‘Jugendpsychologie’

Die Jugendpsychologie ist ein wesentlicher Teilbereich der Entwicklungspsychologie, der sich mit dem Zeitraum der Reifezeit befasst.

Selbstevaluation

Montag, Mai 16th, 2016

Selbstevaluation stellt eine attraktive Möglichkeit dar, genau bestimmte Ausschnitte des eigenen beruflichen Handelns systematisch zu beleuchten, um Anhaltspunkte für Verbesserungsnotwendigkeiten und -möglichkeiten bei festgestellten Schwachstellen zu erhalten oder um erfolgreiche Arbeit nach Innen und Außen dokumentieren zu können. Auf dieser Webseite findet sich



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Religion und Moral

Freitag, November 6th, 2015

Gute Menschen wird die Schenke nicht verderben und schlechte wird die Synagoge nicht bessern.
Jüdisches Sprichwort

In den letzten Jahren sieht sich der Religionsunterricht zusehends in einem bildungspolitischen Dilemma, denn immer mehr Jugendliche melden sich aus verschiedensten Gründen davon ab. Diese Entwicklung sieht vor allem die römisch-katholische Kirche mit Skepsis und verweist stets auf die erzieherische Bedeutung des Religionsunterrichts für die moralische Entwicklung eines Menschen. Allerdings zeigt sich, dass gelebter Glaube eher wenig mit höheren moralischen Standards in Verbindung steht, als man denkt, bzw. tatsächlich scheint eher das Gegenteil zu stimmen. Bereits frühere Untersuchungen konnten zeigen, dass religiöse Menschen nicht automatisch moralischer handeln, doch Decety et al. (2015) zeigten nun, dass Kinder aus einem religiösen Umfeld sogar weitaus weniger altruistisch sind als nichtreligiös erzogene Kinder.

Um den Einfluss der Religion auf den Altruismus von Kindern zu messen, mussten Fünf- bis Zwölfjährige aus den USA, Kanada, Jordanien, der Türkei, Südafrika und China  an einem Spiel teilnehmen, in dem es um die Frage ging, in welchem Ausmaß Kinder bereit sind, bunte Sticker mit einer anonymen Person zu teilen. Es bestätigte sich dabei, dass Kinder mit steigendem Alter großzügiger sind, jedoch fand sich auch, dass je mehr Einfluss die Religion im Leben eines Kindes spielte, umso weniger freigiebig zeigte es sich, während hingegen die großzügigsten Kinder aus atheistischen Familien stammten. Dieser Unterschied zeigte sich auch darin, wie die Kinder mit Verfehlungen oder persönlichen Angriffen umgingen, wobei jene mit einem religiösen Hintergrund sich für das Fehlverhalten anderer Kinder tendenziell härtere Bestrafungen wünschten als solche, für die Religion keine große Rolle spielt. Damit wurde ein Zusammenhang bestätigt, dass es einen direkten Zusammenhang zwischen Religiosität und geringerer Toleranz gibt. Ursache dafür ist vermutlich das moral licensing, nach dem sich Menschen, die sich ihrem persönlichen Urteil nach gu“ verhalten und religiöse Regeln einhalten, weniger Gedanken über die Konsequenzen machen, die ihr potenziell unmoralisches Verhalten nach sich ziehen könnte. Offensichtlich wirkt sich gelebte Religion tendenziell eher negativ auf die Moral aus.

Literatur
Decety, Jean, Cowell, Jason M., Lee, Kang, Mahasneh, Randa, Malcolm-Smith, Susan, Selcuk, Bilge & Zhou, Xinyue (2015). The Negative Association between Religiousness and Children’s Altruism across the World. Current Biology. Doi: 10.1016/j.cub.2015.09.056.
http://www.stangl.eu/psychologie/entwicklung/moral.shtml (15-11-06)



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Typische Verhaltensmuster der Jugend – Neue Medien

Freitag, April 20th, 2012

Beate Großegger (Institut für Jugenkulturforschung Wien) erklärt in den OÖN vom 9.2.2008 typische Verhaltensweisen der Jugend, warum es diese gibt bzw. geben muss. “MTV und Internet sind aus dem Alltag der Jugend nicht mehr wegzudenken sind. MTV gilt vor allem bei den Jüngeren als Trendsetter-Medium. Das heißt, auf MTV erfahren Elf- oder Zwölfjährige, was unter ihresgleichen “cool“ und “angesagt“ ist und was als ein absolutes “NoNo“ gilt. Dann ist da auch noch das so genannte Mitmach-Netz, das Web 2.0. Community-Portale wie MySpace oder Video-Portale wie YouTube starten bei den Jugendlichen gerade voll durch. (…) Der Einfluss der Medien wird in der öffentlichen Debatte falsch eingeschätzt. Wenn es um Lernen mit Medien geht, wird die Situation gerne etwas optimistischer gezeichnet als sie es verdient: E-learning ist sicher eines der großen Bildungsschlagworte unserer Zeit. Dass jeder zweite Jugendliche, der das Internet nutzt, Texte aus dem Internet einfach in die Schulaufgaben einkopiert, anstatt sich Themen selbst zu erarbeiten, wird dabei gerne übersehen. Was aber eben sehr wohl stimmt, ist, dass Jugendliche sich häufig über die in jugendrelevanten Medien “promoteten“ Trends und Stile definieren. Das hat natürlich auch Konsequenzen für die Vorbildorientierung der heutigen Jugend. Die klassischen Vorbilder im Sinne von Persönlichkeiten, denen die Jugend nacheifert, um selbst auch mal so zu werden wie sie, sucht man bei der heutigen Jugend vergebens. Anstatt sich an einem einzigen großen Vorbild zu orientieren, arbeiten Jugendliche heute vielfältige Inspirationen aus ihrer Erfahrungsumwelt in ihre Selbstkonzepte ein. Sie basteln aus einzelnen Facetten real existierender Personen eine Art Identifikationsmodell, das für sie Vorbildcharakter hat. Wichtige Impulse holen sich die Jugendlichen dabei aus der Pop-Kultur, der Musik und den Medien. Wirklich punkten kann man bei Jugendlichen, wenn man “Skills“ beweist, also Leistung erbringt und über spezielle Fähigkeiten verfügt, einen unverwechselbaren, eigenen “Style“ hat und Persönlichkeit zeigt.”

Soziale Netzwerke im Internet und Jugendliche

Vor allem Jugendliche suchen im Internet gezielt nach Räumen und Situationen, in denen sie authentisch sein können, in denen sie sich geschützt erleben und die Möglichkeit haben, vieles auszuprobieren. Die Entwicklungsaufgaben der Emanzipation vom Elternhaus und auch der sexuellen Entwicklung können im Kontext sozialer Netzwerke besonders gut angegangen werden, weil die Netzwerke von Jugendlichen als private, bewertungsfreie Räume erlebt werden. Dabei geben sich Jugendliche im Internet nicht grundlegend anders als im realen Leben, denn auch dort gehen eher diejenigen in Netzwerke, die auch sonst gern kommunizieren und sich offenbaren. Die meisten UserInnen sind sich zwar durchaus dessen bewusst, dass die Privatsphäre im Internet bedroht und teilweise korrumpiert ist, aber das Bewusstsein für dieses Risiko wird aktiv in Form einer Dissonanzreduktion zeitweilig ausgeblendet. In einer europaweiten Studie sagt die Hälfte der UserInnen, dass sie mit der Unsicherheit ihrer Privatsphäre ein Problem haben, wobei die Jugendliche im Detail aber nicht wissen, was mit ihren Daten bzw. auf welchen Wegen das geschieht. Auch geben sie mit zunehmender online-Erfahrung mehr über sich preis.

Quelle
Privatsphäre im Internet? Interview mit Sabine Trepte von Christa Schaffmann.
Report psychologie April 2012.



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