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Die Entwicklung der Selbstkontrolle im Gehirn

    Zielgerichtetes Verhalten hängt entscheidend von der Fähigkeit ab, Impulse und vorherrschende Verhaltensreaktionen zu unterdrücken, wobei sich diese Fähigkeit der hemmenden Kontrolle in der frühen Kindheit entwickelt und sich deutlich zwischen 3 und 4 Jahren verstärkt. Erwachsene besitzen meist die Fähigkeit, die eigenen Gedanken, Emotionen und ihr Verhalten zu kontrollieren, was sie in Entscheidungssituationen innehalten lässt und ihnen ermöglicht, auch langfristige Ziele zu erreichen. Berger et al. (2022) untersuchten nun, welche Gehirnstrukturen mit der Entwicklung dieser entscheidenden Fähigkeit… Weiterlesen »Die Entwicklung der Selbstkontrolle im Gehirn

    Rasse und Geschlecht eines Arztes hat Einfluss auf die Wirksamkeit eines Medikaments

      Um zu untersuchen, ob die ethnische Herkunft von Gesundheitspersonal einen Einfluss auf die Wirksamkeit von Medikamenten hat, variierten Howe et al. (2022) die Rasse und das Geschlecht des Arztes, von dem weiße Patienten eine identische Behandlung für allergische Reaktionen erhielten, und maßen die Verbesserung der Patienten als Reaktion auf diese Behandlung, um so herauszufinden, wie die demografischen Merkmale eines Arztes die körperlichen Reaktionen auf die Gesundheitsversorgung beeinflussen. Weiße Patienten, die unter einer laborinduzierten allergischen Reaktion litten, hatten… Weiterlesen »Rasse und Geschlecht eines Arztes hat Einfluss auf die Wirksamkeit eines Medikaments

      Gutachten in der Forensik: Prognose vs. Risikoeinschätzung

        Die Anforderungen an psychiatrische oder psychologische Risikoeinschätzungen in der Forensik sind wesentlich gestiegen, denn es genügt nicht mehr, Chancen und Risiken für ein künftiges Legalverhalten bestmöglich zu erfassen, denn Risikoeinschätzung ist Voraussetzung für das Risikomanagement, Risikomanagement notwendige Folge einer Risikoeinschätzung. Prognosen sagen voraus, was geschehen wird, ihre Richtigkeit erweist sich, wenn das eintrifft, was vorausgesagt wurde, Risikoeinschätzungen hingegen dienen dazu aufzuzeigen, was sich ändern muss, damit eine Gefahr nicht zur Realität wird, sondern abgewendet werden kann. Sie… Weiterlesen »Gutachten in der Forensik: Prognose vs. Risikoeinschätzung

        Frühe Behandlung bei Anorexie nervosa entscheidend

          Das Muster der strukturellen Hirnanomalien bei Anorexia nervosa ist noch immer nicht gut verstanden. Mehrere Studien berichten über erhebliche Defizite des Volumens der grauen Substanz und der kortikalen Dicke bei akut untergewichtigen Patienten, während andere Studien keine Unterschiede oder sogar eine Zunahme bei Patienten im Vergleich zu gesunden Kontrollpersonen feststellen. Eine kürzliche Gewichtszunahme vor der Untersuchung könnte einen Teil dieser Heterogenität erklären. Um das Ausmaß, die Größenordnung und die Abhängigkeiten der Veränderungen der grauen Substanz bei Anorexia… Weiterlesen »Frühe Behandlung bei Anorexie nervosa entscheidend

          Zentrum für die Kategorisierung der Vertrautheit von Wörtern im Gehirn entdeckt

            Die visuelle Worterkennung ist ein entscheidender Prozess beim Lesen und stützt sich auf die linken ventralen okzipito-temporalen Regionen des menschlichen Gehirns, wobei die spezifische Funktion dieser Regionen bei der visuellen Worterkennung bisher noch nicht völlig klar war. Gagl et al. (2022) haben nun herausgefunden, dass diese okzipito-temporalen Gehirnsysteme für die lexikalische Kategorisierung entscheidend sind, d. h., für den Prozess der Bestimmung, ob eine orthografische Wahrnehmung ein bekanntes Wort betrifft oder nicht, so dass die weitere lexikalische und… Weiterlesen »Zentrum für die Kategorisierung der Vertrautheit von Wörtern im Gehirn entdeckt

            Das Impostor-Phänomen unter realen Leistungsbedingungen

              Das Impostor-Phänomen ist durch einen extern-instabilen spezifischen Attributionsstil gekennzeichnet, d. h., Impostoren nehmen erfolgreiche Leistungen als zufällig wahr. Bisher wurde dieses Phänomen in keiner Studie in realen Situationen getestet. Brauer & Proyer (2022) haben deshalb untersucht, wie sich das Hochstapler-Phänomen unter realen Prüfungssituationen zeigt und ob es einen Zusammenhang zur Intelligenz der Probanden und Probandinnen gibt. Dafür mussten diese eine Reihe von Intelligenzaufgaben lösen und erhielten im Anschluss an jede Aufgabe über einen Monitor ein positives Feedback,… Weiterlesen »Das Impostor-Phänomen unter realen Leistungsbedingungen

              Veränderung der dysfunktionale Informationsverarbeitung bei Traumata durch Computertrainings

                Kognitive Modelle der Posttraumatischen Belastungsstörung gehen davon aus, dass eine dysfunktionale Informationsverarbeitung in den Bereichen Aufmerksamkeit, Interpretation, Bewertung und Gedächtnis einen wichtigen Faktor für das Auftreten und die Aufrechterhaltung der Störung darstellt. Parallel zeigen verschiedenste Entwicklungen in der klinisch-experimentellen Forschung, dass es möglich sein könnte, solche kognitiven Verzerrungen mithilfe von Cognitive Bias Modification-Trainings zu modifizieren. Woud et al. (2022) geben einen Überblick über die Forschung im Kontext von Trauma und Posttraumatischer Belastungsstörung, und zwar sowohl im experimentellen… Weiterlesen »Veränderung der dysfunktionale Informationsverarbeitung bei Traumata durch Computertrainings

                Das Zeitempfinden während Corona

                  Die Covid-19-Pandemie und die damit verbundenen Abriegelungen lösten weltweit Veränderungen in den täglichen Routinen der menschlichen Erfahrung aus. Untersuchungen haben gezeigt, dass die Covid-Pandemie vor allem die Zeitwahrnehmung vieler Menschen auf den Kopf gestellt hat. Im Frühjahr 2020, als man sich im ersten Lockdown befand und die meisten Menschen ihren Alltag plötzlich völlig neu organisieren mussten, hat einfach jeder gemerkt, dass irgendwas komisch und anders mit der Zeit ist. Es damals vielen Menschen schwergefallen, ohne die üblichen… Weiterlesen »Das Zeitempfinden während Corona

                  ADHS und Komorbidität mit Glücksspiel

                    Jahrelang wurde angenommen, dass ADHS ausschließlich eine Störung im Kindes- und Jugendalter ist, die vorübergehend behandelt werden muss und sich im Erwachsenenalter wieder auflöst. Die Realität sieht ganz anders aus, denn etwa sechzig Prozent der Menschen, bei denen diese Störung in der Kindheit diagnostiziert wurde, zeigen die Symptomatik auch im Erwachsenenalter, allerdings mit anderen Erscheinungsformen und Folgen, d. h., dass sich die Symptomatik von der in der Kindheit beobachteten deutlich unterscheidet (Mencacci & Migliarese, 2021): Unaufmerksamkeit: bezieht… Weiterlesen »ADHS und Komorbidität mit Glücksspiel

                    Wie die Psychologie die Schmerzbehandlung unterstützen kann

                      Es gibt akute und chronische Schmerzen, die sich vor allem in der Dauer und Funktion unterscheiden, wobei akute Schmerzen den Menschen und seinen Körper vor schädlichen Einwirkungen warnen. Sie sind in der Regel nach kurzer Zeit mit entsprechender Akutschmerzbehandlung zu lindern oder gehen von selbst zurück. Chronische Schmerzen – wenn sie länger als sechs Monate andauern oder wiederkehrend auftreten – hingegen haben sich von der eigentlichen Ursache oft abgelöst und überdauern diese, d. h., sie haben die… Weiterlesen »Wie die Psychologie die Schmerzbehandlung unterstützen kann

                      Alzheimer zumindest bei Mäusen nicht übertragbar

                        Befunde über frühe zerebrale Amyloid-Beta Ablagerungen bei Mäusen nach peripherer Injektion von beta-Amyloid-haltigen Gehirnextrakten und bei Menschen nach einer Behandlung mit menschlichem Wachstumshormon gaben Anlass zu der Sorge, dass beta-Amyloid-Aggregate und möglicherweise die Alzheimer-Krankheit zwischen Individuen übertragbar sein könnten. Es fehlt jedoch der Nachweis, dass beta-Amyloid-Aggregate tatsächlich von der peripheren Injektionsstelle ins Gehirn gelangt. Brackhan et al. (2022) verwendeten in ihren Versuchen beta-Amyloid mit speziell markierten Kohlenstoffatomen und spritzten das markierte beta-Amyloid aus an Alzheimer-erkrankten Mäusen in… Weiterlesen »Alzheimer zumindest bei Mäusen nicht übertragbar

                        Das Gehirn während eines Traumas

                          Bei einem Trauma sind drei Bereiche des Gehirns besonders stark betroffen: die Amygdala, der präfrontale Cortex und der Hippocampus. Die Amygdala, unser Angstzentrum, ist mit dem Überlebensinstinkt verbunden und wichtig für die Analyse potenzieller Gefahren. In potenziell gefährlichen Situationen sendet sie Signale an das Großhirn, das die Situation mit den Erinnerungen abgleicht und sie bewertet. Im Falle einer Gefahr werden verschiedene Stresshormone wie Adrenalin ausgeschüttet. Besteht keine Gefahr, hemmt das Großhirn die Amygdala und der Stress lässt… Weiterlesen »Das Gehirn während eines Traumas