‘Psychologische Tests’

Als ein psychologischer Test wird ein Werkzeug bezeichnet, das psychische Merkmale, wie aktuelle Zustände oder überdauernde Eigenschaften von Personen, Personengruppen oder Organisationen erfassen soll.

Task-Analysis-Tools – TAToo

Donnerstag, März 22nd, 2012

WissenschaftlerInnen haben beobachtet, dass Praktiker bei der Personalauswahl häufig Ressentiments gegenüber Methoden oder Verfahren aus der Forschung haben, wobei diese als Ursachen u.a. ökonomische Zwänge oder fehlende Informationen nennen, aber auch skeptisch gegenüber strukturierten Vorgehensweisen generell sind. Die werden Anforderungen an BewerberInnen werden dabei meist vage nach „Bauchgefühl“ beschrieben, d.h., eine wissenschaftlich fundierte Anforderungsanalyse findet in der Regel nicht statt. Allerdings optimiert eine Anforderungsanalyse die Möglichkeiten, für eine bestimmte Aufgabe die passgenauen MitarbeiterInnen auszuwählen. Studien zegen, dass verlässliche Anforderungsanalysen langfristig nicht nur zur Arbeitszufriedenheit und Leistung des Einzelnen beitragen, sondern auch langfristig Prosperität und Stabilität von Unternehmen erhöhen. Koch & Westhoff (TU Dresden) haben dafür Task Analysis Tools (TAToo) entwickelt, mit dessen Hilfe auch Praktiker ohne psychodiagnostische Expertise valide Anforderungsanalysen erarbeiten können. In diesem Instrumentarium wurden die wichtigsten Gestaltungsempfehlungen aus Wissenschaft und Praxis umgesetzt sowie verschiedene methodische Zugänge im Sinn eines multimodalen Vorgehens kombiniert. Im Tool Datenerhebung erfolgt eine flexible Anpassung an jeweilige Durchführungsbedingungen, während in Tool 2 das Gruppieren der Verhaltensweisen zu den Anforderungen erfolgt, um ein objektives Vorgehen zu gewährleisten. Mit den strukturierten Leitfäden und Fragebögen können daher Anforderungsanalysen ohne fachliche Unterstützung durchgeführt werden, sodass TAToo ein praxistaugliches und nützliches Instrumentarium darstellt.



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Selbst-Achtsamkeit-Test

Montag, März 21st, 2011

Der Selbst-Achtsamkeit-Test (SAT) ist die Übertragung der von Kristin Neff 2003 entwickelten „Self-Compassion Scale“, die eine Persönlichkeitseigenschaft misst, die insgesamt am ehesten mit positiver und fürsorglicher Selbstzuwendung oder Selbstachtung umschrieben werden kann. Selbst-Achtsamkeit (Self-Compassion) bedeutet unter anderem, sich selbst gegenüber einfühlsames Verständnis und wohlwollenden Respekt zu zeigen, besonders dann, wenn man sich mit seinen Schwächen und Unzulänglichkeiten konfrontiert weiß. Self-Compassion macht einen achtsamen Umgang mit den eigenen Emotionen erforderlich und steht in einem Zusammenhang mit der Emotionalen Intelligenz.

Dieses Konstrukt hat in den letzten Jahren eine zunehmende Aufmerksamkeit in der psychologischen Forschung erfahren und steht dem derzeit viel diskutierten Achtsamkeitsmodell nahe. Neff (2003) definiert self-compassion durch drei Hauptkomponenten: self-kindness, common humanity, and mindfulness – mehr übertragen als übersetzt durch Selbstliebe, Conditio humana und Achtsamkeit, wobei diese drei Dimensionen bipolar angelegt sind und die klassische psychologische Trias emotional, rational (kognitiv) und sozial abbilden.

Link: http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/TEST/SAT/Test.shtml

Literatur
Neff, K. D. (2003). Development and validation of a scale to measure self-compassion. Self and Identity, 2, 223-250.



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Intelligenzquotienten – Veränderungen vom Kindergartenalter zum Schulalter

Sonntag, Juli 4th, 2010

Die Intelligenz gilt als weitgehend entwicklungsstabil, zumindest im Erwachsenenalter, kann aber im Kindesalter durch verschiedene Umweltfaktoren beeinflusst werden. Diese können sowohl positiver, also fördernder Natur, als auch negativer, hemmender Natur sein. In Anlehnung an die Werke mehrerer Autoren, kommen auch Koglin, Janke und Petermann (2009, S. 133) zu dem Schluss: je stabiler dabei die Umwelt ist, desto stabiler ist auch die Intelligenz.
Bei den Risikofaktoren unterscheidet man zwischen biologischen und psychosozialen Risikofaktoren. Die biologischen Faktoren beziehen sich auf die Zeit vor und nach der Geburt. Koglin, Janke und Petermann (2009, S. 133) fassen die Befunde mehrer Autoren zusammen und kommen zu dem Schluss, dass beispielsweise der Konsum der Mutter von Tabak und/oder Alkohol während der Schwangerschaft, Krankheiten des Kindes in der Neugeborenenphase oder ein geringes Gewicht bei der Geburt zu den biologischen Risikofaktoren zählen. Unter psychosozialen Faktoren verstehen die Autoren dieses Artikels (2009, S. 133), wie schon weitere vor ihnen, zum Beispiel Armut der Familie, schulische Ausbildung der Eltern, oder auch einen Migrationhintergrund in der Elterngeneration. Nicht in direkter Beziehung zum Kind steht der sozioökonomische Status der Eltern. Koglin, Janke und Petermann (2009, S. 133) stellen unter Verwendung mehrerer Arbeiten anderer Autoren fest, dass ein niedriger sozioökonomischer Status einen niedrigeren IQ der Kinder bewirkt. Auch kritische Lebensereignisse, wie die Trennung der Eltern oder der Tod eines Familienmitglieds beeinflussen den IQ nachweislich (vgl. Sameroff et al., 1993 zit. nach Koglin, Janke & Petermann, 2009, S. 133). Weitere psychosoziale Faktoren sind ein geringes Freizeitverhalten sowie ein überhöhter Medienkonsum. Psychosoziale Risikofaktoren sind weitgehend instabil. Dabei weist der Faktor „Zugehörigkeit zu einer Minorität“ die höchste und der Faktor „Interaktionsstörungen zwischen Mutter und Kind“ die geringste Stabilität auf gemäß der Rochester Longitudinal Study von Sameroff, Seifer, Baldwin und Baldwin (1993).
Studie
In der vorliegenden Studie wurde die Intelligenzstabilität von 120 Kindern zu zwei Erhebungszeitpunkten (t1 und t2) im Übergang zur Schule untersucht. Weiters betrachtete man den Einfluss der Risikofaktoren auf die Höhe des Intelligenzquotienten und den Einfluss von Veränderungen in der Anzahl der Risikofaktoren auf die IQ-Stabilität. Im Durchschnitt waren die Kinder zu t1 6,1 Jahre alt. Sie mussten ihr Können bei folgenden Aufgaben unter Beweis stellen: Analyse und Synthetisierung abstrakter visueller Reize, kategoriales Denken und Konzeptbildung, sowie visuelle Wahrnehmung und Organisation. Es fanden sechs Subtests statt zu den Bereichen: Mosaike, Kategorien, Puzzles, Analogien, Situation und Zeichenmuster. Gleichzeitig wurden an die Eltern zu beiden Erhebungszeiträumen Fragebögen verteilt, deren Fragestellungen Koglin, Janke und Petermann (2009, S. 135) von mehreren anderen Autoren übernahmen. In diesen gaben die Eltern Auskunft über den Schwangerschafts- und Geburtsverlauf, die Familiensituation, das schulische und berufliche Bildungsniveau, Arbeitslosigkeit, kritische Lebensereignisse in der Familie sowie das Medien- und Freizeitverhalten bezogen auf das Kind. Festgelegt wurde eine Risikoindex bestehend aus acht Risikofaktoren: Migrationshintergrund, geringe Bildung der Eltern, fehlende Berufsausbildung der Eltern, Flaschenernährung, abwechslungsarme Freizeit des Kindes (keine oder bis zu zwei Aktivitäten), hoher Fernsehkonsum ( > eine Stunde pro Tag), das Erleben von kritischen Lebensereignissen, sowie eine hoher PC-Konsum ( > 30 Minuten pro Tag).

Zu t1 wurde ein Gesamt-IQ von 100.33 gemessen, wobei der kleinste IQ-Wert bei 63 und der größte IQ-Wert bei 129 lag. Zu t2 wurde eine Gesamt-IQ von 105.28 gemessen, wobei der kleinste IQ-Wert diesmal bei 71 lag und der größte IQ-Wert bei 136. Zu den am häufigsten festgestellten Risikofaktoren gehörten eine geringe Bildung der Eltern sowie ein Migrationshintergrund in der Elterngeneration. Diese Faktoren können somit als stabil angesehen werden. Über 50 % der Kinder wiesen eine abwechslungsarme Freizeit, hohen TV Konsum und kritische Lebensereignisse in der Familie als variable Risikofaktoren auf.

Koglin, Janke und Petermann (2009, S. 138) kommen, wie schon Tewes, Rossmann und Schallberger vor ihnen, zu dem Ergebnis, dass die Höhe des IQ abhängig ist von der Anzahl der Risikofaktoren. Je mehr Risikofaktoren auftreten, desto geringer ist der IQ. Mehr als 50 % der getesteten Kinder weisen mehr als einen Risikofaktor auf. Der Intelligenzquotient nimmt allerdings, wie festgestellt werden konnte, erst beim Vorhandensein von mindestens drei Risikofaktoren messbar ab. Bei null bis zwei der festgelegten acht Risikofaktoren sind keine messbaren Einflüsse auf den Intelligenzquotienten festzustellen (IQ-Mittelwert = 100), bei drei Risikofaktoren liegt der Intelligenzquotient im Durchschnitt acht Punkte unter dem Mittelwert. Bei Kindern mit vier oder fünf Risikofaktoren liegt der Intelligenzquotient mit einem Wert von 88 nur noch knapp im Durchschnitt. Weiterhin kann festgestellt werden, dass das Auftreten kritischer Lebensereignisse zu t2 nicht mit dem IQ variiert. Als Grund dafür wird angenommen, dass der Zeitraum von einem Jahr zwischen den zwei Erhebungszeitpunkten zu kurz war, um die Entwicklung und somit den IQ negativ zu beeinflussen. Die Risikofaktoren zum ersten Erhebungszeitpunkt hatten keinerlei Einfluss auf die Intelligenz zum zweiten Erhebungszeitraum. Ein Zusammenhang des IQ zum Zeitpunkt der ersten Erhebung mit der Anzahl der Risiken zum zweiten Erhebungszeitpunkt hingegen ist sehr deutlich. Die Autoren vermuten nach denselben Ergebnissen von Schiffer, Ennemoser und Schneider (2002), dass Kinder mit geringerem IQ in ihrer Freizeit Aktivitäten nachgehen, die wenig förderlich sind für die Intelligenzentwicklung (TV, PC). Daher steigt dann auch die Anzahl der Risikofaktoren immer stärker an.

Literatur
Koglin, U., Janke, N. & Petermann, F. (2009). Werden IQ-Veränderungen vom Kindergarten- zum Schulalter durch psychosoziale Risikofaktoren beeinflusst? Zeitschrift für Entwicklungspsychologie und Pädagogische Psychologie, 41 (3), 132-141.



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