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Psychotherapie

Psychotherapie kann als die Tätigkeit zur Feststellung, Heilung oder Linderung von psychischen Störungen mit Krankheitswert beschrieben werden.

Wie die Fragen in einer Therapie die Erinnerungen beeinflussen können

    Schon lange vermutet man, dass die Art der Fragen, die in psychotherapeutischen Kontexten gestellt werden, tiefgreifende Auswirkungen auf die Wahrnehmung früherer Erinnerungen haben kann, dass also die Art und Weise des Fragens durch den Therapeuten Einfluss darauf haben kann wie positiv oder negative Ereignisse in der Vergangenheit von den Klienten beurteilt werden. Eine neuere Studie von Patihis & Herrera (2024) befasste sich mit der Frage, wie nicht-suggestive Fragen, die an Teilnehmer gestellt werden, die Erinnerung an Emotionen… Weiterlesen »Wie die Fragen in einer Therapie die Erinnerungen beeinflussen können

    Geschwisterbeziehungen: „Mittlere“ Kinder häufig benachteiligt

    Matthias Wildermuth untersuchte die Realität und Bedeutung von Geschwisterbeziehungen innerhalb einer mittel- bis langfristigen kinder- und jugendpsychiatrischen stationären Behandlung. Er stellte fest: Geschwister, die zu zweit aufwachsen, unterstützen einander häufig. Kommen weitere Kinder hinzu, wächst das Konfliktpotenzial und sinkt der Zusammenhalt. Relativ oft unterstützen Schwestern ihre Brüder, eine Hilfe in umgekehrter Richtung ist seltener. Geschwisterbeziehungen bleiben häufig unbeachtet und in der Therapie unbearbeitet, bemängelt der Kinder- und Jugendpsychiater. Ein intensives Umdenken hält er für notwendig. Seine Studie… Weiterlesen »Geschwisterbeziehungen: „Mittlere“ Kinder häufig benachteiligt

    Generalisierung von Ängsten findet auch bei dagegen eingesetzten Expositionstherapien statt

      Frühere Forschungen haben gezeigt, dass sich die mit einem Reiz verbundene Angst häufig auf andere Reize mit ähnlichen Wahrnehmungsmerkmalen sowie auf verschiedene Reizkategorien ausbreitet, wobei die Exposition als wirksamste Intervention zur Verringerung übermäßiger Angst gilt. Lange Zeit ging man davon aus, dass unterschiedliche Expositionstherapien zur Behandlung unterschiedlicher Angstzustände erforderlich sind. Eine Studie von Kodzaga et al. (2023) zeigte, dass eine Expositionstherapie für eine spezifische Angst auch andere Ängste lindern kann. In der vorliegenden Studie wurde untersucht, ob… Weiterlesen »Generalisierung von Ängsten findet auch bei dagegen eingesetzten Expositionstherapien statt

      Ist Verdrängung doch besser als ihr Ruf?

        Menschen unter Stress oder mit traumatischen Erlebnissen haben oft beunruhigende aufdringliche Gedanken, doch konventionelle Therapien drängen sie dazu, ihre Gedanken nicht zu unterdrücken, da die aufdringlichen Gedanken in ihrer Intensität und Häufigkeit wieder zunehmen und die Störungen verschlimmern könnten. Mamat & Anderson (2023) konnten hingegen die Hypothese bestätigen, dass ein Training der Gedankenunterdrückung, also der Verdrängung, die psychische Gesundheit verbessern würde. Einhundertzwanzig Erwachsene aus 16 Ländern absolvierten ein dreitägiges Online-Training zur Unterdrückung entweder ängstlicher oder neutraler Gedanken.… Weiterlesen »Ist Verdrängung doch besser als ihr Ruf?

        Antiaggressionstraining oft kontraproduktiv

          Eine Metaanalyse (Chester, 2023) zeigt, dass Aggression nicht allein auf mangelnde Selbstkontrolle zurückzuführen ist, sondern dass Aggression oft eine absichtliche, kontrollierte Handlung darstellt, die zur Maximierung der Vergeltung begangen wird. Dies widerspricht dem traditionellen Ansatz, gewalttätige Tendenzen durch Stärkung der Selbstkontrolle zu behandeln, sondern lassen eher vermuten, dass solche Maßnahmen manche Menschen sogar in die Lage versetzen, ihre aggressiven Emotionen besser auszuleben. Aggression ist also nicht zwangsläufig auf eine schlechte Selbstbeherrschung zurückzuführen, vielmehr kann sie ein kalkulierter… Weiterlesen »Antiaggressionstraining oft kontraproduktiv

          Kunsttherapie: Malen im Herzrhythmus

            In der Kunsttherapie gibt es ein neues kunsttherapeutisches Verfahren, das Malen im Herzrhythmus. Es eignet sich vor allem für KlientInnen, die als besonders sensitiv eingeschätzt werden, denn malt man im Rhythmus seines Pulses, findet man auf körperlicher Ebene zu sich selbst, ähnlich wie bei der Konzentration auf den eigenen Atem, im Sinn einer Achtsamkeitsübung. Menschen, die sich leicht in einer Fülle von Reizen verlieren und besonders darauf achten müssen, sich selbst wieder zu zentrieren, finden hier in… Weiterlesen »Kunsttherapie: Malen im Herzrhythmus

            Der Placebo Effekt in der Psychotherapie

              Bekanntlich kann der Placebo-Effekt und die positive Erwartungen den Erfolg einer Therapie beeinflussen, d. h., Placebos können nicht nur bei Pillen, sondern auch bei anderen Therapien, wie beispielsweise Operationen oder Psychotherapie, wirksam sein. Die genauen Mechanismen des Placebo-Effekts sind noch nicht vollständig verstanden, aber es wird angenommen, dass er unter anderem auf der Freisetzung von Endorphinen und anderen körpereigenen Substanzen beruht. Es gibt Studien, die zeigen, dass der Placebo-Effekt eine erhebliche Rolle bei der Wirksamkeit von Therapien… Weiterlesen »Der Placebo Effekt in der Psychotherapie

              Eine gezielte Gedächtnisreaktivierung durch Töne kann den Effekt einer Imagery Rehearsal Therapie verstärken

                Eine Alptraumstörung ist durch Träume mit starken negativen Emotionen gekennzeichnet, die während des REM-Schlafs auftreten, wobei diese Störung häufig mit der Imagery Rehearsal Therapie behandelt wird, bei der die Betroffenen aufgefordert werden, die negative Geschichte ihres Albtraums in eine positivere zu ändern. Schwartz et al. (2022) setzten nun eine gezielte Gedächtnisreaktivierung während des REM-Schlafs ein, um Imagery Rehearsal Therapy-bezogene Erinnerungen zu stärken und die Remission der Alptraumstörung zu beschleunigen. Sechsunddreißig Patienten mit dieser Störung mussten eine erste… Weiterlesen »Eine gezielte Gedächtnisreaktivierung durch Töne kann den Effekt einer Imagery Rehearsal Therapie verstärken

                Veränderung der dysfunktionale Informationsverarbeitung bei Traumata durch Computertrainings

                  Kognitive Modelle der Posttraumatischen Belastungsstörung gehen davon aus, dass eine dysfunktionale Informationsverarbeitung in den Bereichen Aufmerksamkeit, Interpretation, Bewertung und Gedächtnis einen wichtigen Faktor für das Auftreten und die Aufrechterhaltung der Störung darstellt. Parallel zeigen verschiedenste Entwicklungen in der klinisch-experimentellen Forschung, dass es möglich sein könnte, solche kognitiven Verzerrungen mithilfe von Cognitive Bias Modification-Trainings zu modifizieren. Woud et al. (2022) geben einen Überblick über die Forschung im Kontext von Trauma und Posttraumatischer Belastungsstörung, und zwar sowohl im experimentellen… Weiterlesen »Veränderung der dysfunktionale Informationsverarbeitung bei Traumata durch Computertrainings

                  Meditation zur Behandlung der posttraumatischen Belastungsstörung

                    Mehr als jeder zweite Mensch erlebt im Laufe seines Lebens ein traumatisches Ereignis wie einen schweren Verkehrsunfall, körperliche oder sexuelle Gewalt wie einen Überfall, eine Vergewaltigung oder sexuellen Missbrauch. Als Folge können sich unterschiedliche psychische Störungen wie eine posttraumatische Belastungsstörung, Depressionen oder Angststörungen entwickeln, wobei die Betroffenen auch unter Schuld- und Schamgefühlen leiden, denn sie machen sich etwa Vorwürfe dafür, wie sie sich während des traumatischen Ereignisses verhalten haben. Hierzu gehören Gedanken wie: ‚Ich hätte mich wehren… Weiterlesen »Meditation zur Behandlung der posttraumatischen Belastungsstörung

                    Studium aus Psycho­therapie in Deutschland

                      In Deutschland soll jetzt ein Studium zum Psycho­therapeuten ermöglicht werden. Der bisherige Ausbildungsweg dauerte bisher insgesamt acht Jahre, denn erst muss man ein fünfjähriges Psychologiestudium abschließen, idealerweise mit Schwerpunkt auf Klinische Psychologie und Psychotherapie, danach drei Jahre lang Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten, wobei nicht immer klar ist, welche Leistungen aus dem Studium für die Ausbildung angerechnet werden.Hinzu kommt, dass es während der Ausbildung keinen sicheren Anspruch auf Vergütung. Die Reform soll diesen Prozess nun verkürzen, sodass der… Weiterlesen »Studium aus Psycho­therapie in Deutschland

                      Gefahren im Psychomarkt

                        Nach Ansicht von Karin Daecke (2019) verursacht die transpersonale Psychotherapie im Psychomarkt eher eine Spaltung der Persönlichkeit und eine Konditionierung zur Unterordnung, wobei die Risiken für die psychische Gesundheit Betroffener hoch sind. Ideologiebildungen autoritärer Gesellschaftsstrukturen stehen oft im Hintergrund und viele auch wissenschaftlich gebildete TherapeutInnen lassen sich auf das florierende Geschäft ein. Daecke berichtet, dass immer mehr esoterisch spirituell bzw. transpersonal psychologisch involvierte Menschen in ihre Praxis kommen, bei denen die neurotischen und narzisstischen Kontaktstörungen bzw. Abwehrsymptome… Weiterlesen »Gefahren im Psychomarkt