Zum Thema ‘Psychologische Tests’

Als ein psychologischer Test wird ein Werkzeug bezeichnet, das psychische Merkmale, wie aktuelle Zustände oder überdauernde Eigenschaften von Personen, Personengruppen oder Organisationen erfassen soll.

Intelligenzquotienten – Veränderungen vom Kindergartenalter zum Schulalter



Die Intelligenz gilt als weitgehend entwicklungsstabil, zumindest im Erwachsenenalter, kann aber im Kindesalter durch verschiedene Umweltfaktoren beeinflusst werden. Diese können sowohl positiver, also fördernder Natur, als auch negativer, hemmender Natur sein. In Anlehnung an die Werke mehrerer Autoren, kommen auch Koglin, Janke und Petermann (2009, S. 133) zu dem Schluss: je stabiler dabei die Umwelt ist, desto stabiler ist auch die Intelligenz.
Bei den Risikofaktoren unterscheidet man zwischen biologischen und psychosozialen Risikofaktoren. Die biologischen Faktoren beziehen sich auf die Zeit vor und nach der Geburt. Koglin, Janke und Petermann (2009, S. 133) fassen die Befunde mehrer Autoren zusammen und kommen zu dem Schluss, dass beispielsweise der Konsum der Mutter von Tabak und/oder Alkohol während der Schwangerschaft, Krankheiten des Kindes in der Neugeborenenphase oder ein geringes Gewicht bei der Geburt zu den biologischen Risikofaktoren zählen. Unter psychosozialen Faktoren verstehen die Autoren dieses Artikels (2009, S. 133), wie schon weitere vor ihnen, zum Beispiel Armut der Familie, schulische Ausbildung der Eltern, oder auch einen Migrationhintergrund in der Elterngeneration. Nicht in direkter Beziehung zum Kind steht der sozioökonomische Status der Eltern. Koglin, Janke und Petermann (2009, S. 133) stellen unter Verwendung mehrerer Arbeiten anderer Autoren fest, dass ein niedriger sozioökonomischer Status einen niedrigeren IQ der Kinder bewirkt. Auch kritische Lebensereignisse, wie die Trennung der Eltern oder der Tod eines Familienmitglieds beeinflussen den IQ nachweislich (vgl. Sameroff et al., 1993 zit. nach Koglin, Janke & Petermann, 2009, S. 133). Weitere psychosoziale Faktoren sind ein geringes Freizeitverhalten sowie ein überhöhter Medienkonsum. Psychosoziale Risikofaktoren sind weitgehend instabil. Dabei weist der Faktor „Zugehörigkeit zu einer Minorität“ die höchste und der Faktor „Interaktionsstörungen zwischen Mutter und Kind“ die geringste Stabilität auf gemäß der Rochester Longitudinal Study von Sameroff, Seifer, Baldwin und Baldwin (1993).
Studie
In der vorliegenden Studie wurde die Intelligenzstabilität von 120 Kindern zu zwei Erhebungszeitpunkten (t1 und t2) im Übergang zur Schule untersucht. Weiters betrachtete man den Einfluss der Risikofaktoren auf die Höhe des Intelligenzquotienten und den Einfluss von Veränderungen in der Anzahl der Risikofaktoren auf die IQ-Stabilität. Im Durchschnitt waren die Kinder zu t1 6,1 Jahre alt. Sie mussten ihr Können bei folgenden Aufgaben unter Beweis stellen: Analyse und Synthetisierung abstrakter visueller Reize, kategoriales Denken und Konzeptbildung, sowie visuelle Wahrnehmung und Organisation. Es fanden sechs Subtests statt zu den Bereichen: Mosaike, Kategorien, Puzzles, Analogien, Situation und Zeichenmuster. Gleichzeitig wurden an die Eltern zu beiden Erhebungszeiträumen Fragebögen verteilt, deren Fragestellungen Koglin, Janke und Petermann (2009, S. 135) von mehreren anderen Autoren übernahmen. In diesen gaben die Eltern Auskunft über den Schwangerschafts- und Geburtsverlauf, die Familiensituation, das schulische und berufliche Bildungsniveau, Arbeitslosigkeit, kritische Lebensereignisse in der Familie sowie das Medien- und Freizeitverhalten bezogen auf das Kind. Festgelegt wurde eine Risikoindex bestehend aus acht Risikofaktoren: Migrationshintergrund, geringe Bildung der Eltern, fehlende Berufsausbildung der Eltern, Flaschenernährung, abwechslungsarme Freizeit des Kindes (keine oder bis zu zwei Aktivitäten), hoher Fernsehkonsum ( > eine Stunde pro Tag), das Erleben von kritischen Lebensereignissen, sowie eine hoher PC-Konsum ( > 30 Minuten pro Tag).

Zu t1 wurde ein Gesamt-IQ von 100.33 gemessen, wobei der kleinste IQ-Wert bei 63 und der größte IQ-Wert bei 129 lag. Zu t2 wurde eine Gesamt-IQ von 105.28 gemessen, wobei der kleinste IQ-Wert diesmal bei 71 lag und der größte IQ-Wert bei 136. Zu den am häufigsten festgestellten Risikofaktoren gehörten eine geringe Bildung der Eltern sowie ein Migrationshintergrund in der Elterngeneration. Diese Faktoren können somit als stabil angesehen werden. Über 50 % der Kinder wiesen eine abwechslungsarme Freizeit, hohen TV Konsum und kritische Lebensereignisse in der Familie als variable Risikofaktoren auf.

Koglin, Janke und Petermann (2009, S. 138) kommen, wie schon Tewes, Rossmann und Schallberger vor ihnen, zu dem Ergebnis, dass die Höhe des IQ abhängig ist von der Anzahl der Risikofaktoren. Je mehr Risikofaktoren auftreten, desto geringer ist der IQ. Mehr als 50 % der getesteten Kinder weisen mehr als einen Risikofaktor auf. Der Intelligenzquotient nimmt allerdings, wie festgestellt werden konnte, erst beim Vorhandensein von mindestens drei Risikofaktoren messbar ab. Bei null bis zwei der festgelegten acht Risikofaktoren sind keine messbaren Einflüsse auf den Intelligenzquotienten festzustellen (IQ-Mittelwert = 100), bei drei Risikofaktoren liegt der Intelligenzquotient im Durchschnitt acht Punkte unter dem Mittelwert. Bei Kindern mit vier oder fünf Risikofaktoren liegt der Intelligenzquotient mit einem Wert von 88 nur noch knapp im Durchschnitt. Weiterhin kann festgestellt werden, dass das Auftreten kritischer Lebensereignisse zu t2 nicht mit dem IQ variiert. Als Grund dafür wird angenommen, dass der Zeitraum von einem Jahr zwischen den zwei Erhebungszeitpunkten zu kurz war, um die Entwicklung und somit den IQ negativ zu beeinflussen. Die Risikofaktoren zum ersten Erhebungszeitpunkt hatten keinerlei Einfluss auf die Intelligenz zum zweiten Erhebungszeitraum. Ein Zusammenhang des IQ zum Zeitpunkt der ersten Erhebung mit der Anzahl der Risiken zum zweiten Erhebungszeitpunkt hingegen ist sehr deutlich. Die Autoren vermuten nach denselben Ergebnissen von Schiffer, Ennemoser und Schneider (2002), dass Kinder mit geringerem IQ in ihrer Freizeit Aktivitäten nachgehen, die wenig förderlich sind für die Intelligenzentwicklung (TV, PC). Daher steigt dann auch die Anzahl der Risikofaktoren immer stärker an.

Literatur
Koglin, U., Janke, N. & Petermann, F. (2009). Werden IQ-Veränderungen vom Kindergarten- zum Schulalter durch psychosoziale Risikofaktoren beeinflusst? Zeitschrift für Entwicklungspsychologie und Pädagogische Psychologie, 41 (3), 132-141.



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Tests auf Partnerschaftsportalen



Wer schon einige Zeit nach einer Partnerin oder einem Partner sucht, bisher aber oft an die/den falsche(n) geraten ist, dem kommen schnell Zweifel, ob es auf der Welt überhaupt jemanden gibt, der zu ihm/ihr passt. Um diesen Menschen zu finden, der die eigenen Interessen teilt, helfen heute auf Partnerportalen psychologische Tests, die im Internet in großer Zahl zu finden sind, wobei nicht jeder Test ist tatsächlich wissenschaftlich fundiert ist. Wer im Internet sucht, wird auf unzählige Tests und Fragebögen stoßen, die herausfinden sollen, ob die aktuelle Beziehung richtig funktioniert, welcher Persönlichkeitstyp man selber ist oder welche Partnerin bzw. welcher Partner wirklich zu einem passt. Wer nun tatsächlich die Partnerin oder den Partner fürs Leben finden möchte, sollte solche Tests daher nur auf seriösen Partnerportalen ausfüllen und nicht auf allgemeinen und Internetseiten unbekannter Herkunft. Man sollte dabei immer den Hintergrund solcher Testverfahren ausleuchten – sich hier kundig zu machen und anhand von Kriterien (siehe dazu Kriterien psychologischer Tests) zu beurteilen, wie ernstzunehmend das Testangebot ist. Bei den Tests der Partnerbörsen handelt es sich in vielen Fällen um wissenschaftlich fundierte Tests, wobei die Daten dazu genutzt werden, diese Tests zu verbessern. Oft werden die Antworten auf dem Hintergrund eines komplizierten mathematischen Modells ausgewertet, bei dem auch Fragen berücksichtigt werden, die auf den ersten Blick wenig oder zunächst nichts mit Partnerschaft zu tun haben, sodass es ratsam ist, die Fragebögen wahrheitsgemäß auszufüllen und nicht die Wirklichkeit mit eigenem Wunschdenken zu verwechseln. Die Ergebnisse werden dann entsprechend zu persönlichen Profilen verwertet und führen mit Hilfe eines Matching-Verfahrens zu den verschiedenen Partnervorschlägen.



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Zielgerichtete Testauswahl im Personalsektor



Bei der Bewertung neuer Bewerber und vorhandener MitarbeiterInnen werden immer häufiger psychologische Testverfahren eingesetzt. Meta-Analysen haben erst kürzlich wieder die überlegene Vorhersagekraft im Vergleich zu anderen Instrumenten der Eignungsbeurteilung nachgewiesen; psychologische Testverfahren leisten einen kosteneffizienten Beitrag innerhalb des Methodenmix für die Auswahl und Entwicklung von Mitarbeitern. Dieser Nachfrage steht eine Vielfalt von Testangeboten gegenüber – höchst unterschiedlich im Grad von Seriosität, Qualität, Aussagekraft, Zeitaufwand und Kosten.

Um unter den mehr als 1.000 Berufstests den passenden zu finden, ist das zweibändige „Handbuch wirtschaftspsychologischer Testverfahren“ sehr hilfreich, denn Werner Sarges, Heinrich Wottawa & Christian Roos bieten in Band 1. des Handbuchs einen Überblick über die personalpsychologischen und in Band 2. über die organisationspsychologischen Instrumente. Alle Testbeschreibungen sind vergleichbar angelegt sind, wobei den Kopf die Kurzbezeichnung sowie die Langbezeichnung des Tests bilden, Autoren, Verlag, Erscheinungsort und -jahr angegeben werden.
Sodann folgen eine Schilderung der Einsatzbereiche und Konstruktionsgrundlagen, der Inhalte, des Formats mit Beispielen, der wissenschaftlichen Validierung; den Abschluss bilden Angaben zu Dauer, Bedingungen, Kosten, Rückmeldungen sowie weiterer Literatur. Verwenden lassen sich von allen Fachleuten, die mit Recruiting, Entwicklung und Platzierung beschäftigt sind. Vor allem Personalsachbearbeiter in KMU sollten damit sachgerecht Testverfahren auswählen können.



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