‘Forschung’

Die Psychologie erforscht menschlichen Erlebens und Verhalten, die Entwicklung des Menschen von Geburt an bis zum Tod sowie die physischen Ursachen und äußeren Einflussfaktoren.

Haustiere und Wohlbefinden

Samstag, Dezember 3rd, 2016

Luhmann & Kalitzki (2016) haben untersucht, welchen Einfluss Haustiere auf das alltägliche Wohlbefinden von Menschen ausüben, wobei es wichtig war, unter welchen Bedingungen bestimmte Tiere gut für das Wohlbefinden wirken. In einer Online-Studie wurden Menschen, die Hunde, Katzen oder Pferde hielten, zu Faktoren des subjektiven Wohlbefindens wie positive Stimmung und Lebenszufriedenheit und zu den erlebten Nutzen- und Kostenfaktoren des Haustierhaltens befragt.
Das Wohlbefinden von HaustierhalterInnen war dann besonders hoch, wenn sie die Tierhaltung als eine wichtige Aufgabe in ihrem Leben, gewissermaßen als soziale Rolle begriffen, und wenn die Tierhaltung das Bedürfnis nach Autonomie befriedigte. Problematisch wirkte sich die Tierhaltung hingegen aus, wenn diese als zu große finanzielle Belastung empfunden wurde. Dabei hatte die persönlichen Bindung an das Tier einen eher negativen Effekt auf das subjektive Wohlbefinden, weil eine starke Bindung an ein Tier Bindungen an Menschen weniger stark machte oder diese gar ganz ersetzte. TierhalterInnen, die wegen ihres Haustiers keine Zeit mehr für soziale Kontakte haben, waren tendenziell umso unzufriedener, je enger sie sich an das Tier gebunden fühlten. Interessanterweise gab es keine größeren Unterschiede zwischen den Haustieren.

Amerikanische Untersuchungen haben übrigens jüngst gezeigt, dass die Pflege eines schwerkranken Haustieres Stress, Angst und Depressionen nach sich ziehen kann. Besitzer schwerkranker Haustiere fühlen sich gestresst und stark belastet oder zeigen Anzeichen einer Depression, wobei die Beschwerden der Haustierbesitzer denen von Menschen ähneln, die schwerkranke Angehörige pflegen müssen. Auch die Tierärzte haben dann weniger mit den Problemen der Tiere zu tun, als mit denen der Tierhalter.

Literatur

Luhmann, M. & Kalitzki, A- (2016). How animals contribute to subjective well-being: A comprehensive model of protective and risk factors. The Journal of Positive Psychology, doi.org/10.1080/17439760.2016.1257054.
http://www.spiegel.de/gesundheit/psychologie/psychologie-kranke-haustiere-koennen-ihre-besitzer-stark-belasten-a-1168747.html (17-09-20)



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Sieben Motive, warum Menschen auf ein Suchresultat klicken

Freitag, November 4th, 2016

An important reason to click is

  1. the familiarity with and reliability of the website or organization. Keywords which refer to a brand are therefore very important.
  2. A highposition in the search results also creates trust and suggests to the respondents that the information is recent.
  3. A third important reason for clicking is the presence of the keyword in the search result.
  4. Consumers are also looking for certain website services such as the opportunity to read user experiences or to compare different products.
  5. (Indirect) price information is important: especially keywords which refer to ‘low costs’.
  6. The announcement that there is a large variety of products can also be a reason for respondents to click on the search result.
  7. Finally, consumers seem to avoid results with aggressive advertising. Preventing (too) many capital letters and exclamation marks can positively influence click behaviour.

Quelle: A study by Market Research Agency De Vos & Jansen in cooperation with full service Search Engine Media Agency Checkit



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Killervideo kann zum Mord motivieren

Mittwoch, Juni 29th, 2016

Wenn Phantasie und Wirklichkeit verschwimmen

Phantasien, Tag- oder Nacht-Träume entwickeln sich häufig zu einer Art „Nebenrealität“; sie kann durch Medienkonsum intensiviert werden. Unter Umständen kann die Grenze zwischen Realität und Nebenrealität verschwimmen, die Nebenrealität wird in die Tat umgesetzt. Jürgen Bartsch – Mörder von vier kleinen Jungen – war das prominenteste Beispiel, schreibt der Psychiater Prof. Dr. Reinhart Lempp (Stuttgart) in der aktuellen Ausgabe „Forensische Psychiatrie und Psychotherapie“.
„Wer sehr häufig und regelmäßig Videos oder Filme mit einer bestimmten Figur anschaut, die seiner Wunschvorstellung entspricht, wird sich mit dieser identifizieren – je länger, je intensiver.“ Im Extremfall einer „Überidentifikation meint der Rezipient, er sei jetzt tatsächlich derjenige, mit dem er sich identifiziert hatte und der er immer sein wollte. Wir finden diese Überidentifikation am ehesten bei Jugendlichen in der Pubertät oder unmittelbar danach – oder bei Menschen mit einer Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typ.“ In diesem Kontext sieht Lempp eine große Zahl von Straftätern – und besonders spektakulär School Shootings.
„Bei dem Maskenmörder in Gersthofen, der am 12. März 2002 ein ihm unbekanntes achtjähriges Mädchen ohne äußeren Anlass tötete, gab es eine typische Vorbereitungsphase mit intensivem Konsum eines bestimmten Videos mit der Gestalt des Todes, mit dem er sich identifizierte und dessen Habitus er kopierte.“ Nicht die Aggression gegen ein bestimmtes Opfer war das Motiv, sondern die Übernahme einer ganz bestimmten Rolle, in die er sich über eine längere Zeit eingelebt hatte. „Das Motiv lag in dieser Überidentifizierung.“

Reinhart Lempp (2006). Mörderische Phantasien und Wirklichkeit – die kriminologische Bedeutung der Nebenrealität. Forensische Psychiatrie und Psychotherapie, 3, S. 17-49.



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