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Erziehung

Als Erziehung bezeichnet man alle bewußten und gezielten (= intentionalen) Handlungen und Verhaltensweisen eines relativ erfahreneren Menschen (= Erzieher, Educans), die einen jeweils weniger Erfahrenen (= Zögling, Educandus) zur selbständigen Lebensführung befähigen sollen.
Übrigens: Eines wissen alle Eltern auf der Welt: Wie die Kinder anderer Leute erzogen werden sollten. Alice Miller

Die Wurzeln des Helfens: Universelle Kooperation und kulturelle Prägung in der Kindheit

    Hilfsbereitschaft gilt als eine der grundlegendsten Ausdrucksformen menschlicher Sozialität, doch wie sich dieses Verhalten im Kindesalter manifestiert und durch die jeweilige soziale Umwelt formt, war lange Zeit vor allem mit Blick auf Interaktionen zwischen Erwachsenen und Kindern erforscht. Neuere wissenschaftliche Ansätze weiten diesen Blickwinkel nun erheblich aus, indem sie sowohl das prosoziale Verhalten unter Gleichaltrigen in diversen weltweiten Populationen als auch die aktive Rolle von Kindern bei der Tradierung von Kultur untersuchen. Betrachtet man das spontane Hilfsverhalten… Weiterlesen »Die Wurzeln des Helfens: Universelle Kooperation und kulturelle Prägung in der Kindheit

    Wie Schimpansenmütter ihren Nachwuchs in Werkzeugtechniken unterweisen

      Die Weitergabe von technischem Wissen und komplexen Überlebenstechniken ist keineswegs ein exklusives Alleinstellungsmerkmal des Menschen, sondern lässt sich in ähnlicher Form auch bei unseren nächsten Verwandten beobachten. Eine aktuelle Studie an wild lebenden westafrikanischen Schimpansen (Pan troglodytes verus) im senegalesischen Savannengebiet von Dindefelo liefert tiefgreifende Einblicke in die Mechanismen des sozialen Lernens und der Wissensvermittlung innerhalb dieser Primatenpopulation. Neuere Untersuchungen belegen, dass Jungtiere essenzielle Fertigkeiten – wie das Angeln nach Ameisen und Termiten, das Fischen von Algen… Weiterlesen »Wie Schimpansenmütter ihren Nachwuchs in Werkzeugtechniken unterweisen

      Der Brief an die Eltern

        Der Brief an die Eltern stellt aus psychologischer Sicht ein wirkungsvolles Instrument zur emotionalen Verarbeitung früher Beziehungserfahrungen dar, insbesondere wenn es darum geht, eigene Verletzungen aus der Kindheit zu reflektieren und mögliche elterliche Fehlverhalten zu bearbeiten. Bei dieser Methode schreibt eine Person – meist ohne den Brief tatsächlich abzuschicken – über ihre Kindheitserfahrungen, insbesondere über Verletzungen oder ungelöste Konflikte mit den Eltern. Dieser Schreibansatz, häufig im Rahmen psychotherapeutischer oder autobiografischer Methoden genutzt, kann sowohl positive als auch potenziell… Weiterlesen »Der Brief an die Eltern

        Evolutionäre Ursprünge der Bindung

          In der psychologischen Forschung ist seit langem bekannt, dass die frühe Bindung zwischen Kindern und ihren primären Bezugspersonen maßgeblich die soziale, emotionale und psychische Entwicklung eines Menschen beeinflusst. Der Bindungstheorie zufolge entwickeln Kinder unterschiedliche Bindungstypen, die sich in drei Hauptformen gliedern lassen: sichere, unsicher-vermeidende und unsicher-ambivalente Bindungen – wobei letztere als „organisierte“ Bindungen gelten, da sie adaptive Bewältigungsstrategien darstellen. Zusätzlich existiert der Bindungstyp der desorganisierten Bindung, der typischerweise auf traumatische oder widersprüchliche Erfahrungen mit Bezugspersonen zurückgeführt wird… Weiterlesen »Evolutionäre Ursprünge der Bindung

          Wann sollte ein Kind zum Psychotherapeuten?

            Ein Kind sollte dann zu einem Psychotherapeuten gehen, wenn es Anzeichen für eine emotionale oder psychische Belastung zeigt, die über das normale Maß hinausgehen. Zu den häufigsten Anzeichen gehören langanhaltende Stimmungsschwankungen, übermäßige Ängste, Schwierigkeiten in der sozialen Interaktion, Verhaltensauffälligkeiten, Schlafstörungen oder das Zurückziehen aus sozialen Aktivitäten. Auch traumatische Erlebnisse wie der Verlust eines Elternteils oder Missbrauch können Gründe für eine Therapie sein. Psychotherapeutische Interventionen können auch hilfreich sein, wenn Kinder Schwierigkeiten haben, ihre Gefühle zu regulieren, oder… Weiterlesen »Wann sollte ein Kind zum Psychotherapeuten?

            Der Einfluss von Geschwisterzahl und Geburtenreihenfolge auf die Persönlichkeit

              Die Frage, ob die Geschwisterzahl und die Geburtenreihenfolge den Persönlichkeit beeinflussen, war in der psychologischen Forschung bislang umstritten. Eine aktuelle, groß angelegte Studie von Ashton & Lee (2025) hat jedoch gezeigt, dass es tatsächlich einen Zusammenhang zwischen der Geschwisterabfolge und verschiedenen Persönlichkeitsmerkmalen gibt. Die Untersuchung basierte auf den Antworten von etwa 711.000 Erwachsenen, die zu fünf wesentlichen Persönlichkeitsdimensionen befragt wurden: Ehrlichkeit-Bescheidenheit, Emotionalität, Extraversion, Verträglichkeit und Gewissenhaftigkeit. Die Studie ergab, dass Erwachsene, die mit Geschwistern aufgewachsen sind, tendenziell… Weiterlesen »Der Einfluss von Geschwisterzahl und Geburtenreihenfolge auf die Persönlichkeit

              Erziehung, ökonomischer Status und Lügen bei Kindern und Jugendlichen

                In einer seit 2011 laufenden Studie untersuchten Abeler, Falk & Kosse (2024), welche Folgen Ressourcenmangel auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen aus Köln und Bonn hat, wobei die Bereitschaft zum Lügen dabei ein Teilaspekt war. Im Rahmen der Studie begleitete man Kinder und deren Familien seit dem Grundschulalter, wobei der Großteil der Familien aus bildungsfernen und sozioökonomisch schwachen Haushalten stammte. Im Rahmen der Studie wurden mehr als 200 zufällig ausgewählte Kinder über einen Zeitraum von einem… Weiterlesen »Erziehung, ökonomischer Status und Lügen bei Kindern und Jugendlichen

                Wie Eltern das spätere Essverhalten ihrer Kinder beeinflussen

                  Experten raten Eltern, Erzieherinnen und Erziehern bekanntlich, die Nahrungsaufnahme niemals pädagogisch einzusetzen, also etwa Schokolade oder Eis als Belohnung oder kein Dessert als Bestrafung, denn Kinder und Jugendliche übernehmen diese Mechanismen später in ihrem eigenen Essverhalten, insbesondere für die Art und Weise, wie sie in emotionalen Situationen wie unter Stress reagieren. Daraus entsteht nämlich das sogenannte emotionale Essen, wie Klosowska et al. (2022) in einer Studie gezeigt haben. In dieser Studie wurden das elterliche Essverhalten (emotionales, externes… Weiterlesen »Wie Eltern das spätere Essverhalten ihrer Kinder beeinflussen

                  Psychisch kranke Eltern und die Risikofaktoren für ihre Kinder

                    Psychisch erkrankte Eltern sind häufig stressbelasteter als gesunde Eltern, weniger sensibel für die Bedürfnisse der eigenen Kinder und verfügen teils über eingeschränkte Erziehungskompetenzen, wobei nach Ansicht von Julian Schmitz (Institut für Psychologie der Universität Leipzig) Kinder von der Stärkung der Erziehungsfertigkeiten des erkrankten Elternteils profitieren. Im Kindesalter ist die psychische Erkrankung eines Elternteils demnach mit verschiedenen Risikofaktoren für die Kinder verbunden, etwa der Entwicklung stressassoziierter Erkrankungen wie Asthma und geringerem Schulerfolg. Man vermutet, dass weltweit jedes vierte… Weiterlesen »Psychisch kranke Eltern und die Risikofaktoren für ihre Kinder

                    Mobbing und seine Spielarten

                      Mobbing in all seinen Varianten wird auf diesen interessanten Seiten beschrieben. In einer Reihe von wissenschaftlichen Disziplinen wird dieses Phänomen untersucht: Psychologie, Soziologie, Psychiatrie, Juridik, Politische Wissenschaft, Sozialpsychologie, Betriebswirtschaft usw. Hier findet man einen Überblick und eine Gesamtschau zu diesem aktuellen Thema. Homophobe bzw. transphobe Gewalt umfasst nicht nur körperliche Gewalt, sondern auch psychische, wobei gerade in der Schule viele transidente, schwule, lesbische und bisexuelle Kinder und Jugendliche wegen ihrer anderen sexuellen Orientierung bzw. Identität diskriminiert und… Weiterlesen »Mobbing und seine Spielarten

                      Modell der multiplen Intelligenz nach Gardner

                      Howard Gardner bezweifelt das ganze Konzept der Intelligenzmessung. Aufbauend auf vielen Jahren psychologischer Forschung legt Gardner die Beweise für seine Theorie vor, dass es mindestens acht verschiedene Intelligenzbereiche gibt und sich jeder Mensch in verschiedenen Intelligenzbereichen einordnen kann. Nicht alle Intelligenzbereiche lassen sich aber mit Standardtests erfassen. Erst im Zusammenspiel dieser vielfachen Intelligenzen aber ergibt sich, wie Gardner es nennt, „menschlich kompetentes Verhalten“, das zu fördern die eigentliche Aufgabe jeder Gesellschaft sein müsste. Gardner unterschied ursprünglich acht… Weiterlesen »Modell der multiplen Intelligenz nach Gardner

                      Überblick über Essstörungen

                        Ein guter Überblick über Essstörungen findet sich im Standard. Dort heißt es: „Essstörungen sind „multifaktoriell bedingte psychosomatische Syndrome mit süchtigen Verhaltensweisen“. Nach Angaben des Ernährungspsychologischen Institutes der Universität Göttingen leidet jede 2. deutsche Frau an Essstörungen. Es „gibt (…) kaum eine Frau, die auf ganz natürliche Weise mit dem Essen umgehen kann, die keine Waage, keine Diäten kennt, und isst, worauf sie Appetit hat.“ Auch wenn immer mehr Männer an Essstörungen erkranken, liegt das geschlechtsspezifische Verhältnis noch… Weiterlesen »Überblick über Essstörungen