Checkliste für Entscheidungen
18. November 2007 – 14:23
Wenn man sich zwischen zwei oder mehr Möglichkeiten entscheiden muss, dann geht man einfach folgende Checkliste für jede der Entscheidungsmöglichkeiten durch:
- Diese Entscheidungsmöglichkeit wird mich langfristig glücklicher und zufriedener machen?
- Diese Entscheidungsmöglichkeit macht mein Leben reicher, besser, angenehmer und schöner?
- Durch diese Entscheidungsmöglichkeit bekomme ich mehr von dem, was mir wichtig ist?
- Diese Entscheidungsmöglichkeit bringt mich näher an eines meiner Ziele?
- Durch diese Entscheidungsmöglichkeit wird mein Gefühlsleben ruhiger und ausgeglichener?
- Durch diese Entscheidungsmöglichkeit bekomme ich mehr von dem, was ich will?
- Diese Entscheidungsmöglichkeit hat wahrscheinlich wenig negative Folgen auf andere Bereiche meines Lebens, die mir auch wichtig sind?
- Ich habe ein gutes Gefühl für den Preis, den ich bei dieser Entscheidungsmöglichkeit bezahlen müsste?
- Ich bin bereit diesen Preis zu zahlen?
- Bei dieser Entscheidungsmöglichkeit muss ich verhältnismäßig wenig faule Kompromisse eingehen?
Pontius Pilatus und das Händewaschen
Das Leben ist voller Entscheidungen und wer die Qual der Wahl hat, hadert auch dann noch mit sich, wenn die Entscheidung längst getroffen ist – und zwar unbewusst. kognitive Dissonanz entsteht, weil man auf beiden Seiten der Entscheidung gute oder schlechte Argumente sieht. Man löst solche Konflikte normalerweise dadurch, dass man sich überzeugt, dass man das Richtige gewählt hat. d.h., man redet sich die eigene Entscheidung ein schön. Dieser Vorgang ist eine kognitive Arbeit, mit der man sich selber zurechtlegt, dass die getroffene Entscheidung richtig war. Eine Entscheidung zwischen zwei ähnlich attraktiven Optionen, etwa nach Rom oder nach Paris zu fahren, hinterlässt also bei vielen Menschen oft ein lang anhaltendes Gefühl des Unbehagens. Um dieses Gefühl los zu werden, versuchen viele, ihre Entscheidung langatmig und penetrant irgendwie zu rechtfertigen. Spike Lee und Norbert Schwarz (University of Michigan) zeigten, dass man dieses Bedürfnis, die eigene Entscheidung im Nachhinein vor sich selbst zu rechtfertigen, dadurch reduzieren kann, indem man durch Händewaschen die Zweifel an seiner getroffenen Entscheidung beseitigen kann. Man kann also sozusagen die Dissonanz wegwaschen und sich die kognitive Arbeit der Rechtfertigung sparen.
Quellen:
Zeit zu leben-Newsletter Ausgabe 405 vom 18.11.2007
http://www.welt.de/die-welt/wissen/article7512643/
Haendewaschen-gegen-Zweifel.html (10-05-07)
http://www.dradio.de/dlf/sendungen/forschak/1179392/ (10-05-08)