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Schlafstörungen durch unerledigte Aufgaben

    Es ist fast eine Binsenweisheit, dass Arbeitsstress zu Schlafstörungen führt, aber die Frage, wie arbeitsbedingte Stressoren den Schlaf von Arbeitnehmern beeinträchtigen, bleibt offen. Eine Studie von Syrek et al. (2017) konzentriert sich auf die Rolle des Grübelns als zugrunde liegender Mechanismus für Schlafstörungen. Dabei wurde das affektive Grübeln von problemlösendem Grübeln unterschieden und die Auswirkungen beider Formen des Grübelns auf die Beziehung zwischen Stressoren und Schlaf untersucht. Beim gefühlsbetontes Grübeln kreisen die Gedanken der Menschen am Wochenende über die Arbeit und fühlen sich in der Folge angespannt, denn trotz Aufkommen der immer gleichen negativen Gedanken führt das Grübeln zu keiner Lösung. Das lösungsorientiertes Grübeln bedeutet, dass Menschen am Wochenende über die Arbeit nachdenken, dabei aber zu der Lösung eines Problems kommen.

    In dieser Studie werden intraindividuelle Zusammenhänge in einer Tagebuchstudie, ergänzt durch die Darstellung von Zwischenpersoneneffekten von unerledigten Aufgaben über einen Zeitraum von drei Monaten, untersucht. Man glich Freitags- und Montagsbeobachtungen über einen Zeitraum von zwölf Wochen für Arbeitnehmer ab.

    In Anlehnung an die Theorien des Grübelns und des Zeigarnik-Effekts konzentrierte man sich auf unerledigte Aufgaben als einen wichtigen Auslöser für das Grübeln. Unerledigte Aufgaben haben im Gedächtniskontext viel Forschungsaufmerksamkeit erhalten, wurden aber als Stressor, der die Erholung beeinträchtigen kann, vernachlässigt. Auf der Grundlage der Theorie wurden unterschiedliche indirekte Verbindungen zwischen unerledigten Aufgaben und Schlaf durch affektives Grübeln und problemlösendes Grübeln untersucht. Darüber hinaus kann die Anzahl der unerledigten Aufgaben, die sich über einen Zeitraum von drei Monaten erstrecken, den Schlaf von Arbeitnehmern stärker beeinträchtigen als unerledigte Aufgaben in der akuten Phase.

    Die Ergebnisse der mehrstufigen Analyse deuten darauf hin, dass die Beziehung zwischen unerledigten Aufgaben und Schlaf innerhalb einer Person durch affektives Grübeln vermittelt wird. Obwohl das problemlösende Grübeln negativ mit der Schlafbeeinträchtigung zusammenhing, war der indirekte Effekt nicht signifikant. Über den akuten Effekt hinaus fand man heraus, dass ein höheres Maß an unerledigten Aufgaben über einen Zeitraum von drei Monaten mit einer stärkeren Schlafbeeinträchtigung am Wochenende zusammenhängt.

    Literatur

    Syrek, C.J., Weigelt, O., Peifer, C. & Antoni, C.H. (2017). Zeigarnik’s sleepless nights: How unfinished tasks at the end of the week impair employee sleep on the weekend through rumination. Journal of occupational health psychology, 22, 225-238.




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