Witz, Humor, Lachen, Psychologie

21. Februar 2009 – 18:34

Psychologen und Neurowissenschaftler, die die Bedeutung von Witz und Lachen untersuchten, fanden, dass Humor eine universelle Sprache hat, deren Bedeutung weit über Unterhaltung und Zeitvertreib hinausgeht. Menschen mit Sinn für Humor sind angesehen und gelten meist als sympathisch, doch es gibt auch eine “dunkle Seite” des Humors, denn Menschen lachen, um das Verhalten anderer zu manipulieren und zu verführen. Die Lust, andere zu verhöhnen, zu verletzen und auszugrenzen, ist eine der stärksten Triebfedern für Humor, denn es liegt für manche ein plötzlicher Triumph darin, andere zum Gespött zu machen, wobei die Heiterkeit im Unglück anderer zu suchen, schon im Kindesalter angelegt wird. Manche Witze sind auch bösartig und verletzend, manifestieren Vorurteile oder Unrecht, sodass das Lachen im Halse stecken bleib, wobei dennoch viele schmunzeln müssen und sich dafür schämen. Man glaubt, dass die unmittelbare Reaktion auf Lustiges im Gehirn fest verdrahtet ist, wobei unabhängig vom Inhalt oftmals schon die Struktur des Witzes das Lachen auslöst. Erheiternd ist vor allem die unvorhersehbare Pointe, wenn eetwa der gewohnte Lauf der Dinge plötzlich abbricht. Neurowissenschaftler haben beobachtet, dass die Pointe eines Witzes in einer Kaskade von Nervensignalen in jenen Gehirnregionen mündet, die zum Belohnungssystem gehören, wobei die Botenstoffe Euphorie und Erheiterung auslösen und gleichzeitig die Mimik entgleisen lassen, indem die Mundwinkel nach oben zucken. Auch Primaten wie die Schimpansen hecheln auf charakteristische Weise, wenn sie einander kitzeln oder Fangen spielen.
Die Urform des Lachens ist das Kitzeln, denn wenn jemand an der Fußsohle gekitzelt wird, zieht er ihn in einem Schutzreflex weg. Wird dieser Reflex unterdrückt, dann staut sich die Energie im Körper auf und bricht über das Zwerchfell aus. Lachen hat dabei etwas Eruptives, wobei krampfhaftes. Lachen wie ein epileptischer Anfall ist, der Spaß macht. Menschen und Völker unterscheiden sich in der Häufigkeit ihres Lachens, wobei das vor allem kulturelle bedingt ist. Afrikaner lachen viel spontaner als Europäer, denn beim Palaver (Versammlungen) darf traditionell jeder sagen was er will, aber jeder wird auch ausgelacht, ohne dass er es zu persönlich nimmt. Ausgelacht zu werden empfinden Afrikaner nicht als kränkend, denn Lachen gehört für sie zur normalen Kommunikation. In der arabischen Welt gelten auch die Ägypter als ausgesprochen witzig, während es in Europa die Briten sind, denn diese haben traditionell den Mut, alles was sie ernsthaft sagen, auch humorvoll zu sagen, wobei sich gerade am britischen Humor oft die Geister scheiden, denn manche Menschen können mit dieser trockenen Art oft wenig anfangen. Den Deutschen fehlt zum Lachen über sich selbst oft die Leichtigkeit, denn sie pflegen zu sehr die Innerlichkeit und die Hochkultur, was seit der Romantik Tradition hat, sodass das deutsche Lachen immer etwas gedämpft klingt. Sie halten sich beim Lachen auch häufig die Hand vor den Mund.
Einen Unterschied zwischen den Geschlechtern findet man schon in den Witzen der Schulzeit, die Knaben und Mädchen zum Lachen bringen. In Kontaktanzeigen werben Männer oft mit ihrem guten Sinn für Humor und auch Frauen wünschen sich eher einen humorvollen Mann als Partner. Diese Differenz beim Humor kann aber auch eher kulturell als biologisch determiniert sein, denn viele Studien haben gezeigt, dass dominante Individuen dazu neigen, Humor zu instrumentieren, während das Untergebene das in der Regel seltener machen. Dadurch wird das Lachen zu einer Demonstration der Macht, sodass exzessives weibliches Gelächter in einer gemischten Runde ein Hinweis darauf sein könnte, dass Männer immer noch mehr Macht haben als Frauen.

Entstanden unter Verwendung von:
http://www.spiegel.de/spiegel/
0,1518,608442,00.html (09-02-21)
http://nachrichten.t-online.de/psychologie-lachen-ist-
wie-ein-epileptischer-anfall-/id_42296646/index (10-07-25)

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