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Metastudie

Die evolutionäre Funktion von Selbstüberschätzung: Eine Neubewertung des Dunning-Kruger-Effekts

    Der seit 1999 etablierte Dunning-Kruger-Effekt beschreibt bekanntlich die Neigung von Menschen mit geringen kognitiven Fähigkeiten oder fehlendem Fachwissen, die eigenen Leistungen systematisch zu überschätzen, während hochkompetente Menschen sich eher unterschätzen. Neuere rechnerische und methodische Überprüfungen großer Replikationsstudien durch Dawson & de Meza (2026) zeichnen jedoch ein grundlegend anderes Bild dieses sozialpsychologischen Phänomens. Durch die Anwendung verfeinerter statistischer Verfahren wird deutlich, dass das klassische Dunning-Kruger-Muster zu einem erheblichen Teil auf ein statistisches Artefakt zurückzuführen ist. In Testergebnissen, die… Weiterlesen »Die evolutionäre Funktion von Selbstüberschätzung: Eine Neubewertung des Dunning-Kruger-Effekts

    Der Placebo-Effekt auf dem Prüfstand

      Neuronale Pfade der Schmerzerwartung: Zur mechanistischen Divergenz konditionierter und verbal induzierter Placeboanalgesie Als Placeboanalgesie bezeichnet man die messbare Schmerzlinderung durch eine Behandlung ohne echten Arzneiwirkstoff wie eine Zuckerpille oder eine Kochsalzlösung. Die Linderung entsteht allein durch die Erwartung des Patienten, dass die Maßnahme hilft. Die Annahme, dass die Linderung von Schmerzen durch wirkstofffreie Scheinbehandlungen auf einem einheitlichen neurobiologischen Korrelat beruht, wird durch neuere bildgebende Großanalysen grundlegend infrage gestellt. Das Phänomen der Placeboanalgesie stellt keine monolithische neurophysiologische Größe… Weiterlesen »Der Placebo-Effekt auf dem Prüfstand

      Die Fragilität der Männlichkeit

        Die wissenschaftliche Untersuchung der Psychologie des Mannes zeigt auf eindrückliche Weise, dass Männlichkeit in vielen Gesellschaften kein stabiler Zustand ist, den man einmal erreicht und dann besitzt, sondern ein prekärer Status, der kontinuierlich bewiesen und gegen Zweifel verteidigt werden muss. Eine umfassende Meta-Analyse von Lorenz et al. (2026), die 123 Experimente mit fast 20.000 Teilnehmern auswertete, belegt, dass die Wahrnehmung, nicht „männlich genug“ zu sein, tiefgreifende Auswirkungen auf das Fühlen, Denken und Handeln von Männern hat. Dieser… Weiterlesen »Die Fragilität der Männlichkeit

        Die Evolution der kognitiven Dissonanz

          Wenn feste Erwartungen und die tatsächliche Realität hart aufeinanderprallen, reagiert die menschliche Psyche nicht bloß mit einfacher Irritation, sondern mit einem komplexen Mechanismus, der als kognitive Dissonanz bekannt ist. Dieses Konzept, das in den 1950er-Jahren von Leon Festinger begründet wurde, beschreibt die innere Anspannung, die entsteht, wenn Überzeugungen und Erlebnisse nicht im Einklang stehen. Ein fast schon amüsantes Beispiel für die menschliche Fähigkeit zur Selbsttäuschung lieferte Festingers Beobachtung einer Sekte: Als die prophezeite Sintflut ausblieb, deuteten die… Weiterlesen »Die Evolution der kognitiven Dissonanz

          Kognitive Mechanismen von Motivationsstörungen bei psychischen Erkrankungen

            Eine Metastudie von Pillny et al. (2026) untersuchte die kognitiven Grundlagen von Motivationsproblemen bei verschiedenen psychischen Erkrankungen. Im Zentrum der Untersuchung stand das aufwandbasierte Entscheidungsverhalten (Effort-based decision making, EBDM). Dieser Prozess beschreibt, wie Menschen normalerweise den für ein Ziel notwendigen Aufwand gegen den erwarteten Nutzen und die Wahrscheinlichkeit des Erfolgs abwägen. Man wertete dabei Daten aus 68 Einzelstudien mit insgesamt rund 3.700 Teilnehmenden aus, die unter Depressionen, bipolaren Störungen oder Erkrankungen aus dem Schizophrenie-Spektrum litten oder einer… Weiterlesen »Kognitive Mechanismen von Motivationsstörungen bei psychischen Erkrankungen

            Sprachen funktionieren weltweit ähnlicher als gedacht

              Obwohl die Menschheit rund 7000 Sprachen spricht, die sich in Klang, Rhythmus und Wortschatz stark unterscheiden, zeigt sich auf der grammatischen Ebene eine überraschende Nähe. Eine neue groß angelegte Analyse, die auf der Grambank-Datenbank mit Informationen zu mehr als 2.400 Sprachen basiert, weist darauf hin, dass viele dieser Sprachen grundlegenden strukturellen Prinzipien folgen. Verkerk et al. (2025) verglichen 191 mögliche grammatikalische Universalien, also Merkmale, die theoretisch in allen Sprachen vorkommen sollten, mit hochkomplexen statistischen Methoden. Dabei stand… Weiterlesen »Sprachen funktionieren weltweit ähnlicher als gedacht

              Kriminelles Verhalten bei neurodegenerativen Erkrankungen

                Neurodegenerative Erkrankungen beeinflussen unterschiedliche Bereiche des Gehirns – vom Gedächtnisverlust bei Alzheimer über Verhaltens- und Persönlichkeitsveränderungen bei frontotemporaler Demenz bis hin zu motorischen Einschränkungen bei Parkinson. Mit diesen Veränderungen kann auch das Risiko einhergehen, dass Betroffene soziale und rechtliche Normen verletzen. Besonders in frühen Krankheitsstadien zeigen sich bei manchen Patientinnen und Patienten erstmals im Leben Handlungen wie Verkehrsdelikte, Diebstahl, Belästigung oder aggressives Verhalten. Solche Verhaltensweisen stellen Familien, das soziale Umfeld und nicht zuletzt das Rechtssystem vor große… Weiterlesen »Kriminelles Verhalten bei neurodegenerativen Erkrankungen

                Lachtherapie als Mittel zur Angstreduktion

                  Porras-Jiménez et al. (2025) analysierte in einer systematischen Übersichtsarbeit 33 internationale Studien aus den USA, Europa, Asien und dem Nahen Osten, die den Einfluss von Lachtherapie auf Erwachsene untersuchten. In allen einbezogenen Untersuchungen wurden Teilnehmende in zwei Gruppen eingeteilt: Eine Gruppe erhielt Lachinterventionen wie Lachyoga, humorvolle Filme oder Clownbesuche in Kliniken, während die Kontrollgruppe keine derartigen Maßnahmen erfuhr. Die Ergebnisse zeigten durchgehend, dass Lachtherapie mit einer Verringerung von Angstzuständen und einer Steigerung der Lebenszufriedenheit verbunden war, und… Weiterlesen »Lachtherapie als Mittel zur Angstreduktion

                  Kulturelle Unterschiede im Belohnungsaufschub: Selbstkontrolle als Schlüssel zum Lebenserfolg

                    Die Fähigkeit, kurzfristigen Verlockungen zu widerstehen und auf eine größere Belohnung zu warten, ist mehr als nur eine psychologische Tugend – sie ist eng mit Gesundheit, Bildungserfolg, beruflicher Laufbahn und allgemeiner Lebenszufriedenheit verbunden. Seit den Marshmallow-Tests des Psychologen Walter Mischel, in denen Kinder die Wahl zwischen einer sofortigen oder einer späteren, größeren Belohnung hatten, gilt der sogenannte Belohnungsaufschub als zentrale Kompetenz für ein gelingendes Leben. Die spätere Lebensentwicklung der Versuchskinder bestätigte dies eindrucksvoll: Wer früh Selbstkontrolle zeigte,… Weiterlesen »Kulturelle Unterschiede im Belohnungsaufschub: Selbstkontrolle als Schlüssel zum Lebenserfolg

                    Der Zusammenhang zwischen Händigkeit und neurologischen Entwicklungsstörungen

                      Unterschiede in der Händigkeit – insbesondere Links- und Gemischthändigkeit – treten bei bestimmten psychischen und neurologischen Erkrankungen überdurchschnittlich häufig auf. Besonders auffällig ist dies bei Störungen, die früh im Leben auftreten und mit sprachlichen Symptomen einhergehen. Bereits in der klinischen Praxis war daher wiederholt beobachtet worden, dass Menschen mit Erkrankungen wie Autismus-Spektrum-Störungen, Dyslexie oder Schizophrenie häufiger eine atypische Händigkeit zeigen. Dieser Zusammenhang wurde bislang jedoch nicht einheitlich durch wissenschaftliche Studien gestützt. Die neue Metaanalyse von Packheiser et al.… Weiterlesen »Der Zusammenhang zwischen Händigkeit und neurologischen Entwicklungsstörungen

                      Digitale Technologien als Schutz fürs Gehirn: Keine Spur von digitaler Demenz im Alter

                        Die wachsende Nutzung digitaler Technologien durch ältere Menschen hat in den vergangenen Jahren eine intensive Debatte über mögliche kognitive Folgen ausgelöst. Besonders populär wurde dabei der Begriff der „digitalen Demenz“, der vom Psychiater Manfred Spitzer geprägt wurde und besagt, dass digitale Medien – insbesondere bei jungen Menschen – einen intellektuellen Abbau begünstigen könnten. Diese These wurde häufig auf ältere Generationen übertragen, mit der Befürchtung, dass auch sie durch den Einsatz von Smartphones, Tablets oder Computern kognitiv beeinträchtigt… Weiterlesen »Digitale Technologien als Schutz fürs Gehirn: Keine Spur von digitaler Demenz im Alter

                        Psychotherapie lindert nicht nur die Symptome, sondern hat weitere positive Auswirkungen

                          Eine qualitative Metaanalyse von Ladmanová et al. (2025) untersuchte die Ergebnisse von Psychotherapien aus der Perspektive der Klienten und Klientinnen. Die Studie umfasste 177 qualitative Studien aus 24 Ländern und umfasste die Erfahrungen von über 2900 ehemaligen Klienten. Die Forscher identifizierten zehn Schlüsselbereiche, in denen Klienten über Veränderungen berichteten: Verbesserte soziale Beziehungen: Klienten berichteten von mehr Offenheit, bewussterer Auswahl sozialer Kontakte und mehr Sicherheit in persönlichen Begegnungen. Vertieftes Verständnis für Gedanken und Verhaltensweisen: Klienten berichteten von einem… Weiterlesen »Psychotherapie lindert nicht nur die Symptome, sondern hat weitere positive Auswirkungen