Gehirn und Gene

Wenn sich Menschen eine Abfolge von Zahlen merken müssen, dann gibt es eine Personengruppe, die das eher über die Aktivierung von neuralen Netzwerken tun, die für die Sprache verantwortlich sind, und eine andere Gruppe, bei der eher jene Areale im Gehirn aktiv sind, die für die numerische Verarbeitung verantwortlich zeichnen. Generell antworteten letztere Denktypen rascher auf die Aufgaben. Koten et al. (2009) untersuchten sowohl Zwillinge als auch „normale“ Geschwister mittels funktioneller Magnetresonanztomografie (fMRI), während diese verschiedene  Aufgaben – solche, bei denen sie sich an bestimmte Zahlen erinnern mussten – lösten.
Beim Vergleich zwischen den genetisch identen eineiigen Zwillingen und normalen Geschwistern fand man klare statistische Beweise, dass die Zugehörigkeit zu einem der beiden Denktypen genetisch bedingt ist. Die Gene bestimmen also zwar nicht was wir denken, aber zumindest wie wir denken.
Literatur
Koten, Jr., Jan Willem, Wood, Guilherme, Hagoort, Peter, Goebel, Rainer, Propping, Peter, Willmes, Klaus & Boomsma, Dorret I. (2009). Genetic Contribution to Variation in Cognitive Function: An fMRI Study in Twins. Science 27 March 2009 323: 1737-1740 [DOI: 10.1126/science.1167371]




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