Zum Thema ‘Psychotherapie’

Psychotherapie kann als die Tätigkeit zur Feststellung, Heilung oder Linderung von psychischen Störungen mit Krankheitswert beschrieben werden.

Psychologie in der Gynäkologie



Im gynäkologischen Alltag kommen häufig Diagnosen und Ereignisse zur Sprache, die bei Patientinnen krisenhafte Belastungsreaktionen auslösen können, wobei diese Anpassungsstörungen und Reaktionen auf schwere Belastungen vorübergehende Prozesse mit unterschiedlichen Symptomen darstellen. Die Haltung des Therapeuten bzw. des Arztes muss in der Begleitung in und durch die Krise möglichst flexibel sein, d. h., zwischen aktivem Zuhören, einer nicht interpretierenden bis hin zu einer sehr direktiven Haltung, kann alles erforderlich sein. Es ist dabei wichtig, dass die Frauen nicht auf ihre hormonellen Grundfunktionen reduziert werden, sondern dass ihr besonderes Körperverständnis und ihre besondere psychosoziale Situation gewürdigt wird. Dabei gilt, dass je stabiler die betroffene Frauu selber ist und an der Bewältigung aktiv mitarbeiten kann, desto mehr kann sich die Hilfe auf ein einfühlsames, vielleicht ordnendes Begleiten beschränken. Je erstarrter jemand in der Krise wirkt und sich passiv verhält, desto direktiver muss die Hilfe ausfallen, z.B. in dem Rat, Medikamente einzunehmen, Unterstützung zu organisieren o.ä. Bei selbst- oder fremdaggressivem Verhalten ist eine abwartende, nondirektive Haltung sicherlich fehl am Platz, dann müssen Entscheidungen zunächst abgenommen werden, wobei es stets sinnvoll ist, der Patientin zunächst Raum und Zeit zu lassen, ihre Gefühle zu äußern, und nicht gleich zu versuchen, ihre zu lösen oder in einen Aktionismus zu verfallen, um die Lösung voranzutreiben. Viel hilfreicher kann es in solchen Fällen sein, die Gefühle der Patientin und ihrer Angehörigen einfach nur auszuhalten, zu spiegeln, zu schweigen und da zu sein. Wichtig sind in diesem Zusammenhang auch Fragen: Was geschieht in diesen Krisen mit den Helfern selbst? Ist jemand an dem krisenhaften Geschehen selber beteiligt, z.B. bei einem peripartalen Kindstod? Treten bei den Helfern die gleichen Reaktionen und posttraumatischen Symptome im Sinne einer Primärtraumatisierung auf wie bei den Betroffenen? In diesen Fällen ist es ebenfalls angebracht, Ärzten und Psychotherapeuten routinemäßig Krisenintervention anzubieten, wobei sowohl für Patientinnen wie TherapeutInnen von einem gewissen Grad der Belastung an eine professionelle Psychotherapie indiziert sein kann.

Literatur
Bitzer, J. & Hoefert, H.-W. (Hrsg.) (2014). Psychologie in der Gynäkologie. Pabst.



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Artgerechte Partnerhaltung



Beziehungs- oder Liebesfähigkeit und Sexualität sind nicht automatisch perfekt, reifen nicht von ganz allein. Sie führen ohne Training nicht zur erfüllten Partnerschaft, sondern werden durch unsere kindlichen Erfahrungen beeinflusst. Erlebte Konflikte mit Eltern und Geschwistern verhindern oft echte Liebe. Menschen versuchen unterbewusst, durch ihren Partner einen alten Konflikt mit einem Elternteil, mit Bruder oder Schwester zu lösen, oder suchen in ihrem Partner etwas, das dieser gar nicht erfüllen kann, weil er oder sie gar nicht gemeint ist. Hinzu kommt: Viele Menschen haben so starke Minderwertigkeitsgefühle, dass sie sich selbst nicht mehr bedingungslos annehmen und sich somit erst recht nicht auf andere einlassen können. Auch die Liebe zu sich selbst muss erlernt werden, um ein wertvoller Lebens- und Liebespartner zu sein. Je nachdem, von welchen Vorbildern wir lernen, leben, lieben – oder leiden wir.

Mit Praxisbeispielen zeigt Andreas Winter, was es Spannendes zu entdecken gibt bei der Suche nach dem Schlüssel zur partnerschaftlichen Erfüllung. Denn diese ist im Unterschied zur bloßen Beziehung ein Zweck an sich: positive Hinwendung zu einem Menschen, geprägt von bedingungslosem Vertrauen, Respekt, Toleranz und Bewunderung, welche die Partner hierdurch gegenseitig emotional und rational gleichermaßen vereint.

Siehe dazu auch die Imago Therapie, deren Grundgedanke ist, dass unverarbeitete Konflikte und Erlebnisse aus der Kindheit die Beziehungswelt Erwachsener belasten können. “Imago” ist dabei die tiefenpsychologische Bezeichnung für ein idealisiertes Bild von Personen (besonders von Vater und Mutter, aber auch Geschwistern), das vor allem in der frühen Kindheit unbewusst entsteht und später die Entscheidungen und Handlungen des Erwachsenen beeinflussen kann.



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Neues Psychologengesetz für Österreich



Das neue Psychologengesetz, das nun in Begutachtung geht, soll die Qualifikation der rund 15000 österreichweit tätigen Psychologen verbindlich regeln, denn das derzeit gültige 23 Jahre alte Gesetz entspricht in keiner Weise mehr den Ansprüchen der modernen Psychologie. Vor allem soll durch eine klar definierte und einheitliche Ausbildung eine qualitativ hochwertige Behandlung gewährleistet werden.



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