Wie das Gehirn die Realität konstruiert

Im Konstruktivismus entsteht die Welt auf der Grundlage interner subjektiver Konstruktionen und der Mensch gilt als informationell weitgehend geschlossenes System, welches auf zirkulärer Kausalität und Selbstreferentialität beruht und autonom strukturdeterminiert ist. Danach gibt es keinen Input oder Output und jegliches Wissen ist und bleibt individuell und nicht mit anderen teilbar.

Bereits im 18. Jahrhundert wurde der Begriff des Konstruktivismus durch den neapolitanischen Philosophen Giambattista Vico (1668 – 1744) geprägt, der seinerseits von den Arbeiten von Johann Amos Comenius (1592-1670) beeinflusst war. Montessori (1870 – 1952) und Piaget waren weitere Autoren, welche den Konstruktivismus prägten.

Kern der konstruktivistischen Position, die seit Beginn der 1980er Jahre gegenüber behavioristischen Sichtweisen zunehmend an Boden gewinnt, ist die Auffassung, dass Menschen ihr Wissen um die Welt auf Grund ihrer Erfahrungen selbst konstruieren. Dies geschieht durch eine interne, subjektive Konstruktion von Ideen und Konzepten. Das in dieser Art und Weise aktiv konstruierte und rekonstruierte Wissen muss keineswegs mit der äusseren Wirklichkeit übereinstimmen. Mit dieser Haltung bildet der Konstruktivismus die Gegenposition zum Objektivismus.




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