‘Psychotherapie’

Psychotherapie kann als die Tätigkeit zur Feststellung, Heilung oder Linderung von psychischen Störungen mit Krankheitswert beschrieben werden.

Die Erfindung des Feedback

Mittwoch, Juni 1st, 2016

Sozialpsychologen um Kurt Lewin hielten in den USA Seminare ab, in denen LehrerInnen, SozialarbeiterInnen und Geschäftsleute die Anwendung eines neuen Gesetzes lernen sollten. Die Trainer und Forschungsbeobachter trafen sich am Abend eines jeden Seminartages, wobei das beobachtete Verhalten des Leiters, der Mitglieder und der Gruppen analysiert und interpretiert werden sollten, woraus sie Einsichten in ihr eigenes Verhalten und das ihrer Gruppen gewannen. Indem sich die Forscher und Gruppenleiter über das unterhielten, was sie an den TeilnehmerInnen wahrgenommen hatten und diejenigen, von denen sie sprachen, sich mit ihrem eigenen Verhalten konfrontierten und ohne Abwehr beim Nachdenken über dieses beteiligten, konnten zum einen die Teilnehmer viel über sich selbst und die Gruppenentwicklung lernen, zum andern entstand daraus eine Grundlage von Beobachtungen, die wiederum Gegenstand weiterer Reflexion wurde und Einfluss auf die nächsten Arbeitssitzungen hatte, woraus die Idee des sich selbst fortschreibenden Gruppenprozesses entstand. Daraus wurden in der Folge die ersten gruppendynamischen Laboratorien entwickelt, in denen insbesondere das Verhalten innerhalb der Gruppen untersucht wurde.

Ausführliche Informationen zur Thematik: Gutes Feedback – Was ist das?

Literatur

Fengler, J. (2004). Feedback geben. Strategien und Übungen. Weinheim: Beltz.
Stangl, W. (2011). Feedback. Online-Enzyklopädie für Psychologie und Pädagogik.
WWW: http://lexikon.stangl.eu/4603/feedback/ (11-05-16)



Wenn Sie nur den kompletten Text lesen wollen, klicken Sie bitte auf den Titel des Beitrags!

Idealtypischer Therapieverlauf einer kognitiven Verhaltenstherapie

Dienstag, Februar 16th, 2016

Anfangsphase (Sitzung 1-4): Detaillierte Exploration von Symptomatik, Entwicklung der Störung, Lebensumständen, weiteren Problembereichen, Fremdbeobachtung, Selbstbeobachtung. Verschiebung der Problemdefinition, Psychoedukation, Reduktion der Bedeutung der Gedanken, Funktionalitäten eruieren, Miteinbezug Angehöriger, Verhaltensalternativen finden.

Kognitive Vorbereitung auf Exposition (Sitzung 5): Plausibles Erklärungsmodell, Ableitung des Expositionskonzeptes, Planung der Übungen.

Therapeutengeleitete Exposition (Sitzung 6-10): Erste therapeutengleitete Expositionsübungen, eigenständige Exposition zu Hause mit Aufzeichnungen, Besprechung der eigenständigen Übungen, Weiterführung der Exposition.

Kognitive Umstrukturierung, Exposition im Selbstmanagement (Sitzung 11-15): Besprechung eigenständiger Expositionen, Erklärungsmodell auf lebensgeschichtlichem Hintergrund, Weiterführung der Exposition. Kognitive Umstrukturierung bezüglich dysfunktionaler Überzeugungen, Verhaltensexperimente.

Weitere Problembereiche, Exposition im Selbstmanagement (Sitzung 1-4): Bearbeitung der im Einzelfall noch wichtigen Probleme und Zielbereiche.

Rückfallprophylaxe, Vorbereitung auf Therapieende, Abschluß der Therapie (Sitzung 1-4): Rekapitulation erlernter Strategien, Identifikation potentieller Rückfallsituationen.

Literatur
Lakatos, A. & Reinecker, H. (2001). Kognitive Verhaltenstherapie bei Zwangsstörungen. Göttingen: Hogrefe.
Ambühl, H. (2005). Kognitive Verhaltenstherapie bei Zwangsstörungen. In Ambühl, H. (Hrsg.), Psychotherapie der
Zwangsstörungen (S. 69-87). Stuttgart: Thieme
Ecker, W. (2001). Verhaltenstherapie bei Zwängen. Lengerich: Pabst Science Publishers.



Wenn Sie nur den kompletten Text lesen wollen, klicken Sie bitte auf den Titel des Beitrags!

Verhaltenstherapie bei Angst vorm Zahnarzt

Dienstag, Juli 28th, 2015

zahnarzt-angst-gegenWannemüller  et al. (2015) haben ein verhaltenstherapeutisches Fünf-Stunden-Programm zur Behandlung von Zahnbehandlungsangst entwickelt. Die erste Sitzung besteht aus Kontaktaufnahme, Diagnostik, psychoedukativen Elementen und der Ableitung des Behandlungsrationals. Hauptziele der zweiten Sitzung sind die Erläuterung des Drei-Schritte-Programms der Angewandten Entspannung sowie die Erarbeitung hilfreicher Gedanken für die Zahnbehandlung. In der dritten Sitzung wird eine Video-Exposition vorgenommen und die Atementspannung als zweite körperliche Copingstrategie eingeführt. Außerdem wird per Geräuschexpositon (Zahnbehandlungsgeräusch) die Wirksamkeit der Atmung gegen körperliche Furchtsymptome geprüft. Die vierte und fünfte Sitzung besteht im Wesentlichen aus In-sensu-Zahnbehandlungs-Expositionsübungen, um kognitive und körperliche Furchtsymptome zu evozieren und anschließend mit den drei eingeübten Coping-Strategien – hilfreiche Gedanken, Angewandte Entspannung, Atmung – zu bewältigen. Die Zahnbehandlung wird dabei vom Therapeuten vom Moment der Ankunft des Patienten in der Praxis bis zum Verlassen der Praxis hinsichtlich der situativen Sinneseindrücke und der individuellen Furchtreaktionen möglichst detailreich dargestellt. Während der Übung liegt der Patient im Entspannungsstuhl und wird instruiert, sich die Szenen in der Zahnarzt-Praxis möglichst genau vorzustellen. Die letzten Minuten der fünften Therapiesitzung werden darauf verwendet, mit den Patienten Anzeichen und Frühsymptome eines drohenden Rückfalls zu erarbeiten und Strategien zu entwickeln, wie dieser verhindert werden kann. Zu einem erneuten Aufleben der schon überwunden geglaubten Furcht kann es besonders nach längerer Behandlungspause oder nach einer besonders unangenehmen Behandlung kommen, allerdings sind Rückfälle auch nach längerer Zeit relativ selten.

Literatur

Wannemüller, A., Sartory, G., Jöhren, H.-P. & Margraf, J. (2015). Ein Fünf-Sitzungsprogramm zur Behandlung von Zahnbehandlungsangst. Verhaltenstherapie und Verhaltensmedizin, 36, 177-196.



Wenn Sie nur den kompletten Text lesen wollen, klicken Sie bitte auf den Titel des Beitrags!


Diese Seiten sind Bestandteil der Domain www.stangl.eu

© Werner Stangl Linz 2018