Zum Thema ‘Fachartikel’

PubPsych – ein Open Access Psychologie-Suchportal



Unter der Federführung des Leibniz-Zentrums für Psychologische Information und Dokumentation (ZPID) an der Universität Trier bzw. von zahlreichen europäischen und amerikanischen Informationsanbietern wird PubPsych zur Verfügung gestellt, ein Open Access Psychologie-Suchportal mit europäischem Schwerpunkt. Das Suchportal PubPsych bietet einen breiten und fundierten Überblick über psychologisches Wissen und wird  bereitgestellt.

PubPsych unterstützt den offenen Zugang zu Bildungsressourcen und enthält Referenzen mit umfassender Indexierung und Kurzdarstellungen zu Zeitschriftenartikeln, Büchern, Buchkapiteln, Dissertationen, Interventionsprogrammen und Forschungsdaten aus allen Bereichen der Psychologie sowie psychologischen und pädagogischen Testverfahren. PubPsych wird kontinuierlich aktualisiert und ausgebaut, um es als entgeltfreie Recherchemöglichkeit für die Psychologie und ihre Nachbardisziplinen weiter zu optimieren.

2017 enthält das Psychologie-Suchportal PubPsych schon mehr als eine Million Datensätze. Großen Zuwachs hat es im März gegeben, weil mit dem jährlichen Reload der Datenbank MEDLINE der National Library of Medicine (USA) und einem neuen Abzug der Datenbank NARCIS vom Data Archiving and Networked Services aus den Niederlanden mehr als 40.000 neue Datensätze integriert werden konnten. Auch das jährliche Update der Datenbank Eric vom Education Resources Information Center in den USA brachte weitere Datensätze.

Link: http://pubpsych.de/



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Intelligenzquotienten – Veränderungen vom Kindergartenalter zum Schulalter



Die Intelligenz gilt als weitgehend entwicklungsstabil, zumindest im Erwachsenenalter, kann aber im Kindesalter durch verschiedene Umweltfaktoren beeinflusst werden. Diese können sowohl positiver, also fördernder Natur, als auch negativer, hemmender Natur sein. In Anlehnung an die Werke mehrerer Autoren, kommen auch Koglin, Janke und Petermann (2009, S. 133) zu dem Schluss: je stabiler dabei die Umwelt ist, desto stabiler ist auch die Intelligenz.
Bei den Risikofaktoren unterscheidet man zwischen biologischen und psychosozialen Risikofaktoren. Die biologischen Faktoren beziehen sich auf die Zeit vor und nach der Geburt. Koglin, Janke und Petermann (2009, S. 133) fassen die Befunde mehrer Autoren zusammen und kommen zu dem Schluss, dass beispielsweise der Konsum der Mutter von Tabak und/oder Alkohol während der Schwangerschaft, Krankheiten des Kindes in der Neugeborenenphase oder ein geringes Gewicht bei der Geburt zu den biologischen Risikofaktoren zählen. Unter psychosozialen Faktoren verstehen die Autoren dieses Artikels (2009, S. 133), wie schon weitere vor ihnen, zum Beispiel Armut der Familie, schulische Ausbildung der Eltern, oder auch einen Migrationhintergrund in der Elterngeneration. Nicht in direkter Beziehung zum Kind steht der sozioökonomische Status der Eltern. Koglin, Janke und Petermann (2009, S. 133) stellen unter Verwendung mehrerer Arbeiten anderer Autoren fest, dass ein niedriger sozioökonomischer Status einen niedrigeren IQ der Kinder bewirkt. Auch kritische Lebensereignisse, wie die Trennung der Eltern oder der Tod eines Familienmitglieds beeinflussen den IQ nachweislich (vgl. Sameroff et al., 1993 zit. nach Koglin, Janke & Petermann, 2009, S. 133). Weitere psychosoziale Faktoren sind ein geringes Freizeitverhalten sowie ein überhöhter Medienkonsum. Psychosoziale Risikofaktoren sind weitgehend instabil. Dabei weist der Faktor „Zugehörigkeit zu einer Minorität“ die höchste und der Faktor „Interaktionsstörungen zwischen Mutter und Kind“ die geringste Stabilität auf gemäß der Rochester Longitudinal Study von Sameroff, Seifer, Baldwin und Baldwin (1993).
Studie
In der vorliegenden Studie wurde die Intelligenzstabilität von 120 Kindern zu zwei Erhebungszeitpunkten (t1 und t2) im Übergang zur Schule untersucht. Weiters betrachtete man den Einfluss der Risikofaktoren auf die Höhe des Intelligenzquotienten und den Einfluss von Veränderungen in der Anzahl der Risikofaktoren auf die IQ-Stabilität. Im Durchschnitt waren die Kinder zu t1 6,1 Jahre alt. Sie mussten ihr Können bei folgenden Aufgaben unter Beweis stellen: Analyse und Synthetisierung abstrakter visueller Reize, kategoriales Denken und Konzeptbildung, sowie visuelle Wahrnehmung und Organisation. Es fanden sechs Subtests statt zu den Bereichen: Mosaike, Kategorien, Puzzles, Analogien, Situation und Zeichenmuster. Gleichzeitig wurden an die Eltern zu beiden Erhebungszeiträumen Fragebögen verteilt, deren Fragestellungen Koglin, Janke und Petermann (2009, S. 135) von mehreren anderen Autoren übernahmen. In diesen gaben die Eltern Auskunft über den Schwangerschafts- und Geburtsverlauf, die Familiensituation, das schulische und berufliche Bildungsniveau, Arbeitslosigkeit, kritische Lebensereignisse in der Familie sowie das Medien- und Freizeitverhalten bezogen auf das Kind. Festgelegt wurde eine Risikoindex bestehend aus acht Risikofaktoren: Migrationshintergrund, geringe Bildung der Eltern, fehlende Berufsausbildung der Eltern, Flaschenernährung, abwechslungsarme Freizeit des Kindes (keine oder bis zu zwei Aktivitäten), hoher Fernsehkonsum ( > eine Stunde pro Tag), das Erleben von kritischen Lebensereignissen, sowie eine hoher PC-Konsum ( > 30 Minuten pro Tag).

Zu t1 wurde ein Gesamt-IQ von 100.33 gemessen, wobei der kleinste IQ-Wert bei 63 und der größte IQ-Wert bei 129 lag. Zu t2 wurde eine Gesamt-IQ von 105.28 gemessen, wobei der kleinste IQ-Wert diesmal bei 71 lag und der größte IQ-Wert bei 136. Zu den am häufigsten festgestellten Risikofaktoren gehörten eine geringe Bildung der Eltern sowie ein Migrationshintergrund in der Elterngeneration. Diese Faktoren können somit als stabil angesehen werden. Über 50 % der Kinder wiesen eine abwechslungsarme Freizeit, hohen TV Konsum und kritische Lebensereignisse in der Familie als variable Risikofaktoren auf.

Koglin, Janke und Petermann (2009, S. 138) kommen, wie schon Tewes, Rossmann und Schallberger vor ihnen, zu dem Ergebnis, dass die Höhe des IQ abhängig ist von der Anzahl der Risikofaktoren. Je mehr Risikofaktoren auftreten, desto geringer ist der IQ. Mehr als 50 % der getesteten Kinder weisen mehr als einen Risikofaktor auf. Der Intelligenzquotient nimmt allerdings, wie festgestellt werden konnte, erst beim Vorhandensein von mindestens drei Risikofaktoren messbar ab. Bei null bis zwei der festgelegten acht Risikofaktoren sind keine messbaren Einflüsse auf den Intelligenzquotienten festzustellen (IQ-Mittelwert = 100), bei drei Risikofaktoren liegt der Intelligenzquotient im Durchschnitt acht Punkte unter dem Mittelwert. Bei Kindern mit vier oder fünf Risikofaktoren liegt der Intelligenzquotient mit einem Wert von 88 nur noch knapp im Durchschnitt. Weiterhin kann festgestellt werden, dass das Auftreten kritischer Lebensereignisse zu t2 nicht mit dem IQ variiert. Als Grund dafür wird angenommen, dass der Zeitraum von einem Jahr zwischen den zwei Erhebungszeitpunkten zu kurz war, um die Entwicklung und somit den IQ negativ zu beeinflussen. Die Risikofaktoren zum ersten Erhebungszeitpunkt hatten keinerlei Einfluss auf die Intelligenz zum zweiten Erhebungszeitraum. Ein Zusammenhang des IQ zum Zeitpunkt der ersten Erhebung mit der Anzahl der Risiken zum zweiten Erhebungszeitpunkt hingegen ist sehr deutlich. Die Autoren vermuten nach denselben Ergebnissen von Schiffer, Ennemoser und Schneider (2002), dass Kinder mit geringerem IQ in ihrer Freizeit Aktivitäten nachgehen, die wenig förderlich sind für die Intelligenzentwicklung (TV, PC). Daher steigt dann auch die Anzahl der Risikofaktoren immer stärker an.

Literatur
Koglin, U., Janke, N. & Petermann, F. (2009). Werden IQ-Veränderungen vom Kindergarten- zum Schulalter durch psychosoziale Risikofaktoren beeinflusst? Zeitschrift für Entwicklungspsychologie und Pädagogische Psychologie, 41 (3), 132-141.



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Gesundheitsrisiken bei Unternehmern



Die eigene Gesundheit wird von vielen Unternehmern vernachlässigt, obwohl eine Beeinträchtigung dieser oft ein Existenzproblem für das gesamte Unternehmen bedeuten kann. Um Effekte von Arbeitsmerkmalen auf die Gesundheit zu prüfen, eignet sich das international anerkannte Job-Demand-Modell von Karasek, in dem aus der Kombination von Arbeitsintensität und Handlungs-/Entscheidungsspielraum unterschiedliche Beanspruchungsfolgen abgeleitet werden. Laut diesem Modell ist ein Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen (Bluthochdruck, Herzinfarkt) oder psychische Erkrankungen (Depression, Angstzustände) sehr hoch, wenn die Arbeit eine hohe Arbeitsintensität bei gleichzeitig niedrigem Handlungs-/Entscheidungsspielraum erfordert. Für die erfolgreiche Bearbeitung der vorliegenden Studie müssen zu den beiden Arbeitsmerkmalen laut dem Job-Demand-Modell zusätzliche Variablen erfasst werden, die sich potenziell aus der Funktion des Unternehmers ergeben. Dazu zählen die Anzahl der Mitarbeiter, die Dauer der Arbeitszeit und des Urlaubs, die Wettbewerbssituation am Markt, die erwartete Auftragslage oder der Erfolg des Unternehmens. Zum Testen der Ergebnisse werden vier Hypothesen aufgestellt. Es wird angenommen, dass Gesundheitsbeeinträchtigungen

  • 1. umso stärker auftreten, je höher die Arbeitsintensität und je geringer der Handlungs-/Entscheidungsspielraum ist,
  • 2. je mehr extensive Arbeit in Form von langen Arbeitszeiten vorliegt,
  • 3. je höher der Konkurrenzdruck am Markt ist und
  • 4. je erfolgreicher Unternehmer sind (vgl. Rau et al., 2008, S. 115f).

Für die Studie wurden 53 potenzielle Unternehmer des Hotel-/Gaststättengewerbes und der IT-Branche ausgewählt, deren Unternehmen im Dreiländereck Deutschland, Polen und Tschechien angesiedelt ist, zum Untersuchungszeitpunkt zwischen fünf und 50 Mitarbeiter beschäftigt sind und seit mindestens dreieinhalb Jahren als selbst gegründetes Unternehmen am Markt existiert. Zunächst wurden die Unternehmer mithilfe unserer oben angeführten Variablen ausführlich zu ihrem Unternehmen interviewt und mussten an einem normalen Arbeitstag an einem 24-stündigen ambulanten Blutdruckmonitoring teilnehmen, das den Blutdruck der jeweiligen Person automatisch kontrolliert und überwacht. Zur statistischen Auswertung wurden Regressionsanalysen durchgeführt. In jede Regressionsanalyse wurden drei Blöcke einbezogen. Der erste Block beinhaltet die soziodemografischen Variablen, der zweite Block die Arbeits- und Unternehmensmerkmale und der dritte Block besteht aus Variablen, die den Unternehmenserfolg beschreiben (vgl. Rau et al., 2008, S. 118).

Die Interkorrelation der unabhängigen Variablen zeigt einen Zusammenhang zwischen der wöchentliche Arbeitszeit und der Arbeitsintensität, d.h., es wird umso länger gearbeitet, je mehr Arbeitsintensität erlebt wird. Die Höhe der Arbeitszeit hängt außerdem signifikant positiv mit dem Handlungs-/Entscheidungsspielraum zusammen. Der Umfang des Mitarbeiterwachstums steht in signifikantem Zusammenhang mit dem erlebten Unternehmenserfolg (vgl. Rau et al., 2008, S. 119). Die Bewertung der Gesundheitsdaten der Unternehmer hinsichtlich ihres Gesundheitsrisikos sowie im Vergleich mit der Gesamtbevölkerung zeigt, dass die hier untersuchten Unternehmer häufiger von Schlafstörungen, Angst, Depression und Bluthochdruck betroffen sind. Die Ergebnisse der Regressionsanalysen zur Vorhersage psychischer Beeinträchtigungen zeigen, dass das Auftreten von Schlafstörungen stark von der Art des Unternehmens abhängt. So geben die Unternehmer des Hotel-/Gaststättengewerbes mehr Schlafbeeinträchtigungen an als Unternehmer der IT-Branche. Die vitale Erschöpfung ist umso geringer, je erfolgreicher Unternehmer ihr Unternehmen einschätzen und desto mehr Urlaubstage sie sich nehmen (vgl. Rau et al., 2008, S. 120).
Zur Analyse des Blutdruckmonitoring kann man sagen, dass sich der systolische Blutdruck während der Arbeit mit steigendem Body-Mass-Index und wachsender Arbeitszeit erhöht. Das Mitarbeiterwachstum steht mit sinkendem systolischem Blutdruck während der Arbeit in Beziehung. Der systolische Blutdruck während der Freizeit wird nur von dem Arbeitsmerkmal Konkurrenz am Markt vorhergesagt, wobei mit steigender Konkurrenz eine höhere systolische Aktivierung in der Freizeit besteht. Der nächtliche systolische Blutdruck ist danach umso höher, je mehr Konkurrenz am Markt besteht und desto länger die Unternehmer am Tag arbeiten (vgl. Rau et al., 2008, S. 121).

Ziel der Studie war es zu prüfen, welche Merkmale der Arbeit in Beziehung zur Unternehmergesundheit stehen. Die hier untersuchte Studie zeigt deutlich, dass Unternehmer in allen erfassten Gesundheitsparametern häufiger ein Gesundheitsrisiko aufweisen als bevölkerungsrepräsentative Stichproben. So gaben mehr Unternehmer Schlafstörungen an und waren auf Depression und Angst, sowie hypertone Blutdruckwerte häufiger auffällig als die Allgemeinbevölkerung. Im Rückblick auf die aufgestellten Hypothesen, muss festgestellt werden, dass nur Hypothese 3 und 4 vollständig bestätigt werden. Hypothese 2 konnte nur zum Teil bestätigt werden, wobei Hypothese 1 zur Gänze abgelehnt werden muss (vgl. Rau et al., 2008, S. 122ff).

Literatur
Rau, R., Hoffmann, K., Metz, U., Richter, P.G., Rösler, U. & Stephan, U. (2008). Gesund-heitsrisiken bei Unternehmern. Zeitschrift für Arbeits- und Organisationspsychologie, 52, 115-125.



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