netz überflutet wird.

Literatur

Ozimek, Phillip & Bierhoff, Hans-Werner (2019). All my online-friends are better than me – three studies about ability-based comparative social media use, self-esteem, and depressive tendencies. Journal Behaviour & Information Technology, doi:10.1080/0144929X.



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Schlafphasenwecker – Aufstehen zum richtigen Zeitpunkt



Um sich ausgeschlafen zu fühlen, ist der Zeitpunkt des richtigen Aufwachens wichtig. Die Weckschwelle ist während der REM-Phase gegenüber dem slow wave sleep erhöht. Die Weckschwelle ist eine lineare Funktion der Schlafdauer, d.h., sie nimmt bis zur 6. Stunde zu (weniger Reagibilität) und sinkt dann bis zum Erwachen wieder ab. Schlafphasenwecker versuchen, diese Weckschwelle zu finden und zum richtigen Zeitpunkt zu wecken.

Manche Menschen sind müde trotz ausreichendem Schlaf und können sich nicht erklären, warum das so ist! Es gibt einige Ursachen dafür, von denen wohl die wichtigste ist, dass viele nach dem Klingeln des Weckers sofort aufstehen. Besser ist es, sich nach dem Klingeln des Weckers etwa fünf Minuten liegen zu bleiben und dem Körper und den Gedanken Zeit zu geben, sich auf die kommenden Aktivitäten vorzubereiten.



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Online-Kommunikation in Firmen und Organisationen



Zu viele Besprechungen sind ein deutliches Zeichen schlechter Organisation.
Cyril Northcote Parkinson

Die Kommunikation im Berufsalltag führt immer häufiger zu Belastungen und Überbeanspruchung. Häufig gilt: Komplexer Informations- und Meinungsaustausch sei nur in einem Meeting oder einer Video- bzw. Telefonkonferenz sinnvoll. Dr. Jürgen Klippert (Universität Kassel) stellte in einer Studie fest: Stimmen die Deutungsmuster der Beteiligten überein, führt eine E-mail-Korrespondenz zu einem gleichrangigen Ergebnis – bei vergleichsweise minimalem Aufwand.
Die E-mail verfügt über zusätzliche Vorzüge: Sie lässt sich sorgfältig ausarbeiten und später nachlesen.
Anderseits: “Bestehen bei den kommunizierenden Akteuren unterschiedliche Deutungsmuster hinsichtlich der zu verarbeitenden Informationen oder ist die Vertrauensbasis zwischen ihnen nicht ausgeprägt, gewinnen Unmittelbarkeit des Feedbacks und Symbolvarietät eine hohe Bedeutung”; damit empfiehlt sich eine Konferenz, schreibt Klippert im Symposiumsband der 14. Fachtagung der Gesellschaft für Angewandte Wirtschaftspsychologie.
Im gleichen Textbuch berichten Dr. Katrin Allmendinger und Dr. Karin Hamann (Fraunhofer Institut Stuttgart) über verschiedene Varianten von “synchronen Online-Besprechungen”. “Dabei werden Softwarelösungen eingesetzt, bei denen die Teilnehmenden häufig nicht nur als Namen in einer Liste aufgeführt werden, sondern per Video präsent sind. Meist können in den Softwarelösungen u.a. Folien, verschiedene Moderationstechniken und beliebige Dateien visualisiert werden. Die Teilnehmenden kommunizieren unmittelbar über Video- und Audiokanal.” Die Nutzungsformen sind unterschiedlich, doch immer überzeugen die Relationen zwischen Effizienz und eingesparten Reisekosten.
Die Autorinnen beobachteten in ihrer Studie: “In der Regel werden Entscheidungswege, die im virtuellen Raum diskutiert und erarbeitet werden, als transparenter, nachvollziehbarer und verbindlicher erlebt als Face-to-face. Dies ist u.a. durch den Einsatz demokratisierender Moderationstechniken bedingt.”



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