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Extravertiert versus extrovertiert

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    Der Sprachgebrauch unterscheidet sich im Alltag oft überraschend stark von wissenschaftlichen Fachbegriffen. Ein klassisches Beispiel dafür ist die Bezeichnung für Menschen, die offen, gesellig und nach außen gewandt sind. Während in der Alltagssprache meist die Variante mit „o“ genutzt wird, greift die Fachliteratur auf die Schreibweise mit „a“ zurück. Diese leitet sich direkt aus dem Lateinischen ab und bedeutet wörtlich übersetzt „nach außen gewandt“. Das Sprachgefühl des Alltags hat die Schreibweise zwar über die Jahre angepasst und populär gemacht, doch der feine Unterschied im Buchstaben verrät bis heute, ob ein Begriff aus der fundierten Wissenschaft oder aus dem Sprachgebrauch des täglichen Lebens stammt.

    Inhaltlich geht es bei dieser Eigenschaft vor allem um die Frage, woraus ein Mensch seine Energie zieht. Starke Reize, soziale Kontakte und das äußere Umfeld wirken auf manche Personen anregend und inspirierend. Das Gegenstück dazu beschreibt Menschen, die ihre Kraft eher in der Ruhe, bei der Arbeit für sich oder in kleinen Runden schöpfen. Dies wird oft mit Schüchternheit verwechselt, unterscheidet sich von dieser aber grundlegend: Es geht nicht um Unsicherheit im Umgang mit anderen, sondern rein um die bevorzugte Form der Energiespeicherung und -regenerierung. Die wenigsten Menschen lassen sich dabei extremen Kategorien zuordnen; die meisten bewegen sich auf einem fließenden Spektrum irgendwo zwischen diesen beiden Polen.

    In der modernen Persönlichkeitsforschung bildet dieses Merkmal einen von insgesamt fünf grundlegenden Bausteinen, um den Charakter eines Menschen wissenschaftlich zu erfassen. Dieses sogenannte Fünf-Faktoren-Modell gilt als eines der am besten erforschten Werkzeuge der Psychologie. Neben der Orientierung nach außen gehören dazu die emotionale Belastbarkeit, die Bereitschaft zur Kooperation und Empathie, das Maß an Ordnung und Zielstrebigkeit sowie die Offenheit für neue Erfahrungen und kreative Ideen. Zusammen ergeben diese Dimensionen ein recht präzises Bild davon, wie ein Mensch tickt, wie er entscheidet und wie er mit seiner Umwelt interagiert.

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