Zum Thema ‘Psychologische Tests’

Als ein psychologischer Test wird ein Werkzeug bezeichnet, das psychische Merkmale, wie aktuelle Zustände oder überdauernde Eigenschaften von Personen, Personengruppen oder Organisationen erfassen soll.

Neue Persönlichkeitstypologie



Es ist inzwischen in der Psychologie allgemein anerkannt, dass es etwa fünf große Persönlichkeitsdimensionen (Extraversion, Fähigkeit zum Kompromiss, Bewusstheit, emotionale Instabilität und Offenheit für Kenntnisse und neue Erfahrungen) gibt, die als Persönlichkeitsprofil einen Menschen beschreiben können, jedoch ist im Gegensatz zu Persönlichkeitsmerkmalen die Existenz von Persönlichkeitstypen äußerst umstritten. Das liegt meist daran, dass bei der Bestimmung solcher Typologien meist zu kleine Stichprobengrößen und die mangelnde Reproduzierbarkeit von Datensätzen und Methoden zu nicht eindeutigen Ergebnissen über Persönlichkeitstypen geführt haben. Hier haben Gerlach et al. (2018) einen alternativen Ansatz zur Identifizierung von Persönlichkeitstypen entwickelt, den sie auf vier große Datensätze mit mehr als 1,5 Millionen Teilnehmern angewandt haben. Sie fanden belastbare Beweise für mindestens vier verschiedene Persönlichkeitstypen, die die zuvor vorgeschlagene Typologien erweitern und verfeinern:

Ein „durchschnittlicher“ Mensch wird durch Offenheit und einen hohen Grad der Extraversion, jedoch niedrige Aufgeschlossenheit für eine neue Erfahrung gekennzeichnet, wobei in diese Kategorie mehr Frauen als Männer fallen.

Ein „reservierter“ Mensch ist emotional stabil, geschlossen und in sich gekehrt, was ihn aber nicht daran hindert, Berührungspunkte mit anderen Menschen zu finden.

„Vorbilder“ (role model) besitzen eine stabile Psyche, sie sind offen und sogar von der Gewinnung neuer Kenntnisse und Erfahrungen abhängig, sie sind zudem auch äußerst nachgiebig, was ebenfalls öfter bei Frauen zu finden ist.

„Selbstzentrierte“ Menschen sind durch ein hohes Maß an Extraversion gekennzeichnet, allerdings, was die anderen drei Werte betrifft, während Bewusstheit, Fähigkeit, mit Menschen Kompromisse zu finden, und Offenheit gegenüber allem Neuen unter dem Durchschnitt ausgeprägt sind. Selbstzentrierte sind zwar gesellig, doch wenig empathisch, nimmt kaum Rücksicht, ist nicht sehr zuverlässig, jedoch leicht kränkbar.

Literatur

Gerlach, Martin, Farb, Beatrice, Revelle, William & Nunes Amaral, Luís A. (2018). A robust data-driven approach identifies four personality types across four large data sets. Nature Human Behaviour, doi:10.1038/s41562-018-0419-z.



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Task-Analysis-Tools – TAToo



WissenschaftlerInnen haben beobachtet, dass Praktiker bei der Personalauswahl häufig Ressentiments gegenüber Methoden oder Verfahren aus der Forschung haben, wobei diese als Ursachen u.a. ökonomische Zwänge oder fehlende Informationen nennen, aber auch skeptisch gegenüber strukturierten Vorgehensweisen generell sind. Die werden Anforderungen an BewerberInnen werden dabei meist vage nach „Bauchgefühl“ beschrieben, d.h., eine wissenschaftlich fundierte Anforderungsanalyse findet in der Regel nicht statt. Allerdings optimiert eine Anforderungsanalyse die Möglichkeiten, für eine bestimmte Aufgabe die passgenauen MitarbeiterInnen auszuwählen. Studien zegen, dass verlässliche Anforderungsanalysen langfristig nicht nur zur Arbeitszufriedenheit und Leistung des Einzelnen beitragen, sondern auch langfristig Prosperität und Stabilität von Unternehmen erhöhen. Koch & Westhoff (TU Dresden) haben dafür Task Analysis Tools (TAToo) entwickelt, mit dessen Hilfe auch Praktiker ohne psychodiagnostische Expertise valide Anforderungsanalysen erarbeiten können. In diesem Instrumentarium wurden die wichtigsten Gestaltungsempfehlungen aus Wissenschaft und Praxis umgesetzt sowie verschiedene methodische Zugänge im Sinn eines multimodalen Vorgehens kombiniert. Im Tool Datenerhebung erfolgt eine flexible Anpassung an jeweilige Durchführungsbedingungen, während in Tool 2 das Gruppieren der Verhaltensweisen zu den Anforderungen erfolgt, um ein objektives Vorgehen zu gewährleisten. Mit den strukturierten Leitfäden und Fragebögen können daher Anforderungsanalysen ohne fachliche Unterstützung durchgeführt werden, sodass TAToo ein praxistaugliches und nützliches Instrumentarium darstellt.



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Selbst-Achtsamkeit-Test



Der Selbst-Achtsamkeit-Test (SAT) ist die Übertragung der von Kristin Neff 2003 entwickelten „Self-Compassion Scale“, die eine Persönlichkeitseigenschaft misst, die insgesamt am ehesten mit positiver und fürsorglicher Selbstzuwendung oder Selbstachtung umschrieben werden kann. Selbst-Achtsamkeit (Self-Compassion) bedeutet unter anderem, sich selbst gegenüber einfühlsames Verständnis und wohlwollenden Respekt zu zeigen, besonders dann, wenn man sich mit seinen Schwächen und Unzulänglichkeiten konfrontiert weiß. Self-Compassion macht einen achtsamen Umgang mit den eigenen Emotionen erforderlich und steht in einem Zusammenhang mit der Emotionalen Intelligenz.

Dieses Konstrukt hat in den letzten Jahren eine zunehmende Aufmerksamkeit in der psychologischen Forschung erfahren und steht dem derzeit viel diskutierten Achtsamkeitsmodell nahe. Neff (2003) definiert self-compassion durch drei Hauptkomponenten: self-kindness, common humanity, and mindfulness – mehr übertragen als übersetzt durch Selbstliebe, Conditio humana und Achtsamkeit, wobei diese drei Dimensionen bipolar angelegt sind und die klassische psychologische Trias emotional, rational (kognitiv) und sozial abbilden.

Link: http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/TEST/SAT/Test.shtml

Literatur
Neff, K. D. (2003). Development and validation of a scale to measure self-compassion. Self and Identity, 2, 223-250.



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