Erinnerungen werden unbewusst geschönt


Menschen reichern im Alltag Erinnerungen mit ihrem heutigen Wissen an. Man muss eta nur genau zuhören, wie alte Menschen über ihre eigene Kindheit sprechen. Die Anzahl großartiger Kindheiten ist, wenn man ihnen glauben schenkt, inflationär, d. h., sie waren in ihrer Erinnerung immer klüger und fleißiger als die heute Jungen und haben schon immer alles gewusst. Das geschieht aber ohne bösen Willen, sondern sie sind überzeugt davon, dass damals alles besser war. Menschen sind schon naturgemäß Meister der Selbsttäuschung, denn Menschen besitzen nur interpretierte Erinnerungen an ihr Leben und sind bereit, sich viele Dinge schönzureden. Aber Menschen sind in der Lage, ihre falschen von den richtigen Erinnerungen zu unterscheiden. Dazu gehört, dass man ein Bewusstsein dafür schafft, wie fragil Erinnerungen sind. Wenn man diese Mechanismen des Erinnerns und Vergessens besser versteht, ist man auch weniger gefährdet.

Siehe dazu den Essay “Erinnern, die Schwester des Vergessens“.







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