‘Tests’

Als ein psychologischer Test wird eine Methode bezeichnet, das psychische Merkmale, wie aktuelle Zustände oder überdauernde Eigenschaften von Personen, Personengruppen oder Organisationen erfasst.

Soll ich Psychologie studieren?

Samstag, August 10th, 2013

Entgegen einem verbreiteten Bild ist die Psychologie eine streng empirische Wissenschaft, die neben einer stark naturwissenschaftlich-experimentellen Orientierung auch Elemente der empirischen Sozialwissenschaften beinhaltet. Ziel der Psychologie ist es, aus Theorien und Modellen abgeleitete Hypothesen und Vorhersagen durch objektive Beobachtungen und Experimente zu überprüfen, weiter zu entwickeln und anwendungsorientiert umzusetzen. Ein wichtiger Teil des Psychologiestudiums besteht daher in der Vermittlung von experimentellen und quasi-experimentellen Untersuchungsmethoden und mathematisch-statistischen Verfahren zur Datenanalyse. Im Studium der Psychologie und der Sozialwissenschaften spielt daher die Methodenausbildung, also das Studium quantitativer und qualitativer Erhebungs-, Forschungs- und Auswertungsverfahren, eine zentrale Rolle.

Speziell für die Universität Zürich wurde ein Test entwickelt, um in Form eines Online-Self-Assessment herauszufinden, wie gut die eigenen Erwartungen zu einem Psychologiestudium wirklich passen. Hintergrund dieses Tests ist eine neue Form der Studienberatung bzw. eine Orientierungshilfe zu bieten, denn es gibt in Zürich aber auch an anderen Universitäten im deutschen Sprachraum hohe Abbruchraten – mancherorts bis zu 50 Prozent im ersten Studienjahr. Viele Studienanfänger bringen für das Studium der Psychologie falsche Vorstellungen mit, denn so glaubt etwa die Hälfte, gleich nach dem Studium selbständig Therapien durchführen zu können. Man hofft durch diesen Test, dass weniger Neulinge ihr Studium abbrechen bzw. überhaupt erst aufnehmen, und dass sie schon bei der Entscheidung für ein Studium der Psychologie besser informiert sind, nicht mit falschen Erwartungen starten, abbrechen und damit ein ganzes Studienjahr verlieren.

Dazu Studenten im Originalton: „Wenn Du glaubst Psychologie zu mögen, aber keine oder nur sehr mangelhafte Statistikkenntnisse hast, dann hast Du möglicherweise eine falsche Vorstellung von Psychologie. Damit stündest Du nicht allein dar. Ich schätze, dass dies für circa 50 % aller Studienanfänger in Psychologie gilt. Viele von ihnen verzweifeln an der Statistik und fallen folglich durch die Methoden-Prüfung. Psychologie ist eine harte, empirische Wissenschaft. Mit Lebenshilfe, Philosophie oder Psychoanalyse hat das Psychologiestudium, bis auf seltene Ausnahmen, nicht mehr zu tun als das Physikstudium.“ – „Du solltest dir darüber im Klaren sein, dass Psychologie ein mathematisch-naturwissenschaftliches Fach ist, in dem es einerseits um formale (nicht zuletzt mathematische bzw. mathematisch formulierte) Methoden des Messens geht, und andererseits um die Überprüfung von Hypothesen über Gesetzmäßigkeiten des Erlebens und Verhaltens, heute mit großen Bestrebungen dies auf eine biologische insbesondere hirnphysiologische also neurowissenschaftliche Grundlage zu stellen. Vielfach sind Studierende vom Studium der Psycholgie sehr enttäuscht und frustriert.“ – „Psychologie ist ein sehr aufwändiges Studium und die Abbrecherquote ist hoch. Insgesamt muss man sagen, dass der Hauptgrund nach wie vor in nicht ausreichender Information über Studium und Beruf liegt, insbesondere in Abgrenzung zu anderen Fächern (Medizin, Pädagogik/Sozialpädagogik, Soziologie, Kulturanthropologie, Philososophie usw.). Auch wer mit Mathe nichts anfangen kann wird mehr als schwer haben dieses Studium zu überstehen. Der Lernaufwand wird häufig grob unterschätzt. Man trifft unter den Neuanfängern immer wieder auf Leute, die sich für Psychologie eingeschrieben haben, weil sie denken, man hätte damit 5 Jahre lockeres Studentenleben gewählt und können anschließend eine hübsche Couch kaufen und hätten für den Rest des Lebens ausgesorgt. Diese Leute merken schon nach wenigen Wochen, dass dies eine absolute Fehleinschätzung ist. Psychologie und das Berufsfeld für Psychologen besteht bei weitem nicht nur aus der klinischen Psychologie. Man sollte offen sein, die verschiedenen Teilbereiche kennenzulernen. Nimm unbedingt an Kongressen (z.B. am jährlich stattfindenden Psychologiestudierenden-Kongress vom Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen, BDP) und Infoveranstaltungen teil und nutze die Zeit in den Semesterferien für Praktika.“

Das Self-Assessment Psychologie ist ein Kooperationsprojekt der Hochschule für Angewandte Psychologie FHNW und der Universität Zürich. Allen MaturantInnen und AbiturientInnen, die ein Psychologie-Studium anstreben, ist dieser Test sehr zu empfehlen, denn der Test hilft, die eigenen Interessen und Fähigkeiten besser kennen zu lernen und sich mit den Studienanforderungen des Studiengangs Psychologie vertraut zu machen. Der Online-Selbsttest Psychologie erleichtert  die Entscheidung für oder gegen ein Psychologiestudium.

Informationen zum Beruf des Psychologen findet sich in den Arbeitsblättern: Die Wissenschaft Psychologie.

Link: http://self-assessment.ch/ (13-08-10)

Hinweis: Auch die Universität des Saalandes bietet einen Erwartungscheck, mit dem man überprüfen kann, wie zutreffend die Erwartungen an den Studiengang Psychologie sind. Auch dort erhält man eine individuelle Rückmeldung und Informationen, die helfen kann, ein realistisches Bild von den Studieninhalten, den gestellten Anforderungen und den späteren Berufsmöglichkeiten zu entwickeln.

Link: http://web.visu.uni-saarland.de/interessentest_neu/psychologie/ (12-09-21)

Psychologiestudium in Österreich

Um einen Platz für das Psychologiestudium zu bekommen, muss an allen österreichischen Universitäten ein Aufnahmetest absolviert werden. Die Tests in Wien, Salzburg, Graz und Innsbruck finden jeweils am gleichen Tag statt und sind auch vom Aufbau und Inhalt identisch. Dabei sind Vorbereitungskurse eine bewährte und effiziente Art des Trainings für die anspruchsvolle Psychologie-Aufnahmeprüfung, wobei meist in Kleingruppen gelernt wird. In solchen Kursen erfolgt eine Auseinandersetzung mit allen prüfungsrelevanten Inhalten für das Aufnahmeverfahren, wobei dabei auf die im Test abgefragten Kapitel der Fachliteratur (Gerrig & Zimbardo, 2008), Beispiele zum formal-analytischen Denkens sowie auf die Bearbeitung von englischen und deutschen Fachtexten für den Textverständnis-Teil eingegangen werden sollte.

In solchen Kursen besteht auch die Möglichkeit, offene Fragen zu klären, den Stoff gemeinsam durchzuarbeiten und Tipps und Tricks zur optimalen Bearbeitung der Beispiele im Methodikteil zu erhalten. Um den aktuellen Leistungsstand überprüfen zu können und ein Gefühl dafür zu bekommen, was den Bewerber bzw. die Bewerberin beim Aufnahmetest erwartet, wird im Kurs in der Regel ein Probetest durchgeführt, ausgewertet und nachbesprochen. Durch die intensive Auseinandersetzung mit den Prüfungsinhalten steigt die Wahrscheinlichkeit, einen der begehrten Studienplätze für das Bachelorstudium Psychologie an einer österreichischen Universität zu bekommen.

Und nach dem Psychologiestudium?

Die meisten Studenten freuen sich darauf, nach einigen Semestern endlich das akademische Abschlusszeugnis in der Hand zu halten, doch nach fünf Jahren Studienzeit fängt der schwierigste Teil ihrer Ausbildung oft erst an, denn wer in der Praxis etwa als PsychotherapeutIn Fuß fassen will, muss nach dem Studium zusätzlich eine Ausbildung an einer privaten Institution absolvieren, die mit hohen Kosten verbunden ist. Der praktische Teil der Ausbildung, der in einer Klinik oder Praxis abgeleistet wird, ist dabei oft gar nicht oder nur sehr schlecht bezahlt. Während diese psychotherapeutische Ausbildung ursprünglich dafür gedacht war, Erfahrungen im Umgang mit KlientInnen zu sammeln, ersetzen sie mittlerweile in vielen Kliniken fertig ausgebildete Psychotherapeuten und müssen ohne große Einarbeitung von Anfang an sehr viel Verantwortung tragen.

Wo arbeiten Psychologen nach ihrem Studium? Arbeits- und Organisationspsychologen arbeiten in Wirtschaftsunternehmen, Unternehmensberatungen und psychologischen Diensten. Pädagogische Psychologen erforschen und entwickeln Konzepte für Bildung, Erziehung und Wissensvermittlung. Außerdem gibt es Beschäftigungschancen in der Werbung. Viele Psychologen streben zudem die Weiterbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten an.

Literatur & Quellen

https://tu-dresden.de/mn/psychologie/studium/studieren-an-der-fachrichtung-psychologie (15-11-12)




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Studie zu Gefühlen, Mitgefühl und Befinden

Samstag, August 25th, 2012

Am Institut für Angewandte Psychologie der Universität Wien wurde  2012 von Judith Reiss und Dorothea König eine Studie zum Thema „Gefühle, Mitgefühl und Befinden“ durchgeführt. In dieser Studie wurde untersucht, wie Menschen mit schwierigen Situationen und Gefühlen umgehen und wie es ihnen dabei geht, wenn sie andere Menschen beobachten, die solche Situationen erleben. Die Studie zu Gefühlen, Mitgefühl und Befinden wurde im Rahmen einer Diplomarbeit durchgeführt.

Ergebnisse der Studie

Ziel der Studie war es, das Konstrukt der Self-Compassion im Kontext psychischer Belastung zu untersuchen, also jene Einstellung, die Menschen sich selbst gegenüber haben – ob sie sich selbst für ihre Fehler und Schwächen verurteilen und übermäßig kritisieren oder, im Gegenteil, sich selbst und ihre Unzulänglichkeiten akzeptieren – zu untersuchen. Self-Compassion umfasst dabei nicht nur selbstbezogene Freundlichkeit, sondern auch den achtsamen Umgang mit negativen Gedanken und Gefühlen, und die Wahrnehmung, dass negative Erfahrungen ein wesentlicher Bestandteil des Lebens sind und andere Menschen Ähnliches erleben. In der Studie wurden neben Self-Compassion auch deren Beziehungen zu den Konstrukten der Emotionsregulation und der Empathie in einer Online-Befragung untersucht. Insgesamt nahmen 373 ProbandInnen (davon ca. 80% weiblich) mit einem Durchschnittsalter von ca. 36 Jahren an der Untersuchung teil. Diese Ergebnisse zeigten die soziale Bedingtheit von psychischem Befinden und werfen damit ein anderes Licht auf Menschen, die unter psychischen Problemen leiden, d. h., die Ergebnisse widersprachen jenen Erklärungsansätzen, die eine starke Selbstbezogenheit von depressiven Personen hervorheben. Interpersonelle Aspekte wie Mitgefühl, Verantwortungs- und Schuldgefühle gegenüber anderen scheinen jedoch von großer Bedeutung für das psychische Befinden zu sein. Self-Compassion ist somit vermutlich ein wichtiger Schutzfaktor gegenüber psychischer Belastung, sodass es sinnvoll erscheint, die Förderung von Self-Compassion in die psychologische und psychotherapeutische Behandlung von Menschen zu integrieren.

Details zur Studie finden sich hier: http://dk.akis.at/scsurvey/

Literatur
Reiss, J. (2013). Self-Compassion, Emotionsregulation und Empathie in Zusammenhang mit psychischer Belastung. Unveröffentlichte Diplomarbeit, Universität Wien.



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Task-Analysis-Tools – TAToo

Donnerstag, März 22nd, 2012

WissenschaftlerInnen haben beobachtet, dass Praktiker bei der Personalauswahl häufig Ressentiments gegenüber Methoden oder Verfahren aus der Forschung haben, wobei diese als Ursachen u.a. ökonomische Zwänge oder fehlende Informationen nennen, aber auch skeptisch gegenüber strukturierten Vorgehensweisen generell sind. Die werden Anforderungen an BewerberInnen werden dabei meist vage nach „Bauchgefühl“ beschrieben, d.h., eine wissenschaftlich fundierte Anforderungsanalyse findet in der Regel nicht statt. Allerdings optimiert eine Anforderungsanalyse die Möglichkeiten, für eine bestimmte Aufgabe die passgenauen MitarbeiterInnen auszuwählen. Studien zegen, dass verlässliche Anforderungsanalysen langfristig nicht nur zur Arbeitszufriedenheit und Leistung des Einzelnen beitragen, sondern auch langfristig Prosperität und Stabilität von Unternehmen erhöhen. Koch & Westhoff (TU Dresden) haben dafür Task Analysis Tools (TAToo) entwickelt, mit dessen Hilfe auch Praktiker ohne psychodiagnostische Expertise valide Anforderungsanalysen erarbeiten können. In diesem Instrumentarium wurden die wichtigsten Gestaltungsempfehlungen aus Wissenschaft und Praxis umgesetzt sowie verschiedene methodische Zugänge im Sinn eines multimodalen Vorgehens kombiniert. Im Tool Datenerhebung erfolgt eine flexible Anpassung an jeweilige Durchführungsbedingungen, während in Tool 2 das Gruppieren der Verhaltensweisen zu den Anforderungen erfolgt, um ein objektives Vorgehen zu gewährleisten. Mit den strukturierten Leitfäden und Fragebögen können daher Anforderungsanalysen ohne fachliche Unterstützung durchgeführt werden, sodass TAToo ein praxistaugliches und nützliches Instrumentarium darstellt.



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