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Das Nervensystem: Funktionsstörungen, Krankheitsbilder und medizinische Versorgung

    Das menschliche Nervensystem bildet die zentrale Steuerungseinheit des Körpers, weshalb Funktionsstörungen in diesem Bereich meist weitreichende Konsequenzen für die physische und kognitive Gesundheit nach sich ziehen. Erkrankungen der Nervenbahnen, des Gehirns oder des Rückenmarks manifestieren sich in einem breiten Spektrum an Symptomen, das von leichten Schmerzzuständen bis hin zu gravierenden Lähmungserscheinungen und Wahrnehmungsstörungen reicht. Die Ursachen solcher Beschwerden sind facettenreich: Neben genetischen Veranlagungen und altersbedingten Abbauprozessen spielen auch äußere Einflüsse wie Verletzungen oder Infektionen eine entscheidende Rolle.… Weiterlesen »Das Nervensystem: Funktionsstörungen, Krankheitsbilder und medizinische Versorgung

    Warum Nicht-Reagieren oft die bessere Strategie ist

      Der Impuls, auf kritische, abwertende oder provokante Äußerungen im Alltag und Beruf sofort mit einer treffenden, schlagfertigen Antwort zu kontern, ist weit verbreitet. Dahinter steht meist das Bedürfnis, die eigene Kompetenz zu schützen, Machtlosigkeit zu vermeiden und vor anderen nicht bloßgestellt dazustehen. Schlagfertigkeit gilt vielen daher als das höchste Ideal kommunikativer Stärke. Sie birgt jedoch eine entscheidende Falle: Wer reflexhaft kontert oder versucht, sich zu rechtfertigen, lässt sich auf die Spielregeln des Gegenübers ein. Sowohl das Verteidigen… Weiterlesen »Warum Nicht-Reagieren oft die bessere Strategie ist

      Neuronale Grundlagen der kognitiven Flexibilität

        Die menschliche und tierische Intelligenz offenbart sich in besonderem Maße durch die Fähigkeit, das eigene Verhalten rasch und zielgerichtet an eine sich stetig verändernde Umwelt anzupassen. Trotz der zentralen Bedeutung dieser kognitiven Flexibilität blieben die zugrundeliegenden biologischen Feinmechanismen auf der zellulären und neuronalen Ebene lange Zeit weitgehend unerforscht. Eine wegweisende Untersuchung von Maristany de las Casas et al. (2026) wirft nun ein neues Licht auf die aktiven Rechenprozesse im Gehirn. Man konnte nachweisen, dass die weitverzweigten Fortsätze… Weiterlesen »Neuronale Grundlagen der kognitiven Flexibilität

        Was ist eine kognitive Reserve?

          Unter der kognitiven Reserve versteht man in der Psychologie und den Neurowissenschaften die Fähigkeit des Gehirns, neuropathologische Schäden oder altersbedingte Abbauprozesse zu kompensieren, sodass die kognitive Leistungsfähigkeit trotz vorliegender Hirnveränderungen über einen längeren Zeitraum erhalten bleibt. Das Konzept geht maßgeblich auf den Neuropsychologen Yaakov Stern zurück und erklärt die häufig beobachtete Diskrepanz zwischen dem Ausmaß einer Hirnschädigung – etwa durch eine Alzheimer-Erkrankung oder einen Schlaganfall – und den tatsächlich gezeigten klinischen Symptomen. Während die „Brain Reserve“ (Hirnreserve)… Weiterlesen »Was ist eine kognitive Reserve?

          Individuelle Sehgewohnheiten und neuronale Spezialisierung im menschlichen Gehirn

            Das menschliche Blickverhalten beim Betrachten komplexer visueller Szenen folgt keineswegs dem Zufall, sondern spiegelt die spezifische funktionelle Architektur des individuellen Gehirns wider. Wie eine Studie von Kollenda et al. (2026) zeigt, fokussieren Menschen beim Betrachten von Bildern mit natürlichem Inhalt systematisch unterschiedliche Bildelemente: Während einige Menschen bevorzugt Gesichter fixieren, richten andere ihren Blick primär auf geschriebenen Text. Mithilfe der funktionellen Magnetresonanztomographie und präzisem Eye-Tracking an 61 Erwachsenen konnte nachgewiesen werden, dass diese individuellen Blickpräferenzen eng mit der… Weiterlesen »Individuelle Sehgewohnheiten und neuronale Spezialisierung im menschlichen Gehirn

            Die geteilte Aufmerksamkeit des Gehirns: Wie wir im Stimmengewirr gleichzeitig hören und wechseln

              In alltäglichen Situationen, wie etwa auf einer gut besuchten Feier oder in einer lebhaften Menschenmenge, stehen wir fortwährend vor der Herausforderung, unsere Aufmerksamkeit gezielt auf eine einzelne Person zu richten und Nebengeräusche auszublenden. Lange Zeit ging die Wissenschaft davon aus, dass das menschliche Gehirn bei einem Wechsel des Fokus strikt und abrupt von einem Sprecher zum nächsten springt. Eine aktuelle neurobiologische Untersuchung widerspricht jedoch dieser Annahme eines abrupten Wechsels und zeigt stattdessen, dass unsere Schaltzentrale fähig ist,… Weiterlesen »Die geteilte Aufmerksamkeit des Gehirns: Wie wir im Stimmengewirr gleichzeitig hören und wechseln

              Die Macht des ersten Eindrucks – der Halo-Effekt

                Menschliche Urteile sind selten so objektiv, wie wir es gerne glauben. Unser Gehirn neigt stark dazu, von einer einzigen, besonders markanten Eigenschaft auf den gesamten Charakter oder die Fähigkeiten eines Gegenübers zu schließen. Fällt uns jemand beispielsweise durch ein attraktives Äußeres, ein charmantes Lächeln oder ein besonders gepflegtes Auftreten auf, projizieren wir unbewusst eine Vielzahl anderer positiver Eigenschaften in diese Person hinein. Ohne jegliche Beweise halten wir optisch ansprechende Menschen oft automatisch für kompetenter, intelligenter, sozialer oder… Weiterlesen »Die Macht des ersten Eindrucks – der Halo-Effekt

                Der dysfunktionale Perfektionismus

                  In der modernen Leistungsgesellschaft gewinnt das Streben nach Perfektion zunehmend an Relevanz, insbesondere unter jüngeren Generationen, die sich einem wachsenden gesellschaftlichen und individuellen Erwartungsdruck ausgesetzt sehen. Psychologisch betrachtet muss dabei grundlegend zwischen einem gesunden, realistischen Leistungsstreben und einem dysfunktionalen, unrealistischen Perfektionismus differenziert werden (Stöber, 1995; Altstötter-Gleich & Geisler, 2020). Letzterer ist durch extrem starre, unerreichbare Zielsetzungen charakterisiert, wobei der betroffene Mensch seinen gesamten Selbstwert ausschließlich an die lückenlose Erreichung dieser Standards knüpft. Bleibt der erhoffte Erfolg aus,… Weiterlesen »Der dysfunktionale Perfektionismus

                  Die evolutionäre Entwicklung des prosozialen Verhaltens im Kindesalter

                    Die Frage, ob der Mensch von Natur aus altruistisch und hilfsbereit geboren wird oder ob soziale Verhaltensweisen erst mühsam erlernt werden müssen, beschäftigt die Entwicklungspsychologie seit Generationen. Die vorliegenden Forschungsarbeiten zeigen einhellig, dass die Wurzeln des sozialen Miteinanders überraschend tief verankert sind und bereits in den ersten Lebensmonaten aktiv zutage treten. So konnte in experimentellen Untersuchungen nachgewiesen werden, dass bereits 14 Monate alte Kleinkinder eine deutliche Tendenz zeigen, anderen Menschen uneigennützig zu helfen, indem sie beispielsweise nach… Weiterlesen »Die evolutionäre Entwicklung des prosozialen Verhaltens im Kindesalter

                    Die neuronale Dynamik des Leerlaufs des Gehirns

                      Das Default Mode Network und seine Funktion für Selbstreflexion und Kreativität Das Phänomen des bewussten „Nichtstuns“ oder des gedanklichen Abschweifens wird im Alltag häufig mit Entspannung oder dem Freimachen des Kopfes assoziiert. Wissenschaftlich betrachtet existiert ein Zustand, in dem das menschliche Gehirn völlig frei von Gedanken ist, im wachen Zustand jedoch praktisch nicht. Durch den Einsatz moderner bildgebender Verfahren wie der Positronen-Emissions-Tomographie (PET) und der funktionellen Magnetresonanztomographie (fMRT) lässt sich die elektrische Aktivität, der Blutfluss und der… Weiterlesen »Die neuronale Dynamik des Leerlaufs des Gehirns

                      Neue Perspektiven auf die menschliche Schädelevolution

                        Die evolutionäre Entwicklung der Gattung Homo ist traditionell durch zwei prägnante Trends gekennzeichnet: eine kontinuierliche Vergrößerung des Gehirns bzw. Gehirnschädels sowie eine gleichzeitige Verkleinerung und Reduktion der Robustheit von Gesicht und Kiefer. Bislang ging man weitgehend davon aus, dass diese morphologischen Veränderungen das direkte Resultat einer anhaltenden, gerichteten natürlichen Selektion waren, bei der größere Gehirne aufgrund gesteigerter kognitiver Fähigkeiten und kleinere Gesichter aufgrund energetischer Vorteile – begünstigt durch den Einsatz von Werkzeugen und die damit einhergehende Entlastung… Weiterlesen »Neue Perspektiven auf die menschliche Schädelevolution

                        Rechte vs linke Gehirnhälfte

                        Sehen Sie die Tänzerin in einer Drehung im Uhrzeigersinn oder gegen den Uhrzeigersinn? Im Uhrzeigersinn -> Sie nutzen vor allem die rechte Gehirnhälfte Gegen den Uhrzeigersinn -> Sie nutzen vor allem die linke Gehirnhälfte Die linke Gehirnhälfte ist verantwortlich für Sprache-Lesen-Rechnen Ratio-Logik Regeln-Gesetze Konzentration auf einen Punkt Analyse-Detail Wissenschaft Schritt für Schritt Einzelheiten Zeitempfinden Linearität Die linke Gehirnhälfte ist also für alles zuständig, was im allgemeinen Verständnis als Denken bezeichnet wird. Sie denkt in Sprache, in Begriffen,… Weiterlesen »Rechte vs linke Gehirnhälfte