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Angstbesetzte Gedächtnisinhalte sind bei Mäusen über das ganze Gehirn verstreut

    Roy et al. (2022) haben bei Mäusen zusätzliche neuronale Ensembles bzw. Ketten von Engramm-Ensembles, die bestimmte Erinnerungen (Erinnerungsengramme) speichern, nicht nur im Hippocampus, in der Amygdala und im Cortex identifiziert, vielmehr waren die Engramme eines bestimmten Gedächtnisinhaltes über zahlreiche Hirnregionen verteilt, die funktionell miteinander verbunden waren und als einheitlicher Engrammkomplex bezeichnet werden kann. Neben Neuronen in schon bekannten Gedächtnisarealen wie dem Hippocampus, der für Angst zuständigen Amygdala und dem Cortex leuchteten auch viele weitere Hirnbereiche auf, umfassten diese auch Strukturen im Mittelhirn und in den Kernen des Hirnstamms, d. h., das Aktivitätsmuster erstreckte sich über fast das gesamte Gehirn der Maus.

    Die AutorInnen berichten über eine partielle Kartierung eines Engrammkomplexes für kontextuelles angstkonditionierendes Gedächtnis, indem sie kodierende aktivierte neuronale Ensembles in 247 Regionen mittels Gewebephänotypisierung bei Mäusen charakterisierten. Durch optogenetische Manipulationsexperimente wurden Engramm-Ensembles aufgedeckt, von denen viele funktionell mit Engrammen im Hippocampus oder in der Amygdala verbunden waren, wobei eine gleichzeitige chemogenetische Reaktivierung mehrerer Engramm-Ensembles zu einem stärkeren Erinnerungsabruf als die Reaktivierung eines einzelnen Engramm-Ensembles führte, was den natürlichen Erinnerungsabrufprozess widerspiegelt, d. h., die Tiere reagierten ähnlich ängstlich wie beim natürlichen Abrufen der angstbesetzten Erinnerung, etwa wenn sie wieder in den zuvor mit dem Elektroschock verknüpften Behälter gesetzt wurden.

    Literatur

    Roy, Dheeraj S., Park, Young-Gyun, Kim, Minyoung E., Zhang, Ying, Ogawa, Sachie K., DiNapoli, Nicholas, Gu, Xinyi, Cho, Jae H., Choi, Heejin, Kamentsky, Lee, Martin, Jared, Mosto, Olivia, Aida, Tomomi, Chung, Kwanghun & Tonegawa, Susumu (2022). Brain-wide mapping reveals that engrams for a single memory are distributed across multiple brain regions. Nature Communications, 13, doi:0.1038/s41467-022-29384-4.




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