‘Allgemein’

Die Door-in-the-face-Technik

Freitag, November 4th, 2016

Viele Verkaufstricks basieren auf der Norm der Reziprozität, also dass wir uns verpflichtet fühlen, anderen einen Gefallen, eine Leistung oder ein Entgegenkommen zurückzugeben, die wir angeboten bekommen oder erhalten haben. Der Verkäufer macht ein Angebot, welches bewusst so groß ist, dass die Zielperson ablehnt. Dann folgt eine sehr viel kleinere Bitte: das eigentliche Verkaufsziel. Dieses wird aufgrund der vorangegangenen Ablehnung sehr viel häufiger zugesagt, als wenn es ohne vorhergehendes Angebot an die Zielperson gestellt worden wäre. Diese Taktik zielt auf das sich-schuldig-fühlen, wenn eine Bitte abgelehnt wird. Mit dem Annehmen des kleineren Angebots hat die Zielperson die Möglichkeit, sich reinzuwaschen und wieder gut zu fühlen. Diese Technik funktioniert jedoch nur, wenn folgende Bedingungen zutreffen:

  1. Das erste Angebot muss so groß sein, dass sichergestellt ist, dass die Zielperson ablehnt.
  2. Der Zielperson muss die Chance zu einem Kompromiss gegeben werden, indem sie das erste Angebot ablehnt und der nachfolgenden Bitte nachkommen kann.
  3. Die zweite Bitte muss in Beziehung zum ersten Angebot stehen und von derselben Person kommen, so dass die Zusage der Zielperson wie ein Zugeständnis vorkommt.


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Was ist Selbstregulierung?

Mittwoch, November 2nd, 2016

Menschen wissen und handeln nicht nur aufgrund äußerer Reize, sondern sie reagieren auch auf sich selbst und besitzen die Fähigkeit, ihr Verhalten anzupassen und zu lenken. Diese Selbstregulierung von Handlung und Motivation basiert letztendlich auf internen Normen und bewertenden Reaktionen eigenen Verhaltens. Menschen suchen Zufriedenheit durch Erreichen hoch bewerteter Ziele und werden durch Unzufriedenheit mit Leistungen, die unterhalb ihres eigenen Standards liegen, motiviert. Diskrepanzen zwischen Verhalten und persönlichen Standards erzeugen somit selbstreaktive Einflüsse, die als Motivatoren und Leitlinien für ein Verhalten dienen, das darauf zugeschnitten ist, die gewünschten Ergebnisse zu erreichen.
Diese internen Standards besitzen bei sozialem und moralischem Verhalten eine größere Stabilität im Vergleich zu Bereichen, in denen es um das Erreichen von Leistungszielen und die Aneignung von Kompetenz geht.
Literatur: Bandura, Albert (1976). Lernen am Modell. Stuttgart: Klett.



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Vom Beginn der Psychologie in Leipzig

Mittwoch, September 14th, 2016

Von der Geburt der Wissenschaft Psychologie erzählt eine Ausstellung im Neuen Augusteum der Universität Leipzig. Die Universität gilt als Begründungsort der akademischen Psychologie. Doch auch ihre aktuelle Entwicklung wird nachgezeichnet. Am 13. September eröffnet die Ausstellung der Kustodie Kunstsammlung und des Instituts für Psychologie der Universität Leipzig. Kuratiert wurde diese neben anderen von Erich Schröger und Immo Fritsche. Um die besondere Rolle, die die Stadt und Universität Leipzig im Feld der Psychologie spielt, wissen wahrscheinlich eher wenige Bewohner der Stadt. Tatsächlich ist diese jedoch nicht unerheblich.
Die Psychologie
An der Universität Leipzig wurde im Jahr 1879 durch den Philosophen Wilhelm Wundt das weltweit erste psychologische Institut gegründet. Auch davor hat sich die Sicht auf Psychologie als Wissenschaft bereits verändert, so Erich Schröger. Doch ausgehend von Wundts Lehre hätten seine ausländischen Schüler später auch in anderen Ländern eigene Institute gegründet.
Beides ist in der Ausstellung zu sehen: also sowohl diese naturwissenschaftliche Perspektive, als auch die sozialwissenschaftliche Perspektive Wundts.  Behandelt werden verschiedene Fragen, die damals wie heute die Psychologie beschäftigen. Wie sieht es im Gehirn aus, wie funktioniert das Gedächtnis, wie beeinflussen Gruppen und Kulturen unser Verhalten und was empfinden wir eigentlich als schön? Auch psychische Störungen werden thematisiert. Die Ausstellung ist interaktiv und soll ein breites (Laien-)Publikum ansprechen. So kann man quasi selbst als Versuchsperson handeln und beispielsweise seine eigene Konzentrationsfähigkeit testen.

Wann? 14. September bis 16. Dezember 2016
Wo? Galerie im Neuen Augusteum der Universität Leipzig
Eintrittspreis: 2,50€, ermäßigt 1,50€. Kostenloser Eintritt für Studierende.

Auch der größte wissenschaftliche Psychologiekongress im deutschsprachigen Raum kehrt mit seinem 50. Jubiläum an den Geburtsort der modernen Psychologie zurück: die Universität Leipzig. Wo Wilhelm Wundt vor rund 140 Jahren das weltweit erste psychologische Universitätsinstitut aufbaute, präsentieren in der Zeit vom 18. bis 22. September 2016 etwa 2.500 Wissenschaftler aktuelle Erkenntnisse aus der psychologischen Forschung und beschäftigen sich mit gesellschaftlich relevanten Themen, zu denen die Psychologie etwas zu sagen hat. Sei es das Zusammenleben von Jung und Alt, von Angehörigen verschiedener Nationalitäten und Religionen, sei es die Frage nach der optimalen Behandlung von psychischen Störungen, nach der Bewältigung von Stress am Arbeitsplatz oder nach den Auswirkungen der zunehmend technologisierten Arbeitswelt: Psychologen sind als Fachleute für menschliches Erleben und Verhalten häufig gesuchte Ansprechpartner für aktuelle gesellschaftliche Fragen und Debatten. Sie forschen im Dienst der Gesellschaft und beziehen Stellung in der Welt der Wissenschaft, in der Öffentlichkeit und in der Politik. Die Psychologie ist eine Wissenschaft mit komplexem Gegenstandsbereich und entsprechend mit Forschungsansätzen von den Neurowissenschaften bis hin zu den Kulturwissenschaften. Sie eint ihr Bestreben, Erleben und Verhalten zu verstehen und zu erklären sowie wissenschaftlich fundierte Lösungsansätze für individuelle und soziale Probleme zur Verfügung zu stellen.
Ein neues Format auf dem Kongress sind die Hot Topic Sessions. Zu ausgewählten „heißen Themen“ wurden hochkarätig besetzte internationale Arbeitsgruppen und Hauptredner eingeladen. Beispiele für diese „heißen Themen“ sind: Wie verändern sich unsere Gefühle im höheren Lebensalter und welche Auswirkungen haben diese Veränderungen für den Einzelnen und die Menschen in seiner nächsten Umgebung? Wie kann gesundheitsgerechte Arbeit in Zeiten des gesellschaftlichen Wandels gestaltet werden? Welche psychologischen Auswirkungen hat soziale Ungleichheit in der Gesellschaft? Wie anpassungsfähig ist unser Gehirn und was passiert, wenn wir neue Fähigkeiten erlernen? Wie vielseitig ist das Störungsbild der Zwangs- und Zwangsspektrumsstörungen, und welche Möglichkeiten zur Behandlung gibt es?

Informationen zum Kongress: http://www.dgpskongress.de/

Siehe auch Reiseempfehlung zur Geschichte der experimentellen Psychologie und Würzburg ist eine Reise wert!



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