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Sozialpsychologie

Die dunkle Seite der Empathie

    Aus psychologischer Sicht gibt es auch eine dunkle Seite der Empathie, denn während Empathie grundsätzlich als eine positive, prosoziale Fähigkeit angesehen wird, die es Menschen ermöglicht, die Gefühle anderer zu verstehen und mitzufühlen, kann sie in bestimmten Kontexten auch negative Auswirkungen haben. Diese „dunkle Seite“ tritt insbesondere dann auf, wenn Empathie selektiv oder zu intensiv ist, oder wenn sie auf schädliche Weise eingesetzt wird. Es gibt Forschung, die zeigt, dass empathische Fähigkeiten auch in manipulativen oder egoistischen… Weiterlesen »Die dunkle Seite der Empathie

    Der Körpergeruch spielt auch bei Freundschaften eine Rolle

      Freunde sind Gottes Entschuldigung für Verwandte. Friedrich Wilhelm Nietzsche Nichtmenschliche Landsäugetiere riechen an sich selbst und aneinander, um zu entscheiden, wer Freund oder Feind ist, und auch der Mensch riecht an sich selbst und an anderen. Duftstoffe dienen als Erkennungs- und Sexuallockstoff  und können bewusst oder unbewusst Verhaltensweisen anderer Individuen beeinflussen. Der Geruchssinn stellt daher einen der wichtigsten Sinne im alltäglichen Leben und Erleben dar, unter anderem bei der Entdeckung von Gefahren oder bei sozialen Interaktionen mit… Weiterlesen »Der Körpergeruch spielt auch bei Freundschaften eine Rolle

      Die Rolle des Gedächtnisses bei der Förderung von Kooperation in der Gesellschaft

        In einer kürzlich veröffentlichten Studie haben Forscher neue Erkenntnisse darüber gewonnen, wie das menschliche Gedächtnis das kooperative Verhalten in sozialen Interaktionen beeinflusst. Die Untersuchung von Glynatsi, Akin, Nowak & Hilbe (2024) zeigte, dass Strategien, die mehrere vergangene Züge eines Mitspielers berücksichtigen, die Kooperation in der Gesellschaft fördern können. Die Studie konzentriert sich auf das Konzept der „direkten Reziprozität„, bei dem Menschen in wiederholten Interaktionen dazu neigen, bedingt zu kooperieren. Dies bedeutet, dass sie ihr Verhalten davon abhängig… Weiterlesen »Die Rolle des Gedächtnisses bei der Förderung von Kooperation in der Gesellschaft

        Die neuronale Netzwerke der Theory of Mind

          Edmonds et al. (2024) haben in einer umfangreichen Studie mittels funktioneller Magnetresonanztomographie (fMRT) untersucht, welche Hirnaktivität beim menschlichen Perspektivwechsel und der sogenannten „Theory of Mind“ auftritt. Die Ergebnisse zeigen, dass beim Nachdenken über die Gedanken anderer mehrere Hirnregionen des „sozialen kognitiven Netzwerks“ sowie die Amygdala aktiv werden. Interessant ist, dass diese evolutionär unterschiedlich alten Hirnareale in ständiger Kommunikation miteinander stehen, wobei die Amygdala als Teil des „Reptiliengehirns“ dem sozialen Netzwerk wichtige emotionale Informationen zukommen lässt. Diese Erkenntnisse… Weiterlesen »Die neuronale Netzwerke der Theory of Mind

          Theory of Mind gibt es in zwei Formen

            Die Theory of Mind befähigt Menschen, über die Gedanken und Überzeugungen anderer Menschen nachzudenken, kennzeichnet die komplexe soziale Interaktion zwischen Menschen. Bisher nahm man an, dass diese Fähigkeit sich im Alter von vier Jahren herum entwickelt, wenn Kinder beginnen, explizit über andere zu denken. Grosse Wiesmannet al. (2020) haben angesichts der Tatsache, dass bei einer nonverbalen Testung auch Säuglinge bereits vor dem Alter von zwei Jahren Handlungserwartungen zeigen, die mit den Überzeugungen anderer kongruent sind, sich die… Weiterlesen »Theory of Mind gibt es in zwei Formen

            Einsamkeit als gesellschaftliche Herausforderung

              Einsamkeit bringt viele Herausforderungen mit sich, wobei Udo Rauchfleisch in seinem Buch „Einsamkeit. Die Herausforderung unserer Zeit“ betont, dass es bei Einsamkeit nicht um das positive Alleinsein geht, sondern um das negative Gefühl der Vereinsamung. Der Umgang mit Einsamkeit kann von der Pflege sozialer Kontakte über das Eingehen auf individuelle Bedürfnisse bis hin zu sozialem Engagement reichen. Einsamkeit kann aber auch so tief sitzen, dass der Kontakt zu anderen Menschen das Gefühl der Einsamkeit sogar noch verstärken… Weiterlesen »Einsamkeit als gesellschaftliche Herausforderung

              Was sind kollektive Wirksamkeitserwartungen?

                Kollektive Wirksamkeitserwartungen beziehen sich auf die Überzeugung einer Gruppe oder Gemeinschaft, dass sie gemeinsam in der Lage sind, bestimmte Ziele zu erreichen oder Probleme zu lösen. Es ist eine Form des Gruppenvertrauens, das darauf basiert, dass die Mitglieder einer Gruppe davon überzeugt sind, dass ihre gemeinsamen Anstrengungen erfolgreich sein werden. Diese Erwartungen können sich auf verschiedene Bereiche beziehen, wie zum Beispiel die Leistung in einer Gruppenaufgabe, die Bewältigung von Herausforderungen oder die Umsetzung von Veränderungen in der… Weiterlesen »Was sind kollektive Wirksamkeitserwartungen?

                Wie wirken sich Falten im Gesicht auf die Beurteilung von Menschen aus?

                  Mit zunehmendem Alter entwickeln Menschen Gesichtsfalten, die das Aussehen des Gesichts verändern und es weniger attraktiv erscheinen lassen. Falten und Fältchen beeinflussen auch den Gesichtsausdruck, so dass ältere, neutrale Gesichter emotionaler wirken. Beide Prozesse können den ersten Eindruck negativ beeinflussen. Hess et al. (2023) erhoben die Bewertungen von Attraktivität, Nähe und emotionalem Ausdruck sowie den ersten Eindruck von 353 Personen für Avatare mit und ohne Gesichtsfalten. Die Gesichter stammten von Fotos echter junger und alter Menschen, die… Weiterlesen »Wie wirken sich Falten im Gesicht auf die Beurteilung von Menschen aus?

                  Weitere Kritik am Stanford Prison Experiment

                    Das Stanford Prison Experiment zählt zu den prominentesten Studien der Psychologie und wurde aus verschiedenen Gründen kritisiert. Jedoch haben die meisten Lehrbuchautoren diese Kritikpunkte in ihren Diskussionen über das Experiment ignoriert. Dadurch wurden sowohl Studierende als auch die breite Öffentlichkeit in Bezug auf die zweifelhafte wissenschaftliche Gültigkeit des Experiments fehlgeleitet. Die von Le Texier (2019) gewonnenen Daten aus einer umfassenden Untersuchung des Archivs des Stanford Prison Experiments sowie Interviews mit fünfzehn Experimentteilnehmern stellen den wissenschaftlichen Wert der… Weiterlesen »Weitere Kritik am Stanford Prison Experiment

                    Warum sich Menschen gut riechen können

                      Es ist bekannt, dass nicht-menschliche Landsäugetiere sich selbst und andere beschnüffeln, um zu entscheiden, wer Freund oder Feind ist. Ravreby et al. (2023) untersuchten kürzlich die Hypothese, dass auch Menschen sich selbst und andere riechen, um unbewusst die Ähnlichkeit des Körpergeruchs zu bewerten, was die Beziehung zwischen ihnen fördern sollte. Sie rekrutierten gleichgeschlechtliche Freundespaare und nahmen deren Körpergeruch auf. Es zeigte sich, dass die objektiven Bewertungen durch eine elektronische Nase und die subjektiven Bewertungen durch unabhängige menschliche… Weiterlesen »Warum sich Menschen gut riechen können

                      Unterschiedliche Auswirkungen von psychosozialen Belastungsfaktoren auf die Geschlechter

                        Psychosoziale Faktoren wirken sich auf komplexe Weise auf die psychische Gesundheit und die gesundheitsbezogene Lebensqualität aus, wobei es geschlechtsspezifischen Unterschiede in diesen Wechselwirkungen gibt. Weiß et al. (2023) haben untersucht, wie psychosoziale Faktoren wie soziale Unterstützung sowie persönliche und arbeitsbezogene Sorgen die psychische Gesundheit und die Lebensqualität von Frauen und Männern im ersten Jahr der COVID-19-Pandemie unterschiedlich beeinflusst haben. Als stärkster Einflussfaktor auf das psychische Wohlbefinden stellten sich bei beiden Geschlechtern Ängste heraus, doch bei den Gründen… Weiterlesen »Unterschiedliche Auswirkungen von psychosozialen Belastungsfaktoren auf die Geschlechter

                        Einsamkeit lässt sich im Gehirn nachweisen

                          Einsamkeit beeinträchtigt das Wohlbefinden und geht häufig mit dem Gefühl einher, von anderen Menschen nicht verstanden zu werden. Die Frage ist, was trägt zu solchen Gefühlen bei einsamen Menschen bei? Baek et al. (2023) haben Daten funktioneller Kernspintomographie von Studienanfängern genutzt, um die relative Ausrichtung der mentalen Verarbeitung von naturalistischen Reizen zu messen und zu prüfen, ob einsame Menschen die Welt tatsächlich auf eigenwillige Weise verarbeiten. Man fand dabei Belege für eine solche Idiosynkrasie, denn die neuronalen… Weiterlesen »Einsamkeit lässt sich im Gehirn nachweisen