Eltern sollten das Schnarchen ihre Kinder ernst nehmen

  • von

Eltern berichten häufig über Verhaltensprobleme bei Kindern, die schnarchen, denn diese sind tagsüber oft hyperaktiv, aggressiv und unaufmerksam. Die Ursachen für Schnarchen liegen dabei an Nasenpolypen, vergrößerten Rachenmandeln, an Schlafapnoe mit nächtlichen Atemaussetzern oder auch an Übergewicht. In der Folge sind die Kinder tagsüber müde, aber oft auch hyperaktiv und unaufmerksam, wodurch die Schulleistungen beeinträchtigt werden können.

Isaiah et al. (2021) untersuchten die Beziehung zwischen Symptomen einer obstruktiven schlafbezogenen Atmungsstörung wie Schnarchen und kindlichen Verhaltensproblemen, die auf strukturelle Veränderungen des Gehirns zurückzuführen sein könnten, im Speziellen die Beziehungen zwischen Apnoe-Symptomen, Problemverhalten und der Gehirnmorphometrie an über zehntausend Präadoleszenten. Sie konnten in ihrer Analyse zeigen, dass die Symptome mit speziellen Verhaltensmaßen und morphometrischen Veränderungen im Gehirn einhergehen, besonders im Frontallappen, wobei die Beziehungen zwischen oSDB-Symptomen und Verhaltensmessungen signifikant kleinere Volumina mehrerer Frontallappenregionen betreffen. Zwar ist aus solchen korrelativen Studien keine Kausalität ableitbar, doch es ist plausibel, dass die immer wieder unterbrochene Sauerstoffversorgung das kindliche Gehirn und seine Entwicklung beeinträchtigt. Die Gehirne sind dabei auf ähnliche Weise verändert wie bei Kindern, die unter einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung leiden. Eltern sollten, wenn ein Kind öfter als dreimal die Woche schnarcht, das bei einem Arzt abklären lassen.

Literatur

Isaiah, A., Ernst, T., Cloak, C.C., Clark, D. B.; Chang, L. (2021). Relationship between obstructive sleep disordered breathing and childhood behavioral problems is mediated by frontal lobe structure. Nature Communications, doi:10.15154/1520518.

Weitere Seiten zum Thema