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Gedächtnis

Wie das menschliche Gehirn Inhalt und Kontext im episodischen Gedächtnis verknüpft

    Das menschliche episodische Gedächtnis zeichnet sich durch die bemerkenswerte Fähigkeit aus, spezifische Inhalte wie Personen oder Objekte präzise mit den jeweiligen Begleitumständen zu verknüpfen, in denen sie auftreten. Eine aktuelle Studie von Bausch et al. (2026) hat nun entschlüsselt, wie dieser Prozess auf der Ebene einzelner Nervenzellen im medialen Temporallappen, insbesondere im Hippocampus, gesteuert wird. Im Gegensatz zu Erkenntnissen aus früheren Studien, bei denen einzelne Neuronen oft sowohl Inhalts- als auch Kontextinformationen vermischen, verfolgt das menschliche Gehirn… Weiterlesen »Wie das menschliche Gehirn Inhalt und Kontext im episodischen Gedächtnis verknüpft

    Was versteht man unter infantiler Amnesie?

      Unsere früheren Lebensjahre erscheinen wie aus dem Gedächtnis gelöscht. Aber woher kommt diese Erinnerungslücke – und wie entstehen bleibende Kindheitserinnerungen? Dass wir uns kaum an unsere ersten Lebensjahre erinnern können, ist ein faszinierendes psychologisches Phänomen, das in der Wissenschaft als infantile Amnesie bezeichnet wird. Diese Gedächtnislücke rührt nicht etwa daher, dass Kleinkinder unfähig sind zu lernen oder Informationen zu speichern – im Gegenteil, das Gehirn ist in dieser Phase extrem aufnahmefähig –, sondern liegt vielmehr in der… Weiterlesen »Was versteht man unter infantiler Amnesie?

      Wie das Gehirn entscheidet, was es sich merken will

        Die neurowissenschaftliche Forschung zeigt immer deutlicher, dass Erinnern kein statischer Vorgang ist, sondern ein dynamischer Prozess, in dem das Gehirn fortwährend auswählt, welche Erfahrungen Bestand haben und welche rasch verblassen. Obwohl Menschen täglich eine Fülle an Eindrücken aufnehmen, gelangt nur ein kleiner Teil davon in das Langzeitgedächtnis. Diese strenge Auswahl ist notwendig, weil das Arbeitsgedächtnis nur begrenzte Kapazitäten besitzt und daher einen präzisen Filter benötigt, um Wichtiges zu bewahren und Unwichtiges auszusondern. Bis vor Kurzem ging man… Weiterlesen »Wie das Gehirn entscheidet, was es sich merken will

        Das verkörperte Selbst: Wie die Wahrnehmung des eigenen Kindergesichts vergessene Erinnerungen weckt

          Die Fähigkeit, sich an Erlebnisse aus der frühen Kindheit zu erinnern, ist bis heute ein faszinierendes Rätsel der Kognitionswissenschaft. Während manche Szenen aus den ersten Lebensjahren lebendig vor dem inneren Auge erscheinen, scheinen andere unwiederbringlich verloren. Eine aktuelle Studie von Gupta et al. (2025) zeigte nun, dass nicht allein die Gedächtnisstruktur bestimmt, was abrufbar ist, sondern auch die Art und Weise, wie wir unseren Körper – und damit uns selbst – wahrnehmen. Das sogenannte Körperselbst kann als… Weiterlesen »Das verkörperte Selbst: Wie die Wahrnehmung des eigenen Kindergesichts vergessene Erinnerungen weckt

          Haben Finger ein Gedächtnis für Knöpfe oder Tasten?

            Die umgangssprachliche Annahme, dass Finger ein Gedächtnis für Knöpfe oder Tasten haben, wird in der Psychologie und Neurowissenschaft durch das Konzept des prozeduralen Gedächtnisses oder motorischen Gedächtnisses – auch als Muscle Memory bezeichnet)- gestützt. Das prozedurale Gedächtnis Das sogenannte „Gedächtnis der Finger“ ist in Wirklichkeit eine Form des impliziten oder non-deklarativen Gedächtnisses, genauer gesagt das prozedurale Gedächtnis (Squire & Zola, 1996). Das prozedurale Gedächtnis ist verantwortlich für das Speichern und Abrufen von Fertigkeiten, Gewohnheiten und automatisierten Handlungsabläufen.… Weiterlesen »Haben Finger ein Gedächtnis für Knöpfe oder Tasten?

            Emotionen als Gedächtnisverstärker: Neue Erkenntnisse zur Priorisierung alltäglicher Erinnerungen

              Nicht alle Erlebnisse hinterlassen die gleiche Spur im Gedächtnis. Während manche Erinnerungen noch nach Jahren lebendig und detailreich erscheinen, verblassen andere schnell. Lin et al. (2025) gingen der Frage nach, weshalb unser Gehirn manche Eindrücke dauerhaft speichert, während andere verloren gehen. Die zentrale Erkenntnis: Alltägliche Ereignisse werden besonders dann im Gedächtnis verankert, wenn sie mit emotionalen Erfahrungen, Überraschungen oder Belohnungen verknüpft sind. In zehn Einzelstudien mit insgesamt 648 Teilnehmenden untersuchte man diesen Mechanismus experimentell. Die Versuchspersonen sahen… Weiterlesen »Emotionen als Gedächtnisverstärker: Neue Erkenntnisse zur Priorisierung alltäglicher Erinnerungen

              Neue Erkenntnisse zur Plastizität des Gehirns nach einer Amputation

                Lange galt es als gesichert, dass sich das Gehirn nach dem Verlust einer Gliedmaße erheblich umorganisiert und die betroffenen Bereiche im somatosensorischen Cortex von benachbarten Regionen übernommen werden. Diese Annahme, die als Paradebeispiel für die Plastizität des menschlichen Gehirns in Lehrbüchern galt, wurde jüngst in Frage gestellt. Schone et al. (2025) untersuchten in einer über mehrere Jahre angelegten Studie drei Patientinnen und Patienten, die sich einer Armamputation unterziehen mussten. Vor dem Eingriff wurden mittels funktioneller Magnetresonanztomografie präzise… Weiterlesen »Neue Erkenntnisse zur Plastizität des Gehirns nach einer Amputation

                Wie das Gehirn Relevanz lernt

                  Die Fähigkeit des menschlichen Gehirns, aus der Vielzahl sensorischer Eindrücke jene auszuwählen, die für das Überleben, Lernen und Handeln entscheidend sind, stellt eine grundlegende Voraussetzung für die Bildung von Erinnerungen dar. Eine Studie von Liao et al. (2024) am Mausmodell lieferte neue Einsichten in die neuronalen Mechanismen, die es dem Gehirn ermöglichen, während der Gedächtniskonsolidierung irrelevante Informationen zu filtern und bedeutungsvolle Muster zu bewahren. Im Zentrum dieser Forschung stand die hemmende Plastizität – eine lernabhängige Veränderung hemmender… Weiterlesen »Wie das Gehirn Relevanz lernt

                  Wie Bewegungsmangel und genetische Faktoren das Demenzrisiko beeinflussen

                    Zwei wissenschaftliche Arbeiten beleuchten das Risiko von Alzheimer-Demenz aus unterschiedlichen Blickwinkeln: einerseits über die alltägliche Lebensweise, andererseits durch genetische Prädispositionen. Bewegungsmangel als Risikofaktor für Demenz Demenz ist eine komplexe neurodegenerative Erkrankung, deren Entwicklung durch zahlreiche Faktoren beeinflusst wird. Neben bereits bekannten Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Adipositas, ungesunder Ernährung und sozialer Isolation zeigt eine aktuelle US-amerikanische Studie, dass auch langes Sitzen im Alltag eine bedeutsame Rolle spielen kann – selbst regelmäßiger Sport scheint diesen Effekt nicht vollständig ausgleichen zu… Weiterlesen »Wie Bewegungsmangel und genetische Faktoren das Demenzrisiko beeinflussen

                    Haben kreative Menschen ein besseres Gedächtnis als andere?

                      Die Frage, ob kreative Menschen ein besseres Gedächtnis haben als andere, ist Gegenstand zahlreicher psychologischer und neurowissenschaftlicher Untersuchungen. Kreativität und Gedächtnis sind komplexe kognitive Fähigkeiten, die zwar miteinander verknüpft sind, aber nicht zwangsläufig im gleichen Maße ausgeprägt sein müssen. Es gibt Hinweise darauf, dass kreative Menschen in bestimmten Gedächtnisleistungen bessere Ergebnisse zeigen, insbesondere wenn es um assoziatives oder episodisches Gedächtnis geht. Dies liegt daran, dass kreative Prozesse häufig die Fähigkeit erfordern, ungewöhnliche oder weit entfernte Assoziationen herzustellen,… Weiterlesen »Haben kreative Menschen ein besseres Gedächtnis als andere?

                      Die Dynamik der Erinnerung

                        Eines der zentralen Rätsel der Neurowissenschaft ist die Frage, wie das Gehirn Erinnerungen speichert, verallgemeinert und aktualisiert. Lange Zeit war der Begriff des „Engramms“ eine eher theoretische Vorstellung, doch heute jedoch hat sich das Verständnis von Gedächtnisspuren dank moderner neurowissenschaftlicher Methoden zu einer greifbaren biologischen Realität gewandelt. Neue Studien und technologische Durchbrüche erlauben es, die neuronalen Grundlagen des Gedächtnisses auf molekularer, zellulärer und systemischer Ebene zu untersuchen. Teng, Chen und Chen (2025) haben nun die dynamische Entwicklung… Weiterlesen »Die Dynamik der Erinnerung

                        Die neuronale Kodierung der Reihenfolge von Ereignissen im Gedächtnis

                          Das menschliche Gedächtnis ist in der Lage, komplexe Abfolgen von Ereignissen zu speichern und wieder abzurufen, wobei eine gängige Theorie besagte, dass Neuronen die Reihenfolge von erlebten Ereignissen dadurch kodieren, dass sie in der gleichen Reihenfolge feuern, in der die Ereignisse wahrgenommen wurden. Eine aktuelle Studie von Liebe et al. (2025) stellt diese Annahme in Frage und liefert neue Erkenntnisse über die Rolle neuronaler Netzwerke bei der Speicherung und Wiedererkennung von Sequenzen, wobei man als Datengrundlage Elektroden… Weiterlesen »Die neuronale Kodierung der Reihenfolge von Ereignissen im Gedächtnis