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Psychotherapie

Psychotherapie kann als die Tätigkeit zur Feststellung, Heilung oder Linderung von psychischen Störungen mit Krankheitswert beschrieben werden.

Psychologische Mechanismen der Aufarbeitung biografischer Aversionen und Traumata

    Schmerzhafte Kindheitserfahrungen und aversive Konditionierungen prägen das Erleben von Erwachsenen oft bis ins hohe Alter. Am Beispiel individueller Fallberichte – wie etwa chronischen Aversionen gegen bestimmte Nahrungsmittel durch frühkindlichen Esszwang oder olfaktorischen Triggern aus institutioneller Unterbringung – zeigt die klinische und kognitive Psychologie, wie tiefgreifend frühe Belastungen im impliziten Gedächtnis verankert sind. Dennoch bietet die zeitgenössische Psychotherapie fundierte Ansätze, wie Betroffene trotz fragmentierter und schmerzhafter Biografie ein erfülltes Leben führen können. Die Natur des autobiografischen Gedächtnisses und… Weiterlesen »Psychologische Mechanismen der Aufarbeitung biografischer Aversionen und Traumata

    Gibt es eine gesunde Verdrängung?

      Zwischen Schutzschild und Schatten: Das psychoanalytische wie kognitive Dilemma der funktionalen Verdrängung Die Fragestellung, ob es im Rahmen psychologischer Gesetzmäßigkeiten eine im weitesten Sinne funktionale oder gar gesunde Verdrängung geben kann, berührt ein zentrales Spannungsfeld der Persönlichkeitspsychologie und Psychotherapie. In der klassischen Psychoanalyse nach Sigmund Freud gilt Verdrängung (Repression) primär als ein unbewusster Abwehrmechanismus, bei dem inakzeptable Triebimpulse, traumatische Erinnerungen oder angstauslösende Konflikte aus dem Bewusstsein ins Unbewusste verschoben werden (Freud, 1915/1946). Freud betrachtete diese unbewusste Sperre… Weiterlesen »Gibt es eine gesunde Verdrängung?

      Risiken und Begleiterscheinungen in der Psychotherapie

        Eine psychotherapeutische Behandlung gilt heutzutage als zentraler Baustein, um seelische Leiden wie Ängste oder Depressionen erfolgreich zu bewältigen. Was jedoch im Vergleich zu klassischen Medikamenten im Gespräch oft zu kurz kommt, ist die Tatsache, dass auch vertiefende psychologische Gespräche spürbare Nebenwirkungen mit sich bringen können. Wer sich auf eine Therapie einlässt, greift aktiv in seine eigenen Denk- und Verhaltensmuster ein – und dieser Veränderungsprozess verläuft selten schmerzfrei. Grundsätzlich muss man dabei zwischen unvermeidbaren Begleiterscheinungen und echten unerwünschten… Weiterlesen »Risiken und Begleiterscheinungen in der Psychotherapie

        Psychedelisch unterstützte Psychotherapie in der Behandlung therapieresistenter Depressionen

          Eine klinische Studie, die von Mertens et al. (2026) durchgeführt wurde, lieferte neue Erkenntnisse über die langfristige Behandlung von Menschen mit therapieresistenter Depression. Im Rahmen dieser Untersuchung, die als die bislang umfassendste und vollständigste Langzeitnachbeobachtung einer Studie mit Psychedelika gilt, wurde die Wirksamkeit von ein oder zwei Dosen Psilocybin (je 25 mg) in Kombination mit einer strukturierten psychotherapeutischen Begleitung analysiert. Die Behandlung umfasste dabei nicht nur die eigentlichen Substanzsitzungen, sondern auch ein engmaschiges Setting aus Vorbereitungs- und… Weiterlesen »Psychedelisch unterstützte Psychotherapie in der Behandlung therapieresistenter Depressionen

          Bewältigung von Prüfungsangst

            Der Artikel befasst sich mit einer Studie über den Stellenwert der Vertrauenstrias Selbstvertrauen, Vertrauen in andere und Zukunftsvertrauen bei der Bewältigung von Prüfungsängstlichkeit. Die Ergebnisse zeigen, dass Selbst- und Zukunftsvertrauen die wichtigsten Ressourcen im Umgang mit Prüfungsängstlichkeit sind.

            Lachtherapie als Mittel zur Angstreduktion

              Porras-Jiménez et al. (2025) analysierte in einer systematischen Übersichtsarbeit 33 internationale Studien aus den USA, Europa, Asien und dem Nahen Osten, die den Einfluss von Lachtherapie auf Erwachsene untersuchten. In allen einbezogenen Untersuchungen wurden Teilnehmende in zwei Gruppen eingeteilt: Eine Gruppe erhielt Lachinterventionen wie Lachyoga, humorvolle Filme oder Clownbesuche in Kliniken, während die Kontrollgruppe keine derartigen Maßnahmen erfuhr. Die Ergebnisse zeigten durchgehend, dass Lachtherapie mit einer Verringerung von Angstzuständen und einer Steigerung der Lebenszufriedenheit verbunden war, und… Weiterlesen »Lachtherapie als Mittel zur Angstreduktion

              Wenn Therapie scheitert – Supervision als Chance zur Reflexion

                Rund 20 bis 30 Prozent aller Psychotherapien enden vorzeitig – ein Umstand, den Supervision nicht verhindern, aber besser verstehbar machen kann. Der Verhaltenstherapeut Dr. Gerhard Zarbock betont in seinem Buch zur VT-Supervision die Bedeutung der reflektierenden Außensicht, vor allem bei sogenannten „heißen Therapieabbrüchen“. Dabei könne Supervision helfen, Dynamiken zu analysieren, etwa wenn Patientinnen mit narzisstischen, antisozialen oder vermeidenden Mustern auf die fordernde Methodik der Verhaltenstherapie mit Abbruch reagieren. In manchen Fällen sei ein Abbruch sogar sinnvoller, etwa… Weiterlesen »Wenn Therapie scheitert – Supervision als Chance zur Reflexion

                Die heilende Kraft der Vergebung: Wie emotionale Reaktionen auf Erinnerungen transformiert werden

                  Vergebung wird häufig als ein moralisches Ideal oder ein Mittel zur Versöhnung betrachtet. Doch über die ethischen und sozialen Dimensionen hinaus wirft sie auch psychologische Fragen auf: Wie verändert Vergebung unsere Erinnerung an vergangenes Unrecht? Wird durch das Vergeben die Erinnerung selbst abgeschwächt oder lediglich unsere emotionale Reaktion darauf? Eine Studie von Fernández-Miranda et al. (2025) beleuchtete diese Fragen, wobei im Zentrum der Untersuchung die Unterscheidung zweier theoretischer Erklärungsmodelle stand: das episodische Verblassen und das emotionale Verblassen.… Weiterlesen »Die heilende Kraft der Vergebung: Wie emotionale Reaktionen auf Erinnerungen transformiert werden

                  Kompetenzeinschätzung bei angehenden Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten

                    Eine Studie von Fraunfelter, Gerdes & Alpers (2024) zeigt, dass angehende Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten häufig Schwierigkeiten haben, ihre eigenen psychotherapeutischen Kompetenzen realistisch einzuschätzen. Im Zentrum der Untersuchung stand die Frage, inwieweit sich die Selbsteinschätzung der eigenen Fähigkeiten mit der Bewertung durch Expertinnen deckt – ein Aspekt, der angesichts der Bedeutung präziser Selbsteinschätzung für die Wirksamkeit psychotherapeutischer Arbeit von hoher Relevanz ist. Im Rahmen eines Gesprächsführungspraktikums führten 39 Masterstudierende des Studiengangs Klinische Psychologie und Psychotherapie an der Universität… Weiterlesen »Kompetenzeinschätzung bei angehenden Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten

                    Der Brief an die Eltern

                      Der Brief an die Eltern stellt aus psychologischer Sicht ein wirkungsvolles Instrument zur emotionalen Verarbeitung früher Beziehungserfahrungen dar, insbesondere wenn es darum geht, eigene Verletzungen aus der Kindheit zu reflektieren und mögliche elterliche Fehlverhalten zu bearbeiten. Bei dieser Methode schreibt eine Person – meist ohne den Brief tatsächlich abzuschicken – über ihre Kindheitserfahrungen, insbesondere über Verletzungen oder ungelöste Konflikte mit den Eltern. Dieser Schreibansatz, häufig im Rahmen psychotherapeutischer oder autobiografischer Methoden genutzt, kann sowohl positive als auch potenziell… Weiterlesen »Der Brief an die Eltern

                      Psychotherapie lindert nicht nur die Symptome, sondern hat weitere positive Auswirkungen

                        Eine qualitative Metaanalyse von Ladmanová et al. (2025) untersuchte die Ergebnisse von Psychotherapien aus der Perspektive der Klienten und Klientinnen. Die Studie umfasste 177 qualitative Studien aus 24 Ländern und umfasste die Erfahrungen von über 2900 ehemaligen Klienten. Die Forscher identifizierten zehn Schlüsselbereiche, in denen Klienten über Veränderungen berichteten: Verbesserte soziale Beziehungen: Klienten berichteten von mehr Offenheit, bewussterer Auswahl sozialer Kontakte und mehr Sicherheit in persönlichen Begegnungen. Vertieftes Verständnis für Gedanken und Verhaltensweisen: Klienten berichteten von einem… Weiterlesen »Psychotherapie lindert nicht nur die Symptome, sondern hat weitere positive Auswirkungen

                        Wann sollte ein Kind zum Psychotherapeuten?

                          Ein Kind sollte dann zu einem Psychotherapeuten gehen, wenn es Anzeichen für eine emotionale oder psychische Belastung zeigt, die über das normale Maß hinausgehen. Zu den häufigsten Anzeichen gehören langanhaltende Stimmungsschwankungen, übermäßige Ängste, Schwierigkeiten in der sozialen Interaktion, Verhaltensauffälligkeiten, Schlafstörungen oder das Zurückziehen aus sozialen Aktivitäten. Auch traumatische Erlebnisse wie der Verlust eines Elternteils oder Missbrauch können Gründe für eine Therapie sein. Psychotherapeutische Interventionen können auch hilfreich sein, wenn Kinder Schwierigkeiten haben, ihre Gefühle zu regulieren, oder… Weiterlesen »Wann sollte ein Kind zum Psychotherapeuten?