Was Paare zusammenhält


Unsicherer Mann, sichere Frau
Man muss nicht den gefestigten, souveränen Partner für das Leben  finden, um zusammen alt zu werden, vielmehr kann ein unsicherer Partner, der ständig zögert und zweifelt und Angst vor Entscheidungen hat, ebenfalls eine gute Wahl sein, denn seine Angst vor der Entscheidung, den anderen zu verlassen ist nämlich so groß, dass eine Trennung überhaupt nicht in Frage kommt.

Auf die Größe kommt es an
Große Männer haben bessere Chancen bei Frauen, , wobei Männer jenseits der 1,90 Meter großzügiger sind als kleinere. Wer groß ist, zweifelt offensichtlich weniger an der Treue des Partners und weiß gleichzeitig, dass er im Schnitt bessere Erfolgsaussichten ha, sodass große Männer entspannter in der Partnerschaft sind und diese Großzügigkeit Beziehungen länger halten lässt.

Einander riechen können
Wer sich nahekommen und es bleiben will, muss einander riechen können, denn ein als attraktiv empfundener Geruch weist darauf hin, dass der potenzielle Partner ein deutlich anderes Immunsystem hat. Tun sich zwei Menschen zusammen, die einander gut riechen können, mischen sich ihre Abwehrsysteme in gemeinsamen Nachkommen, wodurch die Nachkomemen dadurch widerstandsfähiger gegen Keime werden.

Sex wird überschätzt
Wenn ein Paar nur selten miteinander schläft, kann das auch darauf hindeuten, dass sich beide sicher und geborgen fühlen, sodass der sparsame Sex für eine feste Bindung und für wenig Verlustangst spricht, wobei auch der ständige Wunsch nach Bestätigung durch Sex hingegen eine Beziehung zermürben kann.

One-Night-Stand kann der Richtige sein
In den USA wurden mehr als 600 Erwachsene befragt, wie zufrieden sie mit ihrer Beziehung sind, wie sie sich kennengelernt haben und wie schnell sie anfangs sexuell aktiv wurden, wobei sich zeigte, dass auch aus flüchtigen Bekanntschaften stabile Beziehungen entstehen können.

Beziehungsgarant solides Unglück
Eine Studie mit Paaren aus Bayern, die im Schnitt 28 Jahre verheiratet waren, zeigte, dass ein Drittel dieser Ehen  sich als „stabil unglücklich“ oder „unsicher und resigniert in der Beziehung“ zeigten, dass also auch negative Gefühle und ständige Unzufriedenheit dauerhaft an einen Partner binden können.

Gleich zu gleich?

Park & MacDonald (2019) haben Daten aus einer Längsschnittstudie in Deutschland verwendet, um die Ähnlichkeit zwischen ehemaligen und aktuellen Partnern einer Person anhand der selbstberichteten Persönlichkeitsprofile der Partner zu überprüfen. Untersucht wurden Menschen, die zwischen 2008 und 2017 zwei Partner hatten, wobei sowohl die Studienteilnehmer als auch ihre (Ex-)Partner mittels Fragebögen ihre Persönlichkeit (z. B. Verträglichkeit, Pflichtbewusstsein, Extraversion, Neurotizismus und Offenheit für Neues) bewerteten. Ergebnis war, dass sich die Probanden ähnlich einschätzen wie sich ihre jeweiligen Partner selbst einschätzen, doch noch ähnlicher waren die Selbsteinschätzungen von Partner und Ex-Partner, d. h., die Probanden suchten nach Partnern, die nicht nur ihnen selbst, sondern vor allem und mehr noch ihren vorherigen Partnern ähnlich waren. Diese Studienergebnisse legen nahe, dass die neuen Partner einen gewissen Grad an Ähnlichkeit zu den vorherigen aufweisen, was nahelegt, dass Menschen zumindest in Teilen beständig Beziehungen zu einem bestimmten Typ eingehen.

Genetische Ursachen für Partnerschaften?

Nach Untersuchungen von Jinting Liu et al. (2014) gibt es auch genetische Ursachen, warum manche Menschen dauerhaft ohne Partner sind, während sich andere von einer Beziehung in die nächste stürzen. Neben dem gesellschaftlichen Status, dem Aussehen, dem Charakter oder oder Glück wird demnach Bindungsverhalten zusätzlich von den Genen bestimmt. Demnach macht eine Variation auf dem Gen 5-HT1A den Unterschied aus, denn dieses Gen kann einmal als Genotyp „CC“, einmal als Genotyp „CG/GG“ ausgeprägt sein. Bei der Variante „CC“ befindet sich an dieser bestimmten Stelle des Gens der Baustein Cytosin, sodass diese Menschen eher Beziehungsmenschen sind, während bei der Variante „CG/GG“ befindet sich an dieser Stelle der Baustein Guanin, tendieren diese eher dazu, allein zu bleiben. Die Hälfte der Studienteilnehmer mit der Cytosin-Variante des Gens waren in einer Beziehung, doch nur 39 Prozent der Teilnehmer mit der Guanin-Version hatten aktuell einen Partner, wobei äußeres Erscheinungsbild, religiöser Glaube und Art der Erziehung statistisch berücksichtigt wurden. Man vermutet nun, dass es am Botenstoff Serotonin liegt, denn das 5-HT1A-Gen beeinflusst den Serotonin-Haushalt im Körper, je nachdem, welche Ausprägung des Gens man besitzt. Cytosin bringt scheinbar einen Serotonin-Haushalt hervor, der Liebesbeziehungen begünstigt, während Guanin an der gleichen Stelle den Spiegel des Hormons eher in Richtung Single-Dasein beeinflusst.

Übrigens: Männer sind grundsätzlich nicht untreuer als Frauen, doch Frauen haben andere Beweggründe fremdzugehen, denn Männer gehen wegen des sexuellen Aspektes fremd, während Frauen auf Grund der fehlenden Aufmerksamkeit ihres Partners fremdgehen. Insgesamt hat das Fremdgehen durch die virtuellen Welten in den letzten Jahren stark zugenommen.

Literatur

Jinting Liu, Pingyuan Gong & Xiaolin Zhou (2017). The association between romantic relationship status and 5-HT1A gene in young adults. Scientific Reports 4, doi:10.1038/srep07049.
Park, Yoobin & MacDonald, Geoff (2019). Consistency between individuals’ past and current romantic partners’; own reports of their personalities. Proceedings of the National Academy of Sciences, 116, 12793-12797.







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