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Einige Tipps, um sich an seine nächtlichen Träume zu erinnern

    Menschen vergessen ihre Träume deshalb so schnell, da diese von den Sinneswahrnehmungen beim Aufwachen verdrängt werden, die viel Verarbeitungskapazität des Gehirns benötigen, um sich wieder im Leben zurechtzufinden, sodass keine nachhaltige Konsolidierung der Trauminhalte stattfinden kann. Man kann allerdings beim Aufwachen versuchen, die Augen geschlossen zu halten und an nichts anderes zu denken, als den gerade noch erinnerten Traum. Dann schreibt man am besten diesen Traum auf oder diktiert ihn in sein Smartphone. Das kann man übrigens auch in der Nacht tun, allerdings fällt dann meist das Einschlafen wieder schwerer! Ein kleiner Block mit Stift auf der Toilette kann auch praktikabel sein 😉

    Traumforscher empfehlen das Anlegen eines persönlichen Traumtagebuches, in das man Trauminhalte am Morgen sofort einträgt, was auch eine Steigerung des Traumerinnerungsvermögens herbeiführen kann. Manche wiederholen während des Aufwachens  das Geträumte wie ein Gedicht, denn so bleibt es zumindest einige Zeit im Gedächtnis.

    Allerdings ist das Erinnern generell auch Übungssache, denn die meisten Menschen achten bekanntlich schon tagsüber sehr wenig auf Details ihrer Umgebung, sodass es ihnen bei Träumen ebenfalls besonders schwer fällt. Um diese Fähigkeit der Erinnerung zu üben, kann man einige Minuten aus dem Fenster schauen und sich alle Kleinigkeiten merken, etwa die Farbe der Kleindung der vorbeigehenden Menschen oder die Marke der Autos. Vor allem ist es wichtig, auf Abläufe zu achten, also vorbeifliegende Vögel, die Straße querende Menschen, stehenbleibende Autos. Bewegen sich diese schnell oder langsam? Nachdem man diese Eindrücke aufgenommen hat, schreibt man sie in ein Notizheft. Auch kann man sich einzelne Ereignisse des vergangenen Tages ins Gedächtnis rufen und versuchen, sich an möglichst viele Details zu erinnern. Wichtig ist aber auch schon mit der Einstellung schlafen zu gehen, dass man sich an seine Träume erinnern wird.

    Träume durch Übung wahrnehmen und lenken zu können, bezeichnet man als luzides Träumen (Klarträumen).

    Übrigens: Männer vergessen ihre Träume wesentlich häufiger als Frauen, während Kinder intensivere Traumerlebnisse haben als Erwachsene. Siehe dazu Geschlecht und Schlaf.




    Ein Gedanke zu „Einige Tipps, um sich an seine nächtlichen Träume zu erinnern“

    1. chlaf beeinflusst Erinnerungen über mehrere Mechanismen, wobei nun Izawa et al. (2019) einen möglichen weiteren Weg im Gehirn identifizierten: Im REM-Schlaf aktive hypothalamische Neuronen, die ein Melanin-konzentrierendes Hormon (MCH) produzieren, projizieren unter anderem in den Hippocampus, wobei diese Neuronen im Hypothalamus aktiv zum Vergessen im REM-Schlaf beitragen. Überraschenderweise steigerte eine genetische Ausschaltung dieser MCH-Neuronen die Gedächtnisleistung bei Mäusen, während umgekehrt die pharmakogenetische Aktivierung von MCH-Neuronen das hippocampusabhängige Gedächtnis beeinträchtigte. Physiologische In-vitro-Experimente bestätigten, dass die Aktivierung von MCH-Fasern in Hippocampus-Scheiben die Spiking-Aktivität von Pyramidenzellen unterdrückte. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass der MCH-Signalweg ein Ziel für die Gedächtnismodulation sein könnte. Vermutlich sorgen im Schlaf also spezielle Neuronen dafür, dass nicht benötigte Informationen gelöscht werden, also Ereignisse, die man tagsüber erlebt und nachts im Schlaf verarbeitet. Abhängig davon, was sie bedeuten, werden sie entweder gelöscht oder gespeichert.
      Literatur: Izawa, Shuntaro, Chowdhury, Srikanta, Miyazaki, Toh, Mukai, Yasutaka, Ono, Daisuke, Inoue, Ryo, Ohmura, Yu, Mizoguchi, Hiroyuki, Kimura, Kazuhiro, Yoshioka, Mitsuhiro, Terao, Akira, Kilduff, Thomas S. & Yamanaka, Akihiro (2019). REM sleep–active MCH neurons are involved in forgetting hippocampus-dependent memories. Science, 365, 1308-1313.

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