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Die Grundidee des Narzissmus: Selbstliebe

    Sigmund Freud hat ausgehend vom Mythos des Narziss die grundlegende menschliche Selbstliebe definiert: Denn nur wir Menschen erkennen uns als Selbst im Spiegel, können uns daher selbst lieben und wollen unser geliebtes Leben gezielt verbessern und verteidigen. Inzwischen wurde allerdings nachgewiesen, dass nicht nur Menschen in einem Spiegel sich selbst erkennen können, sondern dass dies auch viele andere Lebewesen, allen voran die Primaten, tun. Alle anderen Lebewesen hätten nach Freuds Meinung dagegen nur einen Selbsterhaltungstrieb, weshalb nur Menschen in ihrer großen Selbstliebe ihren Selbstwert, ihre Attraktivität und die eigenen Vorteile steigern, um ein besseres und längeres Leben zu erreichen.

    Daher sei das gesamtes Wissen von dieser Selbstliebe überschattet, denn alles, was Menschen denken, fühlen und tun, ist auf ihre narzisstischen Lebensansprüche hin ausgerichtet. All die Gefühle, Gedanken und Handlungen wären von dieser Selbstliebe bestimmt, d. h., Menschen planen und streben nach einem guten Selbstwert im Rahmen ihrer Gemeinschaft, und wenn sie dabei erfolgreich sind, verschafft ihnen dies ein gutes Selbstwertgefühl. Menschen wollen daher permanent ihre Ressourcen und Möglichkeiten vermehren, etwa mit bester Nahrung, bester Bildung, bester medizinischer Versorgung, repräsentativer Kleidung und Wohnstätten, attraktiven Partnern und erfolgreichen Kindern, um dadurch diese narzisstischen Bedürfnisse bestmöglich zu befriedigen. Diese in der Evolution einzigartige intelligente, vorsätzlich-narzisstische Selbstliebe hat Menschen daher an die Spitze der Nahrungskette gebracht.




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