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Wege aus der Falle der Selbstzweifel

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    Das Phänomen, trotz offensichtlicher Erfolge permanent an den eigenen Fähigkeiten zu zweifeln und die Angst zu verspüren, als vermeintlicher Blender entlarvt zu werden, ist weit verbreitet. In der Psychologie bezeichnet man das als Impostor-Syndrom. Auch wenn sich diese tief sitzenden Unsicherheiten selten komplett abstellen lassen, gibt es wirksame Ansätze, um einen gesünderen Umgang mit ihnen zu finden.

    Der erste und oft entlastendste Schritt liegt im bloßen Erkennen und Benennen dieses psychologischen Musters, also zu wissen, dass es sich hierbei nicht um tatsächliches persönliches Versagen, sondern um eine bekannte Dynamik handelt, schafft eine heilsame innere Distanz. Dadurch verliert die innere kritische Stimme spürbar an Macht. Um der automatischen Selbstabwertung aktiv entgegenzuwirken, ist es zudem ratsam, die eigenen Leistungen ganz bewusst und schwarz auf weiß sichtbar zu machen. Das regelmäßige Dokumentieren von erreichten Zielen, positiven Rückmeldungen oder erworbenen Qualifikationen dient als fundiertes, rationales Gegengewicht in Momenten des Zweifels.

    Darüber hinaus hilft der offene Austausch mit dem Umfeld, die eigene, oft verzerrte Wahrnehmung zu korrigieren, d. h., Gespräche mit vertrauten Personen oder Kollegen zeigen häufig, dass auch andere mit ähnlichen Unsicherheiten kämpfen und dass die Fremdwahrnehmung der eigenen Leistung meist viel positiver ausfällt als die eigene. Auf professioneller Ebene bieten Therapieformen wie die kognitive Verhaltenstherapie oder systemische Ansätze tiefergehende Unterstützung. Hier lernt man, negative Glaubenssätze auf ihren Wahrheitsgehalt zu überprüfen, Gegenbeweise zu sammeln und die Ursachen dieser Muster in der eigenen Biografie zu ergründen.

    Schließlich spielt auch das berufliche und soziale Umfeld eine entscheidende Rolle, wobei pauschales Lob bei Betroffenen meist seine Wirkung verfehlt; gefordert ist stattdessen ein sehr konkretes, differenziertes und ehrliches Feedback von Führungskräften oder Mitmenschen. Wenn genau begründet wird, warum eine Leistung gut war, schafft dies verlässliche Orientierung und gibt Betroffenen die notwendige Sicherheit, den eigenen Erfolg endlich als verdient anzunehmen.

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